Kind zweisprachig erziehen? Wie am besten?

17 Antworten

Hallo,

mit einer mehrsprachigen Erziehung kann man gar nicht früh genug anfangen, denn bekanntlich wird das Gehirn in den ersten 5 Lebensjahren gestaltet. Wer schon einmal im fremdsprachlichen Bereich mit Kleinkindern zusammengearbeitet - nicht gelernt, gedrillt, gepaukt, sondern gespielt, gesungen, geturnt, gebastelt, gemalt, gereimt, erzählt, gekocht - hat, weiß dass Kleinkinder wahre Sprachgenies sind.

(eltern.de/kleinkind/erziehung/zweisprachig-erziehen-1.html)

Und so kann es z. B. funktionieren: 

Meine Freundin ist gebürtige Ungarin, lebte vom 2. bis ca. 25. Lebensjahr in Australien und kam dann nach Deutschland (vor ca. 40 Jahren), wo sie einen deutschen Mann heiratete. Sie spricht fließend ungarisch und englisch, außerdem deutsch, ihr Mann spricht deutsch und durch jahrelange Aufenthalte in England und Amerika sehr gut englisch.

Ihre Tochter (heute 30) ist dreisprachig - wenn man den bairischen Dialekt dazuzählt, 4sprachig - aufgewachsen, d.h. spricht fließend englisch, deutsch, ungarisch (und bairisch). Die Mutter hat mit ihr von klein an nur ungarisch und englisch gesprochen, der Vater in der Hauptsache englisch. Deutsch hat die Tochter von den deutschen Großeltern, in Kindergarten/Schule, über Radio und Fernsehen, im Alltag gelernt.

AstridDerPu

Hallo,

unsere beiden Söhne sind viersprachig aufgewachsen und sprechen alle vier Sprachen mühelos. Ich bin Österreicherin und habe nur deutsch mit ihnen gesprochen. Der Vater ist Südamerikaner und hat konsequent spanisch mit ihnen kommuniziert. Da wir sehr viel reisen, war die Umgangssprache mit anderen Kollegen das Englische. Einen Teil des Jahres verbringen wir in Paris, also war ihnen das Französische auch von Beginn an geläufig. Der ältere Sohn hat die International School besucht mit Unterrichtssprache Englisch, der Kleine wird von einem französischen Lehrer nach dem französischen Unterrichtsplan privat unterrichtet.

Es war zwar, als sie noch klein waren, manchmal etwas mühsam, konsequent bei der eigenen Muttersprache zu bleiben, aber es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Sie sprechen alle vier Sprachen fließend und akzentfrei. Sie lesen beide viel in allen Sprachen und schauen Filme an, in der Sprache, die sich gerade bietet.

Hilfreich war sicher, dass mein Mann und ich auch alle vier Sprachen beherrschen. Ich spreche zusätzlich noch neugriechisch, mein Mann italienisch und er lernt gerade Russisch. Der Große hat in der Schule noch freiwillig Latein gewählt und der Kleine wollte das mit Beginn der Gymnasialzeit auch machen. Beide finden, dass sie sich dadurch grammatikalisch weiter verbessert haben und dadurch einiges besser verstehen. Da mein Mann und ich beide humanistische Gymnasien besucht haben, hatten wir großes Verständnis für den Wunsch der Kinder, Latein zu lernen.

Mehrsprachige Erziehung ist dann zu befürworten, wenn die Kinder jede Sprache an einer Person festmachen können. Dann klappt das von ganz klein auf und es gibt auch keine Verwirungen. Nicht zu raten ist es, wenn eine Person versucht, zwei Sprachen mit einem Kind zu sprechen, denn das verwirrt, besonders im Kleinkindalter, dann doch zu sehr. Zumindest zuhause muss ganz klar geregelt sein, wer welche Sprache mit dem Kind spricht.

Wir sind sehr froh, das so durchgezogen zu haben, da es für die Kinder ein ungeheurer Vorteil ist, sich in mehreren Ländern mühelos unterhalten zu können.

Ich wünsche dir sehr viel Freude mit deiner kleinen Familie und viel Glück mit der Mehrsprachigkeit!

Woher ich das weiß:Hobby – Sprachen: D, E, Fra, Sp, Gr
Wie erziehe ich mein Baby am besten zweisprachig?

Indem unterschiedliche Personen mit den Kind unterschiedliche Sprachen sprechen. Wobei jede Person mit den Kind immer in der selben Sprache spricht.

Verwirrt dass das Kind nicht?

Das kommt darauf an. Ganz wichtig ist, das es für das Kind immer klar ist, welche Sprache kommt, bevor das 1. Wort gesprochen wird. Problematisch ist es gerade am Anfang wenn eine Person die Sprachen willkürlich wechselt oder gar vermischt.

Wenn sie nicht mehrere Personen haben, müssen sie ganz klare Bezugspunkte schaffen. z.B. haben sie Schwarze Kleidung an, sprechen Sie Deutsch, haben Sie rote Kleidung an, sprechen sie in Ihrer Muttersprache.

Der aktuelle Stand der Pädagogik ist da, dass die jeweiligen Sprachen mit Personen/Situationen verknüpft werden. Also zB deine Eltern und du sprechen eure Muttersprache, der Vater (und logischerweise zB in der KiTa) spricht Deutsch. Dabei gibt es natürlich noch "Grauzonen", zB wenn ihr euch beide zusammen mit dem Kind unterhaltet. Da könnt ihr eure eigene Lösung finden, ich habe es so gelernt, dass man da dann Deutsch spricht (also auch du).

Ganz wichtig ist dabei vor allem eins: Konsequenz! Wenn du manchmal Deutsch und manchmal deine Muttersprache sprichst, fällt es dem Kind viel schwerer zwischen den Sprachen zu unterscheiden. Außnahmen sind halt eben klar trennbare Situationen wie zB wenn der Vater dabei ist.

Wenn du allein deinem Kind zwei Sprachen beibringen möchtest, macht das für ein so kleines Kind wenig Sinn und verwirrt es eher.

Doch ich kenne eine Familie, deren Großmutter, die im selben Haus wohnt, Französin ist. Die Tochter ist hier in Deutschland geboren und aufgewachsen, spricht auch gut Französisch. Der Vater des Kindes kennt ebenfalls beide Sprachen recht gut, ist aber Deutscher.

Nun haben diese Leute es so geregelt, dass die Eltern mit dem Kind Deutsch reden. Die Oma, die sich auch um das Kind kümmert, spricht mit ihm nur Französisch.

Sicher hat das Kind anfangs Fehler gemacht, die von den Erwachsenen korrigiert Wurden. Aber das Kind hat ziemlich schnell verstanden und mit den Eltern Deutsch gesprochen, mit der Oma Französisch. Inzwischen ist das Kind 5 Jahre alt und spricht beide Sprachen. Wenn einmal Verwandte aus Frankreich zu Besuch sind, kann das Kind mühelos mit ihnen Französisch sprechen.

Danke! Dir und deinem Kind wünsche ich alles Gute für die Geburt und natürlich auch weiterhin!!

0

Was möchtest Du wissen?