"Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel." - Wie meint Gott das?

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32 Antworten

Nun, das hat mit schlau oder dumm herzlich wenig zu tun. Sonst hieße es vermutlich: die dümmsten Bauern ernten im Himmel die dicksten Kartoffeln ;-))
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Naaaa ... auf den Punkt und dann eine Einwortantwort gebracht bedeutet das:
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Freiheit von allem Wirken und Wollen sowie allen Bewegungen des Verstandes, des Herzens und des Ego's.
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Stille im Geiste und im Herzen.
SEIN.
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Sehr ausführlich nimmt sich der Scholastiker Meister Eckhart der tieferen Bedeutung an. Und vielleicht stelle ich deshalb die Schlussworte zu dieser Predigt besser voran ;-))
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Wer diese Rede nicht versteht, der bekümmere sein Herz nicht damit. Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleicht, solange wird er diese Rede nicht verstehen. Denn es ist eine unverhüllte Wahrheit, die da gekommen ist aus dem Herzen Gottes unmittelbar. Daß wir so leben mögen, daß wir es ewig erfahren, dazu helfe uns Gott. Amen.
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Beati pauperes spiritu, quia ipsorum est regnum coelorum
(Matth. 5, 3)
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Bischof Albrecht sagt, das sei ein armer Mensch, der an allen Dingen, die Gott je erschuf, kein Genügen habe, - und das ist gut gesagt. Wir aber sagen es noch besser und nehmen Armut in einem höheren Verstande: Das ist ein armer Mensch, der nichts will und nichts weiß und nichts hat. Von diesen drei Punkten will ich sprechen, und ich bitte euch um der Liebe Gottes willen, daß ihr diese Wahrheit versteht, wenn ihr könnt. Versteht ihr sie aber nicht, so bekümmert euch deswegen nicht, denn ich will von so gearteter Wahrheit sprechen, wie sie nur wenige gute Leute verstehen werden. Zum ersten sagen wir, daß der ein armer Mensch sei, der nichts will. Diesen Sinn verstehen manche Leute nicht richtig: es sind jene Leute, die in Bußübung und äußerlicher Übung an ihrem selbstischen Ich festhalten, was diese Leute jedoch für groß erachten. Erbarm's Gott, daß solche Leute so wenig von der göttlichen Wahrheit erkennen! Diese Menschen heißen heilig auf Grund des äußeren Anscheins, aber von innen sind sie Esel, denn sie erfassen nicht den eigentlichen Sinn göttlicher Wahrheit. Diese Menschen sagen zwar, das sei ein armer Mensch, der nichts will. Sie deuten das aber so: daß der Mensch so leben müsse, daß er seinen Willen nimmermehr in irgend etwas erfülle, daß er danach trachten solle, den allerliebsten Willen Gottes zu erfüllen. Diese Menschen sind wohl daran, denn ihre Meinung ist gut; darum wollen wir sie loben. Gott möge ihnen in seiner Barmherzigkeit das Himmelreich schenken. Ich aber sage bei der göttlichen Wahrheit, daß diese Menschen keine armen Menschen sind noch armen Menschen ähnlich. Sie werden als groß angesehen in den Augen der Leute, die nichts Besseres wissen. Doch ich sage, daß sie Esel sind, die nichts von göttlicher Wahrheit verstehen. Wegen ihrer guten Absicht mögen sie das Himmelreich erlangen; aber von der Armut, von der ich jetzt sprechen will, davon wissen