Warum wollen Atheisten immer Gläubige von ihrem Glauben abbringen?

62 Antworten

Mir ist oft aufgefallen, dass Atheisten versessen sind Gläubige zu überzeugen, dass sie falsch liegen.

Also ich persönlich, die selber an die Existenz Gottes glaubt, hatte mehr Diskussionen mit Gläubigen, als mit Atheisten. 

Ich habe keines der heiligen Schriften jemals zu Ende gelesen, wenn ich ehrlich bin. Dennoch habe ich über die Bibel sowie über die ganzen Geschehnissen des Universums Fragen und Anliegen, über die ich persönlich gerne spreche und Vermutungen sowie Meinungen austausche. Und ausgerechnet mit gläubigen Christen entstanden dabei die meisten Diskussionen und meine Fragen blieben zum Großteil weiterhin unbeantwortet.

Meine ganze Familie glaubt an den biblischen Gott, ein Bruder lebt strikt nach den biblischen Vorgaben. Beide meiner Brüder haben die Bibel gar mehrfach durchgelesen und sind gar fest von der Existenz Gottes überzeugt, jedoch empfand ich als ebenso Gläubige ausgerechnet mit ihnen die Diskussionen als unangenehm. "Es steht so drin, so ist es und fertig", war ziemlich oft die Antwort, die ich bekam. Sobald ich andere Religionen angesprochen habe, kamen meistens nur negative Äußerungen und Aspekte, worauf dann alles als sinnlos und schwachsinnig abgestempelt wurde. Außerdem kam es oft zu Verschwörungstheorien hinaus, beispielsweise "Disney ist böse, Illuminati", "Alle berühmten Musiker haben ihre Seele an den Teufel verkauft", "Diverse Religionen sind Sekten", etc. 

Obwohl gläubige Christen an die selbe Schrift, die Bibel, glauben, habe ich ironischerweise ausgerechnet unter diesen Christen untereinander viele Meinungsverschiedenheiten (z. B. über die Bedeutung diverser Zeilen in der Bibel, über die Existenz der Hölle, etc.) erlebt, wo meistens einer einfach Stur blieb und mit "Es steht so drin, so ist es und fertig" kam. Ohne Argumente zu nennen, aber vorallem ohne Argumente anzunehmen. 

Bei Atheisten hatte ich mit nur einem Einzigen eine laute Diskussion. Dieser verlangte von mir seine persönliche Meinung mit seinen Argumenten als richtig anzunehmen und stellte meine Begründungen für meinen Glauben spöttisch dar. Jedoch war er im Kern ein einfach intoleranter Mensch, der von anderen Toleranz erwartet hatte, jedoch keine anderen Meinungen und gar Tatsachen annehmen konnte (er war z. B. um's verrecken davon überzeugt, dass Martin Luther die katholische Kirche gegründet hat und selbst als er die wahren Fakten nachrecherchierte, versuchte er es so zu schminken, sodass es wirken sollte, dass er nicht im Unrecht stand).

Aber ansonsten hatte ich mit Atheisten kaum meine Konflikte, wenn es um den persönlichen Glauben ging. 

Es geschah zwar, dass ich, wenn ich nach meinem Glauben gefragt wurde und diesen sofort offen zugegeben hatte, blöd angeguckt wurde. Jedoch wurde meine Begründung nie verspottet und keiner versuchte meine Meinung mit wissenschaftlichen Begründungen zu ändern. 

Vielleicht liegt es daran, weil ich selbst diversen Diskussionen aus dem Weg gehen möchte und die Meinung und den Glauben der Anderen einfach akzeptiere. 

Ich würde das verstehen wenn sich diese Gläubigen selbst Schaden zu fügen. Aber als Gläubiger der einfach nur sein Leben mit Gott lebt und niemandem schadet- warum sollte man ihn davon abbringen wollen? 

Dass Gläubige versuchen Atheisten zu bekehren verstehe ich das noch ehr, da diese der Meinung sind, dass ein Glauben für ein Leben nach dem Tod,zum Beispiel,notwenig ist

Warum sollte man einen Atheisten, der mit seinem Glauben niemandem Schaden zufügt, zum Glauben bringen?
Glauben heißt trotzdem nicht wissen, dementsprechend sollte ein Atheist genauso das Recht haben eine Bekehrung eines Gläubigen abzulehnen, wie umgekehrt.

