Irische und Keltische Mythologie?

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Der Name "Kelten" ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von Völkern, die früher einmal in weiten Teilen Europas, Kleinasiens und der britischen Inseln beheimatet waren. Es gab nie ein politisch geeintes "Keltenreich", vielmehr gab es zahlreiche lokale Fürsten. Die Zuordnung zu den Kelten erfolgte im Nachhinein über die Sprachen.

Auch die Galater aus der Bibel waren Kelten.

Man unterscheidet die festlandkeltischen Sprachen (die sind heute allesamt ausgestorben, dazu gehörte "Gallisch") und die inselkeltischen Sprachen (von diesen gibt es heute noch 6).

Eine dieser Sprachen ist das irische Gälisch. Irland umfasst einen bedeutenden Teil der keltischen Mythologie, aber längst nicht alles (die walisische Tradition ist ebenfalls sehr umfangreich, es gibt auch alte Texte in kornischer und bretonischer Sprache).

Keltische Sagen haben einen hohen Einfluss gehabt auf altfranzösische, altenglische und deutsche Texte, z.B. Tristan und Isolde, die Artussage, Parsifal (mit dem Lohengrin). Irland wurde früh christianisiert. Ähnliches gilt für Wales/Cornwall. In der Artussage finden sich sowohl christliche Motive (u.a. der Gral) als auch keltische Motive ("Merlin" repräsentiert wohl eine Form eines Druiden). Auch Rittermotive finden sich zuhauf (Ritter der Tafelrunde, Lancelot und Lady Guinevere usw.).

Zu den interessanten Büchern der irischen Mythologie gehört das Lebor Gabála Érenn, das Buch von der Landnahme Irlands. Die Schilderungen darin sind zu einem großen Teil nicht historisch. Das Buch verbindet biblische Motive mit einer irischen Sagentradition.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lebor_Gab%C3%A1la_%C3%89renn

In der walisischen Literatur gibt es das "Mabinogion", Pedeir Ceinc y Mabinogi (= die vier Zweige des Mabinogi). Darin finden sich u.a. Bezüge zur Artussage, und der "Peredur" könnte mit dem Parsifal zusammenhängen. Der Tristan geht womöglich auf Drystan fab Tallwch zurück, aus einem Gedicht aus dem "Schwarzen Buch von Carmarthen".

Irland spielt auch in Tristan und Isolde eine Rolle, denn Isolde kommt aus Irland, und soll den König Marke in Cornwall heiraten. Tristan soll sie für seinen König werben, verliebt sich dann aber selber in sie.

Übrigens ähnelt der irische Volksglauben in mancherlei Hinsicht dem isländischen Volksglauben. Letzten Sommer war ich auf Island. Viele isländische Frauen führen ihre Abstammung auf britisch-keltische Linien (Schottland, Irland) zurück.

Die männlichen Isländer stammen (gemäß moderner Untersuchungen) zumeist von Norwegern und anderen Skandinaviern ab. Wenig überraschend, denn die isländische Sprache ist eindeutig germanisch (nicht keltisch).

Iren glauben an verborgene Wesen, die an manchen Tagen in die Welt der Menschen gelangen können. Diese sind dem Menschen zumeist wohlgesonnen (der "Leprechaun" wird auch in Verbindung mit einem Regenbogen gebracht, an dessen Ende Gold liegen soll). Dennoch erwarten diese Wesen einen gewissen Respekt, und rächen sich, wenn sie schlecht behandelt wurden.

Isländer haben ähnliche Vorstellungen. "Elfen" sind der Sage nach dem Menschen auch wohlgesonnen. Man sagt: ein Mann, der sich in eine Elfe verliebt, sollte ihr besser auf immer treu bleiben, ansonsten wird sie sich rächen. Viele der Felsen im Meer sind angeblich versteinerte "Trolle".

Auf Island gibt es zwar kein "Elfenministerium" (wie manche behaupten), dennoch gibt es Stellen, an denen eine Straße um einen "Elfenhügel" (Ansammlung von Felsen) drum herum gebaut wurde - anstatt die Felsen einfach wegzuräumen.

Es gibt einen "Doppelberg" der "Stóra Dímon" (großer Doppelberg) genannt wird, auf Island. Das Wort "dimon" ist keltischen Ursprungs - Isländer sagen zu Berg oft "fell" oder "fjall".

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Der Name "Kelten" ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von Völkern, die früher einmal in weiten Teilen Europas, Kleinasiens und der britischen Inseln beheimatet waren. Es gab nie ein politisch geeintes "Keltenreich", vielmehr gab es zahlreiche lokale Fürsten. Die Zuordnung zu den Kelten erfolgte im Nachhinein über die Sprachen.

