Ich mag ihn sehr, aber finde ihn unattraktiv?

23 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Okay, erstmal der Reihe nach...

Ich (16, weiblich) verstehe mich sehr gut mit einem Jungen - wir lachen zusammen und reden oft über alles mögliche

Das hört sich doch sehr gut an. Gute Freunde kann man nie genug haben.

und ich weiß von seinem besten Freund, dass er auf mich steht.

Hier wird es schon komplizierter. Wenn du seine Gefühle nicht erwiderst, könnte eine Freundschaft problematisch sein, muss aber nicht. Was ihr daraus macht, ist euch überlassen.

Er berührt mich oft 'zufällig' und das fühlt sich schon gut an und
außerdem sagen alle, dass wir charakterlich perfekt zusammenpassen [...] Ich fühle mich emotional auch zu ihm hingezogen...

Für eine Freundschaft doch eine super Sache... Das muss ja nicht heißen, dass du in ihn verliebt bist. Ich habe auch gerne Körperkontakt (umarmen, etc.) mit Leuten, die ich sehr gern mag, das ist vollkommen normal - aber weiter im Text.

...aber körperlich überhaupt nicht

Das musst du ja auch nicht, oder? Ihr seid schließlich nicht in einer Beziehung, sondern derzeit bloß gut befreundet (auch wenn da von seiner Seite ja mehr zu sein scheint).

...irgendwie weiß ich nicht, ob aus uns wirklich etwas werden kann wenn ich ihn äußerlich eben so abstoßend finde...

Möchtest du, dass aus euch "etwas wird"? Bist du denn verliebt in ihn oder siehst du ihn bloß als guten Freund und möchtest seinen Gefühlen gerne "gerecht werden"?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei mir die körperliche Anziehung fast immer einhergeht mit wirklicher Verliebtheit. Natürlich muss das nicht immer so sein, aber wenn es einen so richtig "erwischt hat", möchte man doch eigentlich den anderen auch küssen und berühren.

Wenn du dir eine Beziehung mit diesem Jungen überhaupt nicht vorstellen kannst, weil du ihn nicht attraktiv findest - okay. Kein Grund, sich zu schämen. Eine Beziehung, in der körperliche Anziehung nur von einer Seite aus vorhanden ist, geht meist nicht lange gut und wäre auch nicht fair ihm gegenüber.

Mein Tipp: Bleibt weiterhin befreundet, aber mach dir klar, dass du nicht verpflichtet bist, Gefühle für ihn zu haben, bloß weil alle meinen, ihr passt so gut zusammen. Fairerweise solltest du aber versuchen, ihm klarzumachen, dass du nicht mehr als Freundschaft möchtest; das heißt, Annäherungsversuche, die dir zu weit gehen, freundlich aber bestimmt abwehren. Wenn du merkst, dass er aufgrund seiner Verliebtheit nicht mit der Situation klarkommt, sprecht darüber.

Natürlich kann es sein, dass eure Freundschaft deswegen in die Brüche geht, aber Gefühle kann man eben nicht erzwingen. Ich wünsche dir alles Gute und wenn du magst, schreib mir ruhig eine PN :-)


Vielen Dank für den Stern :)

1

Ohje!

Ich weiß gar nicht, ob ich Dir damit letztlich wirklich helfen werde, aber irgendwie möchte ich es doch loswerden.

Habt ihr vielleicht einen Rat wie ich damit umgehen soll und denkt ihr
ich kann mich wirklich in ihn verlieben obwohl ich ihn unattraktiv
finde?

Das kommt darauf an, wie Du "verlieben" definierst.

Es gibt zum einen eben die körperliche/geschlechtliche Liebe (Libido) und zum anderen gibt es so etwas, wie "emotionale Liebe" (Sympathie, Verbundenheit, Vertrauen, etc.).

Ich habe den Eindruck, dass diese beiden Dinge bei mir auch sehr ... "separat" sind, sprich dass ich mich zu einem Menschen, mit dem ich mich emotional sehr verbunden fühle, nicht unbedingt körperlich hingezogen fühle und dass ich umgekehrt einen Menschen auch nicht unbedingt "charakterlich mögen muss", um mich körperlich zu ihm hingezogen zu fühlen.

