Asperger Autisten sind nicht automatisch hochintelligent. Und selbst wenn sie es wären, wäre das nur ein kleiner Bestandteil. Behinderung/Krankheit und hohe Intelligenz schließen sich nicht aus.

Eine Besonderheit wird auch nicht automatisch als Krankheit oder Behinderung kategorisiert, weil sie ungewöhnlich ist. Sonst wäre Hochbegabung, Linkshändigkeit oder Homosexualität ja auch eine Behinderung. Es geht um den Leidensdruck.

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Eigentlich könnte die Antwort sehr einfach sein: Willensfreiheit ist "offensichtlich", weil wir häufig bemerken, dass wir unser Handeln kontrollieren können. Viele weit verbreitete, intuitive Ideen sind unproblematisch: Der Glaube, dass morgen wieder die Sonne aufgeht, oder dass unsichtbare Kräfte unser Leben bestimmen.

Aber bei Willensfreiheit tat sich ein Problem auf: Das Konzept ist scheinbar unvereinbar mit möglichen Erklärungsmodellen unseres Geistes.

Einige Leute glauben, dass Determinismus freien Willen ausschließe, denn all unsere Entscheidungen wären vorherbestimmt. Andere meinen, dass Indeterminismus Willensfreiheit ausschließe, weil ein indeterminiertes Ereignis sich nicht kontrollieren lässt.

Das weckt Zweifel daran, dass es überhaupt einen freien Willen gibt. Und deshalb stellst du wahrscheinlich nun diese Frage, weil du irgendwo mitbekommen hast, dass es sich um ein Streitthema handelt.

Also nein. Es gibt keine Beweise für einen freien Willen.

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Einer Theorie zufolge hat das mit der Theory of Mind zu tun. Das ist die Fähigkeit, intuitiv die Gedanken und Gefühle anderer Menschen zu verstehen. Götter und andere übernatürliche Wesen, an die in Religionen geglaubt wird, sind Personen, haben als Gefühle, Überzeugungen und Ziele. Gläubige stellen sich diese übernatürlichen Personen vor und schließen manchmal auch von Erlebnissen auf Gott (Schicksalsschlag als Prüfung).

Ein geringe Ausprägung von Theory of Mind Fähigkeiten gilt als Kernsymptom von Autismus. Menschliches Verhalten ist für sie oft verwirrend. Ich fand bisher keine ausführliche Erklärung, wie verminderte Theory of Mind zu Areligiösität führe. Vielleicht liegt es daran, dass Menschen sich übernatürliche Wesen als menschenähnlich vorstellen und sich darin kompetent fühlen. Wenn man sich aber von anderen Menschen bedroht und verwirrt fühlt, bringt es nicht viel, sich anthropomorphe übernatürliche Wesen zu denken.

Eine Zusammenfassung der Theory-of-Mind These:

https://www.psychologytoday.com/us/blog/why-religion-is-natural-and-science-is-not/201211/autism-impedes-religiosity

(Alternativen kenne ich nicht, halte sie aber nicht für ausgeschlossen.)

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Angenommen es gäbe nur religiöse Gründe gegen Inzest, dann wäre das für ein Verbot unzureichend. Du würdest damit nicht den Atheismus sondern das Inzuchtverbot schlecht machen.

Ich persönlich habe nichts gegen Inzucht per se. Das macht mich aber nicht zu einen Fetischisten. Du verwechselst Fetischismus mit Toleranz. Mein größtmögliches Vergehen wäre wohl Unwissenheit, sollte ich über irgendwelche Gefahren von Inzucht unwissend sein.

Und ja, vielleicht ändert sich verbreitete Ansichten über Inzucht irgendwann. Im Gegensatz zu früher, als gewisse heilige Bücher geschrieben wurden, haben wir heute gute Verhütungsmittel und Sexspielzeuge.

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Eine effektive Möglichkeit, sich über die meisten Sachverhalte zu informieren, bleibt Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Evolutionsbiologie

Der Inhalt dieser Enzyklopädie wird nämlich strenger kontrolliert, als der Inhalt von Büchern oder Webseiten.

Falls du mir dabei nicht zustimmst, dann frage ich dich, was die Alternativen sind? Bücher? Aber Bücher, Webseiten und Reportagen kann jeder Mensch mit genügend Mitteln produzieren und sie verbreiten dadurch oft nur persönliche Meinungen und schlimmstenfalls Propaganda. Oder deinem Bauchgefühl? Nun, wie lange möchtest du zuerst über die Evolutionstheorie recherchieren, bevor du deinem Bauchgefühl vertraust?

