Das, was passt. Kommt nicht nur auf die Kopfgröße an, sondern auch auf die Passform des Halfters. Mein 173 großes Warmblut hat drei verschiedene Halftergrößen.

Noch ein Hinweis, um dir eine mögliche unterschwellige Enttäuschung zu ersparen: im Laufe eines Reiterlebens sammeln sich weitaus mehr Halfter an als man jemals brauchen kann. Auch hat man Vorlieben für das Material von Riemen und Beschlägen. Wird die Vorliebe nicht genau getroffen oder hat man für das Pferd schon was, was dieser Vorliebe entspricht, dann landet das Geschenk in einer Kleinanzeige oder der hintersten Ecke vom Spind. Daher kommt eine Schachtel Lieblingspralinen, oder etwas anderes meist bei uns Pferdebesitzern besser an als Ausrüstung.

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Es hilft nur ausprobieren. Wirklich. Es muss zum Pferd-Reiter-Paar passen, beide müssen sich wohlfühlen. Sonst niemand. Ich hatte mich auf mehreren Pads wohlgefühlt, mein Pferd hat aber eindeutig für eines entschieden, das nicht eins von den von Dir genannten war. Unter den beiden hat er keinen Schritt freiwillig gemacht, mir nur bedeutet, ich soll da bitte wieder runter steigen. Ihm gefallen diese dicken Teile nicht, ich schätze, weil man da als Reiter schon beim Atmen geringfühig "schwankt", wo er nicht weiß, war das nun eine Gewichtshilfe oder nicht, soll er da jetzt was tun oder nicht, es hat ihn verunsichert.

Daher: ausleihen und ausprobieren.

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Pferdhänger mit einem Pferd? Ich würde dennoch nach einer Zuglast von 2.000 kg suchen. Mit zwei Pferden sowieso. Was viel ziehen darf, zieht auch sanfter für's Pferd und verschleißfreier für's Gesamtsystem an, wenn Du am Berg anfahren musst. Außerdem passen die Gewichtsverhältnisse besser für mehr Sicherheit beim Fahren. Du musst ja auch mal großen Seitenwind o. ä. mitrechnen.

Diese Zeuglasten haben auch Kombis ab Golfgröße, wenn sie Allrad haben. Da muss man aber ein bisschen schauen, weil der baugleiche Skoda immer ein bisschen weniger kg Zulassung haben als die VW.

Ich selbst fahre einen Golf Allrad, der braucht ohne Hänger auch nicht so viel Sprit wie diese ganzen SUVs, den kann ich mit 5,5 bis 6 l/100 km fahren. Ohne Allrad der Vorgänger brauchte 4,5 bis 5,5 l/100 km, aber dafür durfte er nur 1.800 kg ziehen. Das kann schon eng werden. Da man bei unserer Wohnlage aber sowieso mit Allrad den ganzen Winter über besser dran ist, habe ich bewusst und gerne pro Allrad entschieden.

Wenn Du Dir ein Limit von 15.000 € setzt, würde ich nach einem Kombi mit ca. 2 Jahren Alter und bis zu 80.000 km schauen. Die bekommst um den Preis, vor allem, wenn Du nicht fürchterliche Zeitnot hast. Größere Kombis wie die Mercedes E-Klasse oder der VW Passat oder Superb von Skoda dürfen auch ohne Allrad meistens genug ziehen, kosten jedoch in diesem Alter schon noch deutlich mehr als die "Golfgröße", die auch über die Anzahl an verfügbaren Gebrauchtfahrzeugen die Preise drückt, also vergleichbar 3er BMW (hat halt sehr wenig Kofferraum für einen Kombi), C-Klasse, Octavia, ...

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Ich gebe den Pferden anderweitig Möglichkeiten, sich auszutoben. Zum einen durch Leben in der Herde (darauf hast Du in dem Fall keinen Einfluss) und zum anderen bei längeren Regenzeiten (der Aktivstall wäre groß genug und sie rennen da auch mal rum, aber bocken sich nie so richtig aus) mal in der Halle frei laufend.

