Warum wollen Atheisten nicht an Gott glauben?

45 Antworten

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Die Psychologie lehrt: Je zorniger einer ist, desto mehr Angst hat er. Angst und Zorn sind zwei Seiten einer Medaille.

Aggressive Atheisten sind anscheinend sehr verunsicherte Menschen.

Fast niemand der an Gott nicht glaubt, ist zornig auf Gläubige. Den meisten ist es einfach egal, wer was denkt, solange sie niemanden damit behelligen. Mitleid haben schon einige, was in gewisser Weise verständlich ist, bei so großen Scheuklappen in Form eines Gottes.

Sie werden es erst, wenn Gläubige anfangen Atheisten als Teufelsbrut und Höllengeweihte abzustempeln, oder wenn unfähige Eltern ihrer Kindern diesen Blödsinn aufzwingen.

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@Toastybeef

"Fast niemand der an Gott nicht glaubt, ist zornig auf Gläubige."

... dann informier dich einfach mal bei den anderen religiösen Fragen, die hier zahlreich auf gf gestellt werden. Es ist unübersehbar, mit welcher Aggressivität dort gegen den Glauben und Gläubige  polemisiert wird.

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@anonymos987654

Meine Elterngeneration noch wurde von der Kirche systematisch indoktriniert und misshandelt (und damit meine ich nicht sexuellen Missbrauch sondern den alltäglichen Horror ein Schüler und Katholik zu sein). 

Es wurde in einem heute fast unvorstellbarem Maße manipuliert, gelogen, Geschichte und Wahrheit verzerrt, es wurde den Leuten lebhafte Angst vor der Hölle gemacht. Es wurde ihnen erzählt, dass ihre Verwandten und Freunde in der Hölle sind.

Das alles ist grade mal 50, 60 Jahre her. Noch in den 90igern war es anders als heute.

Und jetzt wollen de Gläubigen so tun als sei das alles automatisch verziehen und nie passiert, und die bösen Atheisten ganz ohne Grund wütend und agressiv.

Da fällt mir die Kinnlade runter bei so viel Unverhältnismäßigkeit.

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@Grobbeldopp

Was du beschreibst, sind schlimme Verfehlungen. Es sind einzelne Priester und auch Eltern, welche die Kinder und Jugendlichen auf die von dir geschilderte Weise eingeschüchtert haben.

Wie das heute immer noch geschieht, kannst du z.B. in dem Film "Kreuzweg" von Brüggemann sehen.

Seien wir froh, dass unsere Generation das nicht mehr erleben muss.

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Grüß Dich Noname288!

Es kommt immer darauf an, unter welchem Aspekt so eine Diskussion begonnen wird. Wenn durch den Glauben die seelische und geistige Entfaltung sowie die Kreativität behindert wird, ist es ein gutes Recht jedes Menschen, dies zu kritisieren. Natürlich sollte man dabei das auch begründen und in einen Dialog treten. Dazu gehören aber beide Parteien.

Zornig kann man aber werden, wenn der Glauben nur durch Behauptungen und das Pochen auf absolute Wahrhheit bestimmt wird und deshalb der Atheismus angegriffen wird.

Diese absolute Wahrheit wird mit dem Willen Gottes begründet und der Heiligen Schrift.

Das überschreitet Grenzen.

Kein Glauben darf die Vorstellung einer absoluten Wahrheit anderen überstülpen. Das ist eine unzulässige Kolonisierung, was in diesem Zusammenhang bedeutet, das gegen den Willen des anderen bestimmte Glaubensvorstellungen zu akzeptieren sind (respektieren ist allerdings was anderes) und seine Folgen gegen alle Vernunft absolut eingefordert, verlangt, durchgesetzt und vor allem widerspruchslos hingenommen werden sollen.

Und dann sollte man sich auch dies vor Augen halten:

Warum vermuten immer Gläubige Atheisten gegenüber, das ihr Glauben angegriffen wird?


Die Erklärung ist:


Atheisten hinterfragen ihre Weltanschauung. Christen, Moslems und Juden tun das nicht.

