16 Antworten

Ja, weil Reichtum nicht auf der eigenen Arbeit beruht, sondern auf der Ausbeutung fremder Arbeit.

Die Gesellschaft ist grundsätzlich gespalten in diejenigen, die kein Kapital besitzen und für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen und damit mal besser, mal schlechter hinkommen; und die diejenigen, die genügend Kapital besitzen, um andere für sich arbeiten zu lassen und dadurch Reichtum anzuhäufen. Diese Gruppen sind Klassen, und zwar die Klasse der Lohnarbeiter und die Klasse der Kapitalisten.

Die Arbeit der Lohnarbeiter schafft den Reichtum, aber angeeignet wird er durch den Kapitalisten, der davon den Lohn seiner Arbeiter, seinen eigenen Konsum und Investitionen für weiteres Wachstum finanziert. Der Kapitalist kann also nur reich sein und immer reicher werden, weil die Lohnarbeiter arm und deshalb abhängig von seinen Arbeitsplätzen sind, auf denen sie von ihm weiter ausgebeutet werden.

Weder ist also Armut selbstverschuldet, noch basiert Reichtum auf der eigenen harten Arbeit (sondern auf fremder harter Arbeit). Ein Rechenbeispiel: Elon Musk besitzt etwa 244 Milliarden US-Dollar, oder ausgeschrieben 244.000.000.000 $, die Hälfte der US-Amerikaner besitzen weniger als 90.000$. Musks Vermögen ist das 2.711.111-fache dieses Wertes.

Musks stündliches Einkommen wird auf 16.300.000 $ geschätzt, der Mindestlohn in den USA beträgt 7,25 $, der Durchschnittslohn 20,15 $. Liberale wollen uns also glauben machen, dass Musk 2.248.275-mal produktiver arbeitet als einer seiner Angestellten auf Mindestlohn und 808.933-mal produktiver als der durchschnittliche US-Amerikaner und trotzdem noch Zeit findet, Unsinn auf "X" (ehemals Twitter) zu schreiben?

Laut Bloomberg war Musk auch der erste Mensch, der mehr als 200.000.000.000 $ verloren hat. Sein Geld verdankt er also offensichtlich auch keinem guten Geschäftssinn, sondern er ist einfach so reich, dass er auch solche extrem risikoreichen oder unklugen Unternehmungen sich leisten kann.

Wie kam Elon Musk eigentlich zu seinem Startkapital? Sein Vater besaß Smaragdminen in Apartheidssüdafrika, und Musk ging auf eine von den Armen und Farbigen abgeschirmte Privatschule.

Musk ist nur ein Beispiel, weil er so prominent ist, und das ist auch keine reine USA-Problematik. Der reichste Deutsche, Dieter Schwarz, ist der Besitzer von Lidl und besitzt mit etwa 50.000.000.000€ etwa ein Fünftel von Musks Vermögen. So reich wird man nur durch die Ausbeutung fremder Arbeitskraft, und dafür braucht man schon vorhandenes Kapital, z.B. von reichen Eltern, reichen Gönnern oder durch einen Kredit, für den man allerdings kreditwürdig, also reich sein muss.

Deine Annahme beruht auf groben Fehlschlüssen...
Liberale wollen uns also glauben machen, dass Musk 2.248.275-mal produktiver arbeitet als einer seiner Angestellten

Es geht nicht darum, wie "hart" jemand arbeitet, sondern wie innovativ jemand arbeitet! Ohne Musk hätten Tausende von Menschen keine Arbeit, kein Einkommen, kein Essen auf dem Tisch, kein Geld, keine Zukunft.

  • Niemand "verliert" das Geld, das er verdient!

Es ist der Gewinn, den er erwirtschaftet. Der Mehrwert, den Menschen bereit sind zu zahlen, weil sie mit ihren eigenen Händen nicht das schaffen können, was er mit seinem Unternehmen schafft.

