Warum ist die SPD so schlecht?

13 Antworten

Nichts macht sie schlecht. :-)

Die SPD war immer der politische Schlagarm der gewerkschaftlich organisierten Industriearbeiterklasse.

Nach der Wende hatte der DGB über 11 Millionen Mitglieder - 2019 keine 6 Millionen mehr.

Gleichzeitig setzen sich die Reste der Industriearbeiterklasse mittlerweile überwiegend aus Zuwanderern ohne Bindung zum deutschen Parteiensystem zusammen. Russen und Spätaussiedler z.B. wählen entweder gar nicht oder eher CDU/CSU oder AfD...

Hintergrund sind also sozialstrukturelle Veränderungen, die alle westeuropäischen Parteien mit ähnlichem Profil betreffen - und die noch weit gravierender (französische und italienische KP)!

Vermeintliche eigene Fehler spielen demgegenüber nur eine sehr marginale Rolle. Viele denken ja z.B. die Hartz-Reformen seien dafür verantwortlich - aber die erklären den Absturz eben der kommunistischen Parteien nicht oder anderer sozialdemokratischer Parteien. :-)

Aja, schön wenn man in jede Antwort ein AFD und CDU/CSU-Bashing reinbringen kann, auch wenn die Antwort noch so unsinnig ist, nicht wahr?

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@FritzHuebner

Worin genau glaubst du denn in meiner Antwort ein AfD-oder Unions-Bashing zu erkennen? Kannst du überhaupt englisch und weißt, was "Bashing" bedeutet? :-)

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Die Arbeitswelt hat sich geändert.

Früher gab es mal eine breite Schicht von Arbeitern in Deutschland, das waren die hauptsächlichen Wähler der SPD. Man arbeitete unter Tage oder in Stahlwerken oder anderen größeren Produktionswerken. Diese Schicht ist viel kleiner geworden gegenüber früher. Heute gibt es mehr Büroarbeit, mehr Dienstleister, mehr Digitalisierung, mehr Automatisierung.

Dieser Änderung konnte die SPD nicht so recht folgen. Hinzu kommt (aktuell) ein wenig charismatisches Führungspersonal. Von allen anderen Parteien hört man medial mehr als von der SPD.

Hinzu kommt, dass heute auch CDU/CSU und die Grünen sozialdemokratische Positionen übernommen haben. Vergleicht man mal Söder mit FJS (Franz-Josef Strauß), ist er gegenüber damaligen Zeiten auch sehr sozial geworden.

Alle von den Medien als existent dargestellten Parteien sind die selben, so, dass sie nur eine Partei mit leichter Abweichung je Medienthema gegen das derzeitige Medienthema schaffen, die jeweils auf bekämpften Demonstrationen beworben wird.

Die SPD wird nicht mehr gewählt, seit sie damals anfing, nurnoch im TV-Puppentheater zu beleidigen, etwa zur Zeit des Austauschs mit Schröder (SPD) als Hauptschauspieler mit Merkel neu geschminkt (CDU).

Ob die SPD schlecht ist sei erst einmal dahingestellt.

Tatsache ist aber, dass sie die überwiegende Mehrheit der Wähler mit der Art, wie sich die Partei seit geraumer Zeit darstellt nicht mehr überzeugen kann.

Die SPD hat sehr viel falsch gemacht: Die Agenda 2010 mit der Hartz IV Regelung hat ihr Stammklientel verärgert. Sie ist in der Großen Koalition nicht wirklich sichtbar bzw. es gelingt ihr nicht, die eigene Arbeit wählerwirksam zu präsentieren. Sie hat zudem keine wirklich überzeugende Führungsriege ... Olaf Scholz wird immer noch mit den Krawallbildern vom G20 Gipfel in Hamburg und dem Versagen der Sicherheitsorgane in Verbindung gebracht. Nicht alle SPD Bundesminister sind überzeugend. Viele Wähler wurden an die CDU verloren, die um koalitionsfähig mit den Grünen zu werden, deutlich nach links gerückt ist und SPD Positionen belegt hat. Die SPD wird auf Bundesebene nach der nächsten Bundestagswahl nicht mehr gebraucht, befürchte ich ... und wenn ja, nur als Mehrheitsbeschafferin.

Das ist so das übliche Erklärungsnarrativ, das auch viele Sozialdemokraten glauben - ist aber falsch und trägt als Ausdruck des Unverständnis gegenüber dem wahlpolitischen Niedergang nur zur Verschärfung der Krise bei.

SPD-Wähler haben als qualifizierte Beschäftigte doch nie viel mit Hartz 4 zu tun gehabt! :-) Vielmehr profitieren die von bemühen, die Kosten des Sozialstaates einzudämmen durch stabile Steuern! :-)

Auf relevante Ursachen kommt man eher, wenn man mal über den Tellerrand der Bundesrepublik hinwegschaut...:-)

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