Thema Tod im Kindergarten

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So "aus dem hohlen Bauch" heraus (sprich: ohne einen direkten Bezug zu dem Erleben der Kinder) würde ich mit dem Thema (und somit: auch besagtem Buch) erst einmal gar nichts anfangen wollen.

Was allerdings nicht heißen soll, dass dies keinen Platz im Kindergarten hätte - ganz das Gegenteil ist in meinen Augen der Fall.

Wenn du es also hinbekommst, eine Art "Brücke zu schlagen" (zwischen dem Buch und den Erfahrungen der Kinder - und das muss ja nicht zwingend der Tod eines Angehörigen sein), dann sollte sich das Weitere (und im Wesentlichen) eigentlich ergeben, mit ein bisschen gutem Gespür und Sensibilität.

Schau auf jeden Fall hier mal rein (sofern dich diese Thematik wirklich -und nicht nur im Vorbeigehen- interessiert):

http://www.kindergartenpaedagogik.de/908.html

Ich finde nicht, dass Sterben ein Kigathema sein sollte.die Kleinen sind beschaeftigt genug damit, das Leben kennenzulernen. Wenn ein Sterbefall in der Familie auftritt, dann sollten die Eltern das Thema privat mit ihren Kindern behandeln.

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...das eine schließt das andere doch nicht aus.

Ganz sicher ist es gut und wichtig, dass die Eltern selbst sich dieser Sache annehmen. Aber schaden kann es auf keinen Fall, wenn auch die Kita dies nicht als ein Tabu-Thema sieht, ganz im Gegenteil.

Gepflegt darüber hinwegzugehen (häufig ja auch aus eigener Unsicherheit! Und Unwissenheit übrigens auch) dürfte demnach nicht nur der bequemste, sondern auch der allerschlechteste Weg sein.

Zumal das Leben den Tod niemals ausschließen kann. Und Kinder -zunächst mal und von sich aus- so gar keine Berührungsängste damit haben (sofern ihnen diese denn nicht von den sie umgebenden Erwachsenen "eingepflanzt" werden, sozusagen).

Umso wichtiger ist, dass man sich selbst (und noch mal mehr als "pädagogisch Handelnder", im weitesten Sinne) mit dem Thema "Tod und Kinder" befasst. Damit so ein Unwohlsein, wie es auch aus deiner Antwort hier deutlich wird, erst gar nicht entsteht. Es ist nämlich überhaupt nicht nötig. Um nicht zu sagen: so gar nicht im Sinne der Kinder.

Spätestens wenn die Mutter/der Vater eines Kindes verstirbt (oder gar ein Kind aus der eigenen Gruppe), stellen sich diese Fragen urplötzlich nochmal so ganz anders; und mit vagen Statements (wie "das sollen doch lieber mal die Eltern übernehmen") wird man der Situation keinesfalls mehr gerecht...

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@mia68

Ich verstehe deinen Standpunkt - theoretisch. Aber stell dir eine typische Kiga-Gruppe mit 20+ Kindern vor, der du aufbuerdest, dass Menschen (oder Haustiere) fuer immer verschwinden koennen, weil sie krank waren, alt waren oder einen Unfall hatten.

Das werden bestimmt einige Kinder so verstehen, wie du das willst, aber bei anderen werden unbegruendete Aengste aufkommen: wenn ich die Grippe habe, sterbe ich jetzt? Opa ist wahnsinnigr alt, stirbt er jetzt usw. Und du weisst nicht mal, welche Kinder dich missverstanden haben, weil sie es nicht unbedingt sagen, oder erst in 3 Jahren, und weil du bei 20 Kindern die Reaktion der einzelnen gar nicht genau genug studieren kannst.

Verstehst du, das ist eine Sache die meiner Meinung nach in die Familie und nicht in das Erziehungssystem gehoert. Oder, wenn tatsaechlich ein Todesfall in der Gruppe auftaucht, dann ist es natuerlich wichtig darueber zu reden. Aber nicht "vorbeugend".

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@Steffile

Vielleicht sollte ich vorweg erstmal sagen, dass ich das hier nicht aufs Geratewohl mal eben so schreibe, sondern selbst -mehrfach- mit genau diesem Thema (Tod eines Elternteils, Tod eines Kindes in der Kita) befasst war; und zudem u.a. im Hospizbereich tätig bin.

Was du sagst, ist ganz häufig ja die gängige Meinung unter den Menschen - und genau deshalb lass´ ich sie auch so ungern hier ohne Kommentar stehen.

