Ich darf nicht so sein wie ich bin?
Meine Mitbewohnerin gibt mir dauernd das Gefühl, dass ich nicht in Ordnung bin so wie ich bin. Sie kritisiert an mir herum. Ihr passt nicht die Art wie ich in der Küche hantiere, wie ich mich bewege, wie ich bin (meine Ausstrahlung). Ich bin ihr zu "weich" und andererseits sei ich so "leer" und hätte die Ausstrahlung von einem Stachel-Kaktus, so dass sie sich äußerst unwohl in meiner Nähe fühlt und die Küche oft verlassen muss, weil sie es nicht aushält.
Mir hat noch nie vorher jemand sowas gesagt. Darum halte ich es auch für möglich, dass sie zum großen Teil ihre eigene innere Unsicherheit, Leere und ihre extreme Art auf mich überträgt bzw. bei mir an Dingen Anstoß nimmt, die anders sind als bei ihr, weil sie damit innerlich nicht in Frieden ist.
Ich bin aber jetzt schon total verunsichert, wenn ich ihr in der Küche begegne, weil ich dauernd denke, dass ich ihr nicht gefalle, sie nerve usw.
Wenn ich sie anspreche, bekomme ich meist finstere Blicke oder massive Aggression als Antwort. Das führt natürlich dazu, dass ich sie kaum noch anspreche und den Kontakt wo es nur geht vermeide.
Andererseits ist es so, dass sie mir auch etwas aus meiner Kindheit vor Augen führt: da war es nämlich auch so, dass ich mich nicht als die Person gesehen und wertgeschätzt gefühlt habe, die ich bin. Ständig wollten sie jemand anderen aus mir machen. Ich bin dadurch extrem unsicher geworden und hab mich zwar äußerlich angepasst (um zu überleben), bin aber innerlich immer aggressiver geworden.
Auch heute spüre ich manchmal eine sehr heftige Wut in mir aufsteigen, die so stark ist, dass ich Angst davor habe, weil sie mir so zerstörerisch vorkommt.
Ausgelöst wird sie durch das gehässige und aggressive Verhalten meiner Mitbewohnerin. Aber die Wut ist schon seit meiner Kindheit in mir. Sie war nur sehr lange verdrängt.
Was würdet ihr machen. Soll ich meine Wut irgendwie raus lassen oder versuchen sie weiter zu unterdrücken?
Soll ich mich anpassen und kuschen oder eine Konfrontation riskieren?
Natürlich habe ich auch schon über einen Auszug nachgedacht, aber es fühlt sich trotz allem stimmig an hier zu sein und ich möchte auch nicht weglaufen...
9 Antworten
Ich bin ihr zu "weich" und andererseits sei ich so "leer" und hätte die Ausstrahlung von einem Stachel-Kaktus
Wenn mir jemand sowas sagt, wäre meine Antwort, Kann sein, ist aber nicht dein Problem.
Ihr passt nicht die Art wie ich in der Küche hantiere,
Wenn du Dir essen kochst, ist das wohl dein Problem, glaube niemand lässt sich in sowas rein pfuschen nur weil jemanden nicht passt, wie mans macht oder sich bewegt.
Mir passen auch Dinge an anderen Menschen nicht immer, aber wo liegt das Problem dabei? Es gibt keines, ob jemand nun so ist wie ich es mir vorstelle oder nicht, wen interessiert das schon, ich respektiere und akzeptiere die Menschen so wie sie sind, egal ob mir dieses oder jenes passt oder eben nicht.
Jemanden einfach so mal ändern zu wollen, damir die Person dem eigenen ideal entspricht, zeugt nicht gerade von Respekt der Person gegenüber, würde ich mal sagen.
Hab also Selbstvertrauen und sei wie du bist.
Ihr passt es nicht, das ist ehrlich gesagt nicht dein Problem sondern ihr Problem.
Konfrontation, muss nicht unbedingt sein, wenn sie was sagt, bleib mit deiner Reaktion kurz und knapp.
"Mir passt nicht wie du dich bewegst" -> Ja und? Muss es nicht.
Wenn sie weiter ausholt -> Das Thema ist für mich beendet.
Du musst nicht weiter als notwendig auf irgendein Kommentar von ihr eingehen.
Zum Thema Wut, die Frage ist hier denke ich, ob es nicht sinnvoller ist ob ihr getrennte Wege geht, du hast nur kurz beschrieben was Sache ist, aber ich habe das Gefühl, ihr 2 passt nicht wirklich zusammen in eine Wohngemeinschaft.
Ich denke also, dass du dir Gedanken machen solltest ob du die längerfristig gesehen nicht eine eigene Bleibe oder eine andere Unterbringung suchst.
Ja leider, die Entscheidung wie es längerfristig weiter geht, liegt bei dir, entscheiden was du tun möchtest bzw. wohin dich dein Weg führt musst du.
Mach doch keine wissenschaft draus: anscheinend passt euer verhältnis einfach nicht.
Such dir je msch Situation nen anderen Mitbewohner, oder ne andere wohnung.
Dann ist ziemlich sicher allen geholfen.
Was du in dieser Frage nicht erwähnst, in einer anderen schon, ist, dass die Mitbewohnerin auch die Freundin deines Mannes ist, der auch bei euch wohnt.
Als du vor relativ kurzer Zeit dort eingezogen bist, müsst ihr euch im Grunde doch einig gewesen sein, dass ihr das so machen wollt.
Aber wie man an deinen Fragen sieht und auch, wie sich die "Mitbewohnerin" verhält, erkennt man meines Erachtens, dass ihr Frauen mit dieser Haarems-Situation doch nicht so gut klar kommt, wie ursprünglich gedacht.
Du suchst nach Ursachen bei dir, gehst zurück bis zu Emotionen deiner Kindheit, aber die betreffen das eigentliche Problem nicht.
Wut solltest du nicht herauslassen, dass wäre zu unkontrolliert. Aber Zorn in gut gewählten Worten zum Ausdruck gebracht, sollte dir Respekt verschaffen.
Ich habe diese Information bei dieser Frage weg gelassen, weil das nur vom Thema ablenkt, um das es mir geht. Eine Konkurrenz- oder Eifersuchtsreaktion sehe ich weder bei ihr noch bei mir. Es ist tatsächlich eine persönliche Sache zwischen uns, da wir beide als Kinder seelischen Missbrauch erfahren haben und uns das nun scheinbar gegenseitig spiegeln.
Letztlich geht es in diesen Situationen um ein Macht-Thema und du hast recht, dass ich mir Respekt verschaffen sollte. Das werde ich tun!
Halbwahrheiten wiegen häufig schwerer als Falschinformationen!
Ziehen Sie doch einfach weg!
Ok, ich akzeptiere und respektiere das so, nehme das so hin, aber überzeugt bin ich nicht. Aber das ist so, weil, wenn ich mich in so einer Situation sehen würde, .... Für mich ist das halt unvorstellbar.
"Macht-Thema" - Ich finde "Macht" schlimm. Niemand sollte Macht über andere haben. Für mich ist Gleichberechtigung so wichtig und Respekt.
Vielleicht ist