Jedermann ist Jona-Und überall ist Ninive

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8 Antworten

Guten Tag Joshua,

die Lehrerin hat sich echt Gedanken gemacht.

Jona und Ninive scheinen zunächst Gegensätze zu sein. Jona, der viel zu wenig Selbstbewusstsein hat um dem Auftrag seines Gottes nachzukommen. Wie sehen wir uns? Halten wir uns an unsere Aufträge, z. B. von einem Arbeitgeber oder vom Gesetzgeber, wenn uns das unangenehm ist und wir eventuell jemandem mit hohem Bekanntheitsgrad und Ansehen dafür scheinbar schaden müssten? Darf ein Polizist oder ein Richter Unrecht zulassen, nur weil eine prominente Persönlichkeit vor ihm/ihr steht? Oder was ist mit der Sekretärin, die den Auftrag hat, ihren Chef zu verleugnen, der im Nebenzimmer sitzt? Sind wir bereit, auch unangenehme Aufträge moralisch korrekt auszuführen, auch wenn das sinnlos erscheint oder sogar Ärger bringt?

Und dann ist da die große Stadt Ninive. Viel Bosheit und Unehrlichkeit. Wie verhalten wir uns denn als "Städter"? Werfen wir achtlos Papier auf die Straße oder finden es lustig, wenn in Bussen und Bahnen die Fenster und Bänke verschmiert werden? Fühlen wir uns angesprochen, wenn Schwächere auf dem Schulhof als "Opfer" ausgemacht werden? Beteiligen wir uns an Cybermobbing gegenüber Dritten?

Sind wir der Auffassung: "Das macht doch jeder" und leiten wir daraus unseren Anspruch ab, Unrecht zu tun? Das ist Ninive - und Ninive ist (leider) überall.

Lassen wir uns warnen? Sind wir bereit, die Seiten zu wechseln und positive Eigenschaften zu entwickeln, auch, wenn wir dafür vielleicht selbst verspottet werden?

Jona, der Feigling aus gutem Grund. Die Niniviten waren sehr brutal. Da macht man sich doch nicht freiwillig zu einem Gegner, zu einem Gegenstand von Spott und Verachtung. Aber Jona hatte einen Auftrag von einer übergeordneten Instanz. Jona war es erst einmal egal, dass alle Menschen in dieser Stadt ihr Leben verlieren würden. Warum auch nicht, sie verbreiteten Angst und Schrecken. Erst als Jona selbst in Lebensgefahr geriet konnte er verstehen, wie es sich anfühlt, plötzlich keinen Anspruch mehr auf das eigene Leben zu haben. Was ist mit uns? Bedenken wir, dass wir die nächsten sein könnten, wenn wir Gewalt tolerieren? In was für einer Welt sollen unsere Kinder aufwachsen, wenn jeder auf das gute Beispiel seines Nachbarn wartet, z. B. bei der Mülltrennung oder beim Gebrauch des PKW? Nehmen wir soziale Verantwortung wahr, z. B. durch ein Ehrenamt? Sind wir bereit, z. B. Senioren in einem Heim an Weihnachten zur Kirche zu begleiten, weil sie sonst allein und traurig an früher denken und dieser Vergangenheit hinterher trauern? Lesen wir auf einer Pflegestation mal etwas vor und bereiten so Freude?

In Ninive gab es keine echte Freude. Diejenigen, die brutal und mächtig waren hatten Spaß auf ihre (schmutzige) Art. Und dann kam Jona. Er hatte den Tod gesehen, er hatte ein zweites Leben geschenkt bekommen. Jetzt war er bereit, selbst Lebensretter zu sein. Und tatsächlich veränderte sich Ninive. Sie änderten ihre Einstellung komplett und erkannten ihr Unrecht. Aber das hat Jona gar nicht einkalkuliert.

Haben auch wir Menschen schon abgeschrieben, nehmen ihnen jede Chance zu einer positiven Entwicklung? Rufen auch wir lauter und drängender nach dem "für immer wegsperren" oder gar der Todesstrafe für bestimmte Verbrechen, wissend, dass es schon viele Unschuldige getroffen hat und ohne dass wir die Hintergründe und Fakten genau kennen? Das war Jona - immer noch! Trotz der eigenen Erfahrung von Barmherzigkeit.

Jonas Auftraggeber ließ ihm eine Kürbispflanze wachsen, so dass er ein angenehmes Plätzchen zum Ausruhen hatte. Und genauso schnell verdorrte sie wieder und Jona war sauer. Er hatte nichts zu diesem Luxus beigetragen, aber er war sauer, ihn nicht mehr zu haben.

Sind wir bereit zu teilen? Gönnen wir armen Menschen die "Tafel", wo sie Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, gegen einen Kleinstbeitrag erhalten können? Sind wir bereit uns einzuschränken, wenn Eltern arbeitslos werden oder noch ein Geschwisterkind kommt?

Jona verstand seine Lektion. Sein Leben und das Leben vieler Menschen in Ninive war gerettet. Gehen wir niemals davon aus, dass es keine Rolle spielt, wie wir als Einzelne uns verhalten. Auch wenn uns der Sinn guter Handlungen nicht gleich offenbar ist, sollten wir uns auf jeden Fall so verhalten.

Dafür sind wir nicht zu klein, davor brauchen wir nicht wegzulaufen. Wir sind genauso viel wert wie Jona und wir sollten anderen Menschen die Hand reichen und ihnen die Chance positiver Entwicklung geben. Statt Unrecht zu tolerieren möchten wir Rechtes tun. Und wenn wir pfiffig sind, tun wir das, bevor wir selbst in eine Gefahr geraten, weil wir es vorher nicht getan haben. Wir müssen nicht den gleichen Fehler machen wie Jona, wir können aus seinem Fehler und aus dem der Niniviten lernen.

