Was ist eine gute Leitfrage für Abtreibung?

6 Antworten

Die Frage nach dem ethisch vertretbaren, spätesten Zeitpunkt einer Abtreibung wäre durchaus auch für einen Ländervergleich geeignet, auch und gerade innerhalb der EU.

Auch rund um den § 219a StGB, das "Werbeverbot" für Abtreibungen, kannst du einen solchen Ländervergleich machen. Schließlich ist das hier in Deutschland gerade eine ganz aktuelle Debatte. Da schadet es ja nicht, wenn man mal schaut, wie vergleichbare andere Länder das handhaben.

Vergleiche mit den USA sind enorm schwierig, da dort jeder Bundesstaat sein eigenes Süppchen kocht. Sprich, du müsstest in allen 50 Bundesstaaten schauen, wie es dort jeweils gehandhabt wird und das dann wiederum mit Deutschland vergleichen ;). Bisserl viel, meinst du nicht auch?

Vielen lieben Dank für deine Hilfreiche Antwort. Ja , da haben sie recht, ich könnte vielleicht die Staaten rausnehmen, wo das abtreiben ganz spezifisch verboten wird oder illegal ist.

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@Saniy9522

Das kommt natürlich darauf an, wie du das Ganze aufzieheh möchtest. Wenn du einen streng juristischen Vergleich machen möchtest, wird es natürlich schwierig. Aber man könnte auch die grundsätzlichen Einstellungen vergleichen.

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@Hacker48

Genau, ich möchte das Thema eher ethisch rein beziehen. Nur das grundsätzliche mit rein zu nehmen in die Präsentation ist gut, meiner Meinung nach. Danke !

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Vielleicht auch Diskussipn über die Zeit. Wann wird aus ein paar Zellen mit Potenzial ein Mensch....

Woher ich das weiß:Hobby – Neben Chemie (Studium) ... jede ist mein Hobby.

Für mich wäre die Leitfrage, von der alles abhängt:

Ab wann gilt für den Menschen der Satz: Die Würde des Menschen ist unantastbar - vom Augenblick der Empfängnis an oder später?

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort! Könnten sie mir vielleicht die Leitfrage auch erklären?es wäre super nett von Ihnen

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@Saniy9522

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Antworten.

Die eine Richtung betrachtet den Menschen als Mensch mit aller Würde vom ersten Augenblick der Empfängis im Mutterleib an. Daraus ergibt sich, dass Abtreibung die Tötung eines Menschen ist. Vor allem die katholische Kirche ist dieser Auffassung, weil sie sagt, dass kein Mensch das Recht hat, einem anderen das Leben zu nehmen.

Unter diesem Gesichtspunkt wird aber auch getrennt zwischen der Abtreibung an sich, die abgelehnt wird, und der Verurteilung eine Arztes, einer Frau deswegen. Auch hier hat man nicht das Recht, einen Menschen dafür moralisch zu verurteilen.

Die andere Richtung vertritt die Ansicht, dass dem wachsende Leben erst im Lauf der Schwangerschaft menschliche Qualität zugeordnet werden kann, wobei man über den Zeitpunkt unterschiedlicher Ansicht ist. Damit wäre eine Abtreibung keine Tötung eines Menschen. Die Entscheidung darüber wird der Frau zugestanden.

In der Bundesrepublik ist es gesetzlich so geregelt, dass eine Abtreibung rechtswidrig ist, aber in bestimmten Fällen straffrei bleibt.

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@Nadelwald75
Auch hier hat man nicht das Recht, einen Menschen dafür moralisch zu verurteilen.

Also entweder das stimmt nicht oder die katholische Kirche sollte das noch mal deutlicher kommunizieren, denn, wenn man einen Blick in die USA wirft, scheint das bei einer Menge Schäfchen noch nicht angekommen zu sein...

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@Hacker48

Die katholische Kirche hat sehr deutlich zum Thema Abtreibung als solches Stellung genommen. Es ist aber Grundhaltung der Kirche, die biblisch auch begründet ist: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.

Es ist mir auch nicht bekannt, dass die Kirche eine einzelne konkrete Person rechtlich oder moralisch verurteilt hat.

Und das schließt zugegebenrmaßen nicht aus, dass eine "Menge Schäfchen" diese Haltung nicht mitbekommen haben.

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Der Vergleich USA- Deutschland hat viel Diskussionspotential, denke ich.

Ansonsten würde mir noch einfallen:

Die Frage, ob die zeitliche Grenze - Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche - angemessen ist.

