Warum kann die Jugend so gut Englisch?
Viel besser als die boomer und millenials vor ihr.
Bereiten sich die jungen Menschen vor, das Land zu verlassen und die boomer hinter sich zu lassen?
12 Antworten
Das hat schon bei den Millenials angefangen, da gab es einen Bruch in der Generation. Nämlich zwischen denen, die etwa ab 1990 geboren sind und als Jugendliche Internet Zuhause hatten und denen, die zu alt dafür sind und daher überwiegend deutsche Medien in der Jugend hatten.
Also denen, die schon in "jungen Jahren" durch online Spiele, Streaming und Co. Englisch im Alltag aktiv genutzt haben, mit sehr weit gefächertem Wortschatz, statt nur das Schulenglisch mit für Alltag oft unwichtigen Vokabeln zu haben und dann - da ungenutzt - das meiste wieder zu vergessen. Die gingen in die Bücherei, lasen Zeitschriften oder hatten Fernsehen, was alles Deutsch war.
Generell nahmen PCs dadurch mehr Raum im Leben ein, mein erstes englisches Spiel (zumindest soweit ich mich erinnere) war Age of Empire auf CD-ROM. Während ich ganz schnell - junges Gehirn - die Begriffe auf Englsich gelernt habe, hat mein Vater, dem das Spiel eigentlich gehörte, immer auf die Bildchen gucken müssen. Ich glaube viele der Begriffe hat er trotz Jahren des Spielens nie gelernt. Ich weiß noch, dass er an den Kampagnen nicht so viel Spaß hatte, weil er vieles sprachlich nicht verstanden hat. Während ich sie sehr interessant fand. Er hat eher frei gespielt.
Ich bin mit 31 gerade noch so Millenial, für mich ist es normal Filme auf Englisch zu gucken, als Jugendliche Fanfiktions auf Englisch zu lesen (und schreiben) und auch immernoch Bücher auf Englsich zu lesen.
Egal ob das beispielsweise englische Filme und Serien im Originalton waren oder Animes mit japanischer Tonspur und englischen Untertiteln. Für mich steht außer Frage, wenn ich eine neue englischsprachige Serie anschaue, ob ich sie im Originalton oder auf Deutsch schauen soll - natürlich im Original, da ich es fließend verstehe. Das einzige was ich an englsichen Serien auf Deutsch gucke sind Serien, sie ich auf Deutsch gestartet habe z.B. Grey's Anatomy, weil es mich stört, wenn sich Stimmen verändern. Bei Disney Filmen ist es daher auch gemischt, die alten die ich von Video Kasseten, DVDs und dem Fernsehen kenne auf Deutsch, die neuen Filme auf Englisch.
Durch diesen "Vorsprung" im Englischen, fiel es mir auch leichter beispielsweise Rechtsenglisch lernen und verstehen. Vielen älteren Kollegen von mir musst du damit nicht kommen oder mit komplizierteren Eskalationsfällen auf Englisch, die kennen den Teil den sie für den Arbeitsalltag brauchen und das war's oft. Alles komplizierte mache ich, anfangs das meiste mittlerweile alles - außer ich habe frei, dann müssen doch mal wieder die Kollegen dran. Ja, es gibt auch Ältere die es sehr gut können in der Firma, aber nicht bei mir in der Abteilung und eben prozentual weniger, als unter den "Jüngeren".
Je jünger die Generation, desto jünger vom Alter hatten viele vielseitigen Kontakt zu Englisch. Ich war ca. 16, als Instagram erschien, ca. 23 als Tiktok hierzulande bekannt wurde. Heute hängen teils schon Kinder davor und haben dort mit englischem Content Kontakt.
Ob die heutige Jugend dass besser beherrscht, als die Milennials, das wage ich als Milennial zu bezweifeln. ;-)
Der Unterschied zu den Boomern und den Generationen davor ist halt, dass die praktisch noch relativ wenig Berührung mit dem Englischen hatten, als sie aufgewachsen sind.
Wer statt mit Internet und der Gaming-Welt, wo englisch zu den Schlüsselressourcen gehört, mit lediglich 3 Fernsehprogrammen in deutscher Sprache und ohne direkte Verbindung zu Personen im Ausland aufgewachsen ist, hatte halt wenig Berührungspunkte damit.
Stell dir mal vor, du lernst in der Schule von der 5. bis zur 10. Klasse mal ein paar Jahre Englisch und verwendest es danach dann die nächsten 20 Jahre nicht mehr, weil du es nicht brauchst.
Da wäre dein Englisch dann auch nicht so besonders. Sprachen und sprachliche Fähigkeiten leben davon, dass man sie nutzt und trainiert.
- Englisch wird früher unterrichtet. Ich hatte als Kind zwar schon Englischunterricht in der Grundschule. Aber das war sehr sehr mager und rein spielerisch. Heute haben Kinder bereits in der Grundschule richtigen Englisch Unterricht.
- Mehr englischsprachige Medien. Ich kann mich an keine englischsprachigen TV-Sender in meiner Kindheit erinnern. Heut können sich Kinder Videos, Serien, Filme, Reels, Memes, Chats, Spiele usw. auf Englisch rein ziehen.
- Bessere Lernmethoden. Früher hat man Englisch gelernt, in dem man Vokabeln in das Heft geschrieben hat und diese dann gelesen hat, bis man es konnte. Manche Kinder sind damit gut zurecht gekommen, andere nicht. Heute wird es vielleicht in Schulen auch nicht besser gemacht, aber es gibt viele mögliche Wege Englisch zu lernen z.B. Apps.
Ich denke mal das Internet spielt dabei eine große Rolle denn dort stößt man ja ständig auf englischen Content. Aber auf jeden trifft das trotzdem nicht zu. Bei mir in der Klasse gibt es auch Leute die kaum Englisch können und vielleicht gerade so eine 4 schaffen.
Vor ein paar Jahren hätte ich diese Aussage noch bestritten, nun sehe ich bei meinem 14jährigen Sohn allerdings, dass die Nutzung der sozialen Medien tatsächlich dazu geführt hat, dass er irre gut Englisch spricht und auch auf dem Gymnasium stets eine 1 in Englisch hat. Gibt also auch positive Seiten...
Kann ich bestätigen :-) In Deutsch hatte meiner eine zwei, in Englisch eine eins :-)