Warum denken Erwachsene, sie hätten mehr Ahnung und Wissen als Jugendliche und/oder Kinder (Bundestagswahl &' Juniorwahl)?

 - (Schule, Politik, Eltern)

20 Antworten

Oha, da haben wir ja gleich noch einen weiteren Grund dafür, wieso es gut so ist, dass man nicht unter 18 und mitten in der Pubertät wo die Emotionen nur so fließen wählen gehen darf. Antworten löschen lassen die dir nicht gefallen, wo bleibt denn die freie Meinungsäußerung?

Dass das Ergebnis nun "besser" ist als das der Erwachsenen ist dein rein subjektives Empfinden. Politik ist ein kompliziertes Thema, das man nicht mit einfachem Denken lösen kann, es ist immer ein Abwägen von Entscheidungen, versuchen die Leute im Allgemeinen zufriedenzustellen, was nie gänzlich gelingen wird, eben weil die Meinungen so unterschiedlich sind und für viele Themen gibt es eben auch keine einfache, schnelle Lösung.

Zu glauben, dass ein paar Kinder und Jugendliche nun den absoluten Durchblick hätten (viele der Themen betreffen sie gar nicht oder nur indirekt und sie verstehen gar nicht worum es überhaupt geht), weil sie sich für den Tierschutz einsetzen wollen ist mehr als naiv. Mal davon abgsehen, dass sie viel viel leichter zu beeinflussen sind als Erwachsene.

War ja klar, dass man uns mal wieder als kleine Kinder bezeichnet, die nicht entscheidungsfähig sind. 

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@GlitzerimMund

Viele Erwachsene sind das nicht einmal, da Politik einfach zu vielschichtig ist. Daher gibt es auch Politiker: Sie befassen sich ausführlich mit den verschiedenen politischen Möglichkeiten und den Umsetzungsweisen, wägen die unterschiedlichen Interessen ab, beachten dabei die Auswirkungen für die Zukunft, und noch vieles mehr. Es ist unglaublich zeitintensiv, sich ebenfalls mit allen Themen auseinanderzusetzen, um sich selbst eine wirkliche Meinung bildenzukönnen, die nicht nur von Oberflächlichkeiten oder Stammtischparolen geprägt ist. Viele können das (zeitlich) nicht oder sie wollen es nicht.  

Ich bin auch noch nicht volljährig, aber froh, dass ich diese Last noch nicht zu tragen haben. Wenn es soweit ist, werde ich diese Aufgabe aber annehmen. Bis es soweit ist, kann ich mich weiterbilden, um an sie heranzuwachsen.

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@GlitzerimMund

Ich glaub nicht, dass er das meint. Er meint nur, dass, aufgrund fehlender Erfahrung (z.b. kannst du mit 18 den Führerschein machen und fahren, aber fahren können und fahren können sind 2 paar Schuhe - eigentlich sollte man eher sagen, du bist berechtigt ein Fzg. zu führen - trifft es besser, aber klingt blöder. Man spricht von etwa 7 Jahren Fahrpraxis, ehe du wirklich fahren kannst) leichter zu beeinflussen bist.

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Dass Erwachsene mehr Ahnung und Wissen haben, als Kinder und Jugendliche, liegt doch auf der Hand. Natürlich gilt das nicht für alle Einzelfälle, aber tendenziell kann man schon sagen, dass jemand, der studiert hat/eine Berufsausbildung absolviert hat, mehrere Jahre Erfahrung im Beruf, mit Kindererziehung und allgemeinen Leben hat, mehr Ahnung und Wissen hat, als jemand, der das noch nicht erreicht hat.

Ob das jetzt zwangsläufig dazu führt, dass man "bessere" Entscheidungen trifft, steht auf einem anderen Blatt. Aber du hast ja explizit nach Ahnung und Wissen gefragt. 

Was ist überhaupt mit "besser" gemeint? Was macht in deinen Augen das Ergebnis der Jugendlichen "besser", als das der Erwachsenen?

Wenn Kinder und Jugendliche mehr Ahnung haben, sollte man in Zukunft auch nur noch solche in die Politik lassen. Nur noch Kinder und Jugendliche in den Bundestag und Bundesrat. Bundeskanzler maximal 17 Jahre alt. Alle Ministerämter mit Jugendlichen besetzen. Das wäre die logische Schlussfolgerung deiner Aussage. 

Meinst du, das wäre vernünftig?

Auweia...lieber nicht...

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Woran machst du die Erkenntnis fest, dass Jugendliche mehr Ahnung von Politik hätten? Ich sehe eigentlich nur einen großen Unterschied bei den Stimmen für die Grünen, was aber sicher kein Qualitätsmerkmal einer Wahl ist, wie viele Länder, Städte und Gemeinden schon feststellen mussten wo die Grünen dann in einer Regierung waren.

Außerdem hat bei dieser Jugendwahl wohl jeder mitgemacht.

Bei 62 Mio. Wahlberechtigten sind wohl nicht alle zur Wahl gegangen. Oft ist es so, dass dadurch Protestparteien, wie die AfD eine ist, dazugewinnen.

Mal rein logisch betrachtet: Wenn Jugendliche mehr Ahnung von Politik hätten, dann würde ihre Ahnung mit zunehmendem Alter ja abnehmen werden, denn sie werden ja irgendwann Erwachsene. D.h. nach der Theorie wird man mit dem Alter automatsich dümmer.

Es gibt aber auch die Sichtweise, dass man mit zunehmendem Alter mehr Lebenserfahrung hat und Dinge besser einschätzen kann, besonders wenn man angefangen hat für sein eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen.

Ein klein wenig abweichend von Deiner Frage, aber mal ein Beispiel aus der politischen PRAXIS von diesem Jahr:

Ich lebe in einem Dorf mit 4.000 Einwohnern. Davon sind exakt 250 Jungwähler, also kommunal wahlberechtigt ab 16 Jahre. Wir haben jeden einzelnen angeschrieben (und Kontakte in socialmedias, usw.) mit dem Hinweis auf einen zu gründenden Jugendgemeinderat. So etwas gibt es in BW. https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendgemeinderat

Der JGR wird von Jugendlichen gewählt und kann u.a. Anträge in den Gemeinderat bringen. Zudem bekommt er sein eigenes Budget.

Jetzt die Resonanz auf die 250 Briefe: NULL (einer fragte, wie er Baudreck auf der Straße vor seinem Haus weg bekommt).

Soviel zum praktischen Engagement und Interesse der Jugendlichen, SELBST etwas zu machen (ich will da fff nicht schlecht machen, aber das ist nochmal ein großer Unterschied). Und selbst etwas gestalten ist praktische Politik und es fängt im Kleinen an.

Woher ich das weiß:Hobby – Kommunalpolitik und Themen bis auf Landtagsebene

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