An der Longe wird sofort gearbeitet. Da man am Anfang jeder Einheit sowieso nur Schritt arbeitet und dicht beim Pferd bleibt (selbst beim sehr weit ausgebildeten korrigiert man da jeden Ansatz von Flüchtigkeit - das passiert nämlich auch Pferden), kann es eigentlich keinen Unsinn veranstalten. Wenn wir dann im Galopp arbeiten, überkommt es auch meinen 24-jährigen Wallach immer mal wieder. Er ist ein ausgesprochenes Lauftier. Dann beschäftige ich ihn mit Aufgaben, damit er nicht gar so viel auf der Kreisbahn Gas gibt. Zirkel verkleinern und vergrößern, Gangartwechsel, Tempowechsel, Biegung und Stellung varriieren von Zirkel auf Viereck und umgekehrt, das geht auch auf einem Zirkel, wenn andere mit in der Bahn sind und man nicht ganze Bahn gehen kann.

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Müsli bekommt von mir kein Pferd. Auch kein Fremdpferd. Lieber verweigere ich es, einem fremden Pferd Futter zu geben, bevor ich ihm wissentlich Schaden zufüge. Das soll der Besitzer schön selbst machen.

Obst bekommen unsere Pferde einmal im Jahr eine Banane, weil ich weiß, dass sie dafür freiwillig auf Bäume klettern würden, wenn sie es könnten. Und, sofern sie stoffwechseltechnisch fit sind, bekommen die tierärztlich verordneten Greifübungen ein Ziel, indem ich für zwei Pferde eine Karotte klein schneide und die Stückchen greifen lasse. Wenn einer auch nur ein Anzeichen für kleine Schwäche zeigt, muss er an die leere Hand greifen.

Sie haben im Stall Heu und Stroh und Hafer und bekommen von mir ein Mineralfutter. Sonst brauchen sie nichts.

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Sehr guter Besitzer! Ein Glück für das Pferd.

Pferde haben für trockene Umgebung trockene Hufe und für feuchte Umgebung feuchte Hufe. Der größte Unsinn, den man machen kann, ist Hufe wässern, es sei denn für den Bearbeitungstermin. Denn dann macht man einen Huf feucht, der aber bei Trockenheit genutzt werden soll. Das passt nicht. Natürlich hat ein Pferd nicht gleich Probleme, wenn es mal ins Wasser geht an einem trockenen Tag, aber künstlich jeden Tag wässern wäre richtig, richtig fies für's Pferd.

Friesen haben oft etwas mehr Saumhorn als andere Pferde - ein Wunderwerk der Natur. Am Saum oben ist so eine Hornschicht außen am Huf, die bei Feuchte ganz viel Wasser aufnehmen kann und bei Trockenheit so abgibt, dass es richtig hart wird. Da es auf dem Huf aufliegt, wirkt es da blättrig. Wenn was abgeht, ist das nicht weiter schlimm, blöd wär's, wenn man es abpopeln würde oder beraspeln oder so, denn dann trägt man mehr ab als nachgebildet wird. Das Saumhorn in seiner Variabilität ist super für den Anschluss der Hornkapsel an die anschließenden Strukturn und damit extrem wichtig für's Pferd.

Mit Fetten und Ölen macht man diese ganze super ausgeklügelte Funktionseinheit funktionslos.

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Das liegt vermutlich daran, dass er Dir nicht 100 % passt. Ganz verschiedene Faktoren können dazu führen:

  • Die Schenkellage ist nur mit einer "Verstellung" der Hüfte möglich, die Dir nicht gut tut.
  • Der Sattel liegt nicht 100 % im Schwerpunkt und nun musst Du quasi Kraft aufwenden (das kann ja auch unbewusst sein), um aufrecht zu sitzen.
  • Die Rumpfform des Pferdes passt Dir nicht und der Sattel, der dem Pferd passt dementsprechend auch nicht.
  • Der Baum ist zu breit oder zu schmal für Dein Becken. Dann können die Beine nicht aus den Hüftgelenken natürlich hängen, sondern werden gehalten und das macht Dich fest. Dadurch, dass der Westernsattel nicht auf den Polstern aufliegt, sondern auf einem Pad, das der Rückenform folgt, ist der auf dem Baum aufgebaute Sitz meist breiter.

Ich habe ein ziemlich schmales Becken, ich suche schon lang nach einem Dressursattel, indem ich ohne gehalten zu werden sitzen kann, bei Westernsätteln habe ich bisher noch gar keinen erlebt, in dem es ging. Ich kann auch Pferde, deren Rippen schon ab der Wirbelsäule breit raus laufen nicht länger reiten. Schmal gebaute Pferde hingegen fallen mir leicht.