Zum Beispiel ein Auto herzustellen.
(Für eine Person, in einem Leben, völlig unmöglich...)

Deshalb bezahlen sie auf der Grundlage ihrer Zeit (Arbeit), die Arbeit der anderen, die in diesem Fall, einen höheren Stellenwert hat, als ihre eigene, weil die Summe ihrer Arbeit, nicht von einer einzelnen Person geleistet werden kann.

Ressourcen, Fabriken auf der ganzen Welt, Dienstleistungen, Arbeitskraft und Zeit kommen zusammen und steigern den Wert des Endproduktes um ein Vielfaches! Ein tonnenschwerer Klumpen Metall ist nichts wert, ein rollender Klumpen Metall auf Rädern sehr viel!

Und dabei unterstellst du, dass die Arbeiter, dabei ausgebeutet werden, aber sie haben das Auto nicht zusammengebaut, sondern immer nur einen Schritt ausgeführt.

Sie werden nicht nach dem fertigen Produkt bezahlt, sondern nach dem einzelnen Produktionsschritt den sie durchführen.

Bsp. Beziehen eines Sitzes o.ä., vergleichbar mit dem, was der Stoff, die Polsterung usw. für sich genommen wert waren, steigt der Wert des fertigen Sitzes bereits um ein Vielfaches, im Vergleich zu den Rohstoffen. Der Arbeiter verdient also bereits ein Vielfaches seiner Arbeitskraft, so wie der Chef ein Vielfaches für die Innovation und Bereitstellung der Firmenstruktur, Kapital, Maschinen, Risiko usw. erhält.

Der Konsument tauscht Zeit gegen Geld und Geld gegen die Zeit der anderen.

Erst durch das Zusammenführen von Innovation, Produktion, Dienstleistung, Geld, Arbeit und Zeit entsteht ein Mehrwert (Gewinn) - der für niemanden einen Verlust bedeutet, weil er einen Gegenwert erhält - Zeit in Kombination mit Infrastruktur, Innovation usw. führt zu einem Produkt, dessen Wert sich vervielfacht hat, ohne dass andere dafür Verluste erleiden! In diesem Prozess haben alle profitiert.

  • Du rechnest also mit der falschen Währung...

Es ist nicht die "Härte der Arbeit", die entsprechend entlohnt wird, sondern die Innovation und der Mehrwert für die Gesellschaft!

Die Arbeit der Lohnarbeiter schafft den Reichtum, aber angeeignet wird er durch den Kapitalisten, der davon den Lohn seiner Arbeiter, seinen eigenen Konsum und Investitionen für weiteres Wachstum finanziert.

Er schafft auch die Lebensgrundlage. Ohne Arbeitgeber kein Lohn, kein Essen auf dem Tisch, ohne Einkommen keine Familie, kein Glück, Qualität usw.

Dass der Chef eines Unternehmens an seinem eigenen Produkt verdient, sollte selbstverständlich sein!

Oder verschenkt der Bäcker seine Brote aus reiner Güte und Nächstenliebe? Er trägt die Verantwortung, das Risiko und ermöglicht anderen erst ihren Wohlstand, indem er sie an seinem Gewinn teilhaben lässt und sie eben nur nach ihrer Leistung bezahlt. Beispiel Elon Musk: Die Arbeitskraft eines Arbeiters, der ein Armaturenbrett montiert, ist nicht mehr wert als die Zeit, die er braucht, um eine Handvoll Schrauben durch Plastik zu drehen.

Aber der Chef des Unternehmens, das dieses Kunststoffteil herstellt, schafft einen immensen Mehrwert! Seine Innovation, seine Investition in die Maschinen, in die Industrie, in die Gründung des Unternehmens machen es erst möglich, dass aus den Teilen ein fertiges Auto wird!

Ob die Arbeiter in seiner Fabrik einzelne Arbeitsschritte ausführen oder nicht, spielt für das Endprodukt keine Rolle. Es ist der Eigentümer des Unternehmens, der durch seine Innovation die Herstellung dieses Teils ermöglicht und dafür sorgt, dass andere ihre Zeit und Arbeitskraft in Geld umwandeln können.

