Kann jedes Pferd barfuß geritten werden?

7 Antworten

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Wenn es an den richtigen Bearbeiter gerät, der die Kenntnisse hat, JEDES Pferd zu ihm, seinen Bewegungen, seinem Gebäude passend zu bearbeiten, JA.

Gerät es an einen Bearbeiter, der diese Fähigkeiten nicht hat, dann fügt ihm auch der Beschlag definitiv Schaden zu - nur wird es mit dem Beschlag trotz Schaden laufen, weil es nicht spürt, dass das nicht gut ist. Der Beschlag wirkt wie eine Narkose. Gehen wir Menschen länger an einem Hang seitlich entlang, sodass der Weg über Kilometer nach links hängt, spüren wir irgendwann in unseren Gelenken des Beins, dass wir überlasten, wenn wir so weiter gehen, werden eine Pause machen oder eben einen anderen Weg suchen, unsere Strecke hinter uns zu bringen, z.b. hoch oder runter, bis wir auf einen ebeneren Weg treffen. Gibt uns ein Anästhesist vorher eine Teilnarkose, sodass wir in den Gelenken bis rauf zum Knie nichts mehr spüren, aber noch laufen können ohne auf die Nase zu fallen, so werden wir weiter laufen, selbst, wenn wir unseren Sehnen-/Bänderapparat und unsere Gelenke überanstrengen.

Versuch's mit dem Schmied, aber wenn das nichts wird, urteile nicht deswegen über den Barhuf an sich, sondern frage einen Huforthopäden um Rat. Ich habe so viele tausend Hufe in den über 32 Jahren mit Pferden gesehen, aber noch nie einen wirklich funktionierenden Schmied-Barhuf. Die Pferde liefen alle nur dann langfristig, wenn der Schmied sie per Beschlag betäubt hat. Ich kenne inzwischen weit über 50 Huforthopäden-Barhuf-Pferde, die alle laufen. Da sind Hufrollenbefunde dabei, welche die wegen Rehe schonmal ausgeschuht hatten, aber noch zu retten waren und viele, viele tausend Stellungsfehler (weil Beschlag ohne Stellungsfehler geht nicht, ist eine physikalische Folgerung aus Beschlag). Und alle denen geht es gut, seit sie umgestellt sind und alle diese Pferdebesitzer würden niemals mehr irgendein Pferd beschlagen lassen.

Danke mal wieder für deine super ausführliche Antwort :)

Wir haben auch Ponys an der Halle stehen, die barfuß laufen, und die Hufe sehen gut aus, und die Pferde laufen auch super.

Ich werde den Schmied einfach mal etwas ausquetschen, und mir es dann gut überlegen :D

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@knuddeel

Genau - immer gut Argumente ausquetschen. Wennst magst, schau ich mir vorher noch schnell Huffotos an und geb Dir ein paar Stichworte mit, wonach Du fragen kannst ... kommt er ins Stolpern oder wiederholt sich ohne dass Du immer dasselbe fragst, z.B. weil Du noch mehr Details möchtest und er nicht mehr weiß, würde ich das an Deiner Stelle im Hinterkopf behalten, dass Du ihn an seine Grenzen gebracht hast. Einen Huforthopäden bringst so weit nicht. Ich beschäftige mich jetzt seit zwei Jahren sehr intensiv mit Hufen (nach einigen Irrjahren mit meinem Pferd) und immer wieder sieht meine HO beim Ausschneiden was, was sie mir erklärt und was mir dennoch neu ist.

Und wenn Du eine Meinung von einem HO einholst, stell ihm einfach die Fragen nochmal als hättest Du sie nie jemandem gestellt und vergleiche die Antworten.

Dann weißt, wie kompetent Dein Schmied ist und ob Du mit ihm zum Ziel kommst: Glückliches, gesundes, leichtfüßiges, gerne laufendes Pferd ;-)

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@Baroque

Okay, ich werde mal morgen früh direkt Fotos machen, allerdings hat meine Stute jetzt ein Eisen locker :-/

Da muss der Schmied eh Anfang der Woche kommen.

Sie hatte eigentlich Glocken auf, aber die hat sie leider gestern kaputt gemacht, und prompt steht ein Eisen ab :(

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@knuddeel

Uuups, wenn sie Glocken braucht, um die Dinger nicht abzuschießen, dann läuft sie schon grottig damit und die Trachten sind vermutlich auch schon weg.

Ob das locker ist oder nicht, ist egal. Morgen abend sollte ich daheim sein, da kann ich drauf schauen.

Würdest Du auf folgendes achten beim Fotografieren, dass man was erkennt:

  • Wenn Du die Hufe waschen musst, damit man die Strukturen erkennt, bitte vor dem Fotografieren wieder trocknen lassen, sonst glänzen sie so, dass man nix beurteilen kann. Man sollte sehen, wie die Röhrchen der Hufwand verlaufen, ob man Querringe sieht.

  • Ein Foto vom gesamten Pferd von der Seite machen, möglichst bildfüllend und die Kamera etwa auf Bauchhöhe des Pferdes halten, Dich möglichst weit weg stellen und per Zoom das Pferd ran holen. Dabei sollte das Pferd nicht auf Gras stehen, dass dabei die Hufe nicht verdeckt sind.

