Ist die Evolutionstheorie eine Lüge?

16 Antworten

Mit Sicherheit keine Lüge. Es gibt die unzähligen Fossilienfunde und die Beobachtung, dass sich Arten auseinander entwickeln und aussterben können. Die Evolution hat offensichtlich stattgefunden.

Dass sich so ein komplexes Wunderwerk wie unser Gehirn, allein schon unser Organismus mit all seinen biochemischen Prozessen, aufgrund simpler inner- und zwischenartlicher Selektion entwickeln konnte, macht die Evolutionstheorie allerdings wirklich zur Theorie, denn die Gründe, derentwegen man aussterben kann, sind zu überschaubar, als dass sie im Zusammenspiel mit zufälligen Mutationen eine solche Lenkungswirkung haben könnten.

Der Glaube, dass die Evolution schier ALLES zuwege bringt, einfach weil die Zeiträume sehr lang sind, hat durchaus etwas Religiöses. ("Das Gehirn war für den Menschen von Vorteil, also hat es sich eben entwickelt.") Was den Mechanismus betrifft, liegt in dieser Theorie so einiges im Argen. Da hatte übrigens auch Darwin selbst seine Zweifel.

Im Bezug auf die Evolutionstheorie herrscht wissenschaftlicher Konsens. Für eine Lüge müssten sich also alle seriösen Wissenschaftler miteinander verschworen haben. Oder die Welt müsste so gemacht worden sein, dass sie so aussieht, als hätte es eine Evolution gegeben.

Die einzigen Wissenschaftler, welche sie ablehnen, sind durch ihre Religion voreingenommen. Da geht es dann darum den Rechenweg an das Ergebnis anzugleichen. Und im Bereich der Religion gibt es sehr viele Mythen über die Entstehung der Welt. Diese Mythen kommen aus seiner Zeit, wo es noch keine Wissenschaft war & man sich die Entstehung der Welt irgendwie erklären wollte. Echte Quellen für diese Entstehungsmythen werden nicht genannt.

Auf keinen Fall. Selbst wenn sie sich als falsch herausstellen sollte, womit wohl nicht mehr zu rechnen ist, wäre sie keine Lüge, sondern höchstens ein Irrtum.

"Lüge" bezeichnet nämlich das bewusste Sagen der Unwahrheit wider besseres Wissen.

Evolution ist ein Fakt und eine Theorie. Alle Mechanismen der Evolutionstheorie sind beobachtbar im Labor und in der Natur:

Evolution is both a fact and a theory. Evolution is widely observable in laboratory and natural populations as they change over time.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30816905/

Evolution lässt sich live beobachten, das ist nichts, woran man nur glauben kann. Zum Beispiel eine Fisch-Population spaltet sich, genetisch und morphologisch (Körperform):

... Biologen die Gelegenheit, der Evolution direkt auf die Finger zu schauen. Sie konnten die Aufspaltung einer Fischart in zwei neue Arten "live" in einem westafrikanischen See mitverfolgen.
...
    Genetische Analysen und morphologische Untersuchungen der Fischkörper zeigten, dass es noch einen geringen genetischen Austausch zwischen den beiden Populationen gibt.

https://sciencev1.orf.at/news/15821.html

Hier Pflanzen:

Forscher lieferten Beweise dafür, dass Insekten für die Evolution von Pflanzen eine entscheidende Rolle spielen.
Und dass vorteilhafte Eigenschaften sich durch genetische Veränderungen innerhalb kürzester Zeit weitervererben können. Evolutionäre aber auch ökologische Veränderungen konnten in Experimenten bereits nach fünf Jahren nachgewiesen werden.

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/evolution-zum-beobachten-2009

Warum bewegen Wale und Delphine sich durch eine auf-ab-Bewegung? Und nicht wie Fische mit einer links-rechts Bewegung?

Weil sie früher Landtiere waren, die auf ihren Beinen liefen:

Unlike fish, whales and dolphins evolved from four-legged animals with limbs underneath their bodies, their backbones naturally bend up and down and not side to side. It is also why their tail fins are horizontal and not vertical like those of fish.

Und entsprechende Knochen haben:

Although they no longer have hind limbs, whales and dolphins still have vestigial pelvis bones.

https://uk.whales.org/whales-dolphins/why-do-whale-and-dolphin-tails-go-up-and-down/

Kein Säugetier ist in der Lage, im Wasser zu atmen, da keine Kiemen existieren. Und Wale sind interessanterweise Säugetiere ...

Auf der anderen Seite widersprechen mythologische Schöpfungsgeschichten fundamental den Fakten und der Wissenschaft. Kreationisten müssen in alternative Welten flüchten, in denen es eine andere Physik/Chemie gab.