Die Arbeiter führen nur die Tätigkeiten aus, die zu teuer wären, um sie zu automatisieren, oder die zu komplexe Abläufe erfordern, und dafür werden sie auch bezahlt.

Werden sie also ausgebeutet, wenn sie einfache Tätigkeiten verrichten, die jeder andere nach kurzer Einarbeitung auch machen könnte? - Nein!

Sie sind entbehrlich und ihre Arbeit ist weniger wert als die der anderen, unabhängig davon, ob der Beruf körperlich anstrengend oder mühsam ist, es geht um die Frage, ob der Beruf von vielen ausgeübt werden kann oder ob er eine Spezialisierung erfordert...

Und um ein Unternehmen wie das von Musk zum Erfolg zu führen, braucht es unzählige Fähigkeiten und das Zusammenspiel vieler Faktoren.

Ein Fließbandarbeiter könnte das nicht und wird deshalb auch viel schlechter bezahlt, weil er nicht die Verantwortung für Tausende von Mitarbeitern trägt und keinen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft erbringt.

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So reich wird man nur durch die Ausbeutung fremder Arbeitskraft...

Falsch - er erwirtschaftet (Gewinn) durch den Konsum der Kunden!

durch die Ausbeutung fremder Arbeitskraft

Natürlich kann man darüber streiten, die Preisgestaltung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, soziologischen und ökonomischen Ursprungs.

Ein Supermarkt oder Discounter bietet jedoch den Mehrwert, die Produkte an einem Ort zu versammeln.

Der Kunde muss nicht mehr alle Bauern einzeln abklappern, die Kartoffeln, die Milch einzeln abholen, zum Metzger fahren usw., sondern bekommt sie, industriell verarbeitet und aufbereitet serviert.

Es ist das Sortiment und die Auswahl, die den Mehrwert ausmachen.
Das kann etwas Positives sein, muss es aber nicht.

Fakt ist: Niemand zwingt sie, dort einzukaufen. Was der Konsument bezahlt, bezahlt er freiwillig, in dem Wissen, dass die Produkte bewusst preiswert gestaltet sind.

Natürlich kann man sich in diesem Zusammenhang über die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern echauffieren, aber die Gewinne werden nicht auf dem Rücken derer gemacht, bei denen nichts zu holen ist!

Ob man einem Arbeiter in einem Entwicklungsland einen oder zwei Euro mehr zahlt, macht für das Unternehmen und die Bilanz keinen Unterschied...

Man kann diese Bedingungen natürlich kritisieren, aber es ist der Mehrwert, der am Ende z.B. aus dem Herstellungsprozess in Verbindung mit der Wertschöpfungskette entsteht.

Der Mehrwert, den Lidel bietet, besteht darin, dass die Verbraucher nicht mehr für jedes Produkt in ein Geschäft gehen müssen und dass man so gesehen Platz und Arbeitskräfte spart, indem man nicht mehr 1.000 verschiedene Geschäfte betreiben muss, sondern nur noch einen Standort, an dem es alles Wichtige zu kaufen gibt.

Es ist diese bewusste Entscheidung, der Komfort, die Zeitersparnis beim Einkaufen, welche gut entlohnt wird.

Dabei verliert niemand!

Denn was auf den (ersten Blick) wie ein finanzielles Ungleichgewicht aussieht, ist in Wirklichkeit ein einfaches Tauschgeschäft. Zeitersparnis und Bequemlichkeit im Tausch gegen einen zentralen und gut erreichbaren Standort mit einem diversifizierten Sortiment!

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@M4RC3LL0
Es geht nicht darum, wie "hart" jemand arbeitet, sondern wie innovativ jemand arbeitet!