sie nichts. Wenn einer mich nun fragte, was denn aber das sei: ein armer Mensch, der nichts will, so antworte ich darauf und sage so: Solange der Mensch dies noch an sich hat, daß es sein Wille ist, den allerliebsten Willen Gottes erfüllen zu wollen, so hat ein solcher Mensch nicht die Armut, von der wir sprechen wollen; denn dieser Mensch hat einen Willen, mit dem er dem Willen Gottes genügen will, und das ist nicht rechte Armut. Denn, soll der Mensch wahrhaft Armut haben, so muß er seines geschaffenen Willens so ledig sein, wie er's war, als er nicht war. Denn ich sage euch bei der ewigen Wahrheit: Solange ihr den Willen habt, den Willen Gottes zu erfüllen, und Verlangen habt nach der Ewigkeit und nach Gott, solange seid ihr nicht richtig arm. Denn nur das ist ein armer Mensch, der nichts will und nichts begehrt.
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So denn sagen wir, daß der Mensch so arm dastehen müsse, daß er keine Stätte sei noch habe, darin Gott wirken könne. Wo der Mensch Stätte behält, da behält er noch Unterschiedenheit. Darum bitte ich Gott, daß er mich Gottes quitt mache; denn mein wesentliches Sein ist oberhalb von Gott, sofern wir Gott als Beginn der Kreaturen fassen. In jenem Sein Gottes nämlich, wo Gott über allem Sein und über aller Unterschiedenheit ist, dort war ich selber, da wollte ich mich selber und erkannte mich selber, diesen Menschen zu schaffen. Und darum bin ich Ursache meiner selbst meinem Sein nach, das ewig ist, nicht aber meinem Werden nach, das zeitlich ist. Und darum bin ich ungeboren, und nach der Weise meiner Ungeborenheit kann ich niemals sterben. Nach der Weise meiner Ungeborenheit bin ich ewig gewesen und bin ich jetzt und werde ich ewiglich bleiben. Was ich meiner Geborenheit nach bin, das wird sterben und zunichte werden, denn es ist sterblich; darum muß es mit der Zeit verderben. In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge; und hätte ich gewollt, so wäre weder ich noch wären alle Dinge; wäre aber ich nicht, so wäre auch Gott nicht: daß Gott "Gott"ist, dafür bin ich die Ursache; wäre ich nicht, so wäre Gott nicht "Gott".
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Ein großer Meister sagt, daß sein Durchbrechen edler sei als sein Ausfließen, und das ist wahr. Als ich aus Gott floß, da sprachen alle Dinge: Gott ist. Dies aber kann mich nicht selig machen, denn hierbei erkenne ich mich als Kreatur. In dem Durchbrechen aber, wo ich ledig stehe meines eigenen Willens und des Willens Gottes und aller seiner Werke und Gottes selber, da bin ich über allen Kreaturen und bin weder »Gott« noch Kreatur, bin vielmehr, was ich war und was ich bleiben werde jetzt und immerfort. Da empfange ich einen Aufschwung, der mich bringen soll über alle Engel. In diesem Aufschwung empfange ich so großen Reichtum, daß Gott mir nicht genug sein kann mit allem dem, was er als Gott ist, und mit allen seinen göttlichen Werken; denn mir wird in diesem Durchbrechen zuteil, daß ich und Gott eins sind. Da bin ich, was ich war, und da nehme ich weder ab noch zu, denn ich bin da eine unbewegliche Ursache, die alle Dinge bewegt. Allhier findet Gott keine Stätte in dem Menschen, denn der Mensch erringt mit dieser Armut, was er ewig gewesen ist und immerfort bleiben wird. Allhier ist Gott eins mit dem Geiste, und das ist die eigentlichste Armut, die man finden kann.