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So ziemlich jede Erkenntnis hat einen Grat an Unsicherheit. In der Philosophie gibt es daher die Position des Fallibilismus.

Wissenschaft hat kein Problem mit Gott. Dieses Konzept geriet als wissenschaftliche Erklärung aus der Mode, wie Monster, Feen oder Schicksal auch.

Aber Wissenschaftler haben Probleme mit anderen Ideen. Etwa Klimawandelleugner. Ich schreibe das, weil dein Argument so wirkt, als dürfte die Wissenschaft, weil sie fehlbar sei, kein Problem mit irgendwas haben. Einige Leute argumentieren "Die Wissenschaft ist auch nur Glaube", um wissenschaftliche Erkenntnisse mit ihren eigenen Ideen auf dieselbe Ebene zu stellen. Aber nur weil zwei Thesen fehlbar sind und "Glaube" sind, sind sie noch lange nicht gleichwertig. Manche Ideen sind nicht einfach fehlbar - sie sind fehlgeschlagen.

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Frag diese Leute doch selbst, sobald du merkst, dass sie dich für sexistisch oder rassistisch halten. Oder recherchiere nach berühmten Leuten, die deine Ansichten teilen. Es kann sein, dass diese ebenso öffentlich als rassistisch und sexistisch bezeichnet wurden und warum.

Die Bezeichnung von jemandem als sexistisch oder rassistisch legt ein Argument nahe, auch wenn es nicht explizit genannt wird.

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Es gibt zwar den Begriff Atheologie, aber mir ist nicht bekannt, dass man den irgendwo studieren könnte. Ebenso habe ich noch nie von einem bloßen Deismus- oder Theismus-Studium gehört.

Der Vergleich mit Theologie hinkt, weil sich Theologie in der Regel auf eine bestimmte Religion bezieht und diese Religion ist weitaus mehr, als nur Theismus. Es gibt also ein reichhaltigeres Studiengebiet. Atheismus lässt sich daher besser mit Theismus vergleichbar, als mit einer bestimmten Religion wie dem Christentum.

Es gibt aber Studienrichtungen, die man mit Atheismus verbinden kann: Philosophie, Psychologie, Anthropologie, Geschichte.

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Autismus geht mit Problemen in der Theory of Mind einher. Das ist die Fähigkeit, die Gedanken und Gefühle anderer Menschen zu verstehen. Für eine Lüge ist es wichtig zu erkennen, ob jemand die Lüge auch glaubt. Also setzt Lügen genau diese Fähigkeit voraus.

Daher lügen Autisten oft ungerne oder schlecht.

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Spaß ist ein Belohnungssystem. Tatsächlich machen Leute sehr viel aus Spaß, weil es mit diesem Belohnungssystem gekoppelt ist: Essen, sich bewegen, raufen, luststreiten. Wieso auch nicht? Wir können uns die Energie dafür leisten.

Die primäre Funktion von Sex ist natürlich die Fortpflanzung, aber das muss nicht die einzige sein. Körperkontakt unter Primaten dient der sozialen Bindung durch Ausschüttung von Endorphinen. Sex ist Körperkontakt, noch dazu sehr intimer. Vielleicht ist Paarbindung eine weitere Funktion von Sex; andernfalls ist die entspannende Wirkung beim Koitus nur ein Nebeneffekt.

Die Funktion der Flossen einer Meeresschildkröte ist das Schwimmen. Schildkröten verwenden sie aber auch, um Gruben für ihre Eier zu graben. Die Funktion von Pfeffer ist die Abwehr von Insekten. Aber wir Menschen verwenden es als Gewürz. Das menschliche Gehirn ist nicht zum Lesen gemacht, aber seit tausenden von Jahren verwenden wir es dafür - heute weitaus öfter, als früher.

Wie wärs also, wenn wir das Lesen verbieten?

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Solche Atheisten können auch naiv sein und Fehler machen, aber nicht unbedingt die, die du meinst.

Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz von irgendetwas Übernatürlichen. Es ist fraglich, ob es überhaupt starke Hinweise in diese Richtung gibt. Sogenannte Gottesbeweise überzeugen in der Regel nur jene, die schon an die Schlussfolgerung glauben. Jennifer Faust nannte das "Begging the Doxastic Question". Wenn dir jemand hier also Argumente liefert, wie du sie forderst, bist eher du als gläubiger Menschen von ihnen überzeugt, als Atheisten. In "Der Gotteswahn" hat Richard Dawkins auch seinen Spaß mit klassischen Gottesbeweisen; er nimmt sie nicht ernst, neigt sogar zu Sarkasmus. Umgekehrt findest du vermutlich das Theodizeeproblem kein überzeugendes Argument gegen die Existenz Gottes. Begging the Doxastic Question gilt auch für die Argumente von Atheisten.

