Warum werden wir Crossdresser nicht akzeptiert?

21 Antworten

Die Gesellschaft ist oft viel engstirniger als gedacht und redet zwar stets gern von Werten wie Toleranz, setzt sie dann aber doch nicht um. Ich denke, so kann man das ganz kompakt vielleicht nicht begründen aber erklären.

Mir persönlich ist es übrigens egal, wie sich jemand anzieht; leben und leben lassen, sage ich immer und jeder so, wie er mag.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

weil die meisten Menschen nur "Binärdenker" sind. Sie kennen nur 0 und 1; falls mal die 2 auftaucht, kommt's dann automatisch zu einem unerwarteten schweren Ausnahmefehler und das System schmiert ab.

Ich glaube, dass sie Dich nicht einordnen können und damit ein riesen Problem haben. Sie kommen mit der Situation nicht zurecht.

Ihr Gehirn wechselt ständig zwischen Mann und Frau (wie oben beschrieben binär) und wissen nicht, auf welches Geschlecht sie sich einstellen sollen. Das überfordert sie.

Daraus folgt grundsätzlich immer eine negative oder abweisende Haltung.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Evolution. Der Mann hat sich, zumindest in unserer Gesellschaft, als Oberhaupt hervorgetan. Die Frauen haben sich ihnen zu fügen.

Schuhe mit Absätzen wurden zuerst von Männern getragen (z.B. die Könige von Frankreich). Auch kniehohe Stiefel oder sogar Overkneestiefel wurden mit Absätzen von Soldaten getragen, meistens von Reitern. Die Absätze dienten dazu, nicht vorne durch den Steigbügel zu rutschen. Gleiches gilt übrigens für Cowboystiefel.

Auch Schminke wurde zuerst von den Männern getragen (vgl. wieder den franz. Hochadel).

Es gäbe noch viele weitere Beispiele, wie Steghosen, lange Haare, Schmuck usw.

Die untertänigen Frauen erkannten das und wollten nach Höherem greifen. Den Rest besorgten die Modemacher.

Ich kürze hier mal die geschichtliche Entwicklung der Mode drastisch ab.

In Kriegen hat sich gezeigt, dass einige Gepflogenheiten unpraktisch waren. Hier waren es wieder die Männer, die z.B. von langen Haaren und Schminke abließen. Die Frauen hielten jedoch an ihren Eroberungen fest.

Somit wurde die männliche Mode eher praktisch (warum sollte Mann Rüschen tragen und sich schmiken?) und die weibliche blieb.

Auch die Jeanshose wurde als Arbeiterhose entwickelt und erst durch den Rock 'n' Roll "salonfähig" gemacht, als Männermode. Emanzipierte Frauen erkannten dies und trugen sie einfach.

Eine Frau, ungeschminkt in Herrenklamotten wird nie dumm angeschaut, weil sie ja nach oben greift.

Ein Mann, der sich weibliche Kleidungsstücke anzieht, weil sie ihm gefällt, erweckt nach heutigem Maßstab den Anschein, sich "hinten anstellen zu wollen", da er nicht nach Höherem greift.

Und genau das ist der Grund, weshalb diese Person eher geringschätzig angesehen wird, obwohl dies nichts über die Person aussagt.

Es wird zwar immer von Gleichberechtigung gesprochen, jedoch sind wir noch immer Lichtjahre davon entfernt.

Was Mode angeht, sind wir Frauen emanzipierter, aber im Berufsleben hinken WIR noch weit hinterher.

Du bist ein Mensch, der Gleichberechtigung fordern möchte. Mach Dein Ding und kämpfe für Deine Freiheit, damit die Artikel des Grundgesetzes wirklich gelebt werden.

Jetzt ist es doch etwas länger geworden, sry.

lg

Woher ich das weiß: Recherche

Ich leg meine Hand ins Feuer, dass auch du schon mal über irgendjemand oberflächlich hergezogen hast. Z.B. über eine Dicke, die sich in eine Leggins quetscht und bauchfrei durchs Einkaufszentrum stolziert. Das ist am Ende genau dasselbe.

Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Leute schmunzeln wenn du deine Schultern in ein kleines Schwarzes und und deine Füße in Stöckelschuhe presst. Da gibts weit schlimmere Schicksale. Wenns weiter nichts ist.

Wenn du selbstbewusst hinter all dem stehen würdest, hättest du auch kein Problem damit, was irgendjemand anderer sagt.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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