Es geht weder um das eine noch um das andere. Jede große Firma hat angestellte Entwickler, Wissenschaftler und Ingenieure, die Innovationen schaffen. Deren Arbeit wird ebenso ausgebeutet wie die von Handarbeitern am Fließband.

Ohne Musk hätten Tausende von Menschen keine Arbeit, kein Einkommen, kein Essen auf dem Tisch, kein Geld, keine Zukunft.

Du beschreibst hier genau das Abhängigkeitsverhältnis, das ich auch schon in meiner Antwort genannt habe. Soll man dem Chef jetzt auch noch dankbar sein, dass er einem im Gegenzug für die eigene Zeit und Kraft die Krümel überlässt, die übrigbleiben, nachdem er sich den Kuchen genommen hat?

Es ist der Gewinn, den er erwirtschaftet. Der Mehrwert, den Menschen bereit sind zu zahlen, weil sie mit ihren eigenen Händen nicht das schaffen können, was er mit seinem Unternehmen schafft.

Das ist der letzte Schritt in der Profitgewinnung, der Verkauf der Ware. Davor kommt aber die Aneignung des Produkts, das durch fremde Arbeit hergestellt wurde, und zusammen mit dem ungleichen Tausch (Lohn gegen Produkt) ergibt das Ausbeutung.

Und dabei unterstellst du, dass die Arbeiter, dabei ausgebeutet werden, aber sie haben das Auto nicht zusammengebaut, sondern immer nur einen Schritt ausgeführt.

Das widerspricht sich nicht. Marx nannte das "gesellschaftliche Arbeit". Der einzelne Arbeiter, der nur einen Teilschritt der Arbeit ausführt, kann das fertige Produkt nicht sein eigenes Werk nennen, weil es eben durch Kooperation von vielen Arbeitern entstanden ist. Der Widerspruch kommt dann, wenn dieses Produkt gesellschaftlicher Arbeit dann zum privaten Besitz des Fabrikbesitzers wird und von ihm gewinnbringend verkauft werden kann.

Der Arbeiter verdient also bereits ein Vielfaches seiner Arbeitskraft, so wie der Chef ein Vielfaches für die Innovation und Bereitstellung der Firmenstruktur, Kapital, Maschinen, Risiko usw. erhält.

Der Arbeiter verdient nicht ein Vielfaches seiner Arbeitskraft, denn wo soll dieses Vielfache herkommen? Er erhöht mit seiner Arbeitskraft den Wert des Produkts um einen gewissen Betrag, und einen Teil dieses Betrages bekommt er als Lohn ausgezahlt. Die Differenz geht an den Chef, und genau diese Differenz macht die Ausbeutung aus.

Der Konsument tauscht Zeit gegen Geld und Geld gegen die Zeit der anderen.

Richtig. Das ist die Grundlage der Arbeitsteilung und des Geldes.

Erst durch das Zusammenführen von Innovation, Produktion, Dienstleistung, Geld, Arbeit und Zeit entsteht ein Mehrwert (Gewinn) - der für niemanden einen Verlust bedeutet, weil er einen Gegenwert erhält

Wer redet denn von Verlust? Natürlich erhält man einen Lohn, von dem man Dinge wie Nahrung und Wohnung bezahlen kann, aber dieser Lohn entspricht eben nicht dem Wert der geleisteten Arbeit, sondern ist geringer! Unterm Strich leistet man also neben der bezahlten Arbeit auch unbezahlte Mehrarbeit für den Chef - es ist also ein ungleicher Tausch, bei dem sich eine Seite auf Kosten der anderen bereichert - das ist die Definition von Ausbeutung!

Er schafft auch die Lebensgrundlage. Ohne Arbeitgeber kein Lohn, kein Essen auf dem Tisch, ohne Einkommen keine Familie, kein Glück, Qualität usw.