Reicht das? Gibt dir das was? Liebe Grüße

Abendsonne43 12.05.2013, 03:47

@ tonia5, Dein Beitrag gefällt mir, da wird so in unsere Zeit hineingesprochen! Liebe Grüße Abendsonne, alias Sonnenblume....

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tonia5 12.05.2013, 15:51
@Abendsonne43

Liebe Abendsonne,

vielen Dank für dein Kompliment. Die ganze Bibel ist "für heute" wenn man versucht sie zu verstehen. Viele Menschen denken leider verkehrt herum, dass wir zu diesen "alten Zeiten" zurück müssten - gruselig. Ich transferiere lieber den Inhalt, den Geist dieser Ereignisse auf die Anwendbarkeit heute.

Fühl dich umarmt und liebe Grüße

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solascriptura 12.05.2013, 13:04

Respekt! :-)

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tonia5 12.05.2013, 15:54
@solascriptura

Liebe solascriptura,

danke schön für deinen Respekt. Da werde ich ganz verlegen. Ich habe doch nur daran gedacht, wie es Jona wohl heute ergehen würde.

Liebe Grüße und schönen Tag noch für dich.

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Was meint wohl die Lehrerin mit "Jedermann ist Jona" ? Jedermann bekommt einmal eine schier unlösbare Aufgabe gestellt, vor die man keinen anderen Ausweg sieht als zu fliehen. Jedermann wird von Gott zurückgeführt, und von Ihn bei dieser Aufgabe geholfen. Jedermann ist traurig, wenn das prophezeite Unglück über andere ausbleibt. Was meint Sie wohl mit "Ninive ist überall" ? Vielleicht ist überall Gefahr, überall der Abgrund, überall der nahestehende Untergang; aber auch überall der Ort der Umkehr, überall der Ort der Rettung, überall der Ort der Vergebung, überall die Change zum neuen Leben. --- Bei dem Beispiel der Lehrerin mit dem Paar das ein behindertes Kind bekommt, fehlt das Happy End zum Abschluss. http://schulzentrum.de/alteseite/archiv/johna/index_s.html

Die Geschichte des Jona beginnt mit der Stadt Ninive. Die Hauptstadt desAssyrer-Reiches wird in dieser Prophetengeschichte als große, böse Stadt bezeichnet. Die Prophetengeschichte um Jona wird auch als die erste faszinierende Kurzgeschichte der Weltliteratur bezeichnet. In welche historische Situation hinein wird denn diese Geschichte geschrieben? DasAssyrer-Reich war ja ein sehr großes Reich mit seinem Höhepunkt im achten bis siebten Jahrhundert vor Christus. Das kurze Statement, das Sie hier geben, ist natürlich schonspannungsgeladen. Ich muss nämlich zuerst einmal hinzufügen, dass es in dieser schönen Geschichte um zwei Städte geht. Denn die zweite Stadt istdie Stadt Jaffa, die es ja bis heute gibt: Sie ist die Vorläuferstadt bzw. Nachbarstadt von Tel Aviv. Jona stellt sich in dieser Geschichte vor als "Hebräer aus Jaffa". Jaffa ist eine Kleinstadt, eine kleine Welt im Vergleich zu Ninive, das man meinetwegen mit dem heutigen New York vergleichenkönnte. Es ist eine riesengroße Stadt , Ninive hatte damals 120000 Einwohner. und dieser Geschichte nach brauchte man drei Tage, um dort von einem Ende der Stadt zum anderen zu gelangen. Für jene Tage ist das also eine enorm große Stadt. Hinzu kommt, dassNinive ein großer Sündenpfuhl ist. Sie sündigen gemäß diesem Textgegeneinander. Und das ist etwas, das in der Bibel immer