Sollte Israel den Gazastreifen besetzen?
Deutschland hat auch Schlesien nach einen Vernichtungskrieg verloren. Das defacto-regime in Gaza hat Israel immerhin den Krieg erklärt. Ist ja wohl nicht Israels Problem das sie massiv unterlegen sind. Können ja nach Jordanien oder Ägypten gehen. Sollte Israel den Gazastreifen dauerhaft einnehmen?
45 Stimmen
9 Antworten
Wie immer ist diese Frage nicht leicht so leicht zu beantworten, da es keine einfachen Lösungen gibt. Israel hat kein gesteigertes Interesse den Gazastreifen zu besetzen, das würde viel Ressourcen kosten und binden und nur noch weiteren Hass schüren.
Was auch das Dilemma ist, in dem sich Israel befindet, als Besatzungsmacht auf unabsehbare Zeit den Gazastreifen zu besetzen, kostet nicht nur Soldaten leben, sondern auch extrem viel Geld und eine komplette Vertreibung der Palästinenser würden die westlichen Staaten nicht tolerieren und es würde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine völlige Eskalation des Konfliktes mit anderen islamischen Staaten zufolge haben.
Also ist die Zweistaatenlösung eigentlich sogar für Israel die beste Lösung, hierfür müsste es aber eine einheitliche gemäßigte palästinensische Regierung geben und dieses müsste offen für eine Zweistaatenlösung sein, in der Vergangenheit scheiterte es nämlich zumeist daran das die Palästinenser das Land nicht mit den Israelis teilen wollten sondern auf das gesamte Gebiet bestanden haben.
Du redest auf der einen Seite von besetzen - das gab es ja bis 2005 und hat de facto bedeutet dass ein grosser Teil des Miltaers dort Siedler zum Einkaufen begleiten musste. Dazu ist israels Militaer zu klein, und dafuer wird es keinen Konsensus geben.
Auf der anderen Seite redest du von Transfer - auch das ist nicht machbar, weder menschenrechtlich noch weil die Nachbarlaender die Palestineser nicht haben wollen. In der Vergangenheit haben sie dort Attentate veruebt und Buergerkriege angezettelt, und daran wollen sich Aegypten, Libanon und Jordanien nicht wieder die Finger verbrennen.
Bleibt also nur eine 2-Staatenloesung oder Rueckkehr zum Status quo vor dem 7.10. - wobei es die Regierung schwerhaben wird zehntausenden Buergern zu erklaeren dass sie zurueck in den Sueden sollen und ein Massaker jederzeit wieder passieren kann.
Es ist ein Skandal dass die Regierung 4 Monate nach dem Massaker immer noch keinen Plan formuliert hat, und sich die Minister stattdessen um ihr eigenes politisches Ueberleben sorgen.
Vertreibung und Besatzung sind gerade erst der Boden, auf dem der gewaltsame palästinensische Widerstand wachsen konnte.
Israel hält den Gazastreifen und das Westjordanland seit 1967 besetzt, nachdem im Zuge des Palästinakriegs und der Staatsgründung 1948 bereits hunderttausende Menschen vom späteren Staatsgebiet Israels vertrieben wurden. Zwar wurde 1994 ein kleiner Teil des Westjordanlandes unter palästinensische Verwaltung gestellt und die israelischen Siedlungen im Gazastreifen 2005 geräumt, faktisch kontrolliert Israel zusammen mit seinem Verbündeten Ägypten aber die Lieferung von Wasser, Strom, Lebensmitteln und Baumaterialien in den Gazastreifen.
Es sind die Bedingungen der Besatzung, die eingeschränkte Bewegungsfreiheit, die schlechte Versorgung, das Kriegsrecht, die Deportationen, Hauszerstörungen, Ausgangssperren, Kollektivstrafen, die Gewalt der israelischen Siedler, die die Palästinenser massenhaft zu den bewaffneten Widerstandsgruppen treiben. Die Hamas ist dabei erst seit den 90er Jahren bedeutsam, nachdem die zuvor dominante weltliche PLO sich durch die Kooperation mit Israel in den Augen vieler Palästinenser diskreditiert hat. Israel hat die Hamas damals ausdrücklich geduldet und teilweise gefördert, um ein Gegengewicht zur PLO zu schaffen.
Noch mehr Blutvergießen wird die Probleme nicht lösen, die erst durch Blutvergießen und gegenseitige Rache ausgelöst wurden. Ein gerechter Frieden, der die Rechte aller Menschen gleichermaßen garantiert, wäre im Interesse der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung in Israel und Palästina. Die rechte Regierung in Israel, die ihre rassistischen Expansionspläne verfolgt und mit der Verteufelung der Palästinenser von innenpolitischen Problemen ablenkt, ist dafür ebenso ein Hindernis wie die Hamas.
Freiwillig geflüchtet? Du merkst schon, dass das ein Widerspruch in sich ist, oder?
Doch, natürlich. Eine Flucht ist immer unfreiwillig! Man flieht ja nicht, weil man will, sondern weil man einer Gefahr entgehen will.
Es wäre nur dann unfreiwillig, wenn diese keine andere Wahl gehabt hätten. Die hatten die Wahl entweder zu flüchten oder dort zu bleiben und sie haben sich für die Flucht entschieden. Ergo kann es nicht unfreiwillig gewesen sein.
Also, nein! Flucht ist immer unfreiwillig, eine freiwillige Flucht gibt es schlicht und einfach nicht!
Wie gesagt, die Palästinenser hatten die Wahl. Aber ist dein Problem wenn du mit den Tatsachen nicht klarkommst.
Blödsinn, Tatsache ist, dass sie aus ihrem Land vertrieben wurden! Eine Wahl hatten sie nicht.
Nach all den Jahren, die das Volk Israels durch diese Terroristen erleiden musste, haben sie es sich redlich verdient. Allerdings wollen sie den Gazastreifen nicht. Leidtragende sind die Bewohner Gazas, denn Israel ist ihre einzig Chance auf ein besseres Leben. Alleine kriegen sie es nicht hin.
Das wird definitiv zu weiteren Konflikten führen.
Israel besetzt keine Gebiete, da diese zum israelischen Staatsgebiet gehören. Im Zuge des Palästina/israelischen Unabhängigkeitskrieges ist die Mehrheit der Palästinenser freiwillig geflüchtet.