Bibel - Warum sollten Jesus´ Heilungen teilweise nicht bekannt werden?

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Hallo Weihnachtsduft,

eine interessante Frage, die du da stellst – es zeigt, dass du sehr aufmerksam die Bibel liest. Ja dieses Buch verdient unsere volle Aufmerksamkeit.

Um den Zwiespalt auszuräumen, der scheinbar vorliegt, muss man die Hintergründe der Geschehnisse und die Prioritäten beachten, die Jesus setzte.


Zu dem ersten erwähnten Ereignis:

Es spielte sich im Land „der Gerasẹner an, das Galilạ̈a gegenüberliegt.“ (Lukas 8:26) Dieses Gebiet gehörte zur sogenannten Dekapolis (Zehnstadt-Gebiet). 10 hellenistische (griechische) Städte hatten sich zu einem losen Verband zusammengeschlossen.

Dort lebten Menschen nichtjüdischer Herkunft, wofür die Herde Schweine ein zusätzlicher Beweis ist, denn bei den Juden waren diese Tiere unrein. Ein weiterer Beweis des starken griechischen Einflusses sowie des Wohlstandes der Dekapolisstädte sind die eindrucksvollen Überreste von Theatern, Amphitheatern, Tempelanlagen, Bädern, Aquädukten und anderen Bauten in Gerasa (heute Dscharasch) und anderen Städten.

In dieser Gegend waren die Menschen nicht mit den Prophezeiungen vertraut, die den Juden Grund genug waren, auf einen Messias zu warten und sie kannten auch den jüdischen Gott nur vom Hörensagen.

Als demnach der Mann von den Dämonen befreit war und Jesus aufgefordert wurde, das Gebiet zu verlassen (weil er einen großen finanziellen Schaden angerichtet hatte), gab es nur eine Möglichkeit, dass in dieser Gegend gepredigt wurde: Der Betroffene selbst musste berichten, was ihm geschehen war. Deshalb der Auftrag Jesu an ihn.


Das zweite Beispiel, wie auch fast alle anderen, wo Jesus zur Verschwiegenheit ermahnte, spielte sich wieder in tiefjüdischem Gebiet ab.

Warum tat Jesus dort solche Machttaten, wenn sie nicht publik gemacht werden sollten? Weil er in einer anderen Tätigkeit seine Aufgabe sah, zu der er auf die Erde gekommen war:

  • (Johannes 6:38) denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
  • (Lukas 4:43, 44) Er aber sagte zu ihnen: „Auch anderen Städten muß ich die gute Botschaft vom Königreich Gottes** verkündigen, denn dazu bin ich ausgesandt worden.“ **So predigte er dann in den Synagogen von Judạ̈a.
  • (Johannes 17:26) Und ich habe ihnen deinen Namen bekanntgegeben und werde ihn bekanntgeben,
  • (Johannes 18:37) . . .Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. . . .
  • (Lukas 4:18, 19) „Jehovas Geist ist auf mir, um den Armen gute Botschaft zu verkünden, er hat mich ausgesandt, um den Gefangenen Freilassung zu predigen und den Blinden Wiederherstellung des Augenlichts, um die Zerschlagenen als Freigelassene wegzusenden, um Jehovas annehmbares Jahr** zu predigen**.. . .

Dass es Jesu vorrangige Aufgabe war, alles zu den Menschen zu reden, was sein Vater ihm aufgetragen hatte, macht auch Matthäus in seinem Bericht deutlich:

  • (Matthäus 4:23) Dann ging er in ganz Galilạ̈a umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte die gute Botschaft vom Königreich und heilte jede Art von Leiden und jede Art von Gebrechen unter dem Volk.
  • (Matthäus 9:35) Und Jesus begab sich auf eine Reise durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte die gute Botschaft vom Königreich und heilte jede Art Krankheit und jede Art Gebrechen.

Dennoch wird sogleich als Nächstes immer die Tätigkeit als Heiler erwähnt – die jede für sich eigentlich ein Wunder war. Wozu? Er sagt es selbst:

  • (Johannes 5:36) die Werke selbst, die ich tue, legen Zeugnis über mich ab, dass der Vater mich gesandt hat.

Prediger gab es zu allen Zeiten und nach Jesus vielleicht noch mehr als zuvor und er warnte auch davor, dass viele von sich behaupten würden, sie wären der Christus. (Mat 24:4, 5, 24)

Also sind die Wunderheilungen DAS Kennzeichen, das ihn deutlich von den anderen unterschied und klar machte, dass nur er von Jehova Gott gesandt war, von seinem Vater.

Stellen wir uns vor, wir wären dabei gewesen und hätten miterlebt, welche Macht Jesus hat; wenn alle Leute danach von den Heilungen gesprochen hätten, wer würde sich dann an all die wichtigen Worte über das Königreich Gottes – DIE Gute Botschaft – erinnern? Wer würde zu ihm kommen, um diese lebensrettende Botschaft zu hören und sich seine Worte zu Herzen nehmen?