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Keine Hufeisen/Barhuf

Ein Pferd wird ja nicht mit Beschlag geboren. Es hat die Hufe ja, weil die für das Pferd so funktional sind, wie sie sind. Als dann befestigte Wege kamen und Pferde für weite Strecken über viele Stunden täglich genutzt wurden, war irgendwann der Abrieb so hoch, dass man den begrenzen musste. Das erste, was man hatte, war etwas, was man heute mit Hufschuhen vergleichen würde. Es wurde den Pferden an den Huf gebunden.

Als man den Beschlag entwickelte, merkte man schnell, dass da, wo man Nägel in den Huf einschlagen kann, also eher vorne, nahezu gar kein Abrieb stattfindet, hinten, wo man nicht Nageln konnte, jedoch sehr viel Abrieb. Deshalb wuchsen vorne die Hufe ungehemmt und hinten rieben sie sich ab. Da aber kein Pferd ganzjährig im Einsatz war, wurde seit jeher eine beschlagsfreie Periode gemacht, in der man all die Verformungen, die der Huf mit dem Beschlag erlitt, wieder korrigiert hatte. Dazu musste die schon immer mindestens so lang sein wie die Beschlagszeit. Ich kenne die noch. In den 1980er und 1990er Jahren war das völlig üblich. Pferde, die im Winter beschlagen Holz rückten, liefen im Sommer ohne. Pferde, die im Sommer am Feld arbeiteten, Fuhrwerk zogen (davon gab's nicht mehr so viele) oder auch Reitpferde, waren im Winter barhuf.

Generell werden die Hufe auch heute immer schlechter mit Beschlag, was ihre Form angeht. Aber dadurch, dass der Huf eine deutliche Beweglichkeitseinschränkung erfährt, funktioniert die Blutpumpe auch nicht mehr so gut, was dazu führt, dass das Bein ab den großen Gelenken (Karpalgelenke vorne, Sprunggelenke hinten) relativ taub ist. Das heißt, das Pferd hat keine Ahnung davon, wenn es blöd auftritt, es rumpelt über alles drüber und muss dann halt mit den Folgen (Arthrose, Sehnengeschichten, ...) leben. Barhuf spürt es, wenn es mal blöd auftritt und setzt sofort um. Der Mensch interpretiert da rein, das Pferd sei "fühlig", es könne nicht ohne Beschlag laufen. Auch Lahmheiten, die eigentlich nicht weg sein können, sind mit Beschlaf oft nahezu weg oder weg. Nicht, weil das Pferd plötzlich geheilt ist, sondern, weil es keine Ahnung mehr davon hat, dass es verletzt ist. Durch die mangelnde Durchblutung wird auch das Hornwachstum eingeschränkt. Das alles wofür? Für einen Abriebschutz, den Pferde bei der heutigen Nutzung gar nicht mehr brauchen? Nö, ist es mir definitiv nicht wert. Meine Pferde bringen genug Beinprobleme mit, weil sie beschlagen waren, bis ich sie kaufte. Schlimm genug. Zukünftig müsste ein Pferd schon extrem viele andere Vorteile haben, dass ich mir jemals wieder ein Pferd kaufen würde, das schonmal beschlagen war.

Unsere Pferde leben auf befestigten Böden. Vom Aktivstall sind rund 1.500 qm gepflastert. Trotzdem ist jedes gut bearbeitete (!) Pferd dort in der Lage, barhuf ohne Abriebschutz zu laufen. Wenn der Bearbeiter seinen Job nicht kann, dann ist der Abrieb schon zu hoch - und das sind erschreckend viele, unter anderem alle Schmiede. Vielleicht ist deren Ehrgeiz hier nicht so groß, weil sie ja jederzeit was drauf nageln dürfen, wenn sie es nicht hin bringen. Die reden sich dann meist auf irgendwelche komischen Dinge wie "musst was zufüttern, das Pferd hat Mängel" oder "bei der Rasse geht das nicht" oder sowas raus. Komischerweise wechseln die dann nur den Bearbeiter, nicht die Rasse und es geht doch.

Wenn jemand wirklich so viel mit dem Pferd macht, dass er noch mehr Abrieb hat, dann kann er dafür ja auch Hufschuhe anziehen. Zum einen ist im Schuh die volle Hufmechanik möglich, sodass die Nachteile des Beschlags im Schuh nicht vorliegen und zum anderen kann der Schuh zuhause wieder runter und bleibt nicht rund um die Uhr am Pferd.