Dazu muss ich auch sagen, dass ich an sich zwar ein sehr "geselliger" Mensch bin, das heißt ich komme relativ schnell mit anderen Menschen in Kontakt (auf sozialer Ebene), allerdings den Begriff der "Freundschaft" sehr hoch ansetze. Diese Diskussion hatte ich interessanterweise erst gestern mit einem "Kollegen" von mir, den ich durchaus als einen Freund von mir bezeichnen würde, weil ich ihn schon recht lange kenne und vor ihm quasi keine Geheimnisse habe. Er meinte, ich sei irgendwie "ein antisozialer Mensch", weil ich ihm sagte, dass es vielleicht fünf Menschen gäbe, die ich wirklich als Freunde bezeichnen würde. Die anderen sind eben Bekannte/Kommilitonen/Kollegen/... Das bedeutet ja nicht, dass man sich nicht mit ihnen versteht, aber dass eben keine sonderlich tiefe persönliche "Beziehung" zu diesen Menschen besteht. Ich finde es braucht da schon recht "viel". Ich benutze diesen Begriff nicht inflationär.

Auf "körperlicher Ebene" hingegen scheine ich instinktiv ein sehr spezielles körperliches (sogar genetisches) Merkmal bei meinem potentiellen Partner zu suchen. Ich habe bisher erst einen einzigen Menschen (abgesehen von mir selbst) gefunden, der dieses Merkmal aufweist. Mit diesem Menschen habe ich mich auch sehr gut verstanden und habe sehr viel Vertrauen zu ihm entwickelt. Daraus ist dann so etwas, wie eine Beziehung entstanden, die dann aber irgendwann im Prinzip in die Brüche ging, weil ... wir beide selben Geschlechts sind. Ich habe damit kein Problem, aber bei ihm sah das eben anders aus. Ich habe damals noch nichts von meiner "Präferenz" gewusst. Das geschah alles unterbewusst. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich mich im Grunde nicht zu anderen Menschen körperlich hingezogen fühle. Ich suchte nach einem Grund für die Anziehung zu speziell diesem Menschen und stieß dann irgendwann auf das entsprechende Merkmal. Ich habe bisher keine "dritte Person" gefunden, die dieses Merkmal aufweist und solange es nicht vorhanden ist, gibt es bei mir anscheinend auch keine (körperliche) Anziehung.

Also ich würde sagen für eine ... sexuelle Beziehung ist das Körperliche sehr sehr wichtig, vielleicht sogar das einzige, was zählt. Viele Menschen haben sexuellen Kontakt mit Menschen, die sie kaum kennen. Da weiß man nicht viel über den Charakter des anderen. Für eine emotionale Beziehung hingegen ist der Charakter wichtig. Nur wird aus einer emotionalen Beziehung meiner Erfahrung nach eher keine Partnerschaft, sondern eher eine (tiefe, "enge") Freundschaft. Die körperliche Seite muss schon stimmen für "Liebe im engeren Sinne", also für mehr, als eine platonische Beziehung. Das ist meine Erfahrung und muss auf Dich nicht zutreffen. Aber wenn Du einen Menschen körperlich (was durchaus mehr als nur "Optik" umfasst) nicht attraktiv findest, wird das wohl auch so bleiben und wird es wohl auch keine Liebe im engeren, sexuellen Sinne. Du magst einfach seinen Charakter. Werdet gute Freunde. Enge Freundschaften halten ohnehin wesentlich länger (oftmals ein Leben lang), als Beziehungen (die ja doch bei den meisten Menschen, gerade bei jüngeren Menschen, öfter mal "wechseln").

„ Ich will wirklich nicht oberflächlich sein und ich weiß, dass der Charakter viel wichtiger ist aber irgendwie weiß ich nicht, ob aus uns wirklich etwas werden kann wenn ich ihn äußerlich ebenso abstoßend finde... „ Deine Bedenken welche Du hast die sind keineswegs von der Hand zu weisen und sie haben auch nicht das geringste mit Oberflächlichkeit zu tun und Charakter hin oder her, im Schlafzimmer da zählen halt auch andere Qualitäten. Letztendlich kann ich dir unter diesen Umständen nur empfehlen, überlege dir sehr gut, ob Du dich auf eine derartige Beziehung wo Du dich quasi von dem Jungen körperlich abgestoßen fühlst, auch wirklich einlassen möchtest. Mein Rat lautet deshalb, lasse dich nicht darauf ein, die emotionale Nähe alleine ist einfach nicht ausreichend für eine erfolgreiche Beziehung.

Was möchtest Du wissen?