Kommentar von Ohmygod
31.10.2009, 21:35

Hey Holo, Deine Kommentare hier fand ich hochinteressant! Habe das noch nicht so gesehen, bisher. Aber wenn man von großer Genialität der Bergpredigt ausgeht, sind ja vielleicht sogar mehrere Interpretationen, gleichzeitig möglich...? (Also auch die etwas einfacheren hier genannten) Ich habe mir zuvor noch nie so professionelle Bibel-Auslegungs-Gedanken gemacht, sah das bisher auch immer eher in dem Kontext, daß die "Letzten die Ersten sein werden" usw., also ganz wischiwaschi gesagt: so eine Art tröstende ausgleichende Gerechtigkeit. Aber jetzt bin ich schlauer...

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Jesus hat meines Erachtens Transzendentales Bewußtsein beschrieben als einen Bewußtseinszustand, in dem der bewußte Geist in seiner Quelle ruht, also nicht mit gedanklicher Aktivität von hier nach dort gebeutelt wird.

Man kann Transzendentales Bewußtsein sehr einfach erfahren - mit einer Meditationstechnik, die Transzendentale Meditation heisst. Mit dieser Methode erlaubt man der gedanklichen Aktivität ganz anstrengungslos allmählich zur Ruhe zu kommen und einen Zustand zu erfahren, der von einer tiefen inneren Ruhe, Weite und Zufriedenheit charakterisiert ist.

Der von Dir zitierte Aussage Christi wird durch eine weitere ergänzt: „Das Königreich Gottes liegt inwendig in Euch. Trachtet zuerst nach dem Königreich Gottes, und alles andere wird Euch zugetan werden." Eine weitere Aussage Christi, die in die gleiche Richtung deutet: "Es ist einfacher, für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu kommen, als für einen mit seinem Reichtum beschäftigten Menschen in [eben diesen oben beschriebenen] Himmel zu gelangen." Eine weitere Aussage bekräftigt dieses Prinzip: "Werdet wie die Kinder, denn ihner ist das Reich Gottes."

Christi Forderung / Hinweis ist, dass die gedankliche Aktivität transzendiert werden muß, um dem bewußten Geist an seinen Ursprung kommen zu lassen, in dem er mit Gott vereint ist und direkte Komunion mit Gott hat.

Maharishi Mahesh Yogi, der Begründer der Transzendentalen Meditation, wurde mal nach dem Wert des Betens gefragt. Er erklärte, dass ein Gebet in dem Moment von Gott erhört wird, in dem man Gott damit erreicht. Wo ist Gott am einfachsten zu finden? --> tief in unserem Inneren Sein. Wie kommen wir dort hin? --> durch Meditation, Introspektion. Was sind die Hindernisse auf dem Weg? --> Gedanken. Wie umgeht man diese Hindernisse? --> mit der Technik der Transzendentalen Meditation: www.Meditation.de oder Tel 0800-Maharishi

@>-->-->-- Viel Spaß - meet You there ;-D --<--<--<@

Also es ist ja wirklich wunderbar welche Gedanken sich hier gemacht werden, über eine Aussage der Bergpredigt....hier hat jemand sehr gründlich erklärt, das es sich in der übersetztung, um den bettelnden handelt. Es heißt als nicht, alle dummen kommen in den Himmel, sondern die die sich bewußt sind, das sie vor Gott nichts vorzuweisen hätten, um selig zu werden....seien es noch so gute und liebe Werke....es ist und bleibt eine Tatsache, das kein Mensch so gut wäre, das er sich den Himmel verdient, nur einer war es, aber er war auch Gottes Sohn...Jesus Christus....Das ist so befreiend, denn wenn man bedenkt, das Du Gottes Maßstäben und seiner Heiligkeit gerecht werden müßtest aus deiner eigenen Kraft, dann ist das nieder schmetternd....ich denke fast jeder der Jesus ernsthaft nachfolgt, steht in dieser Gefahr, wieder in solch eine Schiene getrieben zu werden....und da sind wir gefragt, ob wir unser unvermögen Gott gerecht zu werden eingestehen und sein Geschenk der Gnade in Jesus Christus annehmen....leider wohlen das millionen von menschen nicht...sie versuchen immer noch Gott zu überzeugen wie gut sie sind....traurige Welt...ich will lieber zerbrochen vor meinem Schöpfer liegen und ihn um Vergebung bitten, als ihm ständig vormachen zu müssen wie gut ich eigentlich bin...liebe Grüße Marcus

Damit ist gemeint, selig die sich nicht auf ihren logischen Verstand verlassen!

Wer sich nicht auf seinen logischen Verstand verlässt, sondern auf sein Herz hört, hat zwar in der Welt kein Ansehen, tut aber Gottes willen viel mehr, als die Menschen die nur nach logischem Denken gehen!

