Meine Katze hat eine Kreuzbandüberdehnung, homöopathische Mittel?

5 Antworten

Hallo HandyPotter,

ich finde die Haltung Deiner Mutter da sehr, sehr traurig.

Wenn man sich ein Tier anschafft, dann übernimmt man auch Verantwortung für das Tier. Und das halt auch für den Krankheitsfall. Eine Katze ist eben kein Gebrauchsgegenstand, mit dem man sich nur beschäftigt, so lange alles bestens ist und den man entsorgt, sobald "er nicht mehr funktioniert". Mit einem "ich mag das nicht zahlen" dem Kätzchen die notwendige Therapie zu verweigern ist zwar eine immer wieder zu hörende Einstellung, hat aber mit Tierliebe nichts zu tun. Wie immer diese Geschichte nun endet: An Deiner Stelle würde ich mit der nächsten Katze auf alle Fälle warten, bis Du ausgezogen bist und selbst für das Tier Verantwortung übernehmen kannst. Du klingst mir hier nämlich als das moralisch deutlich reifere Familienmitglied. :-)

Zur eigentlichen Frage:

Bei der Bänderüberdehnung ist es eigentlich das Wichtigste, dass die Katze sich bei den ersten Anzeichen schont. Dann hat die Überdehnung durchaus gute Chancen, auszuheilen. Das ist jetzt bei Euch leider nicht passiert, weil Du ja schreibst, dass die Katze schon lange hinkt. Die Gefahr besteht, dass es eben doch schon Anrisse der Bänder gibt.

Trotzdem wäre eine wichtige Maßnahme, die Katze in der Wohnung zu halten und auch dort darauf zu achten, dass sie möglichst wenig springt - also nicht auf Regale oder eine erhöhte Schlafplattform o.ä.

Wichtig: Ein paar Tage Zimmerruhe reichen da nicht. Und auch nicht ein "meistens drin". Dann kommt das Problem wirklich immer wieder. Das müssten schon mehrere Wochen sein, dass die Katze nur in der Wohnung gehalten wird und man darauf achtet, dass sie sich schont. Immerhin geht es in den Winter rein, das könnte helfen. Natürlich wird das einer Katze, die es gewöhnt ist, sich draußen zu bewegen, nicht gefallen, wenn sie für einige Wochen "Stubenarrest" hat. Aber das Schonen ist da einfach unerlässlich. Da müsste die ganze Familie(!) dann halt durch.

Also werden wir es mit homöopathischem Zeug versuchen. Ich kenne mich
nur mit Homöopathie gar nicht aus und hab schon gegoogelt, aber nichts
Zufriedenstellendes gefunden.

Du hast als Thema auch "Pflanzen" verlinkt. Homöopathie ist aber nicht gleichzusetzen mit "Medikament auf Pflanzenbasis". Oder mit Naturheilkunde o.ä. Das wird leider oft verwechselt.

Homöopathie ist ein beliebtes, aber nicht über Placeboeffekte hinaus wirksames pseudomedizinisches 200 Jahre altes Verfahren. Es basiert auf der Vorstellung, Kranken diejenigen Homöopathika zu geben, die (angeblich) beim Gesunden die Symptome auslösen, die denen des Kranken ähneln. (Ähnlichkeitsprinzip) Weil oft auch giftige Stoffe eingesetzt wurden, hat noch der Erfinder der Homöopathie - der sächsische Arzt Samuel Hahnemann - angefangen, die Wirkstoffe deutlich zu verdünnen.

Da das Ganze um das Jahr 1800 passierte - also etwa zur Zeit Napoleons - konnte Hahnemann aber nicht wissen, dass die Menge Moleküle, die in einem Arzneifläschchen enthalten ist, endlich groß ist. Sehr groß - aber eben endlich groß. Weil er das nicht wusste, hat er weiter und weiter verdünnt... und das auch weit(!) über die Grenze hinaus, ab der einfach GAR KEINE Wirkstoffmoleküle mehr in den Arzneien waren. Er hat, ohne es zu wissen, einfach nur immer Lösungsmittel mit Lösungsmittel "verdünnt" und weiterverarbeitet.