Und hier hast du den springenden Punkt, warum man sich auf diesen Tausch einlassen muss, obwohl er ungleich ist - weil das eigene Überleben davon abhängt. Und das tut es nur, weil die Produktionsmittel, mit denen Wert erzeugt werden kann, im Privatbesitz einer kleinen Minderheit sind und die Mehrheit davon ausgeschlossen ist.

Dass der Chef eines Unternehmens an seinem eigenen Produkt verdient, sollte selbstverständlich sein!

Wieso ist es denn sein eigenes Produkt, wenn es von anderen hergestellt wird? Wenn, wie du sagst, ein einzelner Arbeiter nur den Sitz des Autos bezieht und es darum nicht sein Auto ist, muss das ja wohl auch für den Chef gelten, der erst recht keine eigene Arbeit zum Auto beigesteuert hat.

Aber der Chef des Unternehmens, das dieses Kunststoffteil herstellt, schafft einen immensen Mehrwert! Seine Innovation, seine Investition in die Maschinen, in die Industrie, in die Gründung des Unternehmens machen es erst möglich, dass aus den Teilen ein fertiges Auto wird!

Und wie viel Mehrwert schafft der Chef mit all seinen Maschinen, wenn z.B. seine Arbeiter in den Streik treten? Gar keinen.

Natürlich kann man sich in diesem Zusammenhang über die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern echauffieren, aber die Gewinne werden nicht auf dem Rücken derer gemacht, bei denen nichts zu holen ist!

Bei ihnen ist sehr wohl was zu holen, nämlich ihre Arbeitskraft.

Ob man einem Arbeiter in einem Entwicklungsland einen oder zwei Euro mehr zahlt, macht für das Unternehmen und die Bilanz keinen Unterschied...

Und trotzdem läuft jedes Unternehmen Sturm gegen Gehaltserhöhungen, weil sie geringere Ausbeutung beudeuten.

Denn was auf den (ersten Blick) wie ein finanzielles Ungleichgewicht aussieht, ist in Wirklichkeit ein einfaches Tauschgeschäft.

Ein ungleicher Tausch.

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@DiegoderAeltere
Deren Arbeit wird ebenso ausgebeutet wie die von Handarbeitern am Fließband.

Ihre Arbeit wird genau nach dem bezahlt, was sie leisten!

Könnten und wollten sie mehr leisten, würden sie besser bezahlt oder wären selbständig!

Abhängigkeitsverhältnis

Sollen sie sich doch selbstständig machen, wenn sie es sich zutrauen.

Wie oft das nach hinten losgeht, kann man an den Zahlen der Insolvenzen und aufgekauften Startups ermessen. Es gehört eben mehr dazu, als nur gut in seinem Job zu sein. Ein Unternehmen zu führen, die Weitsicht zu haben, diese Fähigkeiten zu kombinieren und gewinnbringend einzusetzen, das ist genau das, was einen Chef ausmacht.

Sonst könnte jeder unkoordiniert "sein eigenes Süppchen kochen".

Chef jetzt auch noch dankbar sein für dieKrümel überlässt, die übrigbleiben, nachdem er sich den Kuchen genommen hat?

Ohne Chef kein Kuchen, ohne Kuchen keine Krümel. Und dass der Chef es seinen Mitarbeitern ermöglicht, ihre Arbeitskraft oder ihre Dienstleistung einzubringen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Das Rezept gehört dem Chef!

Nur weil er seinen Angestellten erlaubt, die Zutaten nach seinen Vorgaben zu mischen, ist es nicht der Kuchen des Angestellten, sondern nur seine Arbeit, für die er bezahlt wird.

Der Chef "eignet sich seinen eigenen Kuchen nicht an" - er gehörte schon immer ihm, er teilt nur das Rezept mit den anderen...

Davor kommt aber die Aneignung des Produkts

Die Firma und der Chef sind das Produkt...
Ohne Firma, ohne Innovation, kein Produkt.