Oder ob ein gesetzliches Verbot zielführend wäre. So, wie es in anderen Teilen der Welt praktiziert wird.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin Mama

Die letzte Frage finde ich schwierig. Ich meine, welche ernsthaften Argumente gibt es für ein gesetzliches Verbot? Die stehen in keinem Verhältnis zu den Gegenargumenten...

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@Hacker48

Das Argument, dass man hätte verhüten können. Es gibt unzählige Verhütungsmethoden und die Aufklärung ist super heutzutage. Das Argument "ich bin ungewollt schwanger geworden" gilt nicht! Außer bei Vergewaltigungen, das ist ein Sonderfall/Extremfall.

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@Justitia987

Justitia, huh?

Zunächst einmal ist das kein Argument. Die Frage war, was für ein Verbot spricht, was die VORTEILE eines Verbots im Verhältnis zu den NACHTEILEN eines Verbots sind. Dass man verhüten kann, hat damit nichts zu tun. Um trotzdem darauf einzugehen: Es kann eine Menge schieflaufen. Am häufigsten wird ja immer noch die Pille verwendet. Wird diese nicht gleichmäßig eingenommen, vergessen, wird man krank, erbricht man sich ein paar Tage vorher oder hat Durchfall etc. pp., ist die Wirkung schon eingeschränkt. Gerade Jüngere wissen da noch nicht so gut Bescheid. Genauso, wie selbst viele Erwachsene denken, man könne während der Periode nicht schwanger werden. Und ja, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Ich kenne aber jemanden, der dadurch schwanger geworden ist. Genauso wie ich jemanden kenne, der die Ausbildung abbrechen musste, da die Pille nicht gewirkt hat. Wir sprechen in beiden Fällen von jungen bis älteren Erwachsenen. Oh, und von dem Kondom habe ich noch gar nicht angefangen. Möchte man zum Beispiel keine Pille nehmen, wegen der Nebenwirkungen, bleibt nur noch das Kondom. Das wiederrum kann dann platzen, reißen, auslaufen, was weiß ich. Oder es verträgt sich nicht mit dem Gleichtgel, wird spröde und bricht. Wissen auch viele nicht. Andere glauben, doppelt halte besser, ziehen sich gleich zwei Kondome über, was durch die Reibung dazu führt, dass beide Kondome am Ende Risse haben.

Aber all das spielt überhaupt keine Rolle. Ein Verbot würde nur dazu führen, dass Frauen die Abtreibung entweder selbst vornehmen, dazu zwielichtige Gestalten beauftragen, die das Ganze mit einem Kleiderbügel erledigen, es würde dazu führen, dass noch mehr Säuglinge in Müllcontainer landen, im Heim oder im besten Fall, in einer Familie, die sie nicht will. Klasse Aussichten. Und wofür? Du bist dran.

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@Hacker48

Ich beharre weiterhin auf meinem Argument, egal ob du es als Argument anerkennst oder nicht. Mit welchem Recht sagst Du es sei kein Argument? Nur weil Du kein gutes Gegenargument hast? Es gibt derzeit unzählige Verhütungsmethoden und wenn man nur ein bisschen aufgeklärt ist (nicht schwer heutzutage) weiß man, dass man diese auch kombinieren kann (Pille + Kondom z.B.). Kondome schützen auch vor Geschlechtskrankheiten, also sind sie als zusätzlicher Schutz optimal. Lass Dich erstmal aufklären!

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@Justitia987

Du hast Recht, ich habe keine Ahnung. Tut mir leid, dich angezweifelt zu haben. :-)

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Vielen lieben Dank für die hilfreiche Antwort. Es ist wirklich schwierig zu argumentieren, ob ein gesetzliches verbot zielführende wäre. Trotzdem danke

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Hallo

Amerika und Deutschland zu vergleichen ist nicht so sinnvoll.

Interessanter wäre Deutschland und z. B. Russland.

Was man sich auch fragen kann, ob ein Verhütungsmittel ein 100%iger Schutz ist (Antwort: nein)? Oder zu fragen, weshalb es früher mehr Abtreibungen gab oder in einigen Ländern noch heute es mehr Abtreibung als in Deutschland gibt? Ob eine Legalisierung der Abtreibung zu weniger, gleichviel oder mehr Abtreibungen geführt hat (Antwort: weniger)? Oder wie lange es schon Abtreibungen gibt? Oder ob ein Verbot Abtreibungen verhindert (Antwort: nein)? Ob Adoption eine Alternative ist (Antwort: nein, da muss man nur die Anzahl Abtreibungen und Inlandadoptionen vergleichen)?

Freundlichen Gruss

tm

Woher ich das weiß:Recherche

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