... Studien auf den Gebieten Molekularbiologie und Immunologie, die nachwiesen, dass die Wale stammesgeschichtlich eng mit den Paarhufern (Artiodactyla) verwandt sind. Die Entwicklungslinie der Wale begann also im frühen Eozän, vor mehr als 50 Millionen Jahren, mit frühen Paarhufern.
Fossilfunde zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben dies bestätigt. Das auffälligste gemeinsame Merkmal von Walen und Paarhufern betrifft das Sprungbein (Astragalus), einen Knochen im oberen Sprunggelenk (Knöchel). Es ist bei den frühen Walen durch doppelte Gelenkrollen („Rollbein“) gekennzeichnet, ein anatomisches Merkmal, das sonst nur noch bei den Paarhufern in Erscheinung tritt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wale

Nur die Evolutionstheorie kann plausibel erklären, warum es von heute lebenden (rezente) Tierarten keine versteinerten Fossilien gibt. Und es Leitfossilien in unterschiedlichen Erdschichten gibt, die noch dazu unterschiedlich datiert werden.

Und nein, es gibt keine »lebende Fossilien«:

Popular literature may wrongly claim that a "living fossil" has undergone no significant evolution since fossil times, with practically no molecular evolution or morphological changes. Scientific investigations have repeatedly discredited such claims.

https://en.wikipedia.org/wiki/Living_fossil

Mikroevolution bedeutet Evolution innerhalb einer Art. Durch Mutationen entstehen Lebewesen einer Art mit ganz verschiedenen Merkmalen, Unterarten usw.

Man kann Mikroevolution an vielen Beispielen erkennen und beobachten(Industriemelanismus, Tier- und Pflanzenzucht usw.). Aus einem Wolf konnten Pudel und Schäferhunde gezüchtet werden, doch sie gehören alle zur gleichen Art. Im Labor wurden Fruchtfliegen, die eine hohe Vermehrungsrate haben, verschiedenen mutagenen Substanzen ausgesetzt. Als Ergebnis hat man zwar ganz unterschiedliche Fruchtfliegen erhalten in Bezug auf ihre Größe, Farbe, die Anzahl der Beine, Flügel usw., es ist aber keine neue Art entstanden.

Deshalb ist Mikroevolution zweifelsohne wissenschaftlich bewiesen und objektiv beobachtbar. Die Bibel sagt dazu, dass Gott die Lebewesen nach ihrer Art erschaffen hat. Innerhalb der Arten gibt es die Möglichkeit zur Veränderung durch Evolution.

Makroevolution bedeutet, dass eine Art in eine neue Art übergeht - durch Mutationen entstehen neue Arten. der Dieser Übergang von einer Art in eine andere, ist aber nur eine Theorie, die weder bewiesen noch beobachtet wurde. Man versucht, sich durch hohe Jahreszahlen dieses "Problems" zu entledigen und Makroevolution auf diese Weise zu erklären.

Wissenschaftlich einwandfrei bewiesen und beobachtbar ist aber nur die Mikroevolution.

Sehr empfehlenswert zum Thema sind Texte von "Wort und Wissen" und Vorträge und Bücher von Prof. Dr. Walter Veit oder Prof. Dr. Werner Gitt, z. B.:

https://www.youtube.com/watch?v=If_0O4GUZ0U

Makroevolution bedeutet, dass eine Art in eine neue Art übergeht - durch Mutationen entstehen neue Arten. der Dieser Übergang von einer Art in eine andere, ist aber nur eine Theorie, die weder bewiesen noch beobachtet wurde.

Makroevolution ist aber nachweisbar und wird durch vielfältige Belege aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gestützt.
Könntest du ein Beispiel für Makroevolution geben? Zudem, wie definierst du eine "Art", etwa nach dem biologischen Artenkonzept?

Hier ist übrigens eine direkte Widerlegung des von dir verlinkten Videos:
https://www.ag-evolutionsbiologie.net/pdf/2010/Interview_Gitt_Bibel_TV-040310.pdf

Es zeigt der deutlich, dass Werner Gitts Behauptungen falsch sind.

1
@leckaschmecka

Makroevolution bedeutet, dass aus einem Einzeller irgendwann nur durch "natürliche Auslese" hochkomplexes Leben wie z. B. ein Mensch entstehen soll..

Der Begriff "Art" ist für mich größer gefasst als in der Biologie und bezieht sich auf das, was Gott als "Art" erschaffen hat (vgl. 1. Mose 1, wo steht "nach seiner Art").