sehr wichtig ist. Dies ist aber auch eine kleine Lektion für heute: Wer immer dein Gott ist – in unserem Fall ist das der monotheistische Gott –, du darfst nicht am Mitmenschen vorbeileben. Man darf eben nie sagen, "Lieber Gott, ich bindoch so ein feiner Mensch, ich gebe Geld für Stiftungen usw.", währendman gleichzeitig doch am anderen vorbeilebt und auf den Mitmenschenpfeift. Es steht dort in dieser Geschichte also ausdrücklich: "Sie sündigengegeneinander!" Dieser Ausdruck kam ja auch schon in Sodom und inanderen Geschichten vor. Die Frage, die sich in dieser Geschichte stellt, lautet folgendermaßen: Warum haben die Kanonisierer des AltenTestaments diese Geschichte überhaupt hineingenommen in denhebräischen Kanon? Mich beruhigt aber dabei enorm, dass wiralle Kinder Gottes sind. Diese Leute in Ninive müssen also weder Juden werden, noch müssen sich die Männer beschneiden lassen – Frauen spielen in der Hinsicht im Judentum eh nie eine Rolle. Sie müssen nichtstun, um von ihrem Glauben an Ischtar abzuweichen. Nein, sie sind nur dazu aufgerufen, Reue zu üben, Buße zu tun, um miteinander anständige Menschen zu werden. Diesen Fall hatten wir allerdings in der Bibel schon öfter. wir wissen lediglich, dass im Jahr 612 vor Christus die Stadt Ninive zerstört worden ist. Hiermit dürfen wir also annehmen, dass unsere Geschichte vorher gespielt hat. Im Jahr 722 wurde Samaria, und damit das Nordreich von Israel, zerstört. Innerhalb dieses Zeitraums ereignete sich also diese Begebenheit. Jona ist ja nicht der einzige, der hier herausgefordert wird. Zwei andere kleinere Propheten sagen ja auch die Zerstörung dieser bösen Stadt Ninive voraus. Ja, deswegen ist diese Geschichte ja so wichtig: Gott ist nicht nachtragend, sondern nimmt immer wieder auch die Sünder an. Man könnte ja sonstmeinen: "Lasst sie doch ihren bösen Weg gehen!" Gott, der als sograusamer Gott geschildert wird, könnte sich doch freuen, dass sie so einSchicksal erleiden. Nein, sie bekommen die Gelegenheit zur Umkehr: Dasist die Botschaft. Bis auf den heutigen Tag bekommt jeder gläubige Jude, der das hören will, der Ohren hat dafür, diese Botschaft jedes Jahr neuerzählt: Denn dieses kleine, schmale Büchlein wird nämlich jedes Jahr anJom Kippur, also am heiligsten Feiertag, als zentrale Lesung in jeder Synagoge vorgetragen. Dabei wird eben die Botschaft verkündet: Jederkann umkehren, jeder kann Reue üben, jeder kann seine Wegeverbessern, und zwar in einem menschlichen Sinne, also im Verhältnis den anderen Menschen gegenüber. Sogar die Umwelt spielt in dieserGeschichte noch eine Riesenrolle. Es wird uns darin ein Herr Jona aus der Stadt Jaffa am Mittelmeer, Sohn des Amittai, vorgestellt. Er fristet dort friedlich sein Leben, bis er eines Tages eine Vision von Gott bekommt. Wir nennen das eine prophetische Vision, so, wie bei den anderen auch. Obwohl man sagen muss, dass er nur einkleiner Prophet ist: Er gehört im Alten Testament zu den so genannten zwölf kleinen Propheten. Das ist keine Geringschätzung, sondern so etwaswie ein Fachbegriff, der sich ganz einfach aus dem Vergleich zur Größemeinetwegen von Jesaja oder Jeremia ergibt. Jona darf man also mit Fug und Recht einen kleinen Propheten nennen.