Nochmal: Ohne Frage wäre (!) es die Aufgabe der Eltern, im Falle eines Falles für ihre Kinder mit offenen Ohren (und vor allem: gut sortierten eigenen Gedanken) da zu sein; leider nur ist das nicht immer Fall, und zwar aus ganz verschiedenen Gründen. Es mag zum Beispiel so sein, dass Eltern viel zu sehr mit ihrer eigenen Trauer befasst sind. Oder aber auch: mit eigenen Ängsten (vor dem Umgang mit dem Thema "Tod") zu tun haben. Sich möglicherweise noch nicht mal selbst dazu positioniert haben. Und dann fällt es umso schwerer, etwaige Gespräche darüber anzugehen. Noch dazu: mit dem eigenen Kind, unter Umständen...

So mancher sucht sich Hilfe und Unterstützung dann auch im Hospiz (es gibt übrigens auch die Einrichtung des Kinder-Hospizdienstes; und dort ist man, neben anderem, auch für solche Familien da, die sich schlichtweg überfordert fühlen). Gott sei Dank also ist es an dem, dass die Menschen mehr und mehr den Weg auch hierher finden, darf man schon sagen.

Und es sind -zunehmend- auch Mitarbeiter von Kindergärten, die sich hier fortbilden lassen; um eben nicht in die Situation zu kommen, sich überfordert zu fühlen. Oder nur diffus reagieren zu können, weil schlichtweg das "Handwerkszeug" für derlei Situationen fehlt. Und das besteht -nicht nur, wenn auch ganz wesentlich- aus einer eigenen Haltung dem Tod gegenüber, sondern auch aus ganz "greifbaren" Methoden, wie man mit Kindern das Gespräch und den Umgang mit der Thematik gestalten kann. Ganz individuell, im Übrigen! Es geht also weit (!) über das hinaus, was du hier (mit dem Beispiel des alten Opas) formulierst.

Und, nochmehr darüber hinaus: Niemand hat hier was von "vorbeugend" gesagt. Es kann immer nur darum gehen, konkret einen Vorfall, ein Geschehen aufzugreifen (siehe auch meine eigenen Antwort hier), das die Kinder -ganz offensichtlich- aktuell betrifft und beschäftigt. Nicht mehr und nicht weniger.

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@mia68

...zu diesem hier:

Und du weisst nicht mal, welche Kinder dich missverstanden haben, weil sie es nicht unbedingt sagen, oder erst in 3 Jahren, und weil du bei 20 Kindern die Reaktion der einzelnen gar nicht genau genug studieren kannst.

...noch eine Ergänzung, eben:

Kinder trauern anders (es gibt genug Lektüre, die sich ausgehend mit dem Thema befasst). Ihre Herangehensweise (und auch: ihre Psychologie) ist eine völlig andere als die der Erwachsenen (das ist ja genau der Grund, weshalb der Tod immer noch ein solches Tabuthema darstellt, in unserer Welt - weil die erwachsene Erfahrungswelt, ganz zu Unrecht, auf die der Kinder übertragen wird...).

Es hat mal jemand mal ein ganz schönes und passendes Bild benutzt, wie Kinder mit dem Tod umzugehen pflegen: Es ist, als hüpften sie "von Pfütze zu Pfütze". Das heißt: Sie begeben sich -mit all ihrem Tun und Sein- sehr heftig in etwas hinein. Sind aber in der Lage -ebenso heftig und plötzlich- etwas auch wieder "zu verlassen".

Mir selbst ist das schon häufiger aufgefallen, im Zusammensein mit trauernden Kindern: Das Thema Tod steht, ganz unvermittelt plötzlich und sehr präsent, im Raum. Und 20 Sekunden später ist wieder die Ritterburg da um die Ecke wichtiger....

Damit gilt es (unter anderem!) umgehen zu können. Und vorab: erst einmal darum zu wissen!

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Wenn ein Sterbefall in der Familie auftritt, dann sollten die Eltern das Thema privat mit ihren Kindern behandeln.

Und was machst du wenn das in der Kita darüber sprechen möchte? Kinder teilen sich auch durch spielen mit, wie willst du denn damit umgehen?

Sagst du dann: mach das zu Hause mit deinen Eltern?

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Das hat jetzt mit deiner eigentlichen Frage nichts zu tun. Aber ich habe noch einen guten Buchtipp als Aufhänger für den Fall, dass ein Kind erzählt, dass sein Haustier gestorben sei:

Ulf Nilsson, Adieu, Herrrr Muffin, Beltz Verlag. "Früher war Herr Muffin ein junges, starkes Meerschwein. Er konnte eine ganze Gurke auf dem Rücken tragen. Nun aber ist er alt und grau und müde. An einem Mittwochmorgen kann Herr Muffin nicht mehr aufstehen..."

Ausgezeichnet als bestes Bilderbuch des Jahres in Schweden.

Habe wir oft gelesen und darüber geredet, als eines meiner Meerschweinchen gestorben war...

LG, deine Tagesmutter

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