Soll man im Glauben schwarz und weiß trennen, oder auch Grautöne und Farben zulassen?

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Jesaja 5, 20

Das ist eine Kritik an der Oberschicht, der Elite Judas, an den ausbeuterischen, gewaltsamen Reichen die das Volk für ihre Ausschweifungen und Dekadenz bluten lassen (und das für richtig halten).

Man sagte mir, das Schwarz-Weiß-Denken nicht sonderlich gesund sei. Und dass wir Menschenwesen sind, die sich nicht spalten lassen sollten.

Was ich da sehr bemerkenswert finde ist, womit Jesus seinen Aufruf zur Feindesliebe begründet: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte." Mt 5,44f

Selbst wenn wir über unser Schwarz-Weiß-Denken nicht hinauskommen, sind wir trotzdem zur Nächstenliebe aufgerufen. Ich finde, grauer oder bunter geht's gar nicht und es hilft über Schwarz-Weiß-Denken hinauszuwachsen.

Das stimmt.

Da hast Du Recht.

Dankeschön für Deine Antwort 🙂

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Die von dir erwähnte Bibelstelle, Jes 5:20, hat nichts mit 'schwarz/weiß denken zu tun.

Es soll nur das "Schönreden" verdeutlicht werden. Etwas also, was auf den ersten Blick betrachtet schlecht oder negativ ist, wird durch geschickte Argumentation zu etwas positiven gemacht und dadurch akzeptabel.

Dem Menschen wird also etwas vorgegaukelt, was nicht so ist.

Und ? Macht sich die Werbung so eine Schwäche nicht auch zu Nutze?

Und? Macht sich die Werbung so eine Schwäche nicht auch zu Nutze?

Wie meinst Du das????

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@Sonnenstrahl222

Nun ja, die Werbung vermittelt durch geschickte Präsentationen das Verlangen, diesen Artikel jetzt kaufen zu müssen. Meist wird es so gemacht das der Mensch denken muss: Wie konnte ich bislang nur ohne diesen Artikel leben.

Genau betrachtet ging das aber bislang doch.

Sich etwas 'schön Reden' oder 'schön reden lassen', wirkt noch heute.

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Hallo Sonnenstrahl222!

Hinter Handlungen und Einstellungen stehen Motive (Warum tut/meint/glaubt man es), Zwecke (mit welchem Ziel tut//meint/glaubt man es) und Arten der Ausführung (tut/meint/glaubt man es auf Kosten anderer oder nicht, mit Schaden für die Lebensumwelt oder nicht, mit oder ohne Erfolg,...)

Wie du siehst, sind das allein schon drei Möglichkeiten der Beurteilung.

Wenn du dann auch noch alle verschiedenen Motive, Zwecke und Arten und deren Kombinationsmöglichkeiten aufzählen wolltest, bräuchtest du ziemlich viele Farbschattierungen.

Um einer Handlung oder einer Einstellung in der eigenen Beurteilung möglichst gerecht zu werden, sollte man also kein duales, sondern ein mehrdimensionales Raster verwenden.

Ob man am Ende zu einer Grundsatzbewertung kommt, hängt von der Handlung oder Einstellung ab. Denn wenn es dabei um Interessensunterschiede und Konflikte geht, ist eine Entscheidung Für oder Wider nötig. Auch ein Kompromiss ist ja ein Für oder Wider für einzelne Aspekte oder Bereiche der Interessen.

Richtig oder Falsch läßt sich erst hinterher bei der Betrachtung der Folgen in möglichst vielen Aspekten feststellen. Und da kann es zu dem nicht so erstaunlichen Ergebnis kommen, dass die eine Person die Handlung oder Einstellungen richtig findet, die andere Person sie aber falsch findet. Aus dem oben genannten Grund, dass Menschen einander entgegengesetzte Interessen haben können.

Hinzu kommt, dass Menschen ihre Interessen nicht immer offenlegen, sondern hinter allgemeinen Motiven (Warum tut/meint/glaubt man es) und Zwecken (mit welchem Ziel tut//meint/glaubt man es) verstecken.

Dann ist die Beurteilung noch schwieriger. Sie läßt sich nur am konkreten Leben, an der Realität derjenigen überprüfen: Nützen oder schaden ihre angeblichen Motive oder Zwecke ihnen?

Schwarz-Weiß-Denken kürzt diesen ganzen Prozess ab, ist einfach, aber nicht zutreffend.

LG

gufrastella

Im Nahen Osten wurde früher viel Bildersprache verwendet. Auch hier handelt es sich um ein Bild, das verdeutlicht hat, worum es geht: Die Menschen handeln moralisch falsch und verdrehen sogar die Moral, indem sie Böses (= Arme ausbeuten, Hochmut als positiv erklären, Gott missachten, Götzen verehren, ungerechte Gerichtsurteile usw.) gut nannten und Gutes (= Rechtschaffenheit, Demut, Gerechtigkeit usw.).

Als Bilder dafür werden nicht nur Farben genannt, sondern mehrere Beispiele, um das Ausmaß dieses fürchterlichen Zustandes der Nation zu verdeutlichen:

  • "Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen!" (Jesaja 5,20).

Es geht einfach darum, dass es Moral, Gewissen und Gottes Maßstäbe gibt und diesbezüglich kann man durchaus richtig und falsch voneinander trennen.

5 Beispiele dafür: Nicht morden, nicht stehlen, nicht den Besitz anderer begehren (= unbedingt haben wollen), nicht die Ehe brechen und keine Götzen anbeten (anstatt unseres Schöpfergottes).

Auch die Sozialarbeiterin dürfte bei den ersten 4 Punkten zustimmen, dass man dies gar nicht tun sollten und falls sie Christin ist, dann allen 5 Punkten.

Bei diesen 5 Beispielen (und vielen anderen auch) gibt es auch keine Grautöne in der Beurteilung, ob diese Verhaltensweisen gut und richtig oder schlecht und falsch sind.

Dankeschön 🙂👍👍👍

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Ich sehe das genauso das Gedankenmuster „entweder oder“ macht sehr unflexibel im Geist. Es lässt keine neuen Varianten zu.

Die Kunst ist im sogenannten Null Potential zu sein, dh Dinge zu betrachten ohne sie zu bewerten, es wird einfach nur zur Kenntnis genommen wie es ist.

Das ist schwierig und braucht manchmal jahrelange Übung.

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