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Da löst sich eine alte Hornschicht von der Sohle. Passiert, wenn die Hufe für das aktuelle Bearbeitungsintervall zu schnell wachsen. Hier vermute ich jetzt eher nicht das schnelle Wachstum, sondern sehr große Intervalle. Alle wieviele Wochen lässt Du bearbeiten und was für eine Ausbildung bringt der Ausbilder mit?

Dass die Sohle mal dran wäre zum Ausschneiden ist eigentlich kein Problem. Die stößt sich von selbst ab. Manche Pferde drückt das überflüssige Horn, sodass sie nicht besonders gut laufen, bis das endlich weg gefallen ist, andere stört das gar nicht.

Aber andere Probleme hat der Huf ganz deutlich. Der ist überhaupt nicht in Balance. Um die Problemstellen zu lokalisieren, reicht ein Foto vom nass glänzenden dreckigen Huf natürlich nicht, dafür bräuchte man mehrere Bilder, die das Pferd ingesamt, gerade aufgestellt zeigen, das belastete Bein auf ebenem hartem Boden von der Sohle bis zum goßen Gelenk (vorne Karpalgelenk, hinten Sprunggelenk) von der Seite und von vorne. Wenn darauf der Huf nicht richtig scharf ist, noch den (belasteten) Huf von der Seite und von vorne, die Sohle von unten und vom Ballen zur Zehe, quasi parallel zur Sohle ... und das alles am sauberen trockenen Huf und von allen vier Hufen, denn eine Imbalancen des vorderen linken Hufs kann auch aus dem rechten hinteren resultieren. Hier ist die letzte Bearbeitung bestimmt mehr als vier Wochen her, das ist eh schon viel zu lang für einen Huf, der so aussieht. Die Bilder lohnen sich eigentlich nur in der ersten Woche nach Bearbeitung.

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Alle 1-2 Tage

Auch bei mir ist "alle 1-2 Tage" Käse, aber auf die Reittage runter gebrochen eben absolut richtig. Ich arbeite mit meinem Pferd mehrmals pro Woche, aber das beschränkt sich nicht auf reiten. Das ist ja der Vorteil vom eigenen Pferd, dass man keine Vorgaben hat, sondern sich mit seinem Pferd trifft und sich selbst und das Pferd wahrnimmt und dann entscheidet, was am besten passt: Reiten, Kappzaumarbeit, Roundpen, Trail, spazieren gehen, ... was auch immer sinnvoll ist, um für beide das beste herauszuholen. Und von den Reittagen gehe ich fast immer raus, wenn ich Bahnarbeit mache, drehe ich möglicherweise danach noch eine kurze Runde oder mache eine kleine Runde zum Aufwärmen und gehe dann mit dem warmen Pferd in die Bahn, damit es nicht beim Aufwärmen schon die Kurven gehen muss, die sich aus 20 x 60 logischerweise ergeben. Pferde sind ja eher für geradeaus gebaut und dem trägt man schön Rechnung, wenn man eine kurze Ausreitrunde zum Lösen nimmt und dann erst in die Wendungen geht.

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Bevor was falsch verstanden wird:

Das Pippi Langstrumpf Scheckmuster nennt man Tigerschecke, weiß haben alle Schecken und die Art Kuhflecken gibt es in verschiedenen Farben.

Hier kannst Du über die Scheckungen einiges lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schecke_(Pferd)

Was Urlewas erwähnt hat, der Knabstrupper, ist keine Farbe, sondern eine Rasse, bei der der Tigerschecke im Zuchtziel verankert ist (Rasseverbände regeln, was das Ziel bei der Weiterzucht ist und legen beispielsweise eben auch so äußere Merkmale wie Größe, Fellfarbe, Kopfform und -größe und sowas mit fest). Aber nur an erster Stelle, auch einfarbige Pferde sind mit im Zuchtprogramm von 2017, jedoch keine Schimmel, wobei die Weißgeborenen, also weiße Pferde mit Melierungen und vereinzelten Punkten (die sind in der Tat keine Schimmel). Es gibt aber auch einige Knabstrupper, die keine Tigerschecken sind.

