Jura Studium oder Rechtspfleger?

6 Antworten

Um Richter zu werden, benötigst du sehr gute Examina. Letzten Endes läuft alles darauf hin und versaust du es, ob nun selbstverschuldet oder nicht, sieht die Berufsperspektive eher mau aus. Vorteile sind natürlich eine anspruchsvolle Tätigkeit, sachliche und personelle Unabhängigkeit und ein relativ gutes Einkommen.

Beim Rechtspflegestudium hast du den Vorteil, dass du schon während des Studiums bezahlt, bei einem relativ guten Abschluss in der Regel übernommen wirst und damit sicherer planen kannst. Wobei das Studium nicht zu unterschätzen ist, was die Schwierigkeit angeht. Die Tätigkeit ist auch recht anspruchsvoll (hängt auch vom Gebiet ab), es besteht sachliche Unabhängigkeit wie beim Richter und die Bezahlung ist, auch wenn viele Beamte jammern, auch noch ganz okay. Zumindest nach ein paar Jahren. Wobei das sowohl bei Richter als auch bei Rechtspfleger vom Bundesland abhängt. Dort gibt es durchaus große Unterschiede.

In welchem Lehrjahr bist Du denn?

Das Jurastudium ist halt relativ zeit - und aufwandsintensiv und hängt im Ergebnis von zwei Staatsprüfungen ab, die es bekanntermaßen ziemlich in sich haben, aber wenn man wirklich bereit ist, viel Zeit und Mühen zu investieren, machbar sind.

Das Jurastudium besteht aus mehr als nur privat gerne mal Verträge lesen. Allerdings sind die kolportierten sechs Stunden zumindest während dem Grundstudium nicht zutreffend und werden wohl nur von den wenigsten verwirklicht. In den ersten Semestern ist Verständnis und Übung wichtiger, als bloßes Wissen. Je mehr Rechtsgebiete dazu kommen, desto mehr muss man aber auch einfach wissen und parat haben.

Das Studium besteht aus vielen Bereichen, die einem überhaupt kein Spaß machen und nur schwer fassbar sind. Viele Dinge wird man erst gegen Ende des Studiums wirklich verstehen.

Ein weiteres Problem des Studiengangs, das zumindest ich sehe, ist, dass es sich zwar an Praktiker (= den Richter) richtet, gleichwohl zuweilen hoch wissenschaftlich ist. Mich persönlich macht es wahnsinnig, wenn ich Dinge lernen muss, von denen ich genau weiß, dass sie den meisten Anwälten und Richtern wenn überhaupt nur einmal in ihrem Leben begegnen werden.

Das heißt allerdings nicht, dass man sonderlich intelligent sein muss um ein Jurastudium erfolgreich absolvieren. Es kommt auf Logik, Disziplin und eine gefestigte Persönlichkeit an.

Ich bin erst im ersten lehrjahr habe aber davor schon eine fhs gemacht. Ich merke das halt Industrie nichts für mich ist so richtig. Stattdessen merke ich immer mehr wie mich die rechtlichen Sachen interessieren und zwar eher nicht das Wirtschaftsrecht sondern eher Sowas wie strafrecht oder öffentliches Recht.

Und da ich 2021 im Februar fertig bin ich mich aber schon nächstes Jahr für lpa Prüfung für den gehobenen dienst bewerben müsste frage ich jetzt. Weil ich mich zwischen jura und rechtspfleger dual entscheiden muss

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@Alejandro1998

Jura ist etwas ganz anderes als Rechtspfleger. Eine Kommilitonin von mir ist gelernte Rechtspflegerin und auch sie hat sich anfangs schwer getan. Als Rechtspfleger hat man halt überwiegend Aufgaben in der Justizverwaltung und beschäftigt sich weniger mit den materiellen Rechtsfragen.

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@Hackebeil96

Schwer einzuschätzen was geeigneter für mich wäre. Blöd nur wenn ich rechtspfleger studiere und mich dann ärgere dass ich nicht jura abgefangen habe. Mir fehlt wohl ein bisschen das bild wie der Alltag aussieht und wie viel Aufwand erforderlich ist.

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@Alejandro1998

Hm. Geh doch einfach mal in eine Vorlesung. Die Termine sind meistens öffentlich einsehbar und bei den Größen merkt das sowieso keiner.

