Klassenfahrten. Wie beliebt sind sie eigentlich bei Lehrern?

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Das kommt auf die Gesamtsituation an. Generell mag ich Klassenfahrten trotz erheblicher Mehrarbeit. Man lernt seine Schüler auch privat kennen und die Gemeinschaft wächst stärker zusammen. Je nach Ziel lernt man auch neue Orte kennen.

Folgende Dinge sind jedoch negativ:

  1. nicht zahlende Eltern
  2. unbegründete Absagen (gerne zu spät, aus religiösen Gründen), die den ganzen Finanzplan umwerfen
  3. Schüler, die sich nicht benehmen können (verunreinigte Bustoilette, Rausschmiss aus Schnellrestaurant, Rausschmiss aus Museum, Fremdschämen bei Stadtführung)
  4. Alkohol-und Drogenkonsum
  5. Störung der Nachtruhe
  6. unerlaubtes Entfernen bei Nacht
  7. inkonsequente Schulleiter, die eine Ahndung der Vergehen behindern

Und sicher warst du täglich vom frühen Morgen bis zum späten Abend auf Trab..... .

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Hallo!

Kommt auf den Lehrer an ... ich habe hier mal zwei Anekdoten aus meiner Schulzeit, die das relativ gut schildern könnten, wie verschieden die Einstellung von Lehrern sein kann; mancher organisiert gern und nutzt ggf. persönliche Kontakte, anderen ist das Thema ein Dorn im Auge.

Klassenausflüge und Wandertage waren meistens nett, außer der in der 5. Klasse (Sommer 2002) - das war ein stupides Herumlaufen und Zeitschinden mit einer lustlosen älteren Lehrerin, die ziellos ohne zu wissen wo man ist mit uns rund um die Gelände der Amerikanischen Streitkräfte und einen dortigen Wald wanderte, wobei man sich mehrfach übel verfranzte, bis sie uns um 12.05 Uhr denn ENDLICH gehen lassen durfte. Diese Lehrerin war es auch, die uns für Ende der 6. Klasse eine Übernachtung in einer Jugendherberge versprach - weiß noch genau, es handelte sich um Igersheim bei Bad Mergentheim. Es passierte ewig keine Planung, es ging keine Information raus, dann war sie auf einmal wochenlang "krank" und kam auch nicht mehr für den Rest des Schuljahrs. Unser Englischlehrer hat aber aus Mitleid, weil er das Thema kannte und alle enttäuscht waren, eine super Wanderung zu einem Spielplatz organisiert und danach waren wir bei ihm zuhause und seiner Frau, die ich sehr nett fand, sowie seinem erwachsenen Sohn der grillte zum Grillen eingeladen. Jeder wusste, die Klassenlehrerin hatte keinen Bock drauf und war wahrscheinlich nur "krank", damit sie eine Ausrede hatte. Bei der 6. Klasse, die sie vor uns hatte, war das ähnlich, wie mir hernach jemand steckte der in dieser Klasse gewesen war.

Seit dem siebten Schuljahr (2003/04) gab es eine Winterwanderung unter "erlebnispädagogischen Absichten" am letzten Tag vor den Faschingsferien als kostenloses Äquivalent zum Skiwochenende/Schlittschuhlaufen. Das war jedes Jahr nett, da wir eine homogene kleine Gruppe mit Leuten aller Jahrgänge waren; die letzten Jahre ab ca. 8. Klasse war ich dort der "Bürgermeister", weil ich mich in der Region am besten auskannte. Dabei war ein sehr lieber Lehrer, der sich echt Mühe gab und uns Pflanzen, winterruhende Tiere, die Vegetation und die geologische Beschaffenheit der Gegend erklärt hat. Habe mich jedes Jahr drauf gefreut und immer Fotos gemacht, danach ging's in die Faschingsferien.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Man hat in all den Jahren einiges erlebt.

Thema Landschulheim ... da ließ es sich auch ganz gut erklären.

Meine Klasse fuhr mit einem Klassenlehrer, der alles geplant hatte, die Eltern mit ins Boot nahm und schon ein Jahr vorher ans Organisieren ging. Er hatte auch richtig Spaß, war für uns wie ein Vater/Onkel auf der Reise und wirkte immer tiefenentspannt. Egal ob Stadtrundfahrt, abendliches Volleyball auf dem Gelände der Herberge oder Tretbootfahren - er war sich für nix zu schade und hatte sichtlich Freude. Und wir waren keine einfache Klasse. Es war eine schöne Woche.

Die Parallelklasse hatte eine junge Lehrerin, die von Anfang an gar keine Lust hatte und das auch mal sagte, ehe sie ihren damaligen Partner mit als Begleitperson nahm und das Landschulheim mehr oder weniger als eine Art Urlaub ansah. Wie mir Leute aus der Para, mit denen ich traditionell besser klarkam als mit meinen Mitschülern, zutrugen, habe die Dame sich vor allem gedrückt und sei total passiv gewesen.

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So viele Freiheiten wie sich die Schüler heute rausnehmen. Und sie werden von ihren Eltern voll unterstützt. Kaum ein Kind lernt was richtig, falsch, wie man sich benimmt. Sie sind sich selber die Nächsten. Findest Du hier in so vielen Fragen.

Wer soll sich schon mit einer Horde Kids abgeben, wo man aufpassen muß, das die Eltern einen nicht anzeigen, weil man ihre Kids mal anschreit, weil sie nachts mit Alkohol Party machen?

Das Vertrauen muß schon groß sein, zudem hat der Lehrer eine Menge Arbeit mit der Klassenfahrt. Ist nicht so als würde man ein Ticket für den Bus kaufen.

Und die Kid wollen mehr, weiter weg, noch mehr und ihnen ist völlig gleichgültig wie das bezahlt wird oder ob sich ein Kind aus der Klasse das nicht leisten kann.

Ich, ich, ich ---- würdest Du Dir die Arbeit machen? Die dann als selbstverständlich angesehen?

Ich glaube das kommt ganz auf die Beziehung zwischen dem Lehrer und seiner Klasse an. Wenn man sich schon länger kennt und gut über den anderen Bescheid weiß, kann es zu einer tollen Zeit werden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich glaube es ist mal so mal so. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass meine Lehrer auch dran Spaß hatten, aber auch, dass sie eben auch unangenehme Pflichten dort zu erfüllen hatten

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