Täten sie das wirklich ernsthaft, dann wären die eklatanten Widersprüche
nicht aushaltbar. Wenn Atheisten begründen, warum sie das sind, dann müssen sie zwangsläufig auf diese Religionen verweisen! Es bleibt ihnen doch gar nichts anderes übrig, die Widersprüche aufzeigen. Denn gerade wegen dieser Widersprüche sind Atheisten eben Atheisten.

Versuche das zu verstehen
.

Leider glauben dann die Christen, Moslems oder Juden, man wolle sie vom Atheismus überzeugen.

Das ist grober Unfug und nur Bauchgefühl!

Jeder kann glauben was er will, aber es ist das Recht eines Atheisten zu
begründen, warum er kein Christ, Moslem oder Jude sein will. Und wenn
sich Religionsangehörige und Atheisten unterhalten, dann kommen
natürlich die Gründe zur Sprache warum jeder so ist, wie er ist. Und
dann muss man als Atheist ja schließlich etwas über den anderen Glauben
wissen. Andersherum tritt dieser Fall kaum bis gar nicht auf, viel zu
gefährlich für den Glauben. Wer von den anderen Religionsangehörigen begreift wirklich den Atheismus in seiner Tiefe?


Das müssen diese Religionsangehörigen aushalten! Genauso, wie wir aushalten müssen, wenn jene ihren Glauben haben und ihn begründen.
Atheisten haben auch keinen Absolutheitsanspruch auf ihre Ansichten, nur auf die Vernunft. Geht sie baden, dann wird der Dummnheit Tür und Tor geöffnet. Die anderen aber haben diesen Absolutheitsanspruch, weil sie glauben, von Gottes Wort und Heiligen Schriften geleitet zu sein. Vernunft spielt da keine Rolle.

Was mich angeht als religiöser Atheist, so kann ich sagen: Die Welt ist
mein Tempel und um ein spirituelles (früher nannte man das Frömmigkeit)
Leben führen zu können, spielt das, was wirklich auf der Welt und durch
das Leben geschieht die entscheidende Rolle.

Analog betrachtet:

Ich glaube an das Leben als Vielfalt und an eine schöpferische Kraft darin (das Göttlicheals geheimnis des Seins), das ist mein "Gott", ihr glaubt an Euren Gott mit eurer Heiligen Schrift.

Meine Heilige Schrift ist alles was ist. Jedes was ist im Sein, gibt durch sein Sosein seine Art 'eigene Predigt für das Leben' ab, auch ich und Du wenn man so will und jeder Mensch für sich ist derjenige, der die von mir als Heilige Schrift bezeichnet, deutet.

So gibt es immer nur den Sinn, den jeder selbst aus sich heraus ins Leben legt,
ohne etwas vorgesetzt zu bekommen und ohne wie ein Schaf in der Herde, nur folgen zu müssen.

Für mich als religiöser Atheist  gilt:

Das Heilige ist somit das Leben und die schöpferische Kraft  darin. Die Trennung von Gott, Welt und Mensch findet nicht statt. Es gibt nur Unitas (Einheit). Damit wird der Entheiligung der Welt eine Absage erteilt.

Das Wort Gott ist bei Atheisten verpönt, das Göttliche aber nicht in jedem Fall. Das aber ist etwas anderes.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Naja, die Frage ist, wieso sollte ich an etwas Fiktives glauben? Ich bin ein Mensch, der sich an wissenschaftlichen Fakten orientiert und solange es keine Beweise für einen Gott gibt, werde ich meine Einstellung grundsätzlich nicht ändern. In Bezug auf den Zorn könnte dies unter anderem scheinbar die Ursache sein. Wenn Menschen gewissermaßen "eingestellt" sind, akzeptieren sie meist keine anderen Ansichten (Bezug auf manche Menschen, gewiss nicht auf alle!). Außerdem finde ich es persönlich einfach unangebracht, wenn Gläubige versuchen, Atheisten zu bekehren.

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