Was passiert mit den toten Tieren aus dem Zoo?

10 Antworten

Das kommt auf die Umstände an.

Wenn sicher ist das es ein natürlicher Tod war wird es normalerweise verbrannt. Es sei denn es war ein größeres Tier und musste z.B. Eingeschläfert werden. Dann wird es teilweise auch zerlegt und verfüttert.

Bei sehr wertvollen Tieren kann der Kadaver aber auch zur einer Hochschule gebracht werden und wird dort obduziert.

Kleine Anmerkung, eingeschläferte Tiere werden nicht verfüttert. Das geht aufgrund der Medikamente nicht. Wenn dann wird geschlachtet bzw geschossen

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Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt.

Im Leipziger Zoo ist es so, dass grundsätzlich jedes tote (Wirbel)tier in die Veterinär-Pathologie der Leipziger Universität eingeschickt wird, um dort die Todesursache klären zu lassen. Das wird in der Regel auch dann gemacht, wenn eigentlich klar ist, dass ein Tier an "Altersschwäche" gestorben ist.

Wie danach verfahren wird, ist aber recht unterschiedlich. Publikumslieblinge werden gerne mal präpariert und so für die Nachwelt erhalten. In Leipzig wurde zum Beispiel der letzte Löwe aus dem Neuen Raubtierhaus plastiniert und kann heute in der Dauerausstellung des Naturkundemuseums besichtigt werden. Auch Knut aus dem Zoo Berlin oder Walross Antje aus dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg sind präpariert worden. Die meisten Tiere werden aber schlicht zur Abdeckung gebracht und somit verbrannt.

Etwas anders ist es bei Tieren, die an Raubtiere verfüttert werden sollen. Es ist in deutschen und internationalen Zoos gängige Praxis, dass vor allem Huftiere dann und wann geschlachtet und verfüttert werden. Das geschieht in der Regel mit so genannten "überzähligen" Tieren. Der Platz für Tiere in Zoos ist begrenzt, sodass es einer nicht artgerechten Haltung gleichkäme, überzählige Tiere trotzdem zu halten. In der Regel bemüht man sich darum, ein überzähliges Tier an einen anderen Halter zu vermitteln, beispielsweise an einen anderen Zoo. Das klappt bei manchen Tierarten ganz gut, bei anderen weniger. Bei Giraffen ist es zum Beispiel problematisch: man kann davon ausgehen, dass Männchen und Weibchen etwa in einem Verhältnis von 1:1 geboren werden. Das Problem ist, dass Bullen mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife miteinander unverträglich werden, ein Zoo kann also in der Regel mehrere Weibchen aufnehmen, aber nur einen Bullen halten. Daher ist es meist schwer, männliche Giraffenjungtiere an andere Zoos zu vermitteln. Ein Ausweg ist dann das Schlachten und Verfüttern an die Raubtiere. Selbstverständlich muss das aber Personal vorbehalten sein, das dafür qualifiziert ist und das Tier muss völlig gesund sein. Viele Zoos hadern damit, mit dieser Praxis offen umzugehen. Das liegt oft daran, dass man befürchtet, der Zoobesucher könne mit diesen Informationen schlecht umgehen und habe wenig Verständnis dafür. Erfahrungsgemäß verstehen viele Zoobesucher diese Problematik sehr wohl und akzeptieren diese Praxis auch, wenn man sie nur richtig erklärt. Ein Raubtier ist nun mal ein Raubtier und muss daher Fleisch fressen. Die gewöhnlichen Schlachttiere wie Rind, Schaf, Ziege und Pferd werden aus öffentlichen Schlachtereien bezogen. Man kann davon ausgehen, dass diese also aus gewöhnlicher Massentierhaltung kommen. Aus Tierschutzsicht frage ich mich daher: was ist wohl besser? Das Verfüttern konventioneller Schlachtkörper oder das Verfüttern einer Gazelle, die bis zu ihrem Lebensende ein wahrscheinlich noch besseres Leben hatte als ein Tier aus einer ökologischen Haltung?

Schön geschrieben

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Hinzukommt, dass bei solchen Ganzkörperfütterungen auch nicht wichtige Inhaltsstoffe des Fleisches supplementiert werden müssen. Es ist letztendlich auch sehr gesund für die Tiere - Taurin ist zum Beispiel bei Großkatzen da ein wichtiges Thema.

Vielleicht ein weiteres Beispiel wie tote Tiere aus Zoos eben auch genutzt werden, das man auch selbst gut verfolgen kann, ist in Wien. Im Naturkundemuseum in der Innenstadt kann man einige exotische Tiere sehen, die zuvor ihr Leben im Tiergarten Schönbrunn verbracht haben. Das versetzt das Museum in die Lage, die Tiere zur Forschung und Edukation weiter zu nutzen, was ja auch wiederum wichtige Säulen moderner Zoos und Aquarien sind.