Die Mitarbeiter führen nur einzelne Schritte aus, um das Unternehmen zu skalieren (Arbeitsteilung), diese ergeben am Ende das Produkt. Die Arbeitskraft, wie du sie nennst, ist nicht der einzige Faktor, in dem gerechnet wird. Der Wert der Arbeit, gemessen an der Tragweite und Mehrwert, hat eine unterschiedliche Gewichtung.

ungleichen Tausch (Lohn gegen Produkt) ergibt das Ausbeutung

Falsch! - Lohn gegen Arbeit
Zeit + Arbeit = Lohn

AN wird für seine Arbeit äquivalent in Geld ausgezahlt.
Der AG erhält im tausch gegen Lohn das Produkt.

Es profitieren beide!

  • Wo entsteht da Ausbeutung?
der erst recht keine eigene Arbeit zum Auto beigesteuert hat.

Und das ist der Punkt.

Du verstehst nicht, dass Arbeit nicht gleichzusetzen ist mit "körperlicher Ertüchtigung"!

Der Chef, in diesem Fall derjenige, der das Unternehmen gründet, hat eine Idee.
Eine Idee, die er zu Geld machen will.

Aus der Idee entsteht eine Firma, in der er z.B. in Handarbeit erst den Sitz, dann das Lenkrad usw. herstellt.

Irgendwann merkt er, dass es zu lange dauert -> er stellt jemanden ein, der die Sitze bezieht, die Rücksitzbank einbaut, das Lenkrad montiert usw.

Beim Motor merkt er plötzlich, dass er damit überfordert ist. Er sucht jemanden, dessen Fähigkeiten aus seinem Wissen resultieren und der Motoren entwickeln kann.

Dieser Jemand wird nun aufgrund seiner Fähigkeiten, seines Wissens, seiner Erfahrung usw. dafür bezahlt, den Motor herzustellen.

Mit dem Auto hat er NICHTS zu tun...

Der Motor könnte auch in ein Boot eingebaut werden oder eine Maschine antreiben. Der Motor ist am Ende, genau das wert, was ein Motor wert ist und der Mitarbeiter wird gemessen an seiner Leistung dafür bezahlt.

Das Auto ohne Motor wäre wertlos!

Du scheinst nicht zu verstehen, dass der Motor dem Auto erst einen Mehrwert verleiht. Nicht derjenige, der den Motor entwickelt hat, bezahlt dafür. Der Motor ist bereits der Mehrwert aus z.B. Metall, Komplexität, Herstellungsprozess, Entwicklung usw. und hat mit dem fertigen Auto nichts zu tun.

Es ist das Zusammenfügen dieser Teile, das Koordinieren, das sinnvolle Einsetzen der Fähigkeiten, das dem theoretischen Auto, praktisch einen Wert beimisst.

Und wie viel Mehrwert schafft der Chef mit all seinen Maschinen, wenn z.B. seine Arbeiter in den Streik treten?

Wir erinnern uns: Zeit + Arbeit = Geld.
Ohne Maschine keine Arbeit, ohne Arbeit kein Geld.
Was würde der Arbeiter ohne die Maschine machen?

Er könnte seine Arbeitskraft und seine Zeit nicht in Geld umwandeln, er wäre arbeitslos!

Wer trägt nun mehr dazu bei? Derjenige, der die ganzen Maschinen, die Logistik, die Infrastruktur aufbauen muss, oder derjenige, der diese Infrastruktur nutzt und dafür Geld bekommt?

warum man sich auf diesen Tausch einlassen muss, obwohl er ungleich ist

Es ist nicht ungleich! Die verschiedenen Aspekte und Attribute sind nur unterschiedlich gewichtet. Die einen wertvoller als die anderen und daher gleichwertig, wenn auch ungleich verteilt.

Ein ungleicher Tausch.

Nur für den, der den Gegenwert nicht erkennt und zu schätzen weiß. Ein solcher Jemand ist nicht gezwungen, sich auf diesen Handel einzulassen.

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Vielleicht
Wem hoch und niedrig gleich, gleichviel ist hart und weich Gleichgültig reich und arm, der ist in Armut reich.