  • Ein Foto von jedem Bein von der Seite und von vorne. Das sollte bis zum Karpalgelenk bzw. Sprunggelenk hoch gehen. (Nachher mir sagen können, welches Bein ich da jeweils sehe, gilt für alle Fotos). Das Bein muss dabei belastet sein, im Zweifel bitte jemanden, ein anderes hochzuheben.

  • Dann jeden Huf von unten, möglichst rechtwinklig auf die Sohle. Da verdeckt das Eisen sehr viel, aber alles, was raus guckt, kann was aussagen.

  • Bei beschlagenen Hufen auch jeden von hinten, also anheben sodass die Sohle nach hinten zeigt und dann von oben zum Boden hin fotografieren, damit sieht man den Ballen-Trachten-Bereich.

  • Jeden Huf von der Seite. Da muss er auch wieder belastet sein und Du musst die Kamera so nah am Boden halten wie möglich. Hier den Huf möglichst scharf und möglichst groß bekommen, bis in die Fesselbeuge muss ich da sehen.

  • Jeden Huf von grade vorne (grade im Bezug auf das Pferd, falls es den Huf schräg stellt), genauso wie die Bilder von der Seite.

Gibt also insgesamt 25 Fotos. Wenn Dir die zu viel Arbeit machen (kommt ja auch auf Deine Ausrüstung an, wie gut Deine Kamera focussiert), lass die vom Bein bis zum Karpal- bzw. Sprunggelenk weg und mach dafür die anderen nicht nur bis zur Fesselbeuge, sondern bis Mitte Röhrbein. Da hat man weniger Aussage, aber immerhin nicht gar nix. Du würdest Dir 8 Bilder sparen.

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@Baroque

Oh jemine... Mal schauen wie ich die Bilder hinbekomme, denn ich habe leider keine eigene Kamera, nur mein Handy :-( Zudem bin ich alleine, und ich habe keine gute Möglichkeit, außer auf Grad zu fotografieren. Ich setze gleich mal in eine Antwort dieser Frage ein Bild wo man ihre Hufe von vorne sieht... Vielleicht siehst du darauf ja schon etwas ;)

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@knuddeel

Mach einfach, was geht. Das beschriebene ist das Optimum ... was nicht geht, geht nicht.

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@Baroque

Alles klar. Kannst du auf den Fotos schon was erkennen?

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Beschlag ist zur schonung der Hufe wie Gelenke. Es kommt auf die Huf wie Fußbeschaffenheit eines jeden Pferdes an. Falscher oder gar kein Beschlag kann die Rückenmuskulatur oder den Bewegungsablauf des Pferdes beeinträchtigen wie diesem auf dauer schaden.

Wo hast Du diesen Mist den her?

Bitte informiere dich über Vor- (gibt es meiner Meinung nach nicht) und Nachteile von Beschlag.

Z.B. in dem Buch "Wege zum gesunden Huf" von J.Biernat.

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Huhu knuddeel,

jedes GESUNDE Pferd kann barfuß gehen, das ist meine Meinung. Ein anständiger Schmied wird ein gesundes Pferd nicht beschlagen, da es einfach unnötig ist. Viele nutzen die Ausrede, ein Pferd das immer beschlagen war, '' eiert '' ohne Beschlag. Das stimmt nicht ganz, das ist einfach nur eine Sache der Gewöhnung und der richtigen Hufbearbeitung.

Bei kranken Pferden, so wie deine Stute mit dem Senkrücken, muss man das ohne Beschlag erstmal ausprobieren. Es gibt Pferde die durch Krankheit den Beschlag brauchen.

Ich würde dir raten deinen Schmied da einfach mal auszufragen und drauf anzusprechen. Hast du das gefühl er ist nicht kompetent, würde ich den hufschmied ganz klar wechseln. Lass die Eisen abnehmen und schau wie sie ohne die Eisen läuft.

Mit einem Pferd ohne Eisen ist man defintiv besser dran und ich finde es einfach gesünder, fürs Pferd, für die Box und für andere Pferde. Du musst zum Winter hin diese ehlendigen Spikes nicht mehr dran machen lassen etc etc.

Mein Hottie ist schonmal was zickig, trampelt auch schonmal wenns aus welchen Gründen auch immer in der Box steht, vor die Wände. Auch auf der Weide wird sich immer mal wieder angezickt, ich glaube dass ein Tritt mit Eisen, dann doch um einiges schlimmer ist, als ohne.

Hoffen wir doch mal, dass ihr zwei bald auch barhuf dabei seid.

nein, das geht nicht. allerdings werden viele pferde, die eisen bräuchten, barhuf laufen gelassen, da sie sich das unwohl sein meist nicht anmerken lassen. erst am freitag war ein huforthopäde bei meinem 6 jährigen quarter, der lahmte. die TA vermutete einen chip oder athrose -> boxenruhe. dann der schmied und das ergebnis: eine leichte fehlstellung der vorderfüße, die meinem pferdchen über 5 jahre lang geschmerzt haben muss. also spezielle eisen drauf und mein pferd war SOFORT lahmfrei. ich bin begeistert!

obwohl ich eisen eigentlcih nicht mag, ist es manchmal (meistens) halt doch nötig und die hauptsache ist doch, dass das pferd ohne schmerzen laufen kann. grade an den hufen kann soviel schief gehen..

glg

Ja! Bitte lass dich dsbzgl. von einem kompetenten Hufbearbeiter beraten! ;)

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