Meinem Hund bei bringen ohne Leine zu laufen?

7 Antworten

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Dazu muss erstmal die Abrufbarkeit geübt werden.

Leg dir zu aller erst (falls du nicht schon hast) eine Schleppleine zu. Die ist für das Abruftraining sehr wichtig.

Dann kannst du anfangen, zu Hause zu üben, würde aber zeitnah das Training nach draußen verlegen. Ideal sind eingezäunte Gebiete bzw. der Wald o.ä. mit der Schlepp.
Abrufbarkeit kann etwas dauern. Du musst (wie manche schon geschrieben haben) interessanter als alles andere sein.
Am Anfang kannst du dir auch überlegen, ihn dafür zu belohnen, wenn er zu dir kommt. Das was er mag: Spielzeug, Leckerli usw. (Falls du dich für Leckerchen entscheidest: Es gibt bestimmte Trainingsleckerlis. Die sind kleiner als "normale", aber zum trainieren besser.)
Wenn du mit dem Clicker arbeitest, kannst du den da natürlich auch einbauen.
Such dir zum üben erstmal ein ruhiges Fleckchen. Sobald das gut klappt, kannst du erste "Störungen" mit ein bringen. Irgendwas, was deinen Hund ablenkt - aber wenn es geht, noch keinen Hund (das ist, bei den meisten Hunden, erstmal noch zu ablenkend).
Sobald auch dieses klappt, kannst du in der Nähe anderen Hunde üben.

Das alles mit der Schleppleine, wenn du nämlich eine "normale" Leine nimmst, muss er ja nur einen Schritt machen und er wäre bei dir.
Ich habe bzw. benutze immer noch die längste Schleppleine, die ich bisher gesehen habe = 15m beträgt die Reichweite.

Sobald alles geklappt hat, geh in ein (für den Hund) unbekanntes Gebiet. Das klingt erstmal blöd (für den Besitzer), aber sieh mal: Wenn der Hund genau weiß, wo er ist und wie es nach Hause geht und etwas sehr sehr interessantes sieht/riecht, wird der einen Sch**ß tun, zu dir zu kommen.
Ich sage nicht, das er weg läuft, aber Hunde haben dann die Angewohntheit, auf einmal "taub" zu sein. ;)
Und wenn es ein unbekanntes Gebiet ist, ist zwar auch die Neugier groß, keine Frage, aber da er sich da nicht auskennt und alleine wäre, wenn er dich ignoriert (Hund=Rudeltier), wird er es sich zweimal überlegen, abzuhauen.

Wenn alles klappt, kannst du ihn im normalen Gebiet (wo du immer Gassi gehst) ohne Leine laufen lassen. Um so weit zu kommen, kann und wird es vermutlich, auch mal mehrere Monate dauern.

Übrigens, deinen Hund aus dem spielen mit anderen Hunden abzurufen, ist (wie man wir mal geschrieben hat) die "Königsklasse" der Hundeerziehung. Ich fand/finde die Bezeichnung dafür wirklich klasse und es blieb auch in meinem Kopf hängen.

So jedenfalls wurde mir das empfohlen und ich gebe "mein Wissen" gerne an andere (mit dem selben "Problem") weiter.

Was übrigens auch ganz gut zum üben ist: Eine offene "Hundestunde".
So etwas bietet eine Hundeschule an (oft auch verbunden mit kleinen Trainingseinheiten o.ä.) oder auch mal beim Tierheim. Google vielleicht dazu mal "offene Rennstunden für Hunde" in deiner Nähe oder so.
Wenn es nämlich wieder ans anleinen geht, kannst du deinen Hund zwischen 10-15 anderen Hunden rufen und schauen, was er macht. Abgesehen davon ist so eine Rennstunde toll. Die Hunde können mit Artgenossen spielen und toben (ohne Leine - da eingezäuntes Gebiet) und du als Besitzer kannst dich mit anderen Besitzern unterhalten.