Dass er mit seinen wirkstofffreien Arzneien trotzdem Erfolge hatte, das lag daran, dass die meisten Krankheiten - besonders wenn man sich schont und nichts Schädliches macht (die "Medizin" zu Hahnemanns Zeit war alles andere als gut) - mit der Zeit von selbst ausheilen oder sich zumindest bessern. Das ist natürlich auch noch so, wenn man inzwischen Placebos genommen hat.

Damals (und heute) erleben also Menschen an sich, ihren Kindern oder ihren Tieren auch nach der Gabe von Homöopathika immer wieder Besserungen - und denken, die Mittel hätten etwas damit zu tun. Dass das NICHT so ist und die Mittel einfach nichts zu den normal oder unter Placebobehandlung  auftretenden Besserungen hinzufügen können, das haben zahlreiche Untersuchungen mit Vergleichsgruppen (in denen eben nur Placebos gegeben wurden) ergeben.

Homöopathika sind Placebos, also ohne gezielte Wirksamkeit auf die Erkrankung der Katze. Sie sind billig, aber wirkungslos.

Weil Euch Homöopathen natürlich etwas anderes erzählen werden: Hier ein paar Links, auf denen Du Dich seriös und wissenschaftlich fundiert über das Thema informieren kannst:

http://www.hno-vahle.de/homoeopathie-in-kuerze/

http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19626

Mit Homöopathie besänftigt Ihr das schlechte Gewissen, die Katze nicht zu behandeln. Ihr fühlt Euch dadurch besser. Die Katze nicht. So einfach ist das.

Was könnt Ihr sonst noch tun?

Eine zweite Meinung einholen, ob eine OP wirklich unumgänglich ist. Wenigstens das Röntgenbild sollte mal gemacht werden, um das beurteilen zu können. Wie schaut es mit angespartem Taschengeld bei Dir aus ...?

Und ansonsten: Schonen, schonen, schonen - auch dann, wenn die Katze schon wieder raus will.

Ihr könnt auch die Tierärztin einmal nach "Metacam" fragen. (http://www.tiermedizinportal.de/medikamente/metacam/384638) Das wäre wenigstens ein echtes Medikament, das bei Entzündungen der Gelenke die Schmerzen lindern könnte. Als echtes Medikament hat es aber natürlich auch Gegenanzeigen - darf z.B. nicht angewendet werden, wenn die Nieren-, Blutgerinnungs-  oder Leberwerte der Katze nicht ok sind. Deshalb: Das kann nur ein Tierarzt verordnen... oder eben nicht.

Grüße

Metacam ist ein Schmerzmittel und kontraproduktiv, denn es gibt dem Körper die "Nachricht " Du kannst Dich weiter hüpfend und springend bewegen, denn es schmerzt ja nicht mehr und der Schmerz soll dem Körper ja die Mitteilung machen, schone mich und das tut die Katze unter der Behandlung mit Metacam nichtmehr. Außerdem heilt Metacam nicht.

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@hpruetten

1) Metacam ist durchaus auch entzündungshemmend. Bänderüberdehnungen können durchaus auch zu Entzündungen in den Gelenken führen.

2) Der Aspekt, dass die Katze sich mehr schont, wenn sie Schmerzen hat, spielt ohnehin nicht über die gesamte Dauer der Genesungspahse eine Rolle. Wenn das Schonen etwas bringt, dann fühlt sich die Katze schon zu einem Zeitpunkt wohler, zu dem es noch viel zu früh wäre, sie wieder raus zu lassen. Auf der anderen Seite ist es nicht einzusehen, warum man dem Kätzchen nicht Schmerzen ersparen sollte, wenn dies möglich ist.

