Warum haben Rally Autos so wenig PS, aber so viel Leistung?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So ist die Frage eher grenzwertig gestellt. Leistung misst man nun offiziell in Watt aber früher in PS und die meisten sprechen heute noch immer von PS. Deine Frage heißt in anderer Maßheit dann ; Warum haben Rally Autos so wenig Kilowatt aber so viel Kilowatt!!???

Du meint wenig PS aber gute Beschleunigung.

Für gute Beschleunigung brauchst vor allem hohes Drehmoment und wenig Gewicht. Mein Motorrad zB hat nur 143,5PS (Yamaha FJR1300) beschleunigt aber ihre 281 leeren Kg mit Fahrer und Benzin und Öl in 2,9 Sekunden auf 100. 

Für hohes Drehmoment braucht man einen niederen Gang, da wird die Leistung am besten für das Beschleunigen benutzt. Das Problem ist dann aber die Drehzahl, so ein Kolbenmotor kann ja nicht 30000Touren machen, daher muss man bei höheren Geschwindigkeit auf die tolle Beschleunigung verzichten und länger Übersetzen. Auch dein Auto, Fahrrad usw reagiert so.

Ein Hubkolbenmotor hat seine optimale LÖeistung nur in einem kleinen Drehzahlfenster, darum soolte man viele Gänge haben die den Motor in seinem besten Bereich . 

Also für gute Beschleunigung ein paar Punkte:

  • wenig Gewicht, Jedes Kilo Benzin wirkt sich aus. Daher gibt es zB in der F1 ein Mindestgewicht. Sonst würden die Konstrukteure die Autos so leicht bauen dass sie gerade nicht von alleine brechen.
  • Motoren so tunen dass das Leistungsfenster breit wird, geht aber auf den Spritverbrauch.
  • Übersetzungen so wählen dass vor allem gute Beschleunigungen unterstützt werden, die mögliche Höchstgeschwindigkeit wird dabei meist verringert. Auf den wenigen langen geraden kannst weniger verlieren als im Kurvenbereich. 
  • Bereifung richtig wählen. Gewöhnliche Reifen hätten nicht mal auf Asphalt den nötigen Gripp. Die würden nur durchdrehen bei so hohem Drehmoment. ZB kosten für mein Motorrad die 2 Reifen mehr als die 4 vom Auto, dafür halten sie aber nicht 40000km sondern nur ca 8000km. Aber sie kleben auf der Straße. Daher ängstigen mich knapp fahrende Autofahrer. Ich habve auf trockener Straße nicht nur bessere Beschleunigung sondern auch nur halben Bremsweg.

Rallyefahrzeuge sind weniger auf Geschwindigkeit, sondern mehr auf maximale Beschleunigung ausgelegt. Dies wird z.B. bewerkstelligt durch ein geringes Gewicht, eine sehr gute Traktion (Allradantrieb) und eine sehr kurze Getriebeabstufung mit kleinen und schnell durchführbaren Gangsprüngen, so dass der Motor permanent in seinem elastischsten Bereich operiert und möglichst wenig Zeit mit Schaltvorgängen vergeudet wird. Letzteres (also die kurze Übersetzung) ist auch der Grund dafür, dass derartige Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Maximalgeschwindigkeit wesentlich langsamer sind, als sie es anhand ihrer Leistung, ihres Gewichtes und ihres Luftwiderstandes eigentlich sein könnten.

Die Leistung wird per Turboaufladung geholt, hierbei sind die genannten 300 PS aus 1,6 Litern sogar noch wenig, manche schaffen mit stark modifizierten Motoren gerne mal 500 und mehr PS pro Liter.


Der normale Laie denkt immer, Leistung sei entscheidend. Wer sich mit Rennautos näher beschäftigt merkt ganz schnell, dass wenig Gewicht genauso wichtig ist, wie hohe Motorleistung.

Entscheidend für die Beschleunigung ist das sogenannte Leistungsgewicht, also wieviele Kilogramm muss jedes PS beschleunigen.

Bei einem Rallyefahrzeug mit 318 PS und 1200kg Gewicht wäre das Leistungsgewicht 3,8 kg/PS.

Vergleichen wir das mal mit einem Mercedes AMG S63 lang. Der hat 560 PS bei einem Leergewicht von 2070 kg. Das macht ein Leistungsgewicht von 3,7 kg/PS.

D.h, der AMG hat ein Leistungsgewicht, das nur minimal besser ist, als bei einem Rallyeauto. Angegeben ist er mit einer Beschleunigung von 4,0 s auf 100 km/h.
Er hat zwar ein etwas niedrigeres Leistungsgewicht, aber dafür ist das Getriebe so stark gespreizt, dass es bis an die 300 km/h reicht. Das Ralleyauto beschleunigt durch ein enger abgestuftes Getriebe dennoch schneller, sodass es dann auch auf eine Beschleunigung von deutlich unter 4 s kommt.

Habe selber in der Garage einen Rallyeoldtimer aus den 70er Jahren stehen, eine Alpine A310. Im einzigen Jahr, wo sie eingesetzt wurde (1976), versägte sie alle anderen incl. Porsche, Ferrari und Lancia Stratos.
Die hat zwar nur 180 PS (in der Rennversion 270 PS), aber durch das niedrige Gewicht (960 kg), den tiefen Schwerpunkt, ein obergeiles reinrassiges Rennfahrwerk sowie einem kurz abgestuften Getriebe, versäge ich auf Landtsraßen auch heute noch die ganzen dick motorisierten Limousinen mit ein paar hundert PS. Da muss schon ein neuerer Porsche oder Ferrari kommen, damit ich alt aussehe.

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Da muss schon ein neuerer Porsche oder Ferrari kommen, damit ich alt aussehe.

Oder Alopezie mit seinem 2.2l Turbo Diesel ;) Wer den Selbstzünder schlägt, darf gegen meine Raptor ankämpfen. Von 0-100 ist jedes Mofa hinter mir ;)

Ne aber ist wirklich ein schönes Auto! Ich persönlich könnte damit eher weniger Anfangen (Familien Vater) aber immer wieder schön zu sehen das Leute noch Zeit und Fleis in alte Geräte stecken damit diese nicht aussterben. 

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Krass, wir haben auch noch einen Alpine A310/4 in unserer Garage! Echt schönes Auto.

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@SynphX

Ja, wirklich schönes Auto. Der /4 hat zwar noch den schwächeren Motor, dafür sieht die Front mit 6 Scheinwerfern besonders spektakulär aus.

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