Ich suche gute, anspruchsvolle (und aktuelle) Zeitschriften? Was könnt ihr empfehlen?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Spiegel und Stern, letzteren lese ich regelmässig. Hie und da auch die Welt am Sonntag.

faszinierend,.

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@Sajonara

-zeitungsleser glauben alles

-zeitungsleser vergessen alles


deshalb können sich zeitungen überhaupt halten

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Ein kleiner Überblick von einem hoffnungslosen Vielleser. Focus kannst meiner Meinung nach vergessen, mehr oder weniger ein sehr einseitiges Propagandablatt der Inhaber des Burda-Verlags, eine Stimme des deutschen Grosskapitals der niederen, eher ungebildeten Riegen, mit sozialfeindlicher Polemik nur so angefüllt - und oft sogar mit unglaublich schlechtem Deutsch und dürftigen Informationen. Es werden im Focus immer wieder die gleichen politsichen Parteien einseitig entweder nur gut oder nur schlecht dargestellt. D.h. CDU und Merkel nuzr gut, alles andere schecht. Focus versucht sich kaum noch den Anschein von Objektivität zu geben. Man muss sehr naiv sein, um das akzeptieren zu können. Da ist der Spiegel sehr viel anspruchsvoller, mit Dutzenden von Journalisten, die Fachleute auf ihrem Gebiet und oft Doktoranden sind. Die Mitarbeiter des Spiegels recherchieren das meiste selbst und sind extrem gut informiert. Oft besser als unsere Regierenden. Die dem Spiegel früher manchmal unterstellte Linkslastigkeit ( meist von rechtslastigen Blättern ) ist sicher seit den Siebziger Jahren nicht mehr zutreffend. Nicht alle Artikels im Spiegel sind frei von "Im-Trend Schwimmen" und Oberflächlichkeit, aber die Infromationen sind sehr zuverlässig und es gibt keine Schonung irgendeiner Seite. Wer sich für geschichtliche Zusammenhänge interessiert, wird gerade im Spiegel immer wieder fündig in Form von exzellenten Serien z.B. der Nachweis, dass der deutsche Kaiser Wilhelm dazumal die russische Revolution finanzierte usw. Gerade in letzter Zeit finden sich im Spiegel immer wieder brilliante, sensationell gute Artikel junger mutiger Journalisten zu brandaktuellen Themen, die gleichzeitig auch Humor einfließen lassen, während die Bandbreite an zuverlässigen Informationen und ganz unterschiedlichen Meinungen im Spiegel weltweit bekannt ist. Kein anderes Medium schafft es außerdem, so viele massgebliche Prominente und Politiker zu den brisantesten aktuellen Themen in umfangreichen Interviews zeitgenau Stellung nehmen zu lassen. Wer billige Unterhaltung sucht ,wird hier aber eher nicht auf seine Kosten kommen. Viele andere deutsche Medien bringen fast nur Nachrichten aus zweiter und dritter Hand, abgeschrieben von anderen Medien oder Nachrichtenagenturen. Dazu ein paar Sensationsgeschichten aus eigenem Hause, die das Papier nicht wert sind.Rühmliche Ausnahme ist die Süddeutsche Zeitung, die nahezu alles weltweit selbst recherchieren lässt und und das sehr gruendlich und kompetent. Wahrscheinlich die qualitativ hochwertigste Zeitung Deutschlands, auch wenn sie vom Umfang manchmal mehr an eine Zeitschrift erinnert. Im Wirtschaftsbereich lese ich immer wieder die Financial Times, deutsche Ausgabe und das Handelsblatt. Im Bereich aktuelle Berichte aus der Populärwissenschaft ist Peter Mosleitners PM Magazin sicher immer aktuell. Die Themenausgaben von PM sind aber ziemlich dürftig. Das Geo-Magazin hat tolle Fotos, die Informationen sind oft schlecht recherchiert. Ab und zu findet sich aber auch im Geo in letzter Zeit manchmal ein exzellenter Artikel zu einem wissenschaftlichen Fachthema. "Die Zeit" ist großartig gemacht - zugleich unterhaltsam und anspruchsvoll. Was den Stern betrifft, habe ich festgestellt, dass manche Artikel im Stern immer wieder hahnebüchene Unwahrheiten und einseitig sensationell aufgemachte Hiobsbotschaften enthalten. Die einzige Information, die der Stern einigermassen zuverlässsig bietet, ist die, was die breite Masse der Deutschen gern hört und denkt, auch wenn es opportunistisch sein mag und auf falschen Tatsachen beruht. Die vielen deutschen Fachzeitschriften zu einzelnen geschichtlichen Themen Serien bieten geben meist nur ziemlich bekanntes Allgemeinwissen wieder, das man sich im Internet schneller und umsonst aneignen kann. Immer wieder enttäuschend. Wer auf Weltverschwörungen steht, kann auf keinerlei Fachzeitschriften zurückgreifen sondern ist besser bedient mit einschlägigen Taschenbüchern, aber er sollte sich vorsorglich auf Paranoia untersuchen lassen. Verschwörungstheorien zur Belustigung findet man auch reichlich im Internet. Aber da hörts ja dann bekanntlich mit objektivem Denken leider oft auf. Viel Spaß beim Lesen !