tinimini 10.05.2013, 21:15

DieserMann wird also jedenfalls aus seiner Ruhe aufgestört. Diese Vision stört ihn: Er will dort in Jaffa seine Ruhe haben. Wir wissen zwar gar nicht, was er vorher gemacht hat.obwohl das bei den Propheten sonst eigentlich immer angegebenwird. Der eine wird vom Pflug weggerufen, der andere steht gerade in seinen Weinbergen. Der große Moses z. B. wehrt sich ebenfalls zunächsteinmal gegen diese Vision. Er sagt: "Ich stottere, ich eigne mich nicht!" Jeremia sagt, er sei zu jung. Bei Jona heißt es nur, er sei Vater und fertig, weiter wird nichts über ihn gesagt. Er passt also in der Hinsicht überhaupt nicht in diese ganze Reihe hinein. Er wehrt sich ganz massiv gegen diese Vision. Er ist auch derjenige – und das machen die anderen ja nicht –, der tatsächlich meutert. Steh auf und geh in die Stadt Ninive und erinnere sie daran, dass auch sie meine Kinder sind. Sie können umkehren, sie können Reue üben gegenüber ihren bösen Taten. Und ich werde sie wieder annehmen." Jona sagt aber: "Was geht mich Ninive an?" Wir müssen an dieser Stelle nochkurz zur Kenntnis nehmen, dass der Prophet im Alten Testament schon etwas Besonderes darstellt. Das ist nicht jemand, der meinetwegen wie inDelphi gegen Bezahlung eine Voraussage macht. Heute gibt es auf denJahrmärkten ja auch immer noch diese Kaffeesatzleserinnen oderWahrsagerinnen. Diese Menschen schauen sich ihre Kunden genau anund überlegen sich, was die sich wünschen könnten, um es ihnen dannvorherzusagen. Wenn eine junge Frau da zu mir käme, dann wüsste sogarich, was ich ihr sagen müsste: "Morgen treffen Sie den richtigen Mann IhresLebens oder erhalten meinetwegen eine Einladung zum BayerischenRundfunk etc." So jemand ist der Prophet jedoch nicht. Nein, das ist immerein schrecklicher und harter Auftrag, mit dem man sich zunächst einmalimmer unbeliebt macht bei irgendeiner Schicht. Das Orakel von Delphi hingegen macht sich doch beliebt: Es sagt nur das Schöne voraus genausowie die heutigen Wahrsagerinnen, wo ja auch nie etwas Schlimmesgeweissagt wird. Der Prophet sagt jedoch grausige Sachen voraus: mit derHoffnung, dass der Zuhörer oder die Zuhörerin seine Worte ernst nimmt, in sich geht und es dadurch gar nicht so weit kommt, wie in der Drohbotschaftvorausgesagt. Es gibt also eine Öffnung: Man kann nämlich umkehren! Jona aber sagt: "Was brauche ich das? Diese ganze Mühe! Ich soll in dasferne Ninive gehen zu einem Volk, das mich nichts angeht und von dem ichnichts weiß? Im Gegenteil, das sind doch die Feinde Israels." Er vernimmt also diesen Ruf Jahwes und akzeptiert ihn nicht. Er fährt also nicht nach Ninive, sondern läuft ganz einfach davon. Ja, er geht nach Tarschisch. Tarschisch ist in der Bibel freilich ein Begriff. Diese Stadt ist das Gegenstück zu Ninive. Sie kommt schon seit Salomo imAlten Testament vor: eine große, reiche und vornehme Stadt, aus der man für Jerusalem den Weihrauch, Gold, Silber und Brokatstoffe importiert hat. Sie ist also schon aus alten Zeiten, seit der Königin von Saba, bekannt. Jona versucht eben, möglichst weit wegzukommen. Ja, auch wenn das in Äthiopien ist, ist das sehr, sehr weit. Damals hat esnatürlich auch noch keinen Suezkanal gegeben. Heute reden wir uns da leicht, aber damals war das eine ungeheure Strecke. Ja, wenn das in Äthiopien lag, dann sind das viele Tage mit dem Schiff.Es steht zwar nicht da, welches Schiff er genommen hat, aber es wird wohl entweder einSegelschiff oder ein Galeerenschiff gewesen sein. Er war jedenfalls kein armer Mann, denn so eine Reise hätte sich ein armer Mann nicht leisten können. Die Botschaft dabei wäre: Er meint, man könne also dem Gott Israels davonlaufen Die Botschaft ist, man kann Gott nichtdavonlaufen. Warum sollte es auch anders sein? Es muss ein großes Schiff gewesen sein, weil es dort viele Leute gibt. DerKapitän heißt "raw-howel": Das ist der Titel für einen Kapitän der Marine in Israel bis zum heutigen Tag. Es gibt auf diesem Schiff aber auch Matrosen, und vom VerhaltenJona verhält sich hingegen ziemlich schlecht: Ich könnte mich kaum inihn verlieben. Es braust und es donnert, es gibt ein schreckliches Unwetter, sodass die Leute alle verängstigt sind. Was aber macht er? Er geht unterDeck und legt sich schlafen. So etwas macht man doch nicht. Trotzdemverliert der Kapitän nicht die Geduld mit ihm. Er geht nach unten und fragt ihn: "Herr Jona, was ist denn eigentlich los mit Ihnen? Jeder von uns betetoben zu seinem Gott." Diese Leute werden also noch einmal als recht sympathisch dargestellt. dieser Matrosen bin ich sehr beeindruckt. Man sollte doch eigentlich meinen, sie wären die größten Grobiane – so wie heute ja die Matrosen auch aus aller Welt angeheuert werden. Die Matrosen auf diesem Schiff benehmen sich jedoch sehr fein. Auch noch im 20. Jahrhundert hat man doch bei uns in Europa bei vergleichbaren Anlässen irgend jemanden denunziert: "Der ist schuld! Weg mit ihm!" Bei ihnen ist das jedoch anders.