Was noch wichtig ist: Sollte dein Hund mal ausbüchsen und auf die Straße oder so zulaufen (schlimmstes Szenario), nicht ausrasten. Das bringt meistens gar nichts. So ruhig wie möglich bleiben und den Hund rufen und in die entgegengesetzte Richtung laufen, Hauptsache weg von der Straße.
Ich kenne eigentlich keinen Hund, der da nicht draufanspringt.
Meine Hündin ist mir auch mal abgehauen (allerdings war sie da noch im Brustgeschirr und sie hatte sich durch Panik erfolgreich rausgewunden) und hat eine Straße angesteuert. Ich habe genau das gemacht und sie ist mir hinterher - den kompletten Weg nach Hause (mein Problem mir ihr ist nämlich: Sie lässt sich ohne Leine nicht mehr anfassen. Sie läuft mit, aber haut sofort ab, wenn man sie anleinen will o.ä.)

Und sobald dein Hund mitkommt oder sich sogar wieder anleinen lässt, gibt's ein Lob. Ganz viele neigen dazu, durch die Panik um den eigenen Hund, ihn dann auszuschimpfen, sobald er außer Gefahr ist. Aber dadurch lernt er im Prinzip nur "Ich bin wieder gekommen und dann wurde Frauchen/Herrchen böse...ok, dann komme ich eben das nächste Mal nicht mehr".

Wenn gar nichts mehr geht, kannst du auch eine persönliche Hundetrainerin engagieren. Die übt dann Schritt-für-Schritt mit dir und deinem Hund und hat oftmals noch sehr nützliche Tipps.

Sooo...genug vollgeschrieben. Ich hoffe ich konnte dir helfen und falls jemand einen Fehler bei mir entdecken sollte, bitte kommentiert und weißt mich darauf hin. Man kann schließlich nur lernen, wenn man auf seinen Fehler hingewiesen wird. :)

Grüße, Haru ♥

Achja, hatte ich vergessen zu schreiben:

Du kannst dann auch mit "schleifender" Schleppleine üben, d.h. du lässt sie über den Boden schleifen, hast aber noch die Möglichkeit sie schnell zu greifen, sobald dein Hund Anstalten macht, abzuhauen.

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@HARUMIN

Interessanter sein ist gut - wie soll ich interessanter sein als ein Eichhörnchen oder eine Katze?

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Danke für das Sternchen! ♥

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Dein Hund sollte abrufbar, untergeordnet und gehorsam sein. Am Anfang ist es ratsam eine Schleppleine zu verwenden. Dann ist es mit einbisschen Abruftraining eigentlich kein Problem die Leine zu lösen.

Während des Spaziergangs soltest du deinn Hund immer wieder rufen und ihn dafür belohnen, wenn er bei dir ist. Bestrafe ihn jedoch nicht wenn er nicht sofot kommt wenn du ihn rufst oder wenn er abgehauen ist und dann wiederkommt. Sonst hat er immer Angst bestraft zu werden.

Ruf ihn nicht nur am Ende um ihm die Leine anzulegen, denn sonst merkt er sich "Ah, wenn ich gerufen werde kommt die Leine und ich muss nach Hause" und kommt vllt nicht mehr, denn Hunde sind ja nicht blöd. :)

Viel Spaß mit deinem Hund, Ufea2000 :)

Du musst interessanter für den Hund sein, als die Umgebung (bzw. die Reize, die von dort kommen). Für das Antrainieren helfen Leckerlies, die du dem Hund  im Gehen neben dir auf Kniehöhe gibst. Wenn er auf Kommandos hören soll, etabliere dabei ein "bei Fuß", oder was auch immer du dabei sagen möchtest.


Du kannst doch nicht von einem Hund abverlangen bei einem 1-2 Stündigen Spaziergangs, die ganze Zeit Fuß zu laufen.

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@Einafets2808

Grundsätzlich kann ich das ;-) Ist manchmal sogar sinnvoll. Aber wo habe ich geschrieben, dass das Antrainieren über 1-2 Stunden gehen soll? Trainings gehen max. über 15 Minuten, je nach geistiger Leistungsfähigkeit des Hundes. Die Einheiten können mehrmals am Tag wiederholt werden.

