Ich fühle mich sehr sehr schlecht. Denn mein jugendliches Kind erschwert mir das Leben so sehr, dass es mir schwer fällt, ihn zu lieben? Ist das denn normal?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bedingungslos liebt gar niemand. Das ist ein Privileg das nur Gott hat.

Ganz ehrlich, auch Eltern haben ihre Grenzen, sie trauen es nur selten zu sagen.

Tatsächlich gibt es wenig belastende Pubertierende, es gibt extrem schwierige Pubertierende, wo Eltern und Kinder nicht wieder zusammen finden. Dann gibt es auch die Eltern und Kinder die nach der schweren Zeit wieder liebevoll zusammen finden.

Noch etwas, es liegt nicht immer am pubertierenden Kind, wenn das Verhältnis stark zerrüttet ist.

In der Pubertät vernetzt sich das Gehirn neu, es wird zuweilen zur Grossbaustelle in der sich die Jugendlichen selber nicht mehr zurecht finden. Jahre später können sie sich selber nicht erklären, was sie geritten hat.

Alles zu tolerieren was einem Jugendliche um die Ohren hauen ist sicher nicht die Lösung. Einen gewissen Grundanstand sollte man auch an Eltern trotzdem einfordern.

Bei Handgreiflichkeiten von Jugendlichen gegen die Eltern ist man gut beraten die Polizei einzuschalten.

Das wird nicht besser, wenn man es versucht auszusitzen.

Als Eltern darf und muss man auch für seine eigene Selbstachtung einstehen.

Manchmal hilft es, sich von einem Therapeuten durch die schwere Zeit begleiten zu lassen. Hier kann man besprechen, was beim Therapeuten bleibt. Bei Freunden und Familie kann man sich nicht darauf verlassen.

Vor allem wissen Familie und Freunde alles immer besser.... Verachtung wird nicht ausbleiben.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

Danke für den Stern!

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Guten Abend Goodnight,

vielen Dank, dass du dir Zeit fürs antworten genommen hast. Vielleicht interessiert dich ein aktuelles Feedback....

Vor allem wissen Familie und Freunde alles immer besser....

Das stimmt. Sie machen es nicht mal Absicht, denn ihre Kinder sind noch sehe klein, sie haben (noch) keine Erfahrung mit pubertierende Kinder.....

Zwischenzeitlich habe ich mir und meinem Kind zuliebe mir endlich einen Ruck gegeben, mein unnötiges Stolz komplett beiseite geschoben und mich ans JA gewandt.

Corona bedingt hat es etwas gedauert, aber nun werden wir seit kurzem und bis auf weiteres von einer ganz lieben Dame, die mit JA arbeitet, betreut.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

Ich wünsche dir selbiges 🌹🌷

Liebe Grüße

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@MissusMe

Liebe MissusMe, sehr nett von dir, ein Feedback zu geben. Es freut mich für dich und dein Kind, dass du dir Hilfe geholt hast. Das ist mutig!

Lieben Gruss!

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Pubertät ist eine schwere Zeit, sowohl für Kinder, welche langsam zu Erwachsenen heranreifen, als auch für Eltern, welche langsam lernen müssen, loszulassen und Verantwortung stückweise an den Heranwachsenden abzugeben.

Wichtig wäre, dass Du nicht die ganze Person ablehnst und dies so zum Ausdruck bringst, sondern immer bei der Verhaltensweise bleibst, die Dir gerade missfällt und genau an dem Punkt auch bleibst. Dein Kind hat auch "gute,positive Seiten"- dies solltest Du Dir und auch ihm gegenüber immer auch zum Ausdruck bringen.

Deine Angst, es könnten negative Verhaltensweisen übrig bleiben, bis ins Erwachsenenalter, kann ich gut verstehen.

Denke aber daran, dass Du Deinem Kind gutes Rüstzeug mitgegeben hast, Verhaltensstrukturen, welches es erlernt haben sollte und auch sicherlich hat.

Mehr kannst Du als Mutter auch nicht machen.