Mein alter Reitlehrer sagte immer "die Farb kann ma net reiten", aber dennoch hat jeder von uns so seine Farbvorlieben. Es gibt, wenn man viel mit Pferden zu tun hat, immer Pferde, die einen in ihren Bann ziehen, die einem liegen, wo man weiß, würde man jetzt eines zu kaufen suchen, wäre das definitiv eines, das man haben wollen würde und es gibt Pferde, die man mag, weil man Pferde mag, die einen aber nicht faszinieren. Mich hat beispielsweise im ganzen Leben noch nie ein Schimmel angesprochen, egal, was es für ein Pferd war und überdurchschnittlich oft passiert es mir bei braunen. Bei Füchsen sind es nur Sabinos, die mich faszinieren (Sabino Overo, auch ein Schecke, aber sieht eigentlich aus wie ein Einfarbiges Pferd mit etwas mehr Abzeichen).

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E-Dressuren sind in aller Regel nach WBO ausgeschrieben, einige auch nach LPO. Wenn es WBO ist, braucht sie nichts, wenn es LPO ist, hängt es davon ab, für welche Leistungsklassen ausgeschrieben ist. Ist die 0 dabei, kann sie auch ohne vorhergehenden Leistungsnachweis starten.

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Wer nicht nur "Mode-Veganer" ist, wie eben 80% derer, die ich kenne, nutzt kein Tier, egal, ob es zum Milch abpumpen, Eier klauen oder reiten ist (die Kühe bei unserem Milchbauern dürfen ja auch alt werden und seine Hühner ebenfalls). Ich überlege ja, wie es für einen echten Veganer ist, das Pferd zu entwurmen - Würmer darf man umbringen? Grade dem Veganer käme es doch entgegen, eine anständige Diagnostik zu machen, um sicherzustellen, dass der Würmermord auch notwendig ist. Aber gerade die militanten Veganer unter den Reiterkollegen entwurmen strategisch.

Es kann ja jeder entscheiden, was er isst und was er nutzt, aber beim Essen zu sagen, man macht das, weil man generell kein Tier nutzen möchte und dann zu reiten, finde ich scheinheilig. Dann soll man halt sagen, man möchte das Schwein nicht als Speisetier, also einfach differenzierter sein und das für sich selbst und sich nicht beim Stall-Grillfest hin setzen und alle anderen schimpfen, aber die eigene Pferdenutzung geht dann trotzdem in Ordnung.

Ich habe eine Freundin, die vegan isst - weil es ihr Spaß macht, das mal zu erkunden, Nahrungsmittelalternativen wirklich zu testen. Auch ich habe es ausprobiert, aber nur kurz, weil ich mich mit vielen Alternativen nicht anfreunden konnte - unter anderem auch, weil diese zum nicht unerheblichen Teil auch nicht grade nachhaltig sind. Dieser Irrsinn mit den riesigen Kokosplantagen zum Beispiel, wo für den Nutzfettanteil noch mehr Regenwald gerodet werden muss als bei Palmöl. Die Freundin, die es aus reiner eigener Neugier macht, schimpft natürlich nicht. Aber ich kenne auch genug, die einem wirklich bei jeder Gelegenheit auf die Füße treten müssen, nur weil man eben seine Entscheidungen anders trifft und das geht für mich gar nicht.

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Empfehlenswert ist der Stiefel, der Dir passt. Der Hersteller, der auf einen Dir angenehmen Leisten den Schuh fertigt und davon das Modell, wo die Modelleigenschaften Dich mit Deiner Anatomie und Deiner Muskulatur am besten unterstützen, jederzeit aus dem lockeren Bein eine saubere Schenkelhilfe zu geben. Menschen, die beispielsweise beweglicher sind, eher mit zu losen als zu steifen Gelenken Probleme haben, brauchen eine steifere Schuh-Schaft-Verbindung als Menschen mit eher zu steifen Gelenken. Menschen, die dazu neigen, dass die Wadenmuskulatur bei Ansprechen sofort hart wird (das hängt zum einen ab vom Athletiktyp, zum anderen oft von den sonstigen Sportarten, die man macht), hilft ebenfalls ein steiferer Schaft, das abzumildern gegenüber dem Pferd. Da denken viele Menschen genau anders rum.

Wichtig ist auf alle Fälle immer, dass man sich die Lieferzeit für eine individuelle Bestellung gönnt und nicht den halb passenden Stiefel kauft, der grade zufällig schon fertig ist und schon beim Händler vorrätig ist oder beim Hersteller per Direktbestellung abrufbar ist. Und man muss beachten, dass man bei jedem Hersteller anders misst. Ich habe beide Stiefel im Laden gekauft und vom dortigen Personal messen lassen. Beim Lammfell gefütterten Stiefel hatte ich bei der Bestellung den Eindruck, die Verkäuferin hätte nicht nach den Königs Vorgaben gemessen. Der Stiefel kam und passte nicht. Da ich nicht selbst gemessen habe, musste der Händler das Umarbeiten bezahlen, was für mich natürlich günstiger war als wenn man selbst misst und es nicht ganz zutreffend schafft.

