Katze als Studentin halten geht das überhaupt?

7 Antworten

Hi,

da gibt es einiges zu bedenken.

* Wie ist die Katze deiner Mitbewohnerin? Wie alt ist sie, warum wird sie als Einzelkatze gehalten? Wie gut sozialisiert ist sie?

* Was macht ihr, wenn sich die beiden Katzen nicht verstehen? Gibst du dann deine wieder ab? Oder ziehst du dann um und machst eine neue WG auf?

* Die Katze soll Freigängerin werden. Kannst du gewährleisten, dass du ihr ein Leben lang Freigang geben kannst? Auch nach dem Studium, wenn du deinen ersten Job hast und dafür z.B. in eine Großstadt umziehen musst?

* Du hast definitiv nicht vor, ein Auslandssemester zu machen?

Zu den Kosten

* ca. 40 Euro Futter +Streukosten im Monat.

* Kosten der Krankenversicherung für deine Katze oder du legst jeden Monat 15-20 Euro für Tierarztkosten zurück 

* Kaufkosten der Katze: Im Tierheim ca. 100-150 Euro, vom seriösem Züchter ca. 650 Euro, unseriöse Quelle (privat, Schwarzzüchter, usw.) 0-? Euro, dazu kommen noch die Impf (ca. 70 Euro) -und Chipkosten (ca. 20 Euro).

* mit etwas 4-6 Monaten kommen Kastrationskosten von 50-150 euro auf dich zu

* Bei einem Freigänger wirst du eventuell höhere Tierarztkosten haben, da es zu Bissverletzungen kommen kann oder deine Katze könnte angefahren oder sonstwie draußen verletzt werden. Die kosten dafür können gering sein- oder mehrere Hundert Euro betragen (= Krankenversicherung abschließen!)

Ich rate dir, deinen Katzenwunsch noch etwas zu verschieben.

Du stehst ja erst am Anfang deines Lebens. Du wirst sicher noch ein paar Mal umziehen, andere Interessen entwickeln, andere Leute kennenlernen, vielleicht in andere Länder reisen, vielleicht eine Familie gründen. Du kannst jetzt noch gar nicht abschätzen, ob du immer und überall eine Katze mitnehmen kannst und willst.

Aber Katzen leben bis zu 20 Jahren. Was soll denn aus dem Tier werden, wenn du beim nächsten oder übernächsten Umzug keine Wohnung findest, in der die Haltung von Haustieren erlaubt ist? Was machst du, wenn du einen Partner kennenlernst, der keine Katzen mag oder eine Allergie hat?

Katzen sind reviergebunden, sie wollen an einem festen Standort leben und nicht pendeln. Abgesehen davon sind lange Reisen in einer Transportbox für Katzen eine Folter.

In der WG gibt es auch schon eine Katze, es ist ihr Revier. Ein Neuzugang wäre zumindest anfangs eine gewisse Herausforderung. Wenn die Katzen nicht immer auf Abruf raus können, müssen sie schon eine große Wohnung haben, wo sie immer überall hin können. In einem Zimmer gehalten zu werden ist für eine Katze wie Knast.

Wie wäre es denn, wenn du im nächsten Tierheim aushilfst? Helfende Hände sind immer willkommen, und sei es als "Katzenstreichler".

Ich hatte als Studentin auch solche Wünsche. Eine in Not geratene Katze habe ich bei mir aufgenommen, aber ich konnte ihr aus heutiger Sicht nicht gerecht werden. Sie ist irgendwann einfach in die Nachbarschaft ausgewandert.  Später musste ich erkennen, dass das besser war für alle beteiligten.

Katzen sind gerne draußen, aber im winter kann es ihnen trotz fell zu kalt werden, dann wollen sie wieder rein für ein nickerchen und wenn es ihnen zu langweilig wird, quäken sie an der tür und wollen wieder raus. Das kann ganz schön nervig werden, wenn man im obergeschoss wohnt und immer treppen hoch und runter rennen muss. Ansonsten brauchen sie nicht so viel pflege. Ab und zu mal wurm- oder flohmittel vom tierarzt, das kostet nicht viel. Bei transporten bekommen sie halt angst, weil sie es nicht gewohnt sind, aber hilft ja nichts, da müssen sie durch. 

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