Was hast du davon, wenn du Argumente bringst, die man dir nicht glaubt?

Nun zwei Themen, bei denen Atheisten oft naiv sind:

1) Die Wichtigkeit, Leuten mit anderer Meinung, ihre Überzeugungen auszureden. Manchmal genügt schon die fatalistische Einsicht, dass man manche Leute nicht ändern kann; außerdem sind moderate Gläubige harmlos und sie sind unsere Mitmenschen. Irgendwie müssen wir miteinander klarkommen.

2) Die Art und Weise, wie Vernunft funktioniert. Carl Sagan und andere Skeptiker schlugen einfache Regeln vor, die man sich merken sollte, um vernünftiger zu werden. Jedenfalls so die Theorie. Aber ist es zum Beispiel hilfreich, Leuten "Fehlschlüsse" nachzuweisen? Praktisch alle Argumente sind unvollständig und daher irgendwie "Fehlschlüsse", wenn man spitzfindig genug ist.

Der Philosoph Maarten Boudry sagte dazu: "Ich habe einen Kurs in Kritischem Denken an der Universität in Ghent geführt. Wie es sich für einen guten Skeptiker geziemt, zeigte ich meinen Studenten die typische Liste von Fehlschlüssen und forderte sie danach auf, sie in der Praxis zu erproben. (...) Ich mache das nicht mehr. Meine Schüler wurden paranoid! Sie sahen überall Fehlschlüsse." (Quelle)

Ich bin schon über 10 Jahre in der Skeptikerszene, daher kann ich dir darüber mehr sagen, als über die anderen Leute, die sich im Internet oft als Atheisten outen und mit oder über Gläubige diskutieren.

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Da könntest du auch fragen, wer Mathematik kontrolliert.

Es liegt genau genommen eine Arbeitsteilung vor. Es ist die Pflicht der Wissenschaft die Aufgabe des kritischen Überprüfens zu übernehmen. Dass sie ihre Arbeit macht, können wir anhand ihrer Produkte und ihrer Arbeitsweise abschätzen: Die NASA hat Raketen ins All geschossen und Impfung funktioniert! Auch die Arbeitsweise der Wissenschaft ist sehr vertrauenswürdig: Wissenschaftler veröffentlichen nicht nur ihre Ergebnisse, sondern erklären auch wie sie zu diesen gekommen sind. Und darüber hinaus lassen sich Wissenschaftler in "verfeindete" Lager einteilen. Die Physik des 20. Jahrhunderts ist geprägt von Kontroversen über den Aufbau des Atomkerns, die Interpretation der Quantenmechanik, die Existenz Dunkler Materie, dem Urknall und so weiter. Wissensschaftler wenden viel Zeit auf, um sich endlich einig zu werden. Sie übernehmen nicht leichtgläubig das, was ihre Kollegen behaupten. Wenn sie sich endlich einigen, dann in der Regel, weil das Thema endlich gründlich ausdiskutiert wurde. Das heißt auch: Wissenschaft besteht aus einander unabhängigen Leuten und Institutionen.

Würden wir der Wissenschaft nicht vertrauen, dann wäre diese Arbeitsteilung unmöglich. Das ist so, als würde niemand mehr zum Friseur gehen (was derzeit in vielen Regionen der Fall ist), und wir uns alle die Haare selbst schneiden.

Manche Leute machen das. Sie vertrauen der Wissenschaft nicht und stellen ihre eigenen Theorien auf. Sie vertrauen lieber etwas anderem, etwa ihren eigenen Recherchefähigkeiten oder Predigern. Eigentlich versuchen sie dann genau das zu tun, was Wissenschaftler tun: Nachdenken, nachforschen, argumentieren, belegen. Nur tun sie es viel dilettantischer. Dass diese Leute es geschafft hätten, einen Astronauten auf den Mond zu schießen, wage ich zu bezweiflen.

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Wer hat es erfunden? Der Sturzflug des Basstölpels?