3) Metacam ist verschreibungspflichtig. Das muss also ein Tierarzt mit entsprechendem Fachwissen entscheiden. Kein Heilpraktiker.

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Du kannst der Katze eine Woche lang Ruta C30 ; täglich 5 Globuli geben.

Mach Dir nicht so große Sorgen; Katzen kommen mit so einem Handikap sehr gut klar. Eine Katze deswegen wochenlang in einem Raum einsperren, damit sie sich nur eingeschränkt bewegen kann, wäre Tierquälerei.

Du kannst der Katze eine Woche lang Ruta C30 ; täglich 5 Globuli geben.

Klar kann man - man kann auch eine Woche lang  Arsen C1000 geben - und kein Homöopath der Welt könnte anhand der Wirkung bei der Katze erkennen ob nun Ruta C30 oder Arsen C1000 gegeben wurde...

Wirken wird beides nicht - denn selbst nach den Regeln der Homöoopathie (wenn sie denn stimmen würden...) gilt ja angeblich das sogenannte "Ähnlichkeitsprinzip" - oder neuerdings doch nicht mehr?

https://www.dzvhae.de/dzvhae-presse/abc-der-homoeopathie/-1-571.html

Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Die Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Nur das homöopathische Arzneimittel kann wirken, das in einer Prüfung am Gesunden, die Symptome hervorgerufen hat, an denen der Erkrankte leidet.

Und mal ehrlich - Du wirst nicht ernsthaft behaupten wollen das Ruta C30 bei Gesunden Symptome einer Kreuzbandüberdehnung verursacht?

Jedenfalls nicht häufiger als man das auch nach Einnahme von Zuckerpillen (oder Arsen C1000) beobachten kann.

Davon abgesehen erfordert die Wahl des individuell passenden Mittels eine gründlichen Anamnese - und kann doch nicht auf Basis weniger Sätze per Internet erfolgen ohne das die Katze überhaupt je gesehen wurde.

Oder gilt das neuerdings auch nicht mehr?

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@MalNachgedacht

Dein Text beweist einmal wieder, wie wenig Wissen Du über Homöopathie besitzt.

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@Anaschia

Eine gewagte Aussage, nachdem MalNachgedacht die Beschreibung der Ähnlichkeitsregel immerhin vom DZVhÄ zitiert hat. Wissen die also auch nicht Bescheid?

Und ja: nachdem Ruta C30 absolut wirkstofffrei ist, kann man das natürlich geben. Nur: Warum sollte man? Es ist ein Placebo.

Oder kannst Du etwa klinische Studien vorlegen, die belegen, dass das Mittel bei der Kreuzbandüberdehnung besser ist also Placebo?

Und wenn nein: Wieso enthälst Du der FS die Information vor, dass das Mittel, das Du empfiehlst, keine Placeboüberlegenheit nachweisen kann? Und dass ein solcher Nachweis auch nicht zu erwarten ist - wegen der Wirkstoffreiheit des Produktes? Oder die Information, dass genau dieser Hinweis - dass Homöopathika keine Wirksamkeit belegen können - in den USA demnächst aus Gründen des Verbraucherschutzes auf die Packung mit drauf muss?

Vielleicht möchte es die FS ja wissen, ob sie ein Produkt ohne nachweisbare Wirksamkeit empfohlen bekommt? Wie schleißt Du das aus?

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@uteausmuenchen

Einem eingefleischten Homöopathiegegner das Wesen derselbigen näher zu bringen wäre ja so, als würde ich versuchen einer Kuh das Fliegen beizubringen.

Beides funktioniert bekanntlich nicht!!

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@Anaschia

Das "Wesen" der Homöopathie ist das Simile-Prinzip. 

Darauf basiert die gesamte Homöopathie.

Ohne Similie-Prinzip gibt es keine homöopathische Arzneimittelprüfung.