Das heist;Selig die wissen das sie nur noch was von GOTT erwarten können.Der Text wie du es schreibst hat schon viele in Verwirrung gebracht,weil da der Luther falsch inpretiert hat denn wie es da steht kommt jeder auf die Meinung,das nur Dumme die Chance haben,denn Geistig Arm,heist man ist nicht ganz bei Sinnen.Und das ist nicht die einzige Stelle wo Luther Unverständlich impretiert hat und auch zu Zwist in verschiedenen Glaubensrichtung geführt hat.Wenn man da nicht ganz alte Bibeln hat,dann wird man mit den Texten teilweise in die Irre geführt.Denn genau wie die Stelle mit dem Vers;Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich GOTTES.Als Nadelör hat man früher in Jerusalem die kleinen Tore bezeichnet,durch die man nur noch Nachts in die Stadt kommen konnte,weil die großen Tore bei Nacht verschlossen blieben.Und das ein Kamel durch ein kleines Tor durgehen kann ist sehr schwierig,und Jesus wollte damit sagen das es nicht Unmöglich ist das ein Reicher in das Reich GOTTES kommen,aber sehr schwer.Daher nannte er den Vergleich.Also ohne ganz alten Bibeln ist man da daneben.Auch die Stelle wo Jesus zu dem Verbrecher der neben im auch gekreuzigt wurde,wird falsch inpretiert.Denn Jesus sagte zu dem Verbrecher;jetzt sage ich dir du wirst mit mir im Paradiese sein!Alos Jesus gab ihm die Zusage wo er sagte "jetzt sage ich dir .....!"Denn Jesus war ja drei Tage im Grab,und das Grab kann ja nicht das Paradies sein,oder?Luther sind einige Fehler beim Übersetzen passiert,und wenn man da nicht in die Paralellstellen geht und nachsieht,dann kennt man sich nicht so aus.

Ich lese "geistig arm" als "im Hinblick auf sich selbst bescheiden", wonach selig diejenigen wären, die sich nicht für die Größten, Besten, Schönsten und Klügsten halten, sondern sich ihrer Fehler und Schwächen bewusst sind. Sie sind subjektiv arm, was sich nur auf ihre Fähigkeiten beziehen kann, da man schwerlich subjektiv weniger haben kann, als man objektiv hat.

Die Schwierigkeit mit dieser Stelle steckt an zwei Stellen. Einmal, ob mit oi ptochoi reale Armut (wirtschaftlich / sozial) gemeint ist, oder ob es metaphisch (demütig / niedrig) zu verstehen ist.
Das zweite Problem steckt in dem Dativ to[i] pneumati. Versteht man ihn als Dativus auctoris, bedeutet es "durch den Geist arm" - entweder durch den eigenen Geist, also freiwillig, oder durch Gott verursacht. Versteht man ihn als Dativus possesivus, dann bedeutet es "arm an (göttlichem?) Geist". Es kann aber auch als Dativ des Gemütszustandes interpretiert werden. Dann kommt als Bedeutung heraus: die sich als arm im Geist (Gottes?) verstehen.
Solche Interpretationsbreiten tauchen im neutestamentlichen Griechisch an vielen Stellen auf. Und vielleicht sind sie auch als solche gedacht. Die Hauptaussage steckt im Anfang: makaroi (glücklich / selig - eigentlich "den Göttern gleich") sind ...
dann dürfen sich alle die angesprochen fühlen, die sich als arm erleben ... Denn - und das ist der Zielsatz - : Für euch ist das Reich Gottes vorgesehen! - Das ist so ähnlich wie bei einer Gedichtinterpretation. In einer großen Variationsbreite gibt es je nach Bezugsgröße eine stärkere und eine schwächere Interpretation - aber ganz beliebig ist die Interpretation dann doch nicht.

Kommentar von karlklavier
29.10.2009, 10:35

Vielen Dank für die differenzierte Antwort - ich möchte daran anknüpfen: Meiner Ansicht nach sind mit den ptochoi die wirtschaftlich Armen gemeint, so wie die "Verfolgten" wohl wirklich verfolgte waren, nicht nur in einem spirituellen Sinne. Den Dativus auctoris von to pneumati kann man auch anders deuten, und zwar in Bezug auf makarioi. Vom Geist her gesehen sind die Armen (trotzdem) selig zu preisen, daher gehört ihnen das Himmelreich. Ich sehe in dieser Stelle keine Spiritualisierung, sondern eine Verheißung für die real Armen - was übrigens zu der verwandten Stelle bei Lukas passt.