Nein. Die Benennung der vorgeschichtlichen Kelten erfolgte aufgrund ihrer Nennung bei Herodot, die Ausbreitung ihres Kulturkreises lässt sich archäologisch fassen. Kein antiker Schriftsteller hat je die Bevölkerung der britischen Inseln als keltisch bezeichnet, die dortige Sachkultur unterscheidet sich grundlegend von der des Festlands. Ansonsten siehe meine Antwort.

Mir ist klar, dass das aus der Sicht der Sprachwissenschaftler alles schwierig ist, Fakt ist aber: tatsächliche Kelten waren die Bewohner der britischen Inseln nicht, auch wenn man die dortige Kultur des frühen Mittelalters und die Sprachfamilien so bezeichnet.

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Der Haken an der Frage ist, dass "keltisch" nüchtern betrachtet inzwischen zwei Definitionen hat, von denen viele denken, es wäre nur eine.

Tatsächlich keltisch ist die vorgeschichtliche Bevölkerung ab ca. 500 v.Chr. auf dem europäischen Festland. Diese Kultur hat aber die britischen Inseln nie erreicht. Archäologische Befunde wie Hausbau und Keramik, die üblicherweise der deutlichste Beleg für die Verbreitung einer Kultur sind, sehen auf den britischen Inseln völlig anders aus als auf dem Festland. Auch nennt kein antiker Schriftsteller die Bevölkerung der BI Kelten.

Der Haken ist, dass auch die frühmittelalterliche Kultur der BI sowie die dort ursprünglich entstandenen Sprachfamilien als keltisch bezeichnet werden. Das ist eine Folge des 19. Jahrhunderts, als viele Nationen im Rahmen einer Rückbesinnung auf die eigenen Ursprünge historische Vorfahren auszumachen hoffte. Bei uns hat man sich beispielsweise auf die Germanen berufen, obwohl Süddeutschland in vorgeschichtlicher Zeit keltischer war als es die britischen Inseln jemals waren.

Leider hat sich die Rückbeziehung auf die nie dagewesenen Kelten in Großbritannien so gefestigt, dass es bezüglich der Nomenklatur da kein Zurück mehr gibt. Man wird heute kaum einen neuen Begriff für die sog. keltischen Sprachen einführen. Das ändert aber nichts daran, dass die vorgeschichtlichen Festlandkelten und das sog. keltische Irland (oder Schottland/ Wales/ England) zwei unterschiedliche Paar Stiefel sind.

Tatsächlich keltisch ist die vorgeschichtliche Bevölkerung ab ca. 500 v.Chr. auf dem europäischen Festland.

Ergänzend: Die Kelten waren natürlich nicht überall auf dem europäischen Festland, da müsste man weiter ausholen. Man müsste dann auch noch einmal aufdröseln zwischen Hallstatt- und LaTene-Kultur. Ganz kurz und ganz pauschal zur Verbreitung der vorgeschichtlichen Kelten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kelten#Sprache

Erfreulicherweise hat die Tatsache, dass die Bevölkerung der BI nicht keltisch war, inzwischen sogar Eingang in Wikipedia gefunden. Das ist tatsächlich mal ein Fall, in dem der Stand dieser Seite aktueller ist als der Forschungsstand in den Köpfen vieler Kollegen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorgeschichte_Gro%C3%9Fbritanniens#Eisenzeit

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Und zur Sache mit der Irischen Mythologie: Wenn du dich darüber informieren willst, musst du eigentlich nur beachten, auf welche Zeit sich derjenige bezieht, der schreibt. Nachdem wir unser Wissen über die Mythologie der eisenzeitlichen Kelten sehr limitiert ist und primär aus Berichten anderer Völker über sie stammt, wirst du, wenn du nach irischer oder irisch-keltischer Mythologie suchst, auch tatsächlich Informationen dazu bekommen und nicht zur Mythologie der Festlandkelten aus vorgeschichtlicher Zeit.

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Nun ja, die Kelten gab es nicht nur in Irland. Daher könnte man sagen, die Irische Mythologie ist eine Variante der Keltischen Mythologie. Die Keltische Mythologie gab es auch in anderen Ländern, aber sie war eben nicht überall genau gleich, sondern da gab es von Region zu Region Unterschiede, wahrscheinlich gab es dann auch innerhalb Irlands noch weitere Unterschiede, je nach Gegend.

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