Gut, ein Kriterium kann die Langlebigkeit der Stiefel sein - aber die zu bewerten ist schwierig, wenn einem der andere Stiefel nicht passt. Ich kann zwar von meinen Königs sagen, dass ich das eine Paar nun seit 25 Jahren besitze bei pi mal Daumen 2,5 Reiteinheiten durchschnittlich pro Woche über all diese Jahre (in manchen Jahren mehrere Pferde täglich damit geritten, in anderen die Stiefel fast nie angezogen). Besohlen lasse ich sie etwa alle 2 bis 3 Jahre neu, da ich grundsätzlich nur mit Glattledersohlen reite und die schon etwas schneller verschleißen als Gummisohlen. Auch habe ich mal einen Reißverschluss einnähen lassen, weil mir die Stiefel zu eng wurden und der linke Reißverschluss wurde mal ersetzt, da der erste einen Fehler hatte. Ansonsten wische ich sie ab und an mit einem feuchten Lappen ab und mache sie einmal im Jahr richtig sauber. Sonst war daran noch nichts zu tun und sie sehen noch top aus. Ich beobachte, dass Cavallo öfter ausgetauscht werden, die "billigen" sowieso und die anderen sind nicht so verbreitet, dass man das gut beobachten könnte.

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Wieso älteres Pferd? 12 Jahre ist ja noch nicht wirklich alt.

Niemand kann jemals sicher sein, was bei einem Pferd alles im Kaufpreis enthalten ist, wenn man nicht selbst das Pferd ab Geburt täglich gesehen hat. Auch in der Jungpferdeaufzucht passiert immer wieder was, was eigentlich ein Grund gegen einen Kauf ist. Deshalb gibt es die AKU. Auch, wenn die AKU ein standardisiertes Verfahren ist, das definitiv nicht alles aufdecken kann. Mein Pferd kam reibungslos durch und hatte einige Vorverletzungen im Gepäck, von denen ich so nach und nach erfahren habe. Daher muss man immer im Moment des Kaufs abwägen. Etwas anderes bleibt einem nicht.

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Du musst einfach beweglich drin sein und umsetzen können, sodass es beim Pferd ankommt, ob Du weiter innen oder weiter außen Druck gibst. Wenn Du die richtige Hilfenreaktion spürst, passt es. Je "grober" der Schuh, desto achtsamer musst Du drauf sein, ob Du wirklich den Bügel verlassen kannst, wenn es zum Problem kommt. Sprich, das musst Du Dir vorher ansehen. Wenn nichts am Schuh dran ist, was hängen bleiben kann, funktioniert das auch, wenn die Breite nicht so großzügig ist.

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Oh wei, ich sag auf sowas hin meistens gaaaar nichts. Hilft eh nicht, man wird nur als der Meckerer angefeindet und es wird nichts verstanden.

Wie entsteht überhaupt Strahlfäule?

Es passiert, wenn die Hornkapsel irgendwie auf macht. Eine geschlossene Hornkapsel kann immer in Mist oder Nässe oder sonstwas stehen, der wird nichts passieren. Aber wenn sie sich öffnet, können Bakterien eintreten. Die Bakterien, die Strahlfäule verursachen, sind anaerob, d. h. die müssen enge Taschen oder ähnliches im Huf finden, um überhaupt was anrichten zu können, mit Luft können die nicht.

Wann reißt die Hornkapsel auf?