Basstölpel sind große Seevögel, die bei ihren Sturzflügen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 190 Kilometern pro Stunde ins Wasser eintauchen. Dabei können sie mit mehr als dem 20-fachen der Erdanziehungskraft auf die Wasseroberfläche auftreffen. Wie schaffen Basstölpel es, diesen Aufprall nicht nur zu überleben, sondern diesen beeindruckenden Vorgang auch zu wiederholen?

Einige Details: Vor dem Auftreffen auf das Wasser legt der Basstölpel seine Flügel eng an seinen Körper an, sodass er stromlinienförmig, wie ein Pfeil, herabstürzt. Eine Schutzmembran zieht sich nun über seine Augen. Seine Luftsäcke blähen sich auf, wodurch sie im Nacken- und Brustbereich wie Airbags wirken, um den Aufprall abzufedern.

Durchbricht er die Oberfläche des Wassers, bilden Schnabel, Kopf und Nacken eine Keilform. Dadurch wird die Wucht des Aufpralls gleichmäßig auf die kräftige Nackenmuskulatur verteilt. Außerdem werden die Augen neu fokussiert, sodass der Basstölpel unter Wasser sofort sehen kann.

Wie tief kann der Basstölpel tauchen? Allein durch den Schwung seines Sturzfluges kommt er beinahe 11 Meter tief. Schlägt er unter Wasser dann mit seinen nur halb geöffneten Flügeln und rudert mit den Füßen, kann er noch tiefer gelangen. Es wurden schon Tiere beobachtet, die mehr als 25 Meter hinabtauchten. Aus dieser Tiefe gelangt er mühelos an die Oberfläche zurück, bereit für den nächsten Flug. Wissenschaftler bauten nach diesem Vorbild Roboter, um sie bei Rettungsmissionen einsetzen zu können. Die Roboter sollten fliegen, ins Wasser tauchen und danach weiter flugfähig sein. Der Prototyp wurde in der Testphase jedoch mehrmals schwer beschädigt, weil er zu stark auf das Wasser aufschlug. Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass ihr Prototyp „mit seinen Tauchfähigkeiten nicht an die der Basstölpel heranreicht“.

Was soll man glauben? Sind die Fähigkeiten des Basstölpels ein Produkt der Evolution? Oder steckt ein Erfinder dahinter?

(Quelle j w . o r g)

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Nachdem sie Vögel sind entstanden sie sowieso durch Evolution. Das ist eine Binsenweisheit.

Da ich zur Schule gegangen bin, darf ich unten "Studium/Ausbildung" auswählen.

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Du hast Recht mit den Tukanen.

Wikipedia schreibt ja zu den Bartvögeln:

Die 1838 von Charles Lucien Bonaparte beschriebene Familie gilt heute als paraphyletisches Taxon, da sie nur unter Einschluss der Tukane (Ramphastidae) ein Monophylum bilden würden. Sie wurden deshalb in vier Familien geteilt, die Afrikanischen Bartvögel (Lybiidae), die Amerikanischen Bartvögel (Capitonidae), die Asiatischen Bartvögel (Megalaimidae) und die Tukan-Bartvögel (Semnornithidae).

Ob ein Taxon als paraphyletisch, polyphyletisch oder monophyletisch gilt, hängt vom Stammbaum ab. Phylon bedeutet Stamm. Para bedeutet neben. Mono bedeutet eins und Poly bedeutet zwei.

Ein Monophylum (=monophyletisches Taxon) ist die Gruppe aller Nachfahren einer bestimmten Lebensform. Wenn wir Tukane zu den Bartvögeln zählen, so sind alle Nachfahren eines Ur-Bartvogels (was auch immer das für ein Vogel gewesen sein mag), Bartvögel. Wir können dann auf einem Stammbaum alle Zweige rot einfärben, die von diesem Ur-Bartvogel aus, weggehen. Alle roten Zweige würden dann irgendwelche Bartvögel bedeuten. Wenn wir Tukane aber nicht dazu zählen, dann müssen wir ihren Zweig ungefärbt lassen. Dann müssen wir erklären, dass Bartvögel an dieser Stelle aufgehört haben, Bartvögel zu sein und Tukane wurden. Und wenn wir das machen, dann sind Bartvögel paraphyletisch.

Zur Vollständigkeit noch etwas zur Polyphylie: Ein polyphyletisches Taxon umfasst die Nachkommen verschiedener Vorfahren. Meeresreptilien beinhalten Seeschlangen, Ichtyosaurier, Plesiosaurier, Schildkröten und Meeresechsen. Auf einem Stammbaum müssten wir viele Anfangspunkte markieren und von dort aus rot einfärben.