Ich denke das Problem beruht auf Gegenseitigkeit - der des Gläubigen und des Ungläubigen. Während die Ungläubigen oftmals für die unerklärlichen Sachen unbedingt einen wissenschaftlichen Beleg finden wollen, können die Gläubigen die bewiesenen wissenschaftlichen Belege einfach nicht akzeptieren und denken es würde eine Verschwörung dahinter stecken. Außerdem schießen sich beide Seiten oft ins Eigentor (z. B. nennt der Ungläubige die Gläubigen intolerant, während er gleichzeitig bei jeder bestehenden Religionsfrage spöttisch reagiert und alles als Märchen bezeichnet - der Gläubige aber meint nach der Bibel zu leben, jedoch nimmt er sich das Recht offen zu behaupten, dass andere Glaubensrichtungen und Religionen falsch sind und verspotten diese Menschen, obwohl gar in der Bibel der liebe Gott sagte "Niemand darf über Menschen urteilen außer ich" - aber andere Menschen aufgrund ihrer Religion zu be- und verurteilen ist doch dann auch nicht gerade eine Engelstat!). 

Aber diese "Versessenheit jemand Anderen seinen Glauben zu überzeugen" ist meistens die persönliche Intoleranz des Menschen, egal welche Meinung man hat. Und dies existiert in jeder Religion und Glaubensrichtung.

Wobei man da auch nicht gleich alle unter einen Kamm scheren soll - manchmal kommt dieser Drang jemand Anderen von seinem Glauben zu überzeugen auch unbewusst. Man hat etwas so unglaubliches erlebt, sodass man von einer bestimmten Erklärung so überzeugt ist, weshalb man unbedingt anderen Menschen davon berichten möchte. Als mein Bruder sich im Gefängnis bekehrt hatte, erlebte er ziemlich unglaubliche Sachen und er spürte dabei ein faszinierendes Gefühl, weshalb er dann unbedingt wollte, dass andere daran teilhaben und es eventuell sogar selber erleben können. Was er erzählte war tatsächlich unglaublich und das brachte mich auch näher zu meinem Glauben an die Existenz Gottes, jedoch setzte er mich anfangs mit seinem Fanatismus so unter Druck, sodass ich mich sogar lieber von diesem Thema entfernte und seine Ansichten gar skeptisch betrachtete.

Aber ähnlich ist es auch mit einem Ungläubigen, der dank purer Wissenschaft eine faszinierende Entdeckung hatte. Außerdem ist die Wissenschaft beinahe genauso unendlich - dank der Wissenschaft fanden die Menschen raus, dass die Erde rund ist. Dass andere Planeten existieren. Dass man durch Wissen und Forschung so vieles erschaffen kann. Dank der Wissenschaft existieren Autos, Flugzeuge, Raketen, Schiffe, Satelliten. Dank der Wissenschaft haben wir Strom, Kühlschränke, den Herd. Die Wissenschaft ermöglichte medizinische Fortschritte und entdeckte viele Heilmittel, die vielen Menschen gar das Leben gerettet hat. 

Es gibt so vieles, was durch Wissenschaft ermöglicht wurde und sogar noch ermöglicht werden kann. Es gibt die Möglichkeit wirklich alles zu erforschen - und die Liste ist unendlich lang. Die Wissenschaft lässt die Menschen nachfragen. Sie fragen nach, sie schauen nach - sie erweitern ihr Wissen und entdecken ihre Antworten. Sie hat den Menschen ziemlich weit gebracht und ist für ihn zum Überleben wichtig. Und sie spornt den Menschen an immer weiter zu gehen, weiter zu suchen, weiter zu forschen, weiter zu entdecken. 

Und das ist auch gut so, das brauchen wir alle.