Wenn der Huf zu lange nicht mehr bearbeitet ist. Je nach Hornwachstum kann das schon nach 4 bis 5 Wochen passieren. Es wächst viel mehr Horn als sinnvoll im Bereich Strahl ist und das legt sich zur Seite um und bildet Taschen, in die die Bakterien eindringen können. Wenn ein Huf so enorm wächst, dass man schon alle 2 Wochen ausschneiden müsste, könnte man mit dem Hufbearbeiter reden, ob er dazwischen mal Strahl säubert oder man wischt die sich bildenden Taschen mit einem Mulltuch, dünnen Baumwolltuch (das könnte man waschen) oder ähnlichem gut aus. Geht halt nur, wenn man rein kommt, sonst hilft nur nachschneiden. Manche Hufbearbeiter bearbeiten auch den Strahl und die Eckstreben zu wenig, sodass das schuld ist, dass zu schnell wieder zu viel Hornmaterial da ist. Dann führen noch unphysiologische Spannungen zum Aufreißen der Hornkapsel. Oft verursacht durch unglückliche (schlechte) Hufbearbeitung, manchmal auch durch Anatomiefehler des Pferdes: z. B. Pferde aus der Zuchtlinie, aus der mein Wallach stammt belasten allesamt die Hinterbeine zu weit innen. Dadurch wächst auch bei bester Bearbeitung der Huf etwas schief und die verschiedenen Lasten innen und außen kann die Hornkapsel nicht immer abtragen ohne mal einen Riss zu bekommen. Aber durch gute Hufbearbeitung haben wir es jetzt geschafft, immerhin nur alle paar Jahre mal einen Miniriss zu haben und nicht ewig und drei Tage Strahlfäule mit uns rum zu tragen.

Was tun, wenn es mal da ist?

Freischneiden lassen. Der gute Hufbearbeiter schaut dann am Vorbeiweg mal vorbei und schneidet nach. Luft macht Strahlfäulebakterien kaputt. Dann einmal täglich mit Tuch auswischen. Da muss man halt mit dem Hufauskratzer oder einem anderen passenden Gegenstand das Tuch in den Spalt schieben, mit dem Finger kommt man da nicht ran - aufpassen, nicht dass das Pferd was dagegen hat, man sollte einem Schlag ausweichen können! Die meisten Pferde genießen das aber spätestens am zweiten Tag, weil sie spüren, dass es ihnen gut tut. Dann etwas rein, was desinfiziert und ein trockenes Milieu schafft.

Jodoformäther ist zum Glück verboten, der baut zwar die bakterielle Infektion ab, aber das gute Horn baut er auch gleich mit ab. Und das würde dann doch noch gebraucht.

Blauspray ist nicht nur bei Wunden, erst recht bei Strahlfäule ziemlich das dämlichste, was man verwenden kann und nicht umsonst eigentlich auch vom Markt bis auf ein paar Reste.

Es gibt ein paar Mittel, die hier gute Dienste tun, aber das kostengünstigste und wirksamste ist Zahncreme. Trocknet und desinfiziert. Man sollte nur beim Kauf schauen, keine mit "Putzkörperchen" zu erwischen, denn diese Putzkörperchen sind Mikroplastikanteile, die einfach mechanisch reinigen sollen und die will man da drin nicht wirklich haben. Diese mit einer Mullkompresse einbringen und so viel von der Kompresse abschneiden, dass die zum einen ganz rein passt und zum anderen den Huf richtig satt "ausstopft". Da muss man ein bisschen ausprobieren, wieviel man braucht und mit der Zeit braucht man immer weniger, denn es soll ja von innen raus wieder gutes Horn in die Taschen wachsen und somit schließen sich die Spalte langsam. Satt ausstopfen tut den Pferden gut, durch den Druck reiben nicht mehr zwei angegriffene Bereiche aneinander. Die meisten Pferde fangen direkt zu kauen an, wenn sie den ausgestopften Huf ausprobieren. Nach zwei, spätestens vier Wochen sollte dann alles Geschichte sein.

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Kommt immer drauf an, was Du damit erreichen möchtest. Bei leichten Arthrosen ist eigentlich der einzig sinnvolle Einsatzzweck und da sind 20 Gramm täglich für ein Großpferd von 600 kg etwa die richtige Dosis. Aufpassen, dass man diese "Arthrosehilfe" nur Pferden gibt, die die Menge Zucker, die man da mitliefert, auch vertragen, also keinem EMS- oder cushinggefährdeten Pferd.

