Johannes 3:5 Bedeutung?

18 Antworten

In der MacArthur-Studienbibel findet sich dazu:

"Jesus sprach hier nicht buchstäblich von Wasser, sondern von der Notwendigkeit der »Reinigung« (z.B. Hes 36,24-27). Wenn das AT Wasser im übertragenen Sinne benutzt, meint es immer Erneuerung oder geistliche Reinigung, besonders wenn es in Verbindung mit dem »Geist« verwendet wird (4Mo 19,17-19; Ps 51,11.12; Jes 32,15; 44,3-5; 55,1-3; Jer 2,13; Joe 3,1.2). Folglich sprach Jesus von der geistlichen Waschung oder Reinigung der Seele, was im Augenblick der Errettung mittels des Wortes Gottes durch den Heiligen Geist bewirkt wird (vgl. Eph 5,26; Tit 3,5) und zur Zugehörigkeit zum Reich Gottes erforderlich ist."

Die Taufe ist nicht unbedingt notwendig zur Errettung: https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=624

""Jesus sprach hier nicht buchstäblich von Wasser, sondern ..."

Chisbird - das ist amerikanisches Blech! Jeder, der lesen gelernt hat, kann sich überzeugen, dass Jesus in der Nikodemusrede von Wasser sprach.

Ich nehme zugunsten dieses US-Predigers an, dass er nur schlecht formuliert hat, und in Wirklichkeit die Auslegung meint. Die allerdings kann er halten wie er will. Zumal Johannes auch anderweitig immer wieder stilistisch zweigleißig argumentiert: Auf einer gegenständlichen und eine abstrakten Ebene. Wer das nicht merkt, sollte garnicht erst anfangen andere zu belehren.

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Etwas umständlich formulierter Satz. Man muss "aus dem Wasser und dem Geist" geboren werden, um ins Himmelreich eingehen zu können.

Wird gewöhnlich so verstanden, dass man getauft sein muss.

Die Frage ist nur, was "aus dem Wasser und dem Geist" bedeutet. Darüber gibt es garantiert tiefsinnige Abhandlungen von Bibelauslegern.

Ich selbst würde es gläubig-naiv so formulieren:

Man muss sich irgendwann (und sei es, nach seinem Tod) ganz für ein Leben mit Gott entscheiden, wenn man ewig mit ihm zusammensein will.

Die Kindertaufe reicht da nicht, denn das ist ja hauptsächlich ein Erziehungsversprechen der Eltern oder Paten, das Kind trifft noch keine Entscheidung. Firmung/Konfirmation sollen dann die eigene Entscheidung ermöglichen, aber leider wird da wieder Druck auf die Firmlinge/Konfirmanden ausgeübt, so dass es in vielen Fällen wieder nicht zu einer freiwilligen und endgültigen Entscheidung des Jugendlichen kommt.

Ich wünsche jedem, zu dieser Entscheidung für Gott zu kommen, denn so ist schon das Leben auf der Erde ein wunderbares Geschenk (aber auch eine Aufgabe).

Möglicherweise geht eine solche Entscheidung nach dem natürlichen Tod nicht mehr. Ich halte Jesus für kompetent - und er hatte, wie überliefert, für eine solche Entscheidung zu natürlichen Lebzeiten prädiert. In einem Modell, dass ich zur Zeit für Seelen annehme, wäre die Seele in dem Zustand nicht mehr wahrnehmungsfähig.

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@EarthCitizen20

Ich plädiere auch für eine solche Entscheidung zu Lebzeiten :-))

Die Frage ist nur: Wenn wir unsterbliche geschaffene Wesen sind, die sich vorübergehend zum Erfahrungsammeln und zur Bewährung in der irdischen Welt eine Runde drehen, kann man in einer solchen Ausnahmesituation so fehlgehen, dass es einen zwangsweise die Weiterexistenz kostet? Scheint mir unverhältnismäßig und deshalb nicht glaub-würdig.

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@RudolfFischer

Dieser Aspekt hatte mich ins Grübeln gebracht. Warum muss eine Seele, die in sich geistlich gesehen perfekt ist, eine natürliche Runde drehen. Ich bin dann zu der Folgerung gekommen, dass das Geistliche von dem Natürlichen nicht so zu trennen ist: wir müssen beides gemeinsam betrachten.

Das Erfahrungssammeln ist dann nicht vorübergehend, sondern ein Teil des kombinierten geistlichen wie natürlichen Lebens. Es ist vielleicht nicht einmal ein Erfahrungssammeln oder eine Bewährung, sondern das Leben schlechthin.

Dann käme die von mir so oft angesprochene Lebensgrundeinstellung zum Tragen, die bestimmt, wie ein Mensch lebt. Ist die eher geistlich orientiert, würde das Leben geistlich sein und bleiben (= ewig). Sonst wäre das Geistliche nicht da - und das Leben bleibt rein natürlich (=endlich).

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Wird gewöhnlich so verstanden, dass man getauft sein muss.

ist ein irrtumsverständnis der vermaterialisierten kirche.

mit wasser ist die vergleichsweise beweglichkeit der menschlichen seele gemeint!

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@nowka20

Ok, aber was heißt "vergleichsweise Beweglichkeit" bei einer Seele? Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Ist irgendeine Art geistige Beweglichkeit oder gar ganz simpel nur die Fortbewegungsmöglichkeit gemeint?

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@RudolfFischer

Rudolf!

ähnlich!

wasser ist eine sehr bewegliche substanz. die ist in der bibel ein seelenbild für die ungeheure geistige beweglichkeit der menschlichen seele mit ball deren kräften!

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"Die Frage ist nur, was "aus dem Wasser und dem Geist" bedeutet."

Vielleicht stellt sich davor erstmal die Frage, was "Himmelreich" bedeutet. Johannes spricht an dieser Stelle übrigens nicht vom Reich der Himmel, sondern vom Reich [des] Gottes. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass Rabbi Jesus damit etwas außerhalb des Lebens meint, das wir kennen.

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@Wurzelstock

Kann man so vertreten. Aber wenn man mit Gott schon Transzendentes mit einbezieht, dann sehe ich nicht ein, warum man das Reich Gottes auf das irdische Dasein beschränken sollte.

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@RudolfFischer

Wir können alle nur bis zu unserem Horizont sehen. Von dem, was dahinter ist, können wir allenfalls nur träumen; warum nicht.

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@Wurzelstock

Eben, warum nicht. Deine Formulierung erinnert mich an den Film "Jenseits des Horizonts", der war klasse.

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@Wurzelstock

Eben; doch wenn wir erfahren, was Jesus "2. Geburt" genannt hat, beginnen wir zu verstehen. Durch diese "2.Geburt" erlangen wir ein besonderes Bewusstsein, dass uns über unsern bisherigen Horizont hinauswachsen lässt. Wir verlassen danach die Ebene des menschlichen Verstandes, des menschlichen Verständnisses; wir beginnen höhere Zusammenhänge wahzunehmen und zu begreifen.

Und es gibt die Möglichkeit, diese "2. Geburt" zu erfahren!

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@gottesanbeterin

"doch wenn wir erfahren, was Jesus "2. Geburt" genannt hat,..."

Wo kann ich denn erfahren, dass Jesus etwas "2. Geburt" genannt hat?

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@RudolfFischer

"..dann sehe ich nicht ein, .. "

Selten eine so klar formulierte Verdrängung gesehen. Wenn du's akzepieren würdest, flöge dein ewiges Leben in die Luft. Deshalb darf in weitem Umkreis niemand auch nur mit einer Streichholzschachtel rascheln. Wir müssen den Gedanken an unser Ende verdrängen - wie auch immer; aber alle tun wir das schon in ganz weitem Vorfeld.

Nimm es bitte nicht übel. Keiner kann es bei sich selbst merken.

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Man kann interpretieren und deuten wie man will - ich verstehe den Satz so wie er da steht: Um das Himmelreich zu sehen benötigt der Mensch die Taufe und die Erfüllung im Heiligen Geist = ein rechtschaffenes, gottgefälliges Leben in der Nachfolge Jesu.

Natürlich kann man interpretieren, wie man will; so ja auch du - nichts als Interpretation.

Wenn man allerdings die "2.Geburt", die "durch den Geist" erfahren hat, weiß man und braucht nicht mehr zu interpretieren.

Die "2. Geburt" ist ein reales Ereignis, dass das Bewusstsein betrifft. Ein "gottgefälliges Leben" ist kein Ersatz für diese 2. Geburt; jedoch ist es eine gute Vorbereitung, eine gute Voraussetzung für dieses teifgreifende,spirituelle Ereignis.

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@gottesanbeterin

Wenn Du die sogenannte pfingstliche Geistestaufe meinst ist das kein Ersatz für ein gottgefälliges Leben. Auch römische Katholiken und afrikanische Buschvölker praktizieren die Glossolalie - wie ich selber früher auch. Wenn Du Gott gefallen und IHM näher kommen willst führt kein Weg daran vorbei, Seine Gebote einzuhalten und sich von ihm führen zu lassen. Unter Erfüllung im Heiligen Geist verstehe ich heute viel mehr als eine pfingstlerische Geistestaufe.

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@bobby68

Ich meine keineswegs die "so genannte pfingstliche Geistestaufe". Ich meine das, von dem Jesus zu Nikodemus gesprochen bat.

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Es gibt etwas, das Jesus "Geburt durch den Geist" und Johannes der Täufer "Taufe mit/durch den Geist" genannt hat.

Diese reale Erfahrung verbindet das menschliche mit dem "göttlichen" Bewusstsein, das von dieser "2. Geburt" an sukkzessive in das betroffene menschliche Wesen einfließt und sich dort zu etablieren beginnt.

Der Akt dieser Verbindung wird übrigens in der indischen Tradition als "Yoga" bezeichnet. Auch gibt es dort die Bezeichnung "Dvija" (sanskrit: 2mal-geboren) für auf solche Art 2-mal-Geborenene.

Aus einem Bibelkommentar:

[3:5 aus Wasser und Geist geboren. Jesus sprach hier nicht buchstäblich von Wasser, sondern von der Notwendigkeit der »Reinigung« (z.B. Hes 36,24-27). Wenn das AT Wasser im übertragenen Sinne benutzt, meint es immer Erneuerung oder geistliche Reinigung, besonders wenn es in Verbindung mit dem »Geist« verwendet wird (4Mo 19,17-19; Ps 51,11.12; Jes 32,15; 44,3-5; 55,1-3; Jer 2,13; Joel 3,1.2). Folglich sprach Jesus von der geistlichen Waschung oder Reinigung der Seele, was im Augenblick der Errettung mittels des Wortes Gottes durch den Heiligen Geist bewirkt wird (vgl. Eph 5,26; Tit 3,5) und zur Zugehörigkeit zum Reich Gottes erforderlich ist.]

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

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