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tinimini 10.05.2013, 21:18
@tinimini

Er meint also zu Jona, er sollte auch zu seinem Gott beten, damit der ihm hilft. Genau. Das ist doch ein schönes Bild: Diese Matrosen sind keine hergelaufenen Hedonisten. Als dann das Los geworfen wird, wird damit nur ein damals übliches Verfahren beschrieben. Das Los fällt dann eben auf diesen komischen Mann namens Jona – und er ist mehr oder wenigerselbst schuld daran. Die Leute wollen also wissen, wer daran schuld ist, dass dieser Sturm ausgebrochen ist. Denn es muss ja etwas passiert sein, dass sie so einSchicksal ereilt. Da sich in so einem Fall natürlich keiner freiwillig meldet, wird das Los geworfen. Wie kann es anders sein: Das Los fällt natürlich auf den Jona. Natürlich dürfen wir hierbei nicht vergessen, dieGedankengänge jener Zeit mit einzubeziehen: Man suchte die Schuldimmer bei irgend jemandem. Auch im Evangelium kann man ja lesen: Wenn jemand krank wird, dann wird danach gefragt, wer schuld daran ist,

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tinimini 10.05.2013, 21:47
@tinimini

denn irgend jemand muss ganz einfach schuld daran sein. Man sagt nie, dass das eine ansteckende Krankheit sei oder dass meinetwegen jemandvon einer Zecke gebissen worden ist. Nein, es ist immer jemand schuld: Dabei kommen dann auch diese ganzen Vorstellungen von Dämonen mitins Spiel. Das ist die damalige Welt und darüber darf man heute nicht lachen: Das waren die Ängste in einer komplizierten und schwierigen Welt. Jona benimmt sich also sehr merkwürdig und auffällig und die Schuld fälltauf ihn. Ich kann mir vorstellen, dass man noch bis in jüngste Zeit mit sojemandem kurzen Prozess gemacht hätte: von Bord werfen und fertig. Abernein, die Leute auf diesem Schiff sind anständig und reden mit ihm. Nachdem alles schon klar ist und er sich schuldig bekannt hat, machen siesogar noch etwas: Sie versuchen, zum Ufer zurück zu rudern. Das rechneich ihnen wirklich hoch an. Diese Leute werden also als sehr sympathisch geschildert. Jona ermannt sich nun endlich und bekennt sich schuldig: Er gibt den Helden und sie werfen ihn als Ballast ab Sie werfen ihn ins Meer und normalerweise müsste er untergehen undertrinken. Aber die Hand Jahwes ist über ihm, denn Jahwe hat noch etwas mit ihm vor. Er schickt also diesen großen Fisch, um ihn zu retten. Luther in seiner Übersetzung sagt, es sei ein Walfisch gewesen. Die Bibel spricht hingegen nur von einem großen Fisch. In dieser mehr als symbolischenGeschichte schnappt sich jedenfalls dieser Fisch den Jona und schon hat erihn in seinem Bauch drin. Er bleibt drei Tage und drei Nächte im Bauch dieses großen Fisches, wie es dort heißt. Im Alten Testament haben ja alle Zahlen von Anfangan eine große Signifikanz. Diese drei Tage spielen dementsprechend aucheine große Rolle. Bei Jesus später ist es ja genauso. Matthäus zitiert den Jona noch einmal und sagt: "Jesus ist drei Tage in derErde gewesen wie der Prophet Jona drei Tage und drei Nächte im Bauchdes Fisches." Es gibt im ganzen Alten Testament jedenfalls unglaublich oft diese Zahldrei, diese Triaden. Das muss man aber alles nicht so wörtlich nehmen, denn das sind wirklich Symbole. Die Drei bedeutet hingegen: das Urteil, das Leid und die Zuversicht auf die Erlösung. Der dritte Tag ist immer dieBefreiung bzw. die Erlösung, je nachdem. Das ist von Jona bis Hosea sound reicht hin bis zu Jesus. Obwohl es bei Jesus eigentlich keine drei vollenTage sind. Die Kreuzigung geschieht am Freitag um drei Uhr am Nachmittag und die Auferweckung ist bereits am Sonntagmorgen. Dasmacht aber nichts, denn die magische Zahl drei ist doch irgendwie erfüllt. Jona sitzt dann im Bauch dieses Fisches und beginnt zu beten: Er betet zuJahwe. Das ist eine Frage, die auch heute noch aktuell ist: Wann betet derMensch? Wann kehrt der Mensch in sich? Wenn es ihm sehr schlecht geht, und nicht wenn es ihm gut geht. Er betet diesen herrlichen Psalm. Jona, der bis dorthin ziemlich unartikuliert ist und meines Erachtens als rechter Grobian dargestellt wird, betet diesenherrlichen Psalm. Er fängt also an mit: "Eli, Eli, lama sabachthani?" Er sagt also: "Mein Gott, wozu hast du mich verlassen?" Er sagt eben nicht, "Warum hast du michverlassen." Das ist ein oft gemachter Übersetzungsfehler in vielendeutschen Texten aus dem Hebräischen. Es gibt auf Hebräisch nämlich zwei Worte: "lama" und "madua". Der Unterschied zwischen diesen beiden Worten ist wichtig. Denn zunächst einmal ist ja einsichtig – wie vieleChristen ja auch glauben –, dass dieser Mensch namens Jesus natürlich - wie wir alle anderen auch - das Recht hat zu verzweifeln. Das ist aber nicht so! Er ist nämlich auch in diesem Fall nicht verzweifelt. Er fragt nämlich nichtverzweifelt: "Warum hast du mich verlassen?", sondern: "Was ist der Sinn dahinter, wozu hast du mich verlassen?". Es geht dann in diesem Psalm 22 in einer Weise weiter, die eine große Ähnlichkeit mit diesem Gebet vonJonas hat. Auch der Psalm 22 hat nämlich in der Mitte diesen Bruch und es kommt wieder Zuversicht auf. Zum Schluss ist auch Jona wieder voller Zuversicht und weiß, dass das Ganze einen Sinn hat. Er bekommt wieder Zuversicht, wo er doch am Anfang so verdrossengewesen ist. Das ist genau parallel zum Psalm von Jesus. Der Fisch macht dann sein Maul auf und spuckt ihn ans Land. Er überlebt also diese drei Tage. Dieser herrliche Psalm sagt jedenfalls, dass das Ganze einen Sinn hat. Als Jona dann an Land kommt, macht er sich auf, diesem Ruf zu folgen. er geht nach Ninive. Da kommt einProphet, ein Hebräer daher und predigt in einer Stadt, die sehrselbstbewusst ist und die eigene Göttin Ischtar als Hauptgöttin verehrt. Jonasteht dort also auf dem Marktplatz und ruft zur Umkehr auf. Das gab es im Osten häufig, diese "Männer Gottes". Diese Rufer hat esalso immer wieder mal gegeben: Nehmen Sie nur mal das plötzlicheAuftauchen von Johannes dem Täufer mit seiner merkwürdigen Kleidung. Johannes macht das immerhin in seinem eigenen Volk. Hier aber wird doch die fremde Macht der Assyrer herausgefordert.

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tinimini 10.05.2013, 22:21
@tinimini

