Was bringt es, in der Kirche zu sein bzw. evangelisch?

25 Antworten

Wirtschaftlich bringt es nichts. Aber der Mensch lebt ja nicht nur vom Geld. Wir sind eine Einheit von Leib, Geist und Seele. Keinen Teil sollte man vernachlässigen (auch wenn wir vielleicht unterschiedliche Schwerpunkte legen). Zweifel sind auch in der Kirche erwünscht und gehören zum Glauben dazu. Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen auf dem Weg zu einem sinnvollen Leben und auf der Suche nach Gott. Wenn Du Gott nicht ganz und gar ablehnst, bist Du richtig. Viele Menschen, mich eingeschlossen, bedeutet die Kirche das Wichtigste im Leben und ist mit Geld nie aufzuwiegen. Leider kommen viele Menschen erst darauf, wenn Ihnen alles andere genommen wurde. Genies das Leben in Fülle am Besten jetzt schon ... in der Gemeinschaft der Kirche.

Putzige Frage ...

Nachteile ... Du wirst, wenn Du Dich nach dem "Nutzen" der Kirchenmitgliedschaft fragst sicherlich später, wenn Du Steuern zahlst als Nachteil empfinden, dass Du Kirchensteuer wirst zahlen müssen. Das ist monatlich nicht all zu viel, auf's Jahr hochgerechnet kann es aber - je nachdem wieviel Du verdienst - schon ein beträchtliches Sümmchen sein.

Vorteile ... Wenn Du nicht an Gott glaubst und deswegen die Kirche nicht in Anspruch nimmst, dann wirst Du keinen Vorteil wahrnehmen. Ansonsten, ja, was kann man für "Vorteile" aus der Kirche ziehen? Du kannst am Gemeindeleben teilnehmen, verschiedenen Musikgruppen beitreten, auf Jugendfreizeiten entweder mitfahren (entweder als zu bespaßender oder als Teil des Bespaßungsteams, je nachdem wie alt Du bist), Dich ehrenamtlich beim Obdachlosen-Weihnachtsessen engagieren etc.

Man wird auch sicherlich als Nicht-Kirchenmitglied gern gesehener Aktiver sein. Aber vermutlich wird man es dann irgendwann auch gern sehen, wenn man sich zur Kirche bekennt.

Zum Beispiel in der Pflege gibt es einige große Arbeitgeber, die es gerne sehen, wenn man Kirchenmitglied ist (beispielsweise die Diakonie). Bei manchen Arbeitgebern mit kirchlichen Trägern ist es je nach Tätigkeit dann (verständlicher Weise) Einstellungsvoraussetzung.

Man hat dann natürlich recht intensiv mit vielen Gläubigen zu tun. Wenn man den christlichen Glauben vollkommen ablehnt, dann wird das sicherlich eher anstrengend und unattraktiv sein. Glaubt man, dann fühlt man sich in der Gemeinschaft sicherlich recht geborgen. Es kann aber auch sein, dass man gemeinsam die eigene Kirche kritisieren und ändern möchte - den Glaube und Kirche sind ja zwei verschiedene Paar Schuh'.

Dann kann man auch mit Diskussionen mit anderen über Glauben, Nicht-Glauben, Zweifel am Glauben führen. Das kann ganz unterhaltsam und lehrreich sein.

Zumindest, um dieses Gemeindeleben zu finanzieren und auch die gemeinnützigen Organisationen mitzufinanzieren, zahlen die Kirchenmitglieder ihre Kirchensteuer. Der Staat ist dabei bloß die Einzugsstelle. Abzocke würde ich es jetzt nicht nennen. Denn tatsächlich wird ja das Geld ausschließlich für die kirchliche Arbeit eingesetzt. Und selbst wenn man dem Gemeindeleben nichts abgewinnen kann (dort wird darüber auch das kirchliche Personal, PfarrerIn, KirchenmusikerIn etc. bezahlt), so wird man kaum den gemeinnützigen Diensten kirchliche Träger (Alten-/Krankenpflege, Obdachlosenhilfe, Sozialpädagogische Dienste etc.) die Existenzberechtigung absprechen können.

Der "Nutzen" ist - wie man sieht - eher gemeinnützig, also alle sollen was davon haben. Persönlich kann einem - wenn man dem Gemeindeleben etwas abgewinnen kann - das verschiedenes oben angedeutetes bringen, aber nichts konkret greifbar materielles.

So, nach dieser sehr Schilderung noch etwas persönliches: Ich selbst bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich mit Glaubensgemeinden nicht gut kann, ohne den Glauben an sich abzulehnen, ihn aber auch nicht bei mir glühen lasse. Ich blieb noch relativ lange Mitglied, eben wegen der an sich unterstützenswerten gemeinnützigen Arbeit. Aber mittlerweile habe ich mich dazu entschlossen, andere, ebenso unterstützenswerte gemeinnützige Arbeit zu unterstützen und mich dafür von der Kirche ganz verabschiedet.

Wart's ab, wie es sich bei Dir entwickelt. Ich erlebe einige, die sehr lange sehr überzeugt atheistisch waren - und diesen Glauben genauso vehement verteidigten, einem orthodoxen, ja fundamentalistisch frommen absolut ebenbürtig - und später altersfromm wurden. Ihren Es-gibt-keinen-Gott-Fundamentalismus haben sie dann wieder ins Gegenteil verkehrt, um das gefühlte Loch zu füllen und fühlen sich jetzt erleuchtet und führen religiöse Debatten mit der sanften Glut eines zutiefst bekehrten ...

