Vater macht NICHTS im Haushalt, hab ich die Rolle meiner Mutter eingenommen?
Frage steht ja oben, weil es kommt mir langsam so vor. Meine Eltern sind geschieden und ich lebe seit 4 Jahren bei meinem Vater. Am Anfang hat er sich noch bemüht und es ging einigermaßen, aber inzwischen macht er so gut wie NICHTS mehr im Haushalt und ich denke das kommt daher, weil das früher alles meine Mutter gemacht hat und ich inzwischen volljährig bin, also er eigentlich keine Verpflichtungen mehr hat. Manchmal kommt es mir auch so vor als wäre er ein kleines Kind, dem man erst noch alles beibringen muss und der Mann ist Mitte 50. Fällt ihm in der Küche Kaffeepulver runter, lässt er es einfach auf dem Tisch liegen, benutzte Teller lässt er auf dem Tisch stehen, Tassen, Besteck usw auch, er saugt nicht Staub, putzt nicht die Fenster, wischt nicht, nicht mal wenn er was verschüttet hat, WENN er Wäsche wäscht, ist er zu faul sie raufzuholen, einkaufen geht er nur wenns nicht mehr anders geht. Ich hab im Moment relativ viel Zeit und erledige dann viele Dinge und hab eigentlich auch kein Problem damit, aber inzwischen nerven diese tausend Kleinigkeiten. Seinen Teller abzuräumen sollte man schon hinkriegen. Spricht man ihn darauf an, schreit er mich an und stöhnt wie viel er zu tun hat. Ja, er geht arbeiten, aber das tun andere Menschen auch und man könnte es sich ja aufteilen von der Arbeit oder Kleinigkeiten einfach selbst erledigen wenn man sie sieht, aber man kann darüber auch nicht reden, es ist selbstverständlich geworden als wäre ich seine Putzfrau. Lasse ich es, wird es immer dreckiger und unaufgeräumter, er kommt gar nicht auf die Idee mehr irgendwas zu machen. Sobald ich irgendwie die Möglichkeit hab, werde ich auch ausziehen und das weiß er auch.
Seit wann musst du den Haushalt allein erledigen? Wie alt warst du dann?
Wurde nach und nach immer mehr, mittlerweile lässt er halt alles liegen.
3 Antworten
Ja, Du bist wohl in die Rolle der Hausfrau reingerutscht, wie er sich das so vorstellt. Das hätte auch nicht die "Rolle Deiner Mutter" sein sollen, und vielleicht ist das ja auch ein Grund dafür gewesen, warum sie geschieden sind.
Du kannst ihn jedesmal darauf hinweisen. Offenbar neigt er ja zu Ausbrüchen, das müsstest Du dann ertragen. Oder Du erträgst es, machst den Kram, und arbeitest daraufhin, ausziehen zu können.
Eigentlich wäre der Weg, sich mit ihm hinzusetzen und das Gesamtpaket mal ordentlich zu besprechen. Das wird aber aus zwei Gründen nicht funktionieren: erstens sieht er nicht ein, dass er hier ein Defizit hat, und zweitens nimmt er sehr wahrscheinlich keinen Rat von seiner Tochter an. Du bist hier in einer noch schlechteren Lage, als es Deine Mutter war. Aber vielleicht versuchst Du es trotzdem.
Nein das war nicht der Grund und ja eigentlich wäre das so mit dem hinsetzen, aber das funktioniert nicht
Ich würde noch mal sachlich das Gespräch suchen, dass du bereit bist mehr im Haushalt zu machen, aber weder seine Mutter noch Putzfrau bist und er die Dinge die er nutzt, zukünftig selber wegräumt und wenn er Dreck macht, das weg macht. Und du es einfach respektlos findest, wenn er dich wie eine Putzfrau benutzt und Kaffepulver, dreckige Teller und sowas alles einfach stehen lässt.
Wichtig dabei: Nenne konkrete Beispiele, was dich stört.
Du musst einfach aushalten, nicht mehr hinter ihm her zu räumen. Wenn nicht, wird er so weiter machen und sich nichts an der Situation ändern. Denn für ihn ist das ein super Leben, ER sieht keinen Grund daran was zu ändern. Hat ja wieder iene blöde gefunden, sie das alles für ihn macht. Du bist daher mit Teil des Problems, weil du angefangen hast so dermßen hinterher zu räumen, erst in Einzellfällen und dann dauerhaft.
Dein Vater hat ein ernsthaftes Problem mit seiner Selbstdisziplin. Meist hilft da nur sachliche Kritik von einer außenstehenden, möglichst neutralen Person. Deine Vorschläge oder Mängelhinweise wird er wohl kaum umsetzen.
Ja, das ist ein seelisches Problem. Der Psychiater wäre hier besagte neutrale Person.
Nur das man die ältere Generation selten dazu bekommt, sich therapeutische Hilfe zu holen. Zumindest meiner Erfahrung nach.
Ja, kann sein. Wobei sich da inzwischen auch etwas zu ändern scheint (Siehe vermehrte Berichtserstattung zu Altersdepression in letzter Zeit). Wird aber auch noch einige Zeit dauern, bis es da spürbare Effekte geben dürfte.
Als ich letztes Jahr in der Klinik war, war die älteste auch geschätzt ca 70/80 Jahre alt. Also ausnahmen gibt es aufjedenfall.
Die Sache mit dem Herrn Grupp hat die Sache glaube ich etwas mehr in den Fokus gerückt.
Oder der Besuch bei einem Psychater. Auch eine psychische Krankheit kann dahinterstecken.