Warum wird bei Problemen mit einem Kind immer gleich alles auf die Eltern geschoben?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da hast du absolut recht!

Es geht eben schnell und ist einfach einen Schuldigen auszumachen. Und was ist da nahe liegender als die Eltern?!

Hintergründe werden mitunter auch kaum erfragt weil dies zeitaufwendig ist, einen im Prinzip gar nicht interessiert oder weil man wirklich so denkt.

Jedes Kind hat eine eigene Persönlichkeit und je nach Alter wird es extrem von außen beeinflusst. Und angefangen bei den Eltern, die beim zweiten Kind schon meist entspannter sind als beim ersten Kind, entwickeln sich Kinder in der gleichen Familie auch ja schon zu Beginn unterschiedlich. Mal abgesehen von der eigenen Persönlichkeit des Kindes.

Dann kommt das eine Kind früher als das andere in die Kita oder ist "schlauer" in der Schule. Dazu kommen dann die Freunde wo es sich ebenfalls Einiges abschaut und im Teeniealter sind die Freunde oft eh wichtiger als das was die Eltern sagen und erwarten. Von der unterschiedlichen Erziehung der Geschlechter mal ganz abgesehen.

Auch die Probleme mit dem Kind sind ja ganz individuell und das Verhalten der Eltern so wieso. Manche gehen mit Umsicht daran und bleiben ruhig in "Problemsituationen" und andere Eltern sind am Schreien und sprechen ein Verbot nach dem Anderen aus. Und wieder gehen die Kinder dann emotional ganz andere Wege.

Es gibt so viele prägende Faktoren für die Entwicklung eines Kindes (von der sozialen Situation bis hin über die "Einmischung der Verwandschaft bis hin zu Kita, Schule, Freunden), dass man nie einfach sagen: das ist doch falsche Erziehung!

Zudem hat so eine aussage auch immer etwas leicht überhebliches: seht her, ich kann erziehen, du aber offensichtlich nicht...

Im Grunde kann man nur Erfahrungswerte weiter geben, Anregungen bieten, Vorschläge machen... Aber was bei dem einen Kind prima geklappt hat, muss beim anderen Kind nicht zwangsläufig auch zum Erfolg führen.

Und gerade in solchen Foren wie hier, spielt auch die Sympathie für den Gesprächspartner eine gewisse Rolle.

Deine Frage ist für mich absolut gerechtfertigt.

Warum wird bei Problemen mit einem Kind immer gleich alles auf die Eltern geschoben?

Es ist einfach, es erscheint manchmal sogar logisch (je nachdem welche Fragen vorher schon kamen und wo das Problem zu liegen scheint), zu hinterfragen würde bedeuten sich mit der Sache auseinander setzen zu müssen, es lässt das eigene Kind besser da stehen( und sich selbst natürlich auch), die eigene Begrenztheit des Vorstellungsvermögens, Vorurteile, das Hervorheben wollen von gerade vorherrschenden "Erziehungstrends", die automatische Übertragung des Fragenden auf sich selbst (weil einem selbst schon erfolgreich eingetrichtert wurde man hat versagt) usw.

Nein, die Eltern sind ganz sicherlich nicht immer bzw. alleine schuld. Denn damit würde man auch die Individualität eines jeden Menschen verleugnen.

Deine Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Zunächst mal kommt es auf das Alter des Kindes an. Umso älter das Kind umso kleiner wird der Einfluss der Eltern, heißt wenn ein 5 jähriges Kind am durchdreht ist es etwas anders wie bei einem 15 jährigen.

Die zweite Sache ist Mädchen und Jungen werden, egal wie offen und neumodisch Eltern sind, immer unterschiedlich erzogen, in 98% der Fälle.

Die dritte Sache ist, Eltern wachsen selbst noch, lernen selbst noch, machen fehler usw. Sagen wir mal du warst das erste Kind, deine Eltern waren jünger, unerfahrener, ängstlicher, wollten alles richtig machen usw. Bei dem zweiten Kind ist das dann schon alles entspannter, man hat das alles schon mal durch gemacht, man ist reifer und lockerer, vielleicht in der Erziehung auch nicht mehr so streng.

Oder umgekehrt, das man beim zweiten Kind einen Gang zu legt weil man meint man hätte sich beim ersten nicht genug Mühe gegeben.

Natürlich spielt auch der Charakter einer Kindes, egal ob 5 oder 15 eine wichtige Rolle, aber pauschal zu sagen, wir haben die gleichen Eltern wir wurden gleich erzogen das stimmt in den seltensten Fällen.

Naja.. Manche 5 jährige sind extrem impulsiv und lassen sich weniger steuern als ältere, weil noch kein Konsequenzdenken da ist. Also auch das ist sehr pauschal. Die Kunst der Eltern ist es, das Kind aus dem Durchdrehen rauszuholen und nicht es zu verhindern.. Meine Meinung ;)

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@IQInky2255

Aber wenn bei einem 5 jährigen noch kein Konsequenzdenken vorhanden ist dann liegt das in den meisten Fällen an der Erziehung. Konsequenzen werden Kinder meistens so ab 3 bis spätestens 4 Jahren deutlich indem sie den direkten Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und der Konsequenz verstehen können. Hat auch viel mit der Sozialisierung im Kindergarten zutun.

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Ist das IMMER so?

Dein Erregungspotenzial und deine persönliche Betroffenheit scheinen dich an einem unverstellten Blick zu hindern.

Die Veranlagung jedes Menschen spielt ebenso eine wichtige Rolle würde ich sagen. Die kann man sich nicht aussuchen, sondern man wird mit dieser Veranlagung geboren. Die Erziehung der Eltern verstärkt oder mindert bestimmte Veranlagungen des Kindes. Und daher dass jedes Kind (also auch unter Geschwister) eine andere Veranlagung hat, entwickeln sich die Geschwister oft auch anders.

Beispiel:

Zwei Brüder die ich kenne. Der eine viel zu brav und anständig, dass es schon nicht mehr normal ist und auffällt und der andere total am ausflippen, sehr aufgeweckt und sehr auffällig laut. Beide erleben zu Hause eine sehr unter Druck gesetzte Beziehung zu den Eltern. Beide zeigen ein auffälliges Verhalten nur in eine komplett entgegengesetzte Richtung. Das liegt an der Veranlagung. Der eine versucht es den Eltern Recht zu machen und schafft es, in dem er ständig anständig und brav ist, der andere will dem zwar gerecht werden, kann es aber nicht und er lässt den Druck der Eltern durch Faxen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen aus.

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