Warum zerstört der Mensch seine Umwelt?

15 Antworten

Der Mensch ist das einzige Tier das sowas macht

Das ist falsch.

Jedes Lebewesen nimmt sich so viele Ressourcen wie es bekommen kann und verändert dabei seine Umwelt (zum Schlechten anderer Lebensformen und auch zum eigenen Nachteil), in sofern unterscheidet sich der Mensch nicht von anderen Lebensformen (Tieren, Pflanzen, Bakterien und Viren).

Nur ist die Bezeichnung "Umweltverschmutzung" bzw. "Umweltzerstörung" ein Konstrukt aus dem menschlichen Wertesystem.

Aber es gibt durchaus auch andere Lebewesen, die Dinge machen ohne dass sie unbedingt für ihren Fortbestand vonnöten wären oder ressourcenschonend ist. Beispiele wären hier z.B. 

  • Hauskatzen, die ihre Nahrung (Mäuse) "quälen" indem sie damit spielen um den Jagdtrieb zu befriedigen obwohl sie gar keinen Hunger haben (weil sie von ihren Besitzern satt gefüttert werden).
  • Delfine die "nur zum Spaß" ihr Fressen jagen und scheuchen ("quälen"), weil sie Langeweile und einen Spieltrieb haben.
  • Fähen (weibliche Füchse) die, solange sie Junge haben, alles an Beute töten und auf Vorrat zum Bau schleppen, was sie bekommen können. Und das auch dann, wenn keine Futterknappheit herrscht und dort schon ein Haufen toter Beutetiere liegt und verrottet, weil sie gar nicht benötigt werden ("Ressourcenverschwendung").
  • Alle möglichen Tierarten, die sich "Gebiete" (also Ressourcen mit Lebensraum und Nahrung) "sichern", um selber einen Vorteil daraus zu haben ("Reviere erkämpfen und verteidigen").
  • Bäume die rein "präventiv" besonders auf schnellen Wuchs programmiert sind, um Schatten zu werfen, der andere Bäume am Wachstum hindert um sich "Geländeressourcen auf Vorrat zu sichern".
  • Pflanzen die die Bodenbeschaffenheit so verändern, dass sie für andere Pflanzen quasi "den Boden vergiften" um damit Konkurrenz auszuschalten.
  • Bakterien, die ihren Lebensraum mit ihren Ausscheidungen "vergiften", so dass dort kein anderes Bakterium leben kann (Essigbakterien).

In sofern sind wir beileibe nicht die einzige Spezies, die Dinge macht, die nicht unbedingt nötig wären. Wir sind nur besonders effektiv.

Tiere zerstören durchaus auch ihre Lebensgrundlage. Aber dann werden sie daduch so weit dezimiert, dass sich die Lebensgrundlage erholt.

Menschen greifen viel umafngreicher in die Natur ein bis zu einem Punkt, an dem keine Erholung mehr möglich ist. Der Mensch macht das aus Gier, Maßlosigkeit und kurzfristigem Denken.

Alle Tiere machen das, vor allem ohne natürliche Feinde die ihre Population in Grenzen halten.

Der Mensch ist nur das einzige Tier dass dieses Verhalten erkennen und vermeiden kann, aber das erfordert "Opfer" die er nicht erbringen will, insbesondere nicht in unserem Finanzsystem das auf Ausbeutung ausgelegt ist.

Tiere, die die Umwelt in einer Art zerstören, dass die Lebensgrundlage für alles genommen wird, musst Du mir zeigen. Tiere leben in einem Kreislauf, der Mensch bricht aus diesem aus.

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@sumpfbub

Auch Tiere leben nicht in einem Kreislauf. Schau dir mal an was Kaninchen, Katzen und Hunde in Australien angerichtet haben. Das perfekte Beispiel von Tieren ohne natürliche Feinde.

Es gibt auch einige gute Dokumentationen zu diesem Bereich:

http://lebensraum-permakultur.de/wie-woelfe-flusslaeufe-veraendern/

Tiere breiten sich ohne natürliche Feinde derart intensiv aus, dass sie irgendwann ihre eigene Lebensgrundlage zerstören und dann daran zugrunde gehen oder so viele Individuen sterben dass sich die Lebensgrundlage erholen kann und die Überlebenden sich erneut ungehemmt vermehren.

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@Andrastor

Das ist nur ein temporäres lokales Problem. Tiere verändern das Klima nicht in der Art, dass das weltweite Überleben für tausende unbeteiligte Arten in unheimlich kurzer Zeit unmöglich wird.