Mit 16 Jahren mögen diese Strukturen und die Erziehung in den Hintergrund rücken, da hier die Erziehung im Wesentlichen abgeschlossen ist. Die Gewichtung Eltern/Freunde verschiebt sich und der Einfluss von Eltern nimmt meistens entsprechend ab. Das Kind "nabelt" sich mehr und mehr ab, was eigentlich ein gesunder Prozess ist und probiert seine eigenen Vorstellungen von seinem Leben auch aus-oftmals mit dem Vorsatz alles gaaanz anders machen zu wollen, als es dies von den Eltern vorgelebt bekam.

Nur so macht es eigene Erfahrungen, ob negativ oder positiv und lernt daraus.

Als Mutter von 5 total verschiedenen Kindern kann ich Dir nur sagen, sprich viel mit Deinem Kind, schau dabei darauf, dass bestimmte Formen gewahrt bleiben, auch von ihm, respektiere auch Du entsprechend Dein Kind und lass es wachsen, solange es keinem dabei schadet.

Was ich nicht gut finde ist, dass gesellschaftlich immer an Mütter appelliert wird, sie müssten ihre Kinder unendlich und bedingungslos lieben.

Dies trifft so nicht zu.

Ich habe im Umfeld schon sehr oft mit Müttern gesprochen, die ihre Kinder eben nicht bedingungslos und unendlich lieben. Ganz einfach weil es auch Grenzen hierfür gibt und Mütter auch "nur Menschen" sind.

Gestehe Dir einfach selbst zu, dass Du manchmal überfordert bist, auch eine richtige Wut/Enttäuschung für manches Verhalten Deines Kindes empfindest und nicht die Supermama bist und auch nicht sein musst.

Alles Gute !

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dein Kind ist vor allem eins: ein eigenständiger Mensch. Und Menschen verhalten sich nunmal so, dass man sie nicht immer lieben kann.

Er wird erwachsen, muss sich abnabeln und das geht häufig durch Wegstoßen. Dass Dir das wehtut, ist verständlich, aber es ist ein normaler Vorgang.

Hör auf mit dieser Überhöhung von Muttergefühlen. Natürlich wirst Du dein Kind auf die ein oder andere Art und Weise immer lieben. Aber auch Du bist nicht nur Mutter,sondern auch eine Frau für sich selber. Die auch ungeduldig werden darf und auch mal laut werden darf, wenn sie provoziert wird.

Das in Sohn wird zum Mann. Und ja, er wird Dich immer weniger brauchen. Aber auch die schlimmste Pubertät geht mal rum.

Du solltest dein Kind bedingungslos lieben, so dass es über diese schwierige Zeit kommt. Was du nicht machen darfst sind, Beleidigungen oder irgendwelche Ausdrücke persönlich nehmen.

Die Jugendliche, machen eine harte Zeit durch, die Hormone spielen verrückt, sie verändern sich und sie müssen sich erst wieder neu orientieren.

Diese Zeit ist ein Ausnahmezustand und manchmal sind die Jugendlichen nicht mehr Herr ihrer Dinge, ihrer Gefühle, sie haben sich nicht mehr unter Kontrolle, usw.

Lasse dich nicht zermürben, glaube an dein Kind, liebe es. Manchmal muss es für Dinge, die es verschuldet hat gerade stehen und Verantwortung übernehmen, das gehört dazu.

Gib deinem Kind die Geborgenheit und die Liebe, die es bisher bekommen hat, lass Fünfe gerade sein und bleibe cool!!!

Ich denke regeln benötigt es auch dazu

Also wirklich konsequent bleiben und auch mal nein sagen .

Auf der anderen Seite denke ich es fällt dir gerade schwer deine Gefühle zu ihm zu zeigen oder wahrhaben zu wollen aber ich denke trotzdem liebst du ihn .

Wenn es überhaupt nicht mehr geht hol dir eine Familienhilfe vom Jugendamt die mit euch diesen Weg geht und dir und deinem Sohn zur Seite steht

vielleicht entlastet es euch etwas

leider kann man nicht wissen wie es sich aufs spätere Leben auswirkt aber in den meisten Fällen legt sich alles wieder mit der Zeit

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