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Kommentar von sonnenschein000
29.10.2009, 11:11

das ist viel zu kompliziert. kannste das auch einfach?

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Wurde im Volksmund uminterpretiert zu :Selig sind die geistig Armen. Was dann natürlich bedeutet, dass dümmere sich besser fühlen, weil sie sich weniger Gedanken machen. Selig sind die Armen im Geiste bedeutet, dass Leute, die nicht viele Dinge besitzen, fester im Glauben verankert sind und somit mehr auf Gott vertrauen.

Kommentar von sonnenschein000
28.10.2009, 16:48

also wenn man dumm ist und keine kohle hat, dann glaubt man an gott?

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Viel Bla Bla und Wichtigtuerei!

Erstens hat Gott überhaupt nichts gesagt oder geschrieben - das sind und waren immer Menschen, die andere Dümmere veräppeln und unterdrücken wollten mit allerlei Kunststückchen... Was aber der Autor diese Zeilen einst ausdrücken wollte ist ganz klar dieses: die natürlichste und edelste Form des Menschseins ist die des Menschen ohne Falschheit, Hintergedanken und Heuchlerei. Kurz um, des ehrlichen, direkten geradlinigen Wesens, wir wir es heute nur noch bei jungen Kindern und geistig retardierten Menschen vorfinden können.

Der Fall Sarazin zeigt, wie die Menschheit auf Geradlinigkeit heutzutage reagiert - sie kann sie gar nicht ertragen!

Kommentar von Ohmygod
01.11.2009, 11:14

...Der Fall Sarrazin zeigt, wie geistig arm (oder aber wohl eher hinterhältig) manche Politiker sind. Es ist doch das typische an Vorurteilen, daß sie wegen einem Teil einer Gruppe die ganze Gruppe verurteilen. Außerdem wird so abfällig geredet, als wären die Leute selbst allein schuld, was nun einmal nicht stimmt. Diese Art der Undifferenziertheit und Schuldzuweisung ist etwas anderes als kindliche Unschuld!

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Schon vor rund 2000 Jahren lehrte Jesus Christus einen Lebensstil, der wohltuend anders ist und Stress reduziert. Im Kern seiner Lehre stand eine einfache, aber tiefe Wahrheit: „Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind“ (Matthäus 5:3). Damit forderte Jesus seine Zuhörer auf, sich auf ihr größtes Bedürfnis zu konzentrieren: die Wahrheit über unseren Schöpfer zu kennen und zu wissen, was er mit uns vorhat. Jesus benutzte in einer seiner bekanntesten Predigten eine Formulierung, die manchmal wiedergegeben wird mit: „Selig die Armen im Geiste“ (Matthäus 5:3). Dadurch entsteht leicht ein falscher Eindruck. Durch die wortwörtliche Wiedergabe könnte man meinen, hier sei von Personen die Rede, die nicht ganz zurechnungsfähig sind oder ein schlichtes Gemüt haben. Jesus lehrte seine Zuhörer aber glücklich würden sie,indem sie sich bewusst machten, dass sie Gottes Anleitung brauchten. Durch Wiedergaben wie „die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind“ oder „die erkennen, dass sie Gott brauchen“ wird der Sinn dieser Aussage viel deutlicher vermittelt (gemäß The New Testament in Modern English).

Die hier zum Ausdruck gebrachte Gesinnung ist keine oberflächliche Frömmigkeit, sondern beeinflusst das ganze Leben. So jemand beachtet gern Gottes Anleitung. Diese Gesinnung zeigt sich in unserer Bereitschaft, auf Gott zu hören und uns von ihm belehren zu lassen, da er uns viel besser kennt als wir uns selbst. Schon gute zwischenmenschliche Beziehungen tragen zum Glück bei, wie viel mehr dann ein gutes Verhältnis zu Gott! Wer ernsthaft liebt, was recht ist, und bereitwillig die göttliche Leitung annimmt, kann also wirklich glücklich genannt werden.