Es hätte seinen Auftrag von seinem Vater – dem Gott des jüdischen Volkes – sehr behindert, wenn er nur überall hätte Tausende heilen müssen - - - das Predigen stand für ihn immer im Vordergrund. Doch heilte er gern all jene, die zu ihm kamen, um zu hören. Und wie sie - auf wundervolle Weise genesen - dann zuhören konnten, mit einem unbelasteten Sinn – ganz offen. Sie waren sich im Klaren darüber, dass seine Worte von Gott kamen.

Somit ist der Hinweis von ihm verständlich, dass die Geheilten es nicht lauthals verkünden sollten.

Der Buschfunk verbreitete es ja trotzdem und die Priester erfuhren davon, wenn die Geheilten sich für „Rein“ erklären lassen wollten, da diese die Aufgabe hatten, das festzustellen.

Eine Äußerung der Feinde Jesu macht sogar deutlich, dass die Wunderheilungen nicht nur als Bericht bekannt waren, sondern auch als Zeichen für Gottes Macht, die mit Jesus war.

  • Infolgedessen versammelten die Oberpriester und die Pharisäer den Sanhedrịn und begannen zu sagen: „Was sollen wir tun, denn dieser Mensch tut viele Zeichen? Wenn wir ihn so gewähren lassen, werden sie alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und sowohl unsere Stätte als auch unsere Nation wegnehmen.“ (Johannes 11:47, 48)

Und das trotz Jesu Verbot, darüber zu reden. Die Wunder sprachen für sich.


Ich hoffe sehr, ich konnte dir helfen und freue mich schon auf deine nächste Frage!

Beste Grüße cornyriegel

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@cornyriegel

Sehr sorgfältig recherchiert und sehr verständlich dargelegt.

Danke und DH!!



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@Abundumzu

Ja dieses Buch verdient unsere volle Aufmerksamkeit.

Ich denke dann Christen haben dieses Buch mit zu wenig Aufmerksamkeit gelesen, denn mit voller Aufmerksamkeit die Bibel gelesen heißt a) man ist manchen brutalen Versen gegenüber kritisch eingestellt und b) man entdeckt die vielen Ungereimtheiten, wenn man das Werk mit der heutigen gesicherten Wissenschaft vergleicht.

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@cornyriegel

Eine logische und wie ich glaube auch einzig richtige Erklärung zur Frage!

Danke und DH!

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@freezyderfrosch

@freezyderfrosch

Du solltest nicht versuchen, fast zwanghaft überall deine stark ausgeprägte negative Haltung gegenüber dem Christentum zum Ausdruck zu bringen. - Ohne theologische Substanz, ganz einfach mit einer Antihaltung schadet es meiner Auffassung nach deinem Ansehen bei GF. Daran dürfte dir kaum gelegen sein.

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Christus wusste, dass seine Lehren den jüdischen Gelehrten nicht passen würden. In Folge dessen half er zwar gern im Verborgenen, mahnte aber denen die er half, dass diese nicht von seinen Wundern weiter erzählen sollten, insbesondere weil diese geheilten Personen sonst vielleicht selbst verfolgt werden könnten. Auch wollte er vermeiden, dass sein Wirken vorzeitig ein Ende finden würde, damit er die Lehre des neuen Evangeliums noch bis zum notwendigen Punkt weiter unter den späteren Aposteln verbreiten konnte. Erst durch die vollständige Lehre, die er den Aposteln vermittelte, konnte auch der Zweck des Sühnopfers seine eigentliche Bedeutung gewinnen.

Jesus war ein Wanderprediger, Die Jüdischen Gelehrten waren seine Freunde, er wurde sogar von denen gewarnt, das die Römer nach ihm suchten. Jesuslehrte di Tora,den Talmud, die 5 Bücher Mose.er kannte nichts anderes als das Judentum , Er war als Jude gebohren, von Stamme Davids, er wurde am 8 Tag beschnitten und besuchte regelmäßig die Synagoge , bis zu seiner Verhaftung.Er wurde als Jude verurteilt und gekreuzigt,von den Römern. Man sagte später das die Juden ihn verraten hätten, ummit den Römern zu sympatisieren, damit man nicht verfolgt wurde, da 70 nach Chr. Jerusalem von den Römern überrannt und niedergemacht wurde.Man ersuchte sich durch die aussagen zu schützen. So kamen die Vehlinformationen in die Bibel.

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Weil es zeitlich noch nicht passte.

Er sollte doch erst am Passa gekreuzigt werden (Mt.26,2) und wäre zu früh verhaftet worden, wenn man ihn zu dieser Zeit schon erkannt hätte (Mt.12,14).

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