Umformulierung 10 Gebote
Hey Leute,
die 10 Gebote haben ja einen Befehlston: "du sollst". Nun habe ich überlegt, wie man die Botschaft freundlicher, d.h. ohne Befehl rüber bringen kann. Wir haben z.B. Du sollst nicht töten. Positiv gesagt: Hab Ehrfurcht vor dem Leben. Dies enthält jedoch immer noch einen Imperativ.
Meine Idee wäre z.B.: Du mögest Ehrfurcht vor dem Leben haben.
Was denkt ihr da zu? Könnt ihr das noch anderes formulieren? Auch z.B. mit "Handle gerecht und fair!"?
Danke LG
35 Antworten
deine Fassung würde sehr viel Spielraum für Interpretationen lassen- was jetzt also wenn Menschen unterschiedliche Auffassungen von "deinen" Geboten haben. Wer hat dann Recht? Du sollst nicht töten ist im Gegensatz dazu recht klar- auch wenn man zb. auch bei der Todesstrafe auch darüber diskutieren kann...
Deine Frage ist vor längerer Zeit sehr schön beantwortet worden von Ernst LANGE. Er hat eine kleine Broschüre geschrieben, Titel: "Die zehn großen Freiheiten". Du solltest Dir das Heftchen unbedingt besorgen.
Die Zehn Gebote sind von ihrem Wesen her keine "Befehle", sondern "Ermöglichungen". Vor den 10 Gebotren steht die "Präambel": "Ich, Gott, habe dich aus der Sklaverei befreit. Wenn Du Dich an mich hältst, wirst Du ...." - und dann kommen die "Freiheiten": Wirst Du es nicht nötig haben, im anderen einen Konkurrenten zu sehen, die Ehe zu brechen, weil Dir der/die eine genügt usw..
Die "Befehlsform" ist im Grunde ein Futur: Du "wirst" nicht... Zuerst kommt der Grund, warum man etwas machen kann. Dann kommt die Aufforderung, auch danach zu handeln, - weil es möglich gemacht wurde.
Warum willst du 10 Gebote den umformulieren? Also ich denke das sind RIchtlinien und eben Gesetze und die müssen auch klar formuliert sein. Aber ansonsten finde ich deine bisherigen Formulierungen beide gut.
Oder statt "Vorfahrt gewähren!" "mögest du so freundlich sein andere Fahrzeugführer zu u.U. lebensgefährlichen Vollbremsmanövern nötigen und deinen Willen, Dich ums Verrecken vorzudrängen oder einfach deinen Willen zu bekommen, aus Barmherzigkeit oder gar Anerkennung vor anderer Leute Recht nicht von Dir gefährdet zu werden, zurückstellen?" Die Gebote sind Hausordnung, und nicht Diskussionsbeitrag.
Die meisten Menschen verstehen nur eine deutliche Sprache wie "Du sollst". Noch strenger wäre: "Du musst".
Diplomatische Formulierungen, also kein Klartext, werden von vielen Menschen eben nicht verstanden und auch deswegen nicht ernst genommen.
Deshalb finde ich die Formulierung "Du sollst" schon richtig und angemessen.