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@Einafets2808

Du kannst doch nicht von einem Hund abverlangen bei einem 1-2 Stündigen Spaziergangs, die ganze Zeit Fuß zu laufen.

Ernsthaft? Beim Menschen sind 1-2h Disziplin ganz normal, aber beim Hund ist das gleich wieder Tierquälerei...
Mein Gott, die Tiere können auch mal ein bisschen gefordert werden. Die Hunde die Probleme machen sind die, die nie Disziplin und Erziehung erfahren haben. (meist die kleinen "süßen", die von Frauchen wie ein zerbrechlicher Pflegefall bemuttert werden)

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@5432112345

Wenn man das wirklich gut und sicher etablieren will, sollte man beim Training in kleinen Schritten anfangen und darauf achten, dass der Hund mit einem positiven Ergebnis das Training beendet; also nicht aufhören, wenn er gerade nicht "bei Fuß" gegangen ist. Wie schnell man sowas etablieren kann, hängt vom Hund ab und natürlich davon, wie oft (nicht so sehr, wie lange am Stück) man das trainiert. Unser erster Hund hatte das nach drei Tagen drauf, der zweite hat mit einer Woche ein bisschen länger gebraucht. Aber es sitzt und kann jederzeit abgerufen werden, wenn es sein muss, auch für die Dauer eines gesamten Spaziergangs. Insofern alles im grünen Bereich. :-)

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@5432112345

Ja, die "kleinen Süßen" - da kann ich dir, leider, nur zustimmen

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@5432112345

gassi gehn sollte in erster linie zur erholung dienen....und nicht die ganz zeit als training oder stur bei fuß latschen

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@MiraAnui

Da gebe ich dir durchaus Recht; manchmal muss "bei Fuß" aber halt sein (unserer ist übrigens ein Begleithund) und dann sollte es auch für eine längere Zeit für den Hund "durchhaltbar" sein. Natürlich darf unser Hund auch ganz nach seinem Gusto von links nach rechts stromern, schnüffeln, buddeln, den Schmetterlingen nachschauen ...

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okay danke werde ich versuchen, weil mein zweiter Hund(fast 7) hört ja auch und guckt sich der jüngere Hund nicht dann das verhalten vom älteren Hund ab?

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Und mein jüngerer Hund brauch ja richtig Auslauf, weil es ja jagtrassen sind

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@nico1519

Manchmal ja, manchmal schauen sie sich das aber auch nicht ab. Ich würde dir raten, das auch mit dem jüngeren Hund zu trainieren; besser wäre sogar, wenn der andere Hund beim Training nicht dabei ist, dann kann der Jüngere sich besser auf dich konzentrieren.

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dazu musst du ein "schleppleinen training" erfolgreich anwenden -aber es klappt leider nicht mit jedem hund...bei manchen hunden ist die jagdleidenschaft so gross, dass sie nie 100% abrufbar sind  (harumin hat dir es ausfuehrlich beschreiben, du kannst es aber auch googlen)

Genau das scheint bei meinem Foxterrier (2J.) der Fall zu sein. Läuft brav ohne Leine durch die Stadt - kurze Strecken auch bei Fuß - hört recht gut aufs zweite Wort.

ca. alle 2 Tage sieht er eine Katze, ein Eichhörnchen oder einen total intertessanten Artgenossen und flitzt los. eine Schleppleine hilft nicht, weil es zu selten passiert und natürlich dann, wenn man nicht drauf gefasst ist.

Meist passiert nicht viel - einige Sekunden später ist die Katze auf dem Baum und reuige Sünder wieder zurück.

Nur ca. alle 2 Monate liegt eine größere Straße zwischen uns und dem Zielobjekt - bisher half beten.

Ne Idee? Vom Trainer kam auch nur Schleppleine, aber die ist in der Stadt eben keine geeignete Dauerlösung.

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schleppleine +Geschirr + Training...

zu erst übst an der schleppleine (mit leine in der hand) klappt das sicher lässt du die leine fallen und übst weiter

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