Waren frühere Menschen genauso schlau wie wir?

7 Antworten

Jein.

Der IQ orientiert sich immer daran, wie Intelligenz statistisch in der aktuellen Bevölkerung verteilt ist. Folglich hatten frühe Menschen rein theoretisch (hätte es damals schon IQ-Tests gegeben) ebenfalls einen IQ von durchschnittlich 100 +/- 15.

Allerdings waren Wissen und Intellekt ganz anders strukturiert und es gab andere Wichtigkeiten. Vor der Landwirtschaftlichen Revolution vor ca. 10 - 12.000 Jahren mussten Menschen vermutlich ein unglaubliches Wissen haben, um sich überhaupt von der Wildnis ernähren zu können. Nach der landwirtschaftlichen Revolution wurde die Menschheit sehr schnell stark ausdifferenziert und hierarchisch, was Innovation normalerweise hemmt, allerdings sind auch intellektuelle Leistungen überliefert, die heutige Fähigkeiten in den Schatten stellen. Die Tatsache, dass viele antike Kulturen nicht einmal Schriften hatten und trotzdem das Wissen so gut weitergeben konnten wie die Perser, Griechen und Römer, die ihreszeichens sehr fleißig geschrieben haben, spricht für umfangreiche intellektuelle Fähigkeiten, Dinge zu kapieren und sich zu merken.

Ich würde folglich sagen: Ja, Menschen konnten früher auch schon extrem intelligent und gebildet sein, mitunter auch mehr als heute. Aber der Durchschnitt wurde von den hierarchischen Systemen auch lange "dumm" gehalten. Eine Schulpflicht, die für jeden Menschen einen Grundstock an Fertigkeiten garantieren soll, gab es die längste Zeit der Menschheitsgeschichte nicht.

Die Frage ist, wie weit Du zurückgehst. Wenn es "nur" ein paar zigtausend Jahre sind, waren die Menschen damals genauso intelligent wie wir. Sie haben die Intelligenz nur ganz anders genutzt. Wenn damals ein Mensch durch den Wald ging, sah er anhand von scheinbaren Kleinigkeiten, die uns gar nicht auffallen würden, welche Tiere dort entlang gelaufen sind, er roch, sah und hörte viel besser als wir, da eine größere Gehirnregion für die Sinne bereitstand (die wir heute für Dinge wie "lesen" zweckentfremden...), er hatte ein vollkommen anderes, viel besseres Körpergefühl, und konnte aus elementaren Dingen sich Werkzeuge oder Hilfsstoffe herstellen. Wer von uns kann heute aus einer Birkenrinde Klebstoff herstellen? Er konnte das. Wer könnte sich in der vollkommen unberührten Natur über viele zig Kilometer orientieren und zu seinem Stamm zurückfinden, ohne Kompass, Karte oder sonstiger Mittel? Er konnte das. Wie gesagt: Er nutze das gleiche Gehirn wie wir, nur eben für anderen Dinge.

Der Intellekt und IQ werden sicherlich auch vererbt, vor allem aber entwickeln sie sich ab frühester Kindheit durch die Auseinandersetzung mit der Umgebung.

Bereits auf 50 oder 100 Jahre bezogen ist aber das Denken durch den technischen Fortschritt bedingt viel schneller und komplexer geworden. Vieles wird ja auch erst entdeckt und als gesellschaftliche Erfahrung gemacht, setzt sich mit der Zeit erst durch.

Also glaube ich nicht, dass ein Mensch früherer Jahrtausende der heutigen Zeit geistig richtig gewachsen wäre. Wenn er als Baby hier anfängt, wohl vielleicht - aber kaum als Erwachsener.

ja sicher. auch wenn natürlich die Intelligenz unserer direkten Vorfahren mit heutigen IQ-Tests nicht zu ermitteln ist,

Als unsere Vorfahren vor 40.000 Jahren nach Europa kamen, waren sie von den Tieren auf diesem Kontinent so fasziniert, dass sie diese Tiere in den Höhlen von Lascaux an die Wände malten. Diese Gemälde zeugen von so viel Intelligenz und so viel Kreativität, dass man einfach davon ausgehen muss, dass die Leute damals ganz genauso Intelligent waren wie wir. Es fehlte ihnen die Bildung, sie haben nie in ein Physikbuch geschaut und sie konnten auch nicht Google fragen, wenn sie etwas nicht wussten. Aber das spielt bei einer kreativen Problemlösung überhaut keine Rolle. Die Intelligenz war bei ihnen bereits vorhanden. Das sieht man an ihren Bildern. Diese Bilder haben alles was man den Schülern in heutigen Zeichenschulen beibringt.

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