Für mich ist Makroevolution nicht nachweisbar. Es gibt maximal Theorien, die auf die Evolutionstheorie angepasst werden können.

Sogar in die SZ steht:

  • "Chicago (dpa) - Neun von zehn US-Amerikanern haben einer Studie zufolge Zweifel an der wissenschaftlichen Evolutionstheorie. Nur rund 9,5 Prozent seien davon überzeugt, dass Gott oder eine andere höhere Macht absolut keinen Einfluss auf die Entstehung des Universums und des menschlichen Lebens hatten."

Quelle: Wissenschaft - 90 Prozent der US-Amerikaner bezweifeln Evolutionstheorie - Wissen - SZ

Spannend ist dazu auch dieses Interview mit dem Paläontologen Dr. Günter Bechly: „Glaube an Schöpfung fand ich primitiv" - erf.de

Und die Vorträge des Astrophysikers Dr. Markus Blietz: Studio Janash - YouTube

Aber wie immer: Jeder prüfe und entscheide selbst...

0
@chrisbyrd
Makroevolution bedeutet, dass aus einem Einzeller irgendwann nur durch "natürliche Auslese" hochkomplexes Leben wie z. B. ein Mensch entstehen soll.

Makroevolution ist einfach Evolution über die Art hinaus. Was du hier gerade schreibst, umfasst einige tausende Artbildungen mehr.

Der Begriff "Art" ist für mich größer gefasst als in der Biologie und bezieht sich auf das, was Gott als "Art" erschaffen hat (vgl. 1. Mose 1, wo steht "nach seiner Art").

Und was hat Gott als "Art" erschaffen? Nach dem biologischen Artenkonzept ist eine Art eine Population von Organismen, die sich erfolgreich kreuzen und fruchtbare Nachkommen erzeugen kann. Das ist beobachtbar, sowohl in der Natur als auch im Labor.

Wie bereits gesagt: Könntest du ein Beispiel für Makroevolution geben? Wäre für dich dann zum Beispiel die Evolution von einem Einzeller zum Vielzeller Makroevolution? Oder wenn Reptilien sich soweit entwickeln, um wie Säugetiere ihre Nachkommen lebend zu gebären und keine Eier mehr legen? Wie weit gegriffen ist die "göttliche Art"?

Sogar in die SZ steht:

Das sagt nichts darüber aus, ob die Evolutionstheorie wahr oder falsch ist, vor allem in einem Land wie den USA.

Wenn man sich neueste Studien anschaut, dann bekommt die Evolutionstheorie in den USA immer mehr Unterstützung und der Kreationismus flacht immer weiter ab. Bis 2013 glaubten 44-47% der Menschen in den USA, dass der Mensch in seiner aktuellen Form erschaffen wurde. Diese Zahl fiel 2019 auf 40%. Laut einer Suffolk/USA Today-Umfrage sank der Anteil der Menschen, die an die gegenwärtige Erschaffung des Menschen glauben, auf 37%. Besonders interessant sind die demografischen Daten. In der Gallup-Umfrage 2019 glaubten 34% der 18- bis 34-Jährigen an die aktuelle Erschaffung, während es in der Suffolk/USA Today-Umfrage auf 25% sank.

0
@leckaschmecka

Wie gesagt: Makroevolution bedeutet, dass Arten in andere übergehen, wie auch immer Art nach der Bibel genau definiert ist.

Wenn also aus einem affenähnlichen Vorfahren sich ein Mensch entwickelt haben soll, dann wäre das Makroevolution.

Wenn in neuen Studien die Evolutionstheorie mehr Unterstützer in den USA findet, sagt das auch nichts darüber aus, dass diese Theorie richtig ist.

Doch wie immer: Jeder prüfe und entscheide selbst!

0
@chrisbyrd
Wie gesagt: Makroevolution bedeutet, dass Arten in andere übergehen, wie auch immer Art nach der Bibel genau definiert ist.

Es ist nicht konsistent auf der einen Seite zu sagen, dass es keine Makroevolution geben kann, und auf der anderen Seite, was auch immer eine biblische Art sein soll. Im Prinzip lehnst du die Makroevolution ab, indem du eine ganz eigene Artdefinition erfindest, wobei du selbst nicht weißt, was diese Definition aussagt?

Wenn also aus einem affenähnlichen Vorfahren sich ein Mensch entwickelt haben soll, dann wäre das Makroevolution.

Was du hier gerade beschreibst, umfasst einige Artbildungen mehr.

Wenn in neuen Studien die Evolutionstheorie mehr Unterstützer in den USA findet, sagt das auch nichts darüber aus, dass diese Theorie richtig ist.

Richtig. Warum hast du es also überhaupt angesprochen?

0