Ninive war in der Tat mehrmals ein Gegenspieler dieses Staates der Judenam Mittelmeer, dieses Staates namens Israel. Der Judenstaat war den Leuten dort in Ninive also sehr wohl ein Begriff, obgleich Israel natürlich imVergleich mit diesem Weltreich winzig klein war. Israel stellt sozusagen dasandere Ende des assyrischen Reiches dar. Diese Frage ist heute ja soaktuell wie damals: Israel ist dieses kleine Land, das weder im Hinblick auf die Größe noch die Einwohnerzahl bedeutend ist. In einer Zeit, in der es natürlich noch keine Flugzeuge oder andere schnelleVerbindungsmöglichkeiten gegeben hat, mussten eben alle imperialenMächte aus dem Osten wie Ninive oder Babylonien über dieses kleine Landstolpern, wenn sie in Richtung Westen imperiale Absichten hegten – und das taten sie natürlich alle. Umgekehrt galt das aber in Richtung Osten fürdie Griechen und Römer genauso. Nehmen Sie als Beispiel Alexander denGroßen: Auch er ist ja über dieses kleine Land gestolpert. Dieses kleine Land war also trotzdem recht berühmt. Für die Nord-Süd- und die SüdNord- Bewegung z. B. von Damaskus aus galt natürlich das Gleiche. Mankann also nicht sagen, dass das Herkunftsland dieses Hebräers den Leutenin Ninive total fremd gewesen wäre. Man muss sich also vorstellen, dass dieser Prophet Jona in die Stadtkommt und dort predigt. Er sagt, wie die beiden anderen kleinen Prophetenvor ihm, dass die Stadt untergehen wird, wenn sich die Leute dort nicht bekehren, wenn sie ihre bösen Taten nicht bereuen, wenn sie ihr böses Tun gegeneinander nicht lassen. Der hebräische Text sagt an dieser Stelle wörtlich "chamas" und ist damit so deutlich wie im Fall von Sodom und Gomorrha: Sie sündigten"gegeneinander", "untereinander". Die Leute hören zu und staunen über diesen Mann vielleicht ein wenig. Es beginnt dann aber auch an der Spitze die Überlegung, dass nun etwas geschehen müsse, wenn man nicht untergehen möchte. Was wird dann getan? Das Volk lässt sich von diesem fernen und komischen Propheten ansprechen und überzeugen. Danach erst kommt der König und sieht, dass das Volk dessen Aufrufe zur Umkehr bereits akzeptiert und vollzogen hat. Die Predigten von Jona scheinen wirklich ein Erfolg gewesen zu sein. Es ging also auch hier um 40 Tage. Hier kommt nun meines Erachtens die menschlicheEitelkeit von Jona ins Spiel. Er sagt nämlich: "Ich muss die Drecksarbeit machen. Ich werde vorausgeschickt und mahne und warne und drohe und dann kommt der große und gnädige Gott und erbarmt sich." So weit sind wir aber noch gar nicht in dieser Geschichte. Die Leute in Ninive müssen jedenfalls in Sack und Asche gehen. So weit sind wir aber noch gar nicht in dieser Geschichte. Die Leute in Ninive müssen jedenfalls in Sack und Asche gehen Eigentlich könnte man ja annehmen, dass der König sagt: "Was soll denndiese Drohung eines Gottes, der bei uns nichts zu suchen hat?" Aber nein, es kann schon sein, dass diese Bewegung von unten herauf gewachsen istund der König daher gar nicht anders kann, als zu sagen, "Ich muss allesversuchen, damit das Unheil nicht über mein Volk kommt". Und so scheint es ja auch gewesen zu sein. Sie kehren also um in Ninive, sie tun Buße usw. Es passiert dann ja etwas Wunderbares. Der Jona, der diese Umkehrgepredigt hat, sagt nämlich: "Na ja, nun schauen wir mal, was passiert." Er geht vor die Tore der Stadt und baut sich eine Hütte am Rande der Stadt. Das ist quasi so etwas wie ein Beobachtungsposten, weil dieser Jahwe ja vielleicht doch noch dreinhauen könnte. Er will sich also anschauen, was da nun genau geschieht. Der Gaffer" nennen. Das ist etwas, das es heute ja auch gibt: Da rasen dieLeute zu irgendwelchen Unglücksstellen, sodass die Polizei in ihrer Arbeitdirekt behindert wird. Es gibt immer und überall diese Gaffer. Und Jona ist auch so ein Gaffer: Er sitzt eben nicht etwa mit den anderen Menschen in der Stadt, um mit ihnen zusammen zu leiden, um das kommende Schicksal gemeinsam mit ihnen zu ertragen, wie andere das vielleicht getan hätten. Nein, er baut sich eine Hütte, um das genüsslich beobachten zu können. Nach dem Bau dieser Hütte gibt es noch einen sehr schönen symbolischenVorgang. Jahwe lässt nämlich diesen Jona, wie man sagen kann, nicht ausden Augen. Um diesem Flüchtigen ein wenig Schatten zu spendendraußen vor der Stadt, lässt er ihm einen Rizinusstrauch wachsen. Manche Bilder, manche Illustrationen zum Alten Testament zeigen das ja, wie er dort unter dem Schatten dieses Strauches sitzt. Er sitzt also dort ganz gemütlichim Schatten. Es passiert dann jedoch etwas und die Sonne sticht ihn dann doch wieder: Warum? Hier inEuropa sagt man ja, man sucht sich einen Platz an der Sonne: Das ist dieSehnsucht von allen. Im Orient sehnt sich der Mensch jedoch nachSchatten. Und heiß war es dort im Reich der Assyrer ganz sicher – auchdann, wenn meinetwegen mal die Sonne hinter den Wolken verschwundenist. Wenn man vom Mittelmeer, also aus Jaffa, kommt, ist diese Hitze wirklich nur sehr schwer zu ertragen.

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tinimini 10.05.2013, 22:44
@tinimini