Ohne homöopathische Arzneimittelprüfung gibt es keine homöopathischen Arzneimittelbilder

und ohne homöopathische Arzneimittelbilder kann ein Homöopath nicht einmal gemäß homöopathischem Glauben ein geeignetes Mittel bestimmen.

Das dieses Similie-Prinzip zumindest in vielen Fällen ganz offensichtlich absurd ist mögen Homöopathen natürlich nur ungerne lesen...

Und nein - kein Homöopath der Welt kann Ruta C30 von Arsen C1000 (oder einer anderne Hochpotenz) anhand der Wirkung unterscheiden - jedenfalls nicht besser als man es mit purem Raten ebenfalls kann.

Und natürlich erfordert laut Hahnemann die Wahl einen passenden Mittels eine gründliche Anamnese - und nicht 4 Sätze aus dem Internet ohne jede Rückfrage und ohne je die Katze gesehen zu haben.

Ich kann Dir gerne die entsprechenden Paragraphen aus dem Organon der Heilkunst zitieren in denen Hahnemann das eindeutig klar stellt.

Und dann fragen wir uns noch mal wer hier wenig Wissen über die homöopathische Lehre besitzt....

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@Anaschia

Anaschia,

Einem eingefleischten Homöopathiegegner das Wesen derselbigen näher zu bringen...

Ich wollte eigentlich nicht das "Wesen der Homöopathie", sondern handfeste Belege, dass Deine in der Antwort gegebene Empfehlung durch Studien und belastbare Wirksamkeitsnachweise abgesichert ist und nicht entgegen der Datenlage gegeben wurde.

Oder möchtest Du ausdrücken, dass das "Wesen der Homöopathie" genau das ist - "Ignoriere die Daten und nimm einfach stur das weiter, was man vor 200 Jahren mal empfohlen hat: natürliche Genesungen und Regression zur Mitte schaffen schließlich schon ein paar Erfolgsstories"?

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Ledum kann helfen oder Arnica

3Wochen ruhig  halten.....falls möglich. ....( Råumchen ohne Sprungmõglichkeit)....kann helfen.....frag doch nochmal den Tierarzt.   ob diese Möglichkeit    tiermedizinisch vertretbar wäre. . ok? ... oder falls OP   um "Raten" bitten.oder frag die.Mama.ob du Zeitung austragen darfst und sie unterstützt...bei der Abzahlung..   

Eine Zerrung ist sehr schmerzhaft...  bedenke das bitte..... 

Sag der Mama..oder frag sie; " wenn der TV jetzt kaputtgeht. ....kaufen wir dann einen Neuen?

Hallo! du kannst es gerne versuchen aber Placebo kann bei Menschen wirken - bei Tieren kaum

Ich wünsche Dir alles Gute.

kami,

entschuldige mir die kleine Korrektur:

1) Doch, auch bei Tieren sind Placeboeffekte nachgewiesen. (http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/bei-tieren-gibt-es-keinen-placeboeffekt/)

2) Wichtig ist in diesem Kontext auch der "Placebo by Proxy", der Placeboeffekt beim Halter, der gleich viel mehr den Eindruck hat, dass es seinem Liebling besser geht. (http://www.pfotenleser.de/titelform/407-2/andere-mechanismen-des-placebo-effekts)

3) Die meisten Genesungen unter Placebobehandlung gehen sowohl bei Mensch als auch beim Tier gar nicht auf das Konto des Placeboeffektes, sondern beruhen auf den natürlichen Krankheitsverläufen, der Regression zur Mitte, anderen Behandlungen, Gewöhnungseffekten oder Kontexteffekten. (http://www.dcscience.net/2015/12/11/placebo-effects-are-weak-regression-to-the-mean-is-the-main-reason-ineffective-treatments-appear-to-work/)

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Du recht hast, dass eine Placebobehandlung beim Tier hier nicht viel Sinn ergibt.

Grüße

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