Auch die Religionen brachten den Menschen etwas Gutes, das sollte nicht vergessen werden. Dank dem Christentum haben wir (zumindest in Deutschland) unsere freien Sonn- und Feiertage. Außerdem verschafft der Glaube an eine höhere Macht vielen Menschen Hoffnung auf einen Sinn des Lebens und des Todes. Der Glaube wirkt für viele Menschen moralisch, indem Mord, Vergewaltigung, Diebstahl, etc. als Sünde angesehen werden, weshalb es nicht verübt wird. Und ich denke, dass der Glaube bei manchen sogar vom Selbstmord abbringt, da Selbstmord ebenso als Sünde bekannt ist. Und es spornt viele dazu an auf der Welt etwas Gutes zu tun (Die Diakoniestation z. B. ist auch eine christliche Einrichtung, die vielen Menschen in Nöten Hilfe anbieten. Dank ihr gibt es beispielsweise auch Obdachlosenwohnheime sowie diverse Essensausgaben (zumindest in Deutschland)). 

Beide Seiten haben ihre Guten und deshalb sollte man niemanden für seinen Glauben verurteilen oder versuchen umzukrempeln. Wenn ein Mensch mit seinem Glauben - egal ob Atheist, Muslim, Christ, Buddhist, etc. - keinem Menschen, sowie sich selbst, Schaden zufügt, dann sollte man diese Menschen dementsprechend einfach leben lassen. :)

Das hast Du gut dargestellt. Ich bin Atheist, habe kein Problem im Umgang mit gläubigen Menschen. Die Glaubensfreiheit ist mir wichtig.

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Ich bin zwar kein Atheist, sondern eher ein Deist, aber ich habe da meistens den Gegenteiligen Eindruck, dass insbesondere religiöse Fundamentalisten versuchen, ihre Religion als "der Weisheit letzter Schluss" darzustellen.

Im übrigen lasse ich mich auch ungern von Gläubigen mit höllischen Qualen bedrohen, auch wenn ich nicht daran glaube.

So ein Glaube hat im 21. Jahrhundert nach meiner Einschätzung nichts mehr zu suchen und man sollte sich grundsätzlich dagegen aussprechen, auch wenn es religiösen Fundamentalisten nicht gefällt.

Schon allein um unreifen oder unstabilen Menschen zu helfen, sich nicht von religiösen Scheinweisheiten überwältigen zu lassen..

Wie viele Atheisten hast Du schon an Religionständer draussen gesehen, sei es bei der Bekehrung zum Atheismus oder, allgemein gesprochen, bei der Abwerbung vom Glaube?

Solltest Du dich auf die Schreibwut hier bei gf.net oder die zig Blogs/Seiten im Internet beziehen: Weil es keine Atheisten sind, sondern, mindestens, Antitheisten - und sogar das, mehr schlecht als recht.

Nennen sich gerne Atheisten, weil sie gerne die Souveränität und die innere Haltung eines Atheisten hätten. Dabei kennen sie noch nicht mal Ursache und Zweck des Begriffes, wie hier immer wieder bewiesen wird.

Dem Atheist sind Religionen und Inhalte nicht unbekannt. Auch Atheisten beantworten Religionsfragen, aber, in der Regel, nie mit Bekehrungscharakter. Er hinterlässt Informationen, Ansichten bzw. Stellungnahmen. Wage die Anmassung: Mit Atheisten über Religion zu reden, das hat Qualität und Niveau.

Antitheisten, denen steht grundsätzlich der Schaum vor'm Mund - und das 24/7. Allein der Schaden, den sie am Allgemeinwissen anrichten ...

Als Atheisten, reagieren Atheisten etwas angep*, wenn religiöse Dogmen die Eliminierung von allgemein Bewährtem und Nützlichem fordern. Angep* reagieren sie, wenn Dogmen daher kommen, die ihnen das Recht aberkennen wollen, Atheisten zu bleiben.

Öffentlich gefragt enthält von Natur aus die Prämisse, dass unterschiedliche Menschen antworten. Dabei schaffen es Antitheisten sogar, Atheisten in Verruf zu bringen.

Eine Sache scheinen alle gemeinsam zu haben, unabhängig von Kontinent, Religion und Einstellung: Beim Höhepunkt; dann kennen sie alle Gott.

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