Darf ich ungetauft am evangelischen Abendmahl teilnehmen?

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3.10 Dürfen Ungetaufte am Abendmahl teilnehmen?

Seit ältester Zeit ist die Teilnahme am Abendmahl daran gebunden, daß ein Mensch zunächst durch die Taufe in die Gemeinschaft mit Christus und den Mitchristen hineingenommen ist und erst dann die spezifische Gestalt dieser Gemeinschaft im Abendmahl erfährt. Wenn in bestimmten Fällen, beispielsweise bei überregionalen Gottesdiensten, die Abendmahlsgemeinde unübersichtlich wird, sollte man einer Verabredung der Leuenberger Kirchengemeinschaft folgen und bei der Einladung zur Kommunion darauf hinweisen, daß diese Einladung für getaufte Christen gilt (Zur Lehre und Praxis des Abendmahls, S. 56). Wenn ein Nichtgetaufter oder eine Nichtgetaufte am Abendmahl teilnehmen wollen, sollte ein solcher Wunsch zum Anlaß genommen werden, mit solchen Personen ein Gespräch darüber zu führen, ob ihr Wunsch im Sinne eines Taufbegehrens zu verstehen sei. Eine grundsätzliche Öffnung des Abendmahls für Ungetaufte und eine undifferenzierte Einladung an alle entspricht jedenfalls nicht dem evangelischen Abendmahlsverständnis.

http://www.ekd.de/EKD-Texte/77673.html

Und was ist, wenn ein Mensch nur seinem eigenen Gewissen gehorcht und nicht dem "evangelischen Abendmahlverständnis". Schon diese Wortprägung grenzt an Menschenverachtung. Zumindest aber an Verachtung der deutschen Sprache.

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Wenn Du das, was Jesus am Kreuz tat, für Dich angenommen hast, dann bist Du im Prinzip berechtigt, am Abendmahl teilzunehmen.
Aber versuche nicht, dieses Recht durchzudrücken. Manche Gemeinden haben gewisse Maßstäbe.
Ansonsten musst Du Dir schon die Frage gefallen lassen, dass wenn Du Christ bist und an Gott glaubst, wieso Du Dich nicht taufen lässt.

Wenn ich evangelischer Christ wäre (ich bin vor 50 Jahren ausgetreten und vom Glauben auf Denken umgeschwenkt) und an die Notwendigkeit solcher Rituale glauben würde, wär mir das egal. Wenn ich an Gott glauben würde und mit ihm "kommunizieren" wollte, würde ich einfach nach vorne gehen.

Allerdings sollte man sich das zweimal fragen, wenn man beim Wein gewisse Ansprüche stellt.

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