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Eigenes Interesse

Bei mir in der direkten Nachbarschaft wurden Pferde gezüchtet, teilweise grasten sie auf einem unbebauten Grundstück direkt angrenzend an unseres. Ich konnte von meinem Kinderzimmerfenster aus die Pferde sehen. Natürlich führte mein Heimweg vom Kindergarten schon dran vorbei und ich stand vor dem Zaun und beobachtete sie. Wenn der Besitzer grade am Hof zu tun hatte, durfte ich rein, sie bürsten - wo halt so ein Kindergartenkind hin kommt. Als ich in der Schule war mit 6 Jahren sagte er, wenn ich es schaffe, rauf zu klettern, hat er kein Problem damit, aber ich soll es meinen Eltern sagen, wo ich bin und was ich mache, er hat keine Zeit, mich zu beaufsichtigen. Eine gleichaltrige Freundin war auch dabei und bekam dieselbe Erlaubnis. Er erklärte uns noch, welche Pferde geritten wurden, weil ein Züchter hat ja auch immer wieder Jungtiere laufen und ob ein Kind das so sicher weiß? Am Ende beklettert dann ein Kind einen 2-jährigen. Ob das das Beste wäre? Also übten wir, die Pferde an den Zaun zu bugsieren, um von dort aus rüber steigen zu können.

Der Reitlehrer im nächst größeren Ort (es gab in der Gegend eigentlich nur Vereinsunterricht und die Vereine hatten auch ein paar wenige Schulpferde) nahm Schüler ab 8 Jahren. Natürlich wollten die Eltern damit nichts zu tun haben. Das gab es noch nicht, dass die stundenlang Kinder durch die Gegend fuhren und Geld in die Hobbys der Kinder investierten. Das Taschengeld von 50 Pfennigen in der Woche hätten wir 20 Wochen sparen müssen, um eine einzige Reitstunde zu nehmen und beim Taschengeld sagten sowohl meine Eltern als auch die meiner Freundin, das müsse gespart werden, wenn man erwachsen ist, braucht man Geld. Klar. Im Notfall, wenn man mit der Schule unterwegs ist und einem das belegte Brot runter fällt und nicht mehr essbar ist, sollte man es nutzen, um sich etwas beim Bäcker zu kaufen, aber man bekam zu essen und zu trinken von zuhause mit, also war es im Normalfall nicht nötig, Geld auszugeben.

Aber man hatte in der Zeit, es waren die 1980er Jahre, oft spendable Großeltern oder Tanten und Onkel, die einem zum Geburtstag was schenken wollten. Also hat man gerechnet: 52 Wochen hat das Jahr, ein paar davon ist man auch mit den Eltern im Urlaub. Bleiben noch 48 Wochen maximal. Wollte man einmal die Woche Reitunterricht, brauchte man 480 Mark. Zwei Feste im Jahr, wo man Geschenke bekommt, also je Fest 240 Mark. Jede Tante, die was schenkt, hat im Bereich von 25 Mark geschenkt. Ich hatte drei davon. 75 Mark. Muss ich also je Fest noch 160 auftreiben - und dann bin ich ganz kleinlaut noch zu den Großeltern geschlichen, ob die wohl auch Reitstunden schenken würden. Die haben dann glatt auf je 50 Mark erhöht und so habe ich es immerhin geschafft, für im Jahr 2 x 175 Mark, also für 350 Mark Reitstunden geschenkt zu bekommen. Machte 35 Stunden. Wow! Die Freundin hatte eine Tante mehr, dafür waren ihre Großeltern nicht so spendabel. Aber wir sind dann drauf gekommen, dass wenn wir so oft möglich mit dem Fahrrad in den Stall gefahren sind und mitgeholfen haben, der Reitlehrer unbelegte Stunden dann auch mal uns gegeben hatte. Ohne zahlen. Damit konnten wir dann so weit aufstocken, dass wir wirklich fast jede Woche reiten konnten.

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Geradeaus gehen am hingegebenen Zügel. Wenn sie generell gehfreudig sind und nur am Anfang nicht, brauchen sie einfach, um in Schwung zu kommen. Aufnehmen fordert ihnen erste Anstrengungen ab. Setzt man die zu früh, kommen sie nicht mehr so in Schwung. Geht man hingegen bei denen, die besonders lange brauchen, erst mal 20 min ins Gelände, trabt und galoppiert dort vielleicht schon kurze Stücke am langen Zügel, hat man dann gehfreudige Pferde. Stellt sich auch damit die Gehfreude nicht ein, würde ich den Fehler suchen, warum ein Lauftier nicht läuft:

  • Anatomisches Problem?
  • Findet es geritten werden doof? Falls ja, warum?
  • Gesundheitliches Problem?
  • Ausrüstung?
  • ...?

Und das muss dann halt gelöst werden. Erst mal muss die Gehfreude her und dann kann man in die Arbeit gehen.

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