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@zoos.media
Hinzukommt, dass bei solchen Ganzkörperfütterungen auch nicht wichtige Inhaltsstoffe des Fleisches supplementiert werden müssen.

Na ja, dafür müsste man ausschließlich solches so genannte Raufutter verfüttern. In der Praxis könnten zoologische Gärten den Fleischbedarf nicht alleine durch Ganzkörperfütterung decken. In allen großen Zoos ist das eher als Ergänzung zu den gewöhnlichen Futterrationen zu betrachten, weshalb natürlich in der Praxis doch supplementiert werden muss.

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ich habe meinen Freund in Leipzig besucht und wir waren auch im Zoo bei Löwenfütterung dabei.

Dort wurde mitgeteilt, das die Löwen Rind, Schaf und Ziege erhalten, bspw. Gazelle ist verboten zu verfüttern. Die Raubtiere erhalten daher zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe, da über die Nahrung im Zoo sonst nicht alles zugeführt werden kann, was die Löwen brauchen.

Das kann definitiv nicht stimmen. Natürlich kommt es (auch im Zoo Leipzig) vor, dass dort einmal ein Tier aus dem Bestand, zum Beispiel eine Gazelle oder ein Zebra, geschlachtet und an die Raubtiere verfüttert wird. Das ist gängige Praxis in allen Zoos - allerdings gehen viele Zoos damit aus Befürchtung, dass die Zoobesucher in ihrem Heile-Welt-Bild gestört werden könnten, damit nicht besonders offen um. Der Nürnberger Tiergarten steht ganz öffentlich zu dieser Praxis und geht aus meiner Sicht hervorragend mit dieser Form der offenen Politik um.

Speziell vom Leipziger Zoo weiß ich, dass es dort einen Tierpfleger gibt, der zusätzlich auch eine qualifizierte Metzgerausbildung hat und damit auch rechtlich gesehen Tiere schlachten darf.

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@Darwinist

Ich war bei der Vorführung vor Ort und zitierte damit den Mitarbeiter des Zoo Leipzig. Auch wenn nicht überall die Wahrheit erzählt wird, ist mir nicht wirklich schlüssig, warum er das Thema überhaupt erwähnt. Wenn ich etwas der Öffentlichkeit nicht zugänglich machen will, muß ich ja nicht falsche Dinge behaupten, man kann es ja auch einfach unterlassen, die Art des Futters zu erwähnen. Wie auch immer, überprüfen kann man als Außenstehender nichts davon. Die Tätigkeit eines Metzgers im Zoo impliziert aber auch nicht, das dort Gazellen verfüttert werden, sondern nur das Tiere zerlegt werden. Das ist bei Raubtieren ja auch erforderlich. Mich würde das nicht negativ beeindrucken, wenn ohnehin verstorbene Tiere verfüttert werden, ich halte es sogar für richtig, wenn dies einer artgerechten Ernährung dient.

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@korruptepolitik

Da ich selber im Zoo Leipzig gearbeitet habe, maße ich mir mal an, dass meine Meinung keineswegs nur die eines Außenstehenden ist. Ich weiß definitiv, dass es auch im Leipziger Zoo vorkommt, dass dort zumindest ab und zu ein eigenes Tier geschlachtet und verfüttert wird, dazu zählen dann in erster Linie natürlich vor allem Ziegen.

Eventuell meinte der Tierpfleger bei der Kommentierung, dass die Löwen in der Regel mit den oben genannten Tieren gefüttert werden, was selbstverständlich richtig ist, denn man kann das Schlachten eigener Tiere schlecht planen, die Löwen möchten aber bitte das ganze Jahr kontinuierlich mit Fleisch versorgt werden.
Es gibt im Leipziger Zoo übrigens auch eine eigene Futtertierzucht, in der vor allem Futterinsekten gezüchtet werden, aber auch Kleinsäuger: Mäuse, Ratten und Kaninchen. Diese Tiere werden selbstredend auch verfüttert, zum Beispiel an die Schlangen im Terrarium.

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Das kommt drauf an, warum es gestorben ist.

Wenn es nichts ansteckendes hatte, dann wird es oft als Futter für die Fleischfresser verwendet.

Ansonsten kommt es wie ein Haustier auch in die Tierkörperverwertung und ja, dort wird der Kadaver verbrannt.

Tierkörperverwertung, Präparator, begleitetetes Versterben -> Fütterung

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