Warum? Weil wir Menschen — im Gegensatz zu Tieren — geistige Bedürfnisse haben. Geschaffen im Bild Gottes, können wir bis zu einem gewissen Grad göttliche Eigenschaften wie Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Weisheit entwickeln und pflegen Zu unseren geistigen Bedürfnissen gehört unter anderem, dass wir einen Sinn im Leben verspüren müssen.

Wie können wir solche geistigen Bedürfnisse befriedigen? Nicht durch transzendentale Meditation oder reine Introspektion (auf das eigene Bewusstsein gerichtete Beobachtung). Jesus sagte vielmehr: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht“ (Matthäus 4:4). Wie buchstäblicher Hunger, der uns daran erinnert, dass wir essen müssen, erhält uns das Wissen um unsere geistigen Bedürfnisse den Appetit auf die geistige Speise. Der Mensch hat von Natur aus ein Verlangen nach dieser Speise, weil sein Leben dadurch einen Sinn erhält. Ist uns aufgefallen, dass Jesus sagte, Gott sei die Quelle „jeder Äußerung“, die für uns lebenswichtig ist? Es gibt Fragen, die wir nur mit Gottes Hilfe beantworten können. Dieses Verständnis ist angesichts der Vielzahl von Theorien über den Sinn des Lebens und den Weg zum Glück heute besonders zeitgemäß. In Buchhandlungen stehen ganze Abteilungen voll von Büchern, in denen dem Leser Gesundheit, Wohlstand und Glück verheißen wird. Es gibt Internetseiten, die sich eigens mit dem Thema Glück beschäftigen.