Friedrich Rückert

Einen Umstand, eine Sache .... kann man immer von mehreren Seiten her betrachten, denn eine Sache hat immer mindestens zwei Seiten.

Klar, wären zu viele (Reiche) nicht so unglaublich raffgierig, müssten sie dazu viele (Arme) nicht ausbeuten.
Übrigens auch mittels Zinsen und Zinseszinsen.

Bild zum Beitrag

Annerschrum:
Wären zu viele (Arme) nicht so unglaublich stark von ihrer Ohnmacht überzeugt, dass sie etwa den Umständen hilflos ausgeliefert seien, müssten sie nicht zu viele (Reiche) bei ihrem Beutezug unterstützen und würden sich für alternative Möglichkeiten einsetzen.

Zum Ausbeuten braucht es schon zwei!, die dabei mitmachen.

Mir kommt es immer wieder so vor, als würde sich alle ungenützte Macht der Armen in wenigen Reichen sammeln. Und dann kommt: Macht korrumpiert.

Dazu folgende, meiner Ansicht nach lohnende Frage dazu:

Wenn ab 12 die Armen reich und Reichen arm sind, werden wohl die Neureichen den Neuarmen abgeben?

Manfred Hinrich

Da es kein herrenloses Geld gibt, muss jeder, der an Geld kommen will, es jemandem nehmen. Dabei läuft es nicht immer gleich ab:
Manche Reiche nehmen skrupellos.
Viele Arme nehmen zu wenig und zu barmherzig.

Wärst du nicht Reich wär ich nicht Arm?

Ja, stimmt.

Wärst du nicht arm, wär' ich nicht reich.

Stimmt aber auch!

Wären Arme weniger arm beim Nehmen und beim Einsetzen eigener Willenskräfte und Mut ....., dann wären Reiche nicht so reich.

Es bleibt die Hauptsache, Geist und Herz des Arbeiters zu bilden und zu klären und vor allem das Pflichtbewußtsein zu stärken. Nicht darin besteht die Aufgabe, den Unterschied zwischen Reich und Arm zu beseitigen. Nur die Stärkung des Pflichtbewußtseins kann dazu führen, den Arbeiter mit seinem Lose zufrieden zu machen.

Julius Simon

 - (Geld, Philosophie, Spiritualität)
Ja

Brecht war sozial- und gesellschaftskritisch und dem damaligen Begriff des Kommunismus zugeordnet.

Zitate sind immer verkürzt. Zudem war er Dramatiker. Das Zitat beschreibt die amoralische Ausbeutung seiner Zeit - 1934 durch Lohnsklaverei. In dem Sinne ist es richtig.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – HU-Studium Politikwissenschaften, eigene Kandidatur
Nein

Wie unsinnig es ist, Reichtum nur in Relation zu Armut zu definieren, sieht man daran, wenn sowohl der Reiche als auch der Arme plötzlich fünfmal so viel hätten: In Relation zueinander wären sie immer noch arm und reich. Selbst wenn der Arme, absolut betrachtet, nun mehr hätte, als der Reiche zuvor.

Das ist Unsinn. Brecht ging es immer mehr um die dramatische Wirkung als um die philosophische Wahrheit.

Unsere Gesellschaft ist kein Nullsummenspiel. Im Gegenteil: Wenn in einer Gesellschaft einer erfolgreich ist, zieht er sehr oft die anderen mit hinauf und mehrt deren Wohlstand und verbessert die Lebensqualität aller. Natürlich gibt es auch Ausbeuter. Aber sehr viele Reiche sind deshalb reich, weil sie oder meist einer ihrer Vorfahren etwas Grosses für die Allgemeinheit geleistet haben.

Problematisch ist hingegen unser Geldsystem, dass macht, dass die, die einmal reich sind, immer noch reicher werden, auch wenn sie der Gesellschaft nichts mehr bringen.