Wie der Alltag aussieht ist völlig unterschiedlich. In Jura gibt es keinen, der dir über die Schulter schaut. Du musst dir alles alleine oder in Gruppen selbst beibringen in der Regel. Mir haben Vorlesungen immer nur begrenzt geholfen, weshalb ich meistens daheim geblieben und die besprochenen Themen in Eigenverantwortung nachgearbeitet habe. Das ist komplett individuell und kann dir keiner sagen.

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@Hackebeil96
Als Rechtspfleger hat man halt überwiegend Aufgaben in der Justizverwaltung und beschäftigt sich weniger mit den materiellen Rechtsfragen.

Da hat sich deine Kommilitonin aber entweder aus der ordentlichen Gerichtsbarkeit entfernt oder war bei den falschen Gerichten eingesetzt.

Natürlich kann man als Rechtspfleger auch Verwaltungssachen bearbeiten. Aber das ist nicht Teil des Studiums. Und ein Großteil der Rechtspfleger arbeiten nicht in der Verwaltung.

Bezugspunkt zum materiellen Recht gibt es viele. Sei es im Handels- oder Familienrecht. Natürlich sind Rechtspfleger auch im formellen Recht zuhause. Insolvenz-, Zwangsvollstreckungs- oder Grundbuchrecht scheinen jedoch nur auf den ersten Blick staubtrocken. Denn - besonders im Grundbuchrecht - dort vereinen sich nicht selten die Kenntnisse aus materiellem und formellem Recht.

Erfahrene Rechtsanwälte und Notare wissen: "Leg' dich nicht mit den Rechtspflegern an. Die sind nicht nur besser ausgebildet, die wissen es im Zweifel auch besser als wir."

Es wäre übrigens falsch anzunehmen, dass der Zugang zum Rechtspfleger-Studium leichter wäre als zum Jurastudium. Die Zulassung ist nicht selten deutlich straffer. Neben der Vorauswahl anhand der Abiturnote kommt man um ein Vorstellungsgespräch/Assessmentcenter nicht herum. Beim Rechtspflegestudium wird vor Studienbeginn ausgesiebt - beim Jurastudium danach.

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Also das Jura Studium muss man halt echt wollen, wenn man es nur halbherzig macht, wird man dort nicht lange durchhalten. Da du ja aber recht faszinierst wirkst kannst du es ja einfach anfangen und wenn es dir zu viel ist immer noch aufhören, ich meine das gelernte Wissen kann ja auch als Rechtspfleger nicht schaden.

Nach 5 Semester Jurastudium Ausbildung als Industriekaufmann - Tipps?

Hallo,

Zurzeit studiere ich (23 Jahre alt) Jura und bin im 5. Semester. Da mir das Studium aber von Semester zu Semester immer weniger gefällt und ich schon seit 3 Semestern ein schleches Bauchgefühl diesbezüglich hatte, mein Interesse eher im Wirtschaftsbereich liegt und ich fürs erste definitiv etwas praxisbezogenes machen möchte, habe ich vor, mich für eine Ausbildung als Industriekaufmann zu bewerben. Wenn ich die Ausbildung absolviert und einen festen Job habe, möchte ich BWL auf Teilzeit studieren, um in meinem Beruf größere Aufstiegschancen zu erzielen. Abgesehen davon, hat man heutzutage eh kaum noch was von einem Wirtschaftsstudium ohne wirkliche Praxiserfahrung und Kontakte.

Warum ich ausgerechnet jetzt vorhabe das Studium abzubrechen oder wieso ich mich nicht von Anfang an für den Wirtschaftsbereich beworben habe, ist eine sehr lange Geschichte, die sich nicht zu erläutern lohnt (es sei denn, sie ist für die Beantwortung meiner Fragen relevant).

Meine Fragen sind folgende.

1) Im Internet steht, dass man seine letzten beiden Zeugnisse einreichen muss. Ich habe allerdings bereits mein Abitur. Also müsste es doch reichen, wenn ich nur dieses Zeugnis nachreiche, oder? Dort sind ja die Schuljahre 12 und 13 dokumentiert.

2) Wie soll ich in den Bewerbungsschreiben am besten erklären, weshalb ich ausgerechnet nach dem 5. Semester meines Jurastudiums eine Ausbildung anfangen will? Das kommt doch ganz schlecht, weil sich der Arbeitgeben denkt, ich wüsste garnicht, was ich will und habe all die Jahre einfach planlos vertrieben.

3) Soll ich mich online bewerben oder doch eher klassisch per Post?

Ich danke schon mal für eure Antworten!

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Mein Vater will, dass ich Jura studiere?

Hallo Community,

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