idea - ein evangelisches Wochenmagazin, bringt mal ganz andere Themen; wie ist es mit einer überregionalen Tageszeitung, z.B. "Welt" oder "Süddeutsche Zeitung"?

Wer sich aktuell mit konventionellen Medien in Zeiten des Internets abgibt, kann kaum behaupten, in irgendeiner Form "informiert" zu sein, höchstens des-informiert!?

Ich könnte höchstens noch die Wirtschaftspresse empfehlen, da dort immerhin die tragenden Themen der aktuellen Gesellschaft, ökonomische Fragen etc. angesprochen werden, .. (Wirtschaftswochen, Financial Times,..) oder kritischere Zeitungen wie etwa "Freitag".Leider ist es so, das in Deutschland kaum eine besonders kritische Presse (mehr) existiert, da die meisten "Organe" gleichgeschaltet sind und von den entsprechenden Inserenten kontrolliert werden und in deren Auftrag berichten.

und über den "Speigel" schrieb schon Enzensberger Ende der 70er Jahre:

"Wie das immer Gleiche, als etwas Besonders verpackt, an Ahnungslose verkauft wird, die je ahnungsloser sie sind, um so mehr glauben, Bescheid zu wissen."

Und die "Zeit" ist ebenso keine "freie" Presse, sondern das extrem Staats-tragende konservative Bildungsbürger-Heuchel Blatt der Hamburger Kaufmanns Aristokratie und nur deren alleinigen Interessen verpflichtet.wenn überhaupt Sprachkenntnisse vorhanden, sind dann enpfehle ich, "ausländische", französische, englische, spanische etc. Titel lesen

Warum sollte englisch- oder französischsprachige Nachrichtenblätter informativier und anspruchsvoller sein als deutsche und außerdem: welches englische Blatt beschäftigt sich eingehend mit der deutschen aktuellen Gesellschaft, Politik und Geschichte?

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@Schattenkind

Die englischen und US amerikanischen Zeitungen und Magazine sind z.T. noch von wenigen freien und anspruchsvollen, begabten Journalisten besetzt, die oft zutreffender über deutsche Verhältnisse schreiben und berichten, als Betriebs-blinde, gekaufte Journalisten hierzulande. Habe öfter in "Newsweek" etwa wichtige und zutreffendere Meinungen zur deutschen Wirtschaft und Politik gelesen, die so konkret hier im Lande kaum/nie geäussert wurden. Ausserdem können Ausländer oft unverstellter über Verhältnisse hier im Lande berichten, da sie weniger Vorurteils- und Einheits-belastet sind.

Vor ein paar Jahren schon, vor der sogn. Wirtschaftskrise wurde etwa in "Newsweek" klar betont, das die deutsche, angebliche "schlechte wirtschaftliche Stimmung" im "Lande" eine inszenierte Lüge sei und absolut nicht der aussenwirtschaftlichen, schon damals dominierenden monopolistischen Leistung Deutschlands entsprechen würde, etc. deutsche Bürger werden von der dt. Presse meistens belogen und im Unklaren über politische, wie wirtschaftliche Verhältnisse und Zusammenhänge im eigenen Land gelassen, usf.

(Und ich meine dabei nicht etwa "Real Satire" wie die "BLÖD" Zeitung)

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Meine Lieblingszeitung ist die Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sonntags lese ich entweder die "Dernières Nouvelles d'Alsace" aus Strasbourg (ich wohne an der Grenze) oder die Welt am Sonntag.