Dieser Mann, dieser Jona, ist aber ein Egoist. Anstatt dass er zusammen mit den Leuten leider, hockt er oben imSchatten in der "Loge", den ihm dieser Rizinusstrauch spendet. Ich kann aber unsere Zuschauer beruhigen, dieser Strauch hat nichts mit dem uns bekannten Rizinusöl zu tun. Nein, das ist ein Strauch, den es übrigens hier bei uns auch gibt. Das ist tatsächlich ein Strauch, der schnell gedeiht. Wichtig ist, dass er schnell wächst: Er braucht also keine Monate oder garJahre, um zu wachsen. Es ist also schon etwas dran an dieser Episode mitdiesem Strauch. Jona sagt: "Das ist nun mein Baum und das ist nun meineHütte!" Was will man uns damit sagen? Er ist nicht in sich gegangen! Er nimmt also einfach an, dass Jahwe ein braver und lieber Gott ihm gegenüber ist, der ihn beschützt und ihm sogar noch Schatten schenkt. Ermeinte wohl, nun habe er seine Mission erfüllt und will jetzt zusehen, wasweiter geschieht. Es wird uns mitgeteilt, dass ihm das ganze Geschehen nach wie vor eigentlich egal ist. , schrecklich.! Jahwe fordert ihn aber noch einmal heraus. Der Baum bekommt nämlich einen Wurm. Damit wird uns gesagt, dass alle und alles Geschöpfe Gottes sind: Die armen Menschen, die da in der Stadt leiden, der Baum, der Wurm usw. Alle sind Geschöpfe Gottes. Gott sagt da Jona so schön: "Was jammerstdu? Hast du den Baum vielleicht erschaffen? Hast du den Wurm erschaffen?" Es ist also so, dass der Baum verdorrt und Jona plötzlich wieder in der blanken Sonne sitzt. Er jammert erneut und meint, dass das doch unverschämt sei. Ja, er wird frech und droht sogar mit Selbstmord. Er meint, dass sein Leben nun zu Ende sei und dass ihn das alles nicht mehr interessiere. Er sagt, er möge nun noch einmal ins Meer geworfen oder anderweitig umgebracht werden. Er will nicht mehr weiterleben. In dem Moment kommt nun dieser Vergleich: Während er über den Baum jammert, sagt Jahwe zu ihm: Und ich soll mich nicht erbarmen um diese vielen Menschen? Und um so viel Vieh?" Gott erbarmt sich also auch des Viehs. Wir sehen das heutzutage doch in Jugoslawien und woimmer, wo Krieg herrscht: Im Krieg gibt es verbrannte Erde, gibt es diese schrecklichen Bilder auch mit den krepierten Tieren. Das ist schon wirklich ein wichtiges und kräftiges Bild: Aufgrund der Untaten der Menschen leidetauch die Umwelt und leiden auch mit uns die Tiere! Das kommt in dieser Geschichte um den Jona schön zur Geltung. Gott erbarmt sich also der Stadt Ninive, weil sie Buße getan hat. Er weistdiesen Jona zurecht und das ist ja auch wirklich ein wunderbarer Vergleich: Auf der einen Seite gibt es diese große Stadt mit 120000 Einwohnern und dem vielen Vieh und auf der anderen Seite diesen Jona. In dieser Geschichte wird dann auch noch erwähnt, dass es unter den Bewohnern von Ninive auch viele gibt, die noch nicht einmal zwischen rechts und linksunterscheiden können. Trotzdem weist er den Jona darauf hin, dass er diese Menschen nicht mit seinem "blöden" Rizinusstrauch und der Sonne, die ihn nun erneut sticht, vergleichen darf. Damit ist die Stadt Ninive also gerettet. Mit "rechts" und "links" sind natürlich nicht wörtlich unsere heutigen Begriffe gemeint. Man meint damit ganz sicher "gut" und "böse". Die Bezeichnung geht ja weit zurück in der Menschheitsgeschichte. Noch vor einiger Zeit haben z. B. Mütter ihre Kinder, wenn die mit der linken Hand geschrieben haben, mit den Worten getadelt: "Schreib mit der schönen Hand, mit der rechten Hand!" Das ist doch etwas ganz Seltsames: Dieser Jahwe schaut also nicht nur aufsein auserwähltes Volk, sondern auch auf diese Heiden. Es kommt dann so weit, dass er seinem Volk, damit quasi sagt: "Mit euch, mit meinem Volk habe ich immer nur Ärger, während sich sogar diese Heiden bekehren!" Das ist doch eigentlich eine unglaubliche Geschichte. Das ist doch etwas ganz Seltsames: Dieser Jahwe schaut also nicht nur aufsein auserwähltes Volk, sondern auch auf diese Heiden. Es kommt dann so weit, dass er seinem Volk, damit quasi sagt: "Mit euch, mit meinem Volk habe ich immer nur Ärger, während sich sogar diese Heiden bekehren!" Das ist doch eigentlich eine unglaubliche Geschichte. Das Schöne andiesem Text besteht doch gerade darin, dass sie nicht aufgerufen worden sind, nun auf einmal alle Juden und Monotheisten zu werden. Nein, sie sind

nur aufgefordert, anständige Menschen zu werden. Das ist die Botschaft: Dieses Unrecht, das sie einander antun, soll aufhören. Dazu müssen sie aber ihren Glauben nicht ändern. Das ist das Große. Bis ins Mittelalter hinein haben wir ja noch diese Zwangskonversionen erlebt: Hier istüberhaupt nicht die Rede von einer Zwangskonversion. Hier gibt es nur dieEinladung, im Namen dieses Gottes endlich damit aufzuhören, einanderBöses anzutun. Diese Botschaft ist für mich bis auf den heutigen Tagwichtig: "Tut einander nicht so viel Elend an. Aber Ihr müsst dafür nicht konvertieren." Das ist nur eine Einladung zur Umkehr, und aus diesemGrund ist das ein wichtiges Beispiel

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tinimini 10.05.2013, 22:55
@tinimini

bis auf den heutigen Tag. Bis heute istdiese Geschichte doch, wie erwähnt, in der Liturgie an Jom Kippur sowichtig. Die Jona-Perikope kommt in dieser schönen romantischen Stundeder Dämmerung: Es ist die letzte Lesung am Tag von Jom Kippur. Jeder istda sehr nachdenklich und hat den ganzen Tag über gebetet. Jeder hatnachgedacht und sich seine eigenen Sünden immer wieder vor Augengeführt. In diesem letzten Augenblick, wo doch mancher denken mag, erhätte nun wirklich alles offen gelegt und genug Buße getan, sodass er nuneinigermaßen gereinigt ist, kommt diese Botschaft, diese Botschaft, dass Gott auch für die ganz Bösen da ist. Es wird den Juden in dieser Stundegesagt: "Bilde dir nur nichts ein!" Aber es geht auch nicht um Jona, sondern um diese Hauptbotschaft: Es darf keinen Dünkel( Sich Überschätzen ) geben, denn Gott bestimmt, wen er auswählt. Man kann nur umkehren und mit den anderen Menschen anständig umgehen. Das ist das Wichtigste.