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Anselm versuchte einen indirekten Beweis. Das heißt, er wollte die Gegenthese ("es gibt keinen Gott") als absurd entlarven, daher müsse die These ("es gibt einen Gott") zutreffen.

Ein Beispiel für einen indirekten Beweis wird oft im Mathematikunterricht genannt: Die Annahme, die Wurzel aus 2 sei eine rationale Zahl fürt zu einem Widerspruch. Folglich kann die Wurzel aus 2 keine rationale Zahl sein. Siehe Euklids Beweis für die Irrationalität der Wurzel aus 2.

Anselms Argumentation ist, dass es widersprüchlich sei "das, worüber hinaus nichts höheres gedacht werden kann", als nichtexistent zu denken; denn er hält Existenz für etwas erhöhendes. Ersetze man Nichtexistenz durch Existenz erhalte man etwas noch höheres. Immanuel Kant kritisierte diese Annahme und argumentierte, dass Existenz keine qualitative Eigenschaft ist.

Gottesbeweise sind schlecht darin, ihre Schlussfolgerung zu beweisen. Allerdings beweisen sie die Frömmigkeit des Autors und seine intellektuelle Versiertheit. Manche Argumente werden deswegen gemacht. Vielleicht ist es mit Gottesbeweisen auch so.

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Viele Leute glauben, dass man früher mal Leben gemacht hat. Das nennt sich Schöpfungsmythos.

Aber jetzt mal im Ernst: Es gibt keinen Grund, warum wir nicht irgendwann ein künstliches Lebewesen herstellen könnten. Craig Venter hat bereits eine künstliche Zelle im Labor hergestellt: https://www.deutschlandfunk.de/leben-auf-niedrigster-stufe-genforscher-craig-venter.676.de.html?dram:article_id=349378

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Ich stoplerte vor Jahren über eine Analogie, die ich heute noch sehr treffend finde: Dass eine Zeitung von einer Druckerpresse gemacht bedeutet nicht, dass die Zeitung ungeplant wäre. Die Planung der Zeitung erfolgte vorher und die Presse ist für die Planer ein Werkzeug.

Aus dieser Analogie lassen sich zwei interessante Schlüsse über Gott oder irgendwelche anderen Planer ziehen:

1) Evolution ist tatsächlich keine Alternative. Höchstens schließen sich die wissenschaftlich rekonstruierte Entstehungsgeschichte unseres Lebens und wörtliche Interpretationen antiker Schöpfungsmythen aus.

2) Die Forderung von Kreationisten, eine Erklärung für die Entstehung komplexen Lebens ohne einen Schöpfer zu liefern, ist ein bewegliches Ziel. Selbst wenn wir unsere Entstehung lückenlos bis zum Urknall zurückverfolgen könnten, könnten sie noch immer behaupten, Gott hätte den Urknall gewollt. Dann wäre die gesamte kosmische und biologische Evolution wie die Druckerpresse.

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Die Wissenschaft genießt in unserer Gesellschaft ein hohes Vertrauen. Das ist, würde ich mal sagen, gerechtfertigt. Evolution trifft damit auch auf eine breite Akzeptanz, denn sie wird als Expertenwissen wahrgenommen. Impfung, Relativitätstheorie, Quantenphysik und andere seltsam wirkende Ideen auch.

Manche Leute drücken die Evolutionsgeschichte des Menschen als "Abstammung vom Affen" aus. Eine sehr vereinfachte Aussage, die einige als irreführend bezeichnen. Aber zwischen den Zeilen gelesen läuft es wohl darauf hinaus, dass sie die Evolutionstheorie akzeptieren.

Mit der Existenz eines Gottes ist es anders. Warum Leute genau an übernatürliche Wesen glauben, darüber streiten sich Wissenschaftler noch. Dieser Glaube ist in der Menschheitsgeschichte weit verbreitet. Ich finde es interessant, dass in einigen Kulturen es Leuten sehr einfach fällt, an so etwas wie Götter zu glauben und in anderen Kulturen es Leuten hingegen sehr einfach fällt, daran zu zweifeln. Das mindeste, was ich dir als Antwort auf den zweiten Teil deiner Frage geben kann ist: Wir haben kein akademisches Gebiet, in denen der Glaube an etwas Übernatürliches eine Expertenmeinung wäre. Die "Gottesbeweise" sind selbst unter Gläubigen nicht breit akzeptiert. Der akademische Status ist damit ein ganz anderer, als jener der Evolutionstheorie.

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