Naja, wie es sich bei Dir auch entwickelt - Du kannst heute aus und morgen wieder eintreten. Ist kein Problem. :-)

Nachteil: Du zahlst Kirchensteuer.

Vorteil: Du wirst nicht im hinteren Teil des Friedhofs irgendwo vergraben sondern bekommst ein anständiges Grab und auch ein Pfarrer widmet dir ein paar warme Worte.

An dieser Stelle wäre es angebracht, die Geschichte des alten Jenkins zu erzählen!;-)

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@koch234

Das wollte ich eigentlich Cornyx überlassen...

Ist ne lange Geschichte...

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Bei bestimmten Berufen wird eine Konfession bzw. Mitgliedschaft in einer Kirche vorausgesetzt...außerdem überleg dir, ob du nicht irgendwann mal kirchlich heiraten willst, da wäre es ratsam in eine Kirche Mitglied zu sein...Aber hey, auch wenn du nicht an Gott glaubst: du lebst ja trotzdem die Sachen, die eine Kirche für wichtig empfindet...z. B. Nächstenliebe, nicht töten, nicht klauen, sein Leben eigenverantwortlich gestalten...also kannste ja auch Mitglied sein...bin auch nicht die gläubligste Person, aber bestimmte Werte sind einfach wichtig in der Gesellschaft...und die Kirche ist auch dieser Meinung...also wo ist das Problem...jeder kann seine Glauben so ausleben,wie er möchte

...nicht klauen, nicht töten, sein Leben eigenverantwortlich gestalten - das verlangt auch der Gesetzgeber. Wirst Du deshalb auch Anwalt oder Richter?

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@hanco

Das ist jetzt unlogisch...bin ja auch kein Priester oder Pfarrer... jeder soll machen, was er/ sie denkt...nur: die Kirche/Glauben sind ewig vorhanden, wird seinen Grund haben,warum sich das so lange hält... die haben auch eine Daseinsberechtigung, das alles jetzt zu verteufeln, find ich auch nicht den richtigen WEg. Vielen Menschen hilft es einfach an was zu glauben. Ich bin sehr kritisch mit der Kirche, Glauben etc. aber so komplett das abzustempeln kann man auch nicht...

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@hanco

queen0106 hat in dem Punkt recht, dass auch der Gesetzgeber gerade nicht verlangt, Jurist zu werden, sondern sich an die Regeln zu halten. Im Übrigen haben auch die antiken Religionsstifter die Funktion des Gesetzgebers übernommen. Sie haben nur nicht nach demokratischen Gesichtspunkten die Regeln mit "dem Volk" vereinbart, sondern sich auf eine göttliche Legitimation zurückgezogen. Das war damals so üblich.

Es ist dabei nur natürlich, dass die Grundregeln sich zu jeder Zeit ähneln, weil man durch sie eine verhältnismäßig friedliche Gesellschaftsordnung ermöglichen kann. "Du sollst nicht töten" als markantestes Beispiel findet sich selbstverständlich überall da wieder, wo man davon ausgeht, dass es ruhiger wird, wenn nicht jeder dem anderen die Rübe einschlägt. Es ist dabei dann bloß interessant, ob man dieses Gebot, das gleichzeitig ein Recht des anderen auf Leben ist, absolut versteht oder nur auf die Gemeinschaft gemünzt. Aber das führt hier zu weit.

Zurück zur Religion: Sie bringt darüber hinausgehend denjenigen etwas, die im religiösen Glauben für sich Antworten auf die Sinnfrage finden. Wer dort nicht fündig wird, sucht sich etwas anderen, an das er glauben kann.

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@queen0106

@queen0106

Ohne hier eine Diskussion eröffnen zu wollen :

**Die Kirche ist dazu da ,den Menschen den Weg in den Himmel zu weisen ,und sie mit Hilfe der Sakramente auf diesem Weg zu stärken .*

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Die Frage ist falsch gestellt. "Was bringt es mir?"

Das ist eine typisch aktuelle Frage, die, insgesamt gesehen, zu den großen Krisen unserer Zeit führt. Alles muss etwas bringen, das Geld muss noch mehr bringen, alles muss optimiert werden, noch mehr Wachstum, noch mehr Wohlstand.

Muss alles immer etwas "bringen"? Wäre es für dich nicht mal besser, selber etwas von deiner Zeit zu bringen, um nachzudenken, wem du dein Leben, deinen Wohlstand, deine Gesundheit verdankst? Vielleicht könntest du mal anderen etwas bringen, die es weniger gut haben als du. Du hast auch eine Bringschuld in diesem Leben. Wenn du sie erfüllst, bekommt dein Leben eine bessere Qualität.

Die Gemeinschaft, in der du erfährst, dass Leben mehr ist als etwas, was dir etwas zu bringen hat, ist die Kirche. Du solltest sie nicht so leichtfertig verachten. Damit schadest du dir selbst am meisten.

Niemand hat eine Bringschuld! Und jeder kann selber entscheiden, woran er glaubt und woran nicht. Mit "Bringen" muss nicht automatisch an die Finanzen gedacht werden. Einem Ungläubigen bringt die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft nichts. Und der Glaubensgemeinschaft bringt ein Ungläubiger in ihren Reihen auch nichts!

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@xMenschenkindx

Niemand hat eine Bringschuld!

Du lebst also für dich allein, hast nur Rechte, keine Pflichten. Du kannst dir die Rosinen im Leben aussuchen, die "bringen" dir was! Ob die anderen krepieren, geht dich nichts an.

Typische egoistische Haltung der Gier, die solche Moral-, Vertrauens- und Finanzkrisen möglich macht, wie wir sie haben.

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