Wir könnten diese selbst verursachte Entwicklung verhindern, da wir erkannt haben, dass wir sie durch unsere Lebensweise verursacht haben. Wir sind aber gleichzeitig a) zu bequem, weil es große Anstrenging erfordert und b) zu blöd, um die Leute, die massgeblich eine Umgestaltung aus Profitgier verhindern, zu entmachten.

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@sumpfbub

Auch unsere Veränderungen an der Welt sind nur "temporäre lokale Probleme". Nur eben etwas größerer Natur was unserer größeren Zahl und unserem größeren Einfluss zu verschulden ist.

Aber wie gesagt, sind wir diesbezüglich ganz normale Tiere.

Auch unsere Bequemlichkeit ist völlig natürlich. So wie bei allen Tieren, sind auch unser Körper und damit unsere Instinkte darauf ausgelegt Energie zu sparen wo es nur möglich ist. Nicht mehr zu tun als notwendig, ist also ein Überlebensinstinkt.

Entmachtung ist auch nicht der richtige Weg. Würden wir diese Leute entmachte, würden über kurz oder lang nur Leute an diese Positionen kommen, die sich am Ende gleich verhalten.

Was wir brauchen, sind attraktive Alternativen.

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@sumpfbub

Sowas hat es tatsächlich schon gegeben. Im 15.,16. Jahrhundert haben Seefahrer Tiere auf einsamen Inseln ausgesetzt, um sie bei späteren Fahrten als Nahrungsreserve zu benutzen. Als sie dann einige Zeit später wiederkamen, war die Population gänzlich verschwunden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich so lange vermehrt haben, bis ihre Nahrungsgrundlage zerstört war.

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Nicht nur Menschen, sondern alle Lebewesen auf der Erde beuten die zur Verfügung stehenden Ressourcen für ihre eigene Vermehrung aus. Wenn die Ressourcen zu knapp werden oder die hohen Populationsdichten Krankheiten und Konkurrenz fördern, bricht die Population wieder zusammen. Andere Lebewesen sind da auf keinen Fall weitsichtiger als wir.

Das klassische Lehrbuchbeispiel sind die Lotka-Volterra-Zyklen; Beutegreifer beeinflussen den Bestand ihrer Beutetiere, aber auch umgekehrt. Wenn die Beutegreifer genug Nahrung finden, vermehren sie sich, weshalb immer mehr Beutetiere erlegt werden. Wenn die Beutetierpopulation dadurch abnimmt, finden die Beutegreifer nicht mehr genug Nahrung, wodurch ihre eigene Population ebenfalls schrumpft, was den Beutetieren wiederum die Möglichkeit zur Erholung gibt. Das Ergebnis sind zyklisch schwankende Individuenzahlen von beiden Arten.

https://www.math.uni-bielefeld.de/~sek/biomath/lynx-hare.gif

Invasive Spezies können zum Aussterben von ganzen Arten führen. Das ist eine der größten Bedrohungen der Artenvielfalt und vor allem auf Inseln ein Problem, wo eingeschleppte Ratten, Katzen, Schweine und andere Haustiere und Kulturfolger zahlreiche heimische Arten durch Übernutzung oder Konkurrenz ausrotten. Natürlich hat wieder der Mensch bei der Verschleppung der invasiven Spezies seine Finger im Spiel, es handelt sich aber um einen Prozess, der durchaus auch natürlich abläuft, wenn auch wesentlich seltener.

Menschen sind besonders gut darin, sich neue Ressourcen zu erschließen und immer effizienter zu nutzen, weshalb sie so viele Ökosysteme weltweit verändern und gefährden können. Die ökologischen Mechanismen sind für uns Menschen die gleichen wie für jedes andere Tier, aber wir sind in der Lage, unser Handeln zu durchdenken und nachhaltig zu gestalten. Bleibt nur zu hoffen, dass wir das auch tun, bevor wir unser eigenes Grab fertig geschaufelt haben.

Weil er es kann und der Einzelne nicht die Folgen seines Tuns direkt bemerkt. Du merkst nicht, dass Du Schaden anrichtest, indem Du 180 fährst. Du merkst nicht, dass die Plastiktüte, die Du brav in die Tonne gibst, ganz langsam das Meeresklima ändert. Unser negatives Tun bleibt folgenlos. Wir stöhnen höchstens über Vorschriften und höhere Preise. Uns haut keiner tatsächlich spürbar auf die Finger, wenn wir Unrat in den Wald kippen.

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