Allerdings ist das menschliche Denken auf diesen Gebieten häufig fehlgeleitet. Es kommt oft selbstsüchtigen Begierden oder dem Ich entgegen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, auf die sich dieses Denken stützt, sind begrenzt; überdies geht es häufig von falschen Voraussetzungen aus. Tatsache ist: Jegliches Streben nach Glück, das sich auf eine Theorie stützt, die die Rolle unseres Schöpfers außer Acht lässt, kann unmöglich fruchten und wird letztendlich zu Enttäuschung führen. Ein Beispiel: Was würde mit einem Marathonläufer geschehen, der nach einem Wettlauf das Verlangen seines Körpers nach Wasser ignorieren würde? Müsste er nicht schnell mit einer Dehydratation und mit anderen schlimmen Folgen rechnen? Ebenso würden wir schließlich „verdorren“, was unseren Glauben betrifft, wenn wir unser Bedürfnis nach geistiger Ernährung nicht stillten. Das würde den Verlust der Freude und des Glücks nach sich ziehen. Das Glück wächst also in dem Maß, wie man Schritte unternimmt, seine geistigen Bedürfnisse zu erkennen und dann auch zu befriedigen. Wie kann man dabei vorgehen? Hierbei erweist sich die Bibel als nützlich. Warum? Weil nur sie Fragen beantwortet, mit denen sich viele befasst haben, ohne eine zufriedenstellende Antwort zu erhalten. Jemand mag sich zum Beispiel schon gefragt haben: Was ist der Sinn des Lebens? Wozu sind wir hier? Was wird die Zukunft bringen? Außer den befriedigenden Antworten, die die Bibel auf diese und viele andere Fragen gibt, bietet sie noch Hilfe zur Lebensführung, wodurch schon Millionen Menschen mit den vielschichtigen Problemen fertig werden konnten, vor denen wir heute alle stehen und die uns oft daran hindern, glücklich zu werden. Das griechische Wort ptōchós, das Jesus gemäß dem Bericht des Lukas (16:20, 22) für den Bettler Lazarus gebrauchte, beschreibt jemanden, der sich duckt und bückt, und bezieht sich auf den ganz Armen, den Mittellosen, den Bettler. Der gleiche Begriff wird in Matthäus 5:3 mit Bezug auf diejenigen verwandt, „die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind [„die, die Bettler um den Geist sind“, Fn.]“ („die da geistlich arm sind“, Lu). Ein solcher ist sich seiner Armut deutlich bewusst. In dem Werk Word Studies in the New Testament von M. R. Vincent (1957, Bd. I, S. 36) heißt es zum Gebrauch des Wortes ptōchós an dieser Stelle: „. . . eine sehr plastische und passende Bezeichnung für die völlige geistige Mittellosigkeit, deren sich bewusst zu sein dem Eingang in das Königreich Gottes vorausgeht und der durch eigene Anstrengungen nicht Abhilfe geschaffen werden kann, sondern nur durch die allen zugängliche Barmherzigkeit Gottes.“ Das ist mehr als bloßer Wissensdrang. Nach dem Wortlaut der New English Bible ist es ein „Bedürfnis nach Gott“ — das Bedürfnis, Gott näher kennen zu lernen und seinen Vorsatz zu verstehen. Jesus wies darauf hin, dass ein wichtiger Grund für sein Kommen als Messias darin bestand, „den Armen gute Botschaft zu verkünden“ (Luk. 4:18). Das soll nicht heißen, es bestehe ein besonderes Verdienst darin, arm zu sein, oder die Armen hätten automatisch Gottes Gunst. Doch in der Hauptsache kamen diejenigen, die Jesus nachfolgten und die Hoffnung hatten, an den Segnungen des Königreiches Gottes teilzuhaben, aus den Armen oder aus dem einfachen Volk (1. Kor. 1:26-29; Jak. 2:5). Jene Unterdrückten wussten selbst, dass sie auch „bezüglich des Geistes“ (in geistiger Hinsicht) arm waren. Sie ließen sich nicht durch die äußeren Umstände verbittern, sondern wurden „sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst“ und erkannten deutlich ihre Abhängigkeit von Gott. Eine Fußnote in der New World Translation (Ausgaben von 1950 und 1963) lautet daher: „Glücklich sind jene, die Bettler sind um den Geist.“ In der Bruns-Bibel lesen wir: „Glücklich zu preisen, die sich innerlich arm wissen im Geist.“ Was meinte Jesus, als er sagte, dass solche Menschen glücklich wären? Das griechische Wort makarios, das im Urtext an dieser Stelle steht, bedeutet nicht fröhlich oder heiter, wie wenn man sich vergnügt. Sondern es hat den Sinn von höchstem Wohlsein, denn sowohl von Gott als auch von Jesus Christus wird gesagt, sie seien „glücklich“. — 1. Tim. 1:11; 6:15. Man kann auf verschiedene Weise zeigen, dass man sich seiner geistigen Bedürfnisse bewusst ist, zum Beispiel, indem man sich über seine Abhängigkeit von Jehova stets im klaren ist und der Aufforderung Jesu gemäß handelt: „Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden; klopft immer wieder an, und es wird euch aufgetan werden.“ Solche Personen sollten u. a. um Gottes heiligen Geist bitten. Jesus sagte, sein himmlischer Vater sei eher bereit, seinen heiligen Geist denen zu geben, die ihn darum bäten, als irdische Eltern bereit seien, ihren Kindern gute Gaben zu geben.

Kommentar von sonycom007
01.11.2009, 07:36

Ich wollte zu dieser Diskussion ja nichts mehr schreiben. Aber wo hast Du denn das herrauskopiert? Obwohl ich dir im großen und Ganzen zustimme ...

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Unterstellt, bei der Bibel handelte es sich, ihrem eigenen Anspruch an sich selbst, um Gottes an den Menschen gerichtetes Wort, wäre es dann nicht an der Zeit, daß er neu zu lebenden Menschen spricht, auf das die Bibel fortgeschrieben werden kann, um den heutigen Menschen wieder verständlich zu werden?

Kommentar von Bause2404
29.10.2009, 09:01

Hast recht, eine einfach formulierte Fassung der Bibel ist längst überfällig. Wobei eine andere Formulierung ja auch wieder Auslegungssache wäre. Da streiten sich hier ja schon die Geister über einen einzelnen Satz.

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Stimmt genau, Sonnenschein, Du hast es so erfasst, wie es auch gemeint ist: wollt Ihr in den Himmel, dann lasst bitteschön Euren Verstand zurück (denn sonst würdet Ihr über diesen Schwachsinn - Paradies, Erbsünde, unbefleckte Empfändnis, unfehlbare Päpste etc. - nachdenken, Euch am Kopf fassen und einer geistig und seelisch gesünderen Gotterkenntnis zuwenden). Capito?

Nein, das bedeutet, dass im Himmel alle gleich sind und somit die Armen im Geiste nicht mehr ganz unten sind.

Kommentar von sonnenschein000
28.10.2009, 16:44

Wie liest du das daraus? Wo steht das?

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Jesus benutzte in einer seiner bekanntesten Predigten eine Formulierung, die manchmal wiedergegeben wird mit: „Selig die Armen im Geiste“ (Matthäus 5:3). Dadurch entsteht leicht ein falscher Eindruck. Durch die wortwörtliche Wiedergabe könnte man meinen, hier sei von Personen die Rede, die nicht ganz zurechnungsfähig sind oder ein schlichtes Gemüt haben. Jesus lehrte seine Zuhörer aber etwas ganz anderes. Glücklich würden sie nicht dadurch, dass sie ihre materiellen Bedürfnisse befriedigten, sondern indem sie sich bewusst machten, dass sie Gottes Anleitung brauchten (Lukas 6:20). Durch Wiedergaben wie „die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind“ oder „die erkennen, dass sie Gott brauchen“ wird der Sinn dieser Aussage viel deutlicher vermittelt (Matthäus 5:3, The New Testament in Modern English).

Er meint damit nicht die "Weisen dieser Welt" (Mt.11,25) sondern die Menschen, welche Ihm gehorchen wollen (Apg.5,32).

Gott meint damit, dass die, die kompliziert zu denken gewohnt sind, dadurch gehindert werden, dem "Reich Gottes" teilhaftig zu werden.

Kommentar von Muckusch
31.10.2009, 19:44

Lies´ bitte mal (statt vieler, es gibt tausend ähnliche Belegstellen) Röm. 9, 11 und18 ff. und Du wirst sehen, daß nicht Deine Taten, Worte und Werke, auch nicht Dein Geisteszustand Dich am "Reich Gottes" teilhaftig werden lassen, sondern "Erwählung in undenklicher Vorzeit": Das nennt man Prädestination, sie ist eines der größten Probleme der angeblich "frohen Botschaft".

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das bedeutet, daß diejenigen menschen, die um geist betteln, ihn aber noch nicht haben, bevorzugt werden vor denjenigen, die ungeistig sind und das noch gut finden.

Ich würde sagen eine Aussage übers Geld. Arme haben nichts und geben trotzdem, wärend reiche haben und nicht teilen.

Etwas über einen Kamm gescherrt aber so ist die Relegion.

Kommentar von sonnenschein000
28.10.2009, 16:45

Das steht doch gar nicht in dem zitat!

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selig sind die, die auf Gott vertrauen

Der vom rationalen Verstand dominierte Mensch hat schlechtere Chancen, ins Himmelreich einzugehen, weil "Das Reich Gottes ist kein Reich der Worte, sondern ein Reich der KRAFT".

Wer mit dem Fokus einer Bewußtseinsenergie zu viel, zu oft, zu lange usw. im rationalen Denken (linke Hirnhälfte) ist, schneidet sich von den wichtigen Wahrnehmungs- / Erkenntnismöglichkeiten der rechten Hirnhälfte ab. Bzw. schneidet er sich davon ab, das höhere - göttliche - Bewußtsein, das "Höhere Selbst", zu erreichen. Der intellektdominierte Mensch bleibt auf der Stufe des niederdimensionalen Bewußtseins ("Ego") stecken und ein Ego geht nicht ins Himmelreich ein!

Siehe ergänzend meine TIPPS hier bei GF oder bei gesundheitsfrage.net z.B. zu "Kollektive Zivilisations-Neurose" / "Krankheit der Gesellschaft" - zu finden über mein Profil.

Kommentar von coeleste
30.10.2009, 11:22

stimme ich zu.

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Kommentar von sonnenschein000
30.10.2009, 11:26

kannst du das einfach erklären? du benutzt immer so viele komplizirte wörter.

ich bin ja kein professar!;-)

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