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Mangesessl 11.05.2013, 19:28
@tinimini

Respekt, tinimini! So einen ellenlangen Beitrag hab ich doch noch nicht hier gesehen! Ich fing zuerst ganz neugierig zu lesen an, habs dann aber doch bleiben lassen, als ich sah, wieviel da noch auf mich zukommt! Vom Inhalt her mag´s ja voll korrekt sein aber ich schätze mal, daß der Fragesteller sich von der Menge erschlagen gefühlt hat.

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tinimini 16.05.2013, 15:00
@pusskanusch

Normalerweise schreib ich nicht so viel ,aber da hat es mir in den Fingern gejuckt. Das ganze habe ich von er Ruth Lapide kopiert, aber nur das Wesendliche.wäre sonnst nocjh länger geworden.Ich finde ihre Erklärungen toll.

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Wenn ich manchen Christen anhand der Bibel zeige dass Gott alle Menschen retten will und retten wird, dann bekomme ich oft erboste Antworten, Gott könne nur die retten die sich retten lassen wollen, wo kämen wir denn da hin, wenn Gott alle rettet, unsereiner hat sein ganzes Leben für Gott geopfert und warum sollte Gott einen Ungläubigen retten der nichts getan hat für Gott? Viele Christen (aber auch Vertreter anderer Religionen) sind Heilsegoisten, sie haben das "Jona-Syndrom". So wie Jona verärgert war dass Gott die Stadt Ninive nicht vernichtet hat (nirgendwo in der Bibel steht dass die Niniviten anfingen den Gott JHWH anzunehmen), so gönnen fanatische Gläubige auch Andersgläubigen oft nicht die Rettung - vergessen dass Gott allmächtig ist und Er in der Lage ist alle Menschen zu sich zu ziehen, wenn die Zeit irgendwann einmal gekommen ist.

Jedermann ist Jona? Wieso? Jona bereute, daß er sich zunächst "drücken" wollte. Tut das wirklich jedermann?

Ninive, die große sündige Stadt, bereute schließlich auf die Predigt Jonas hin und wurde deshalb auch verschont, das vorhergesagte Strafgericht traf nicht ein.

Es stimmt, es wird überall gesündigt - aber wird überall bereut? Wer kann das irgendwo feststellen - ich nicht. Es wird munter weiter gegen das Wort Gottes gesündigt, und das kräftig und überall.

Bypass10 11.05.2013, 19:00

Du hast Recht, es stimmt nicht, wenn man sagt: "jedermann ist Jona" und schon gar nicht "NInive ist überall"

Beide Behauptungen treffen nicht zu.

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Es bedeutet dass wir das was uns Gott aufträgt, (und das ist immer das was uns im Leben entegegenkommt )...oft erst mal nicht annehmen wollen und davon laufen anstatt das richtige zu tun . In dem Falle hier wäre das richtige das der feige Mann den die Angst gepakt hat ,zurück zu der schwangeren Frau gehen würde ...und ihr helfen würde und ihr beistehen würde . Aber er läuft davon wie Jona ..

Er ist wie wie Jona ,denn die Angst gepakt hatte, weil Gott etwas schwieriges auftagen wollte. er sagte zu Jona er müsse die Leute zur Umkehr einladen ....das bedeutet er muss sie dazu bewegen das richtige zu tun anstatt das falsche wie sie es bis dahin getan hatten .

Allerdings würde das konkrete -Beispiel heute ganz anders gelöst das Kind würde zu 99% sicher abgetrieben werden . Ein Jona wäre hier,in dem Falle , wer dann eben** laut und deutlich sagt** das genau das eben falsch ist ,ein Kind abzutreiben . Auch wenn er sich da den Unmut der ,meisten Menschen auf sich ziehen wird .

Es bedeutet das wir Gott dienen sollen und nicht unserem Ego . Das ist meistens der schwierigere Weg ,aber eben das richtige .

Schneide aus der Zeitung Menschen die weglaufen, bzw. die man von der Seite oder von hinten sieht. Klebe die Figuren als Rand auf Dein Plakat.Suche ein großes Bild von einer schwangeren Frau oder einem Schwangerschaftsbauch und klebe ihn in die Mitte des Bildes.

Dann suche ein Bild von einem behinderten Kind, vielleciht ein mongolides, und klebe es etwas über das Mittelbild. Dann füge Deinen Text ein. Fertig.

Hallo JoshuaRtz,

Ninive steht zunachst für Menschen, die (oft auch unwissentlich) Böses tun, nach einer Aufklärung, jedoch umkehren und sich ändern würden.

Jona steht für Menschen, die wissen, was in Gottes Augen gerecht ist, zunächst aber die Sünder nicht warnen, nach einer Zurechtweisung dann doch für Gottes Ansicht mutig einstehen.

Es könnten Themen verwendet werden wie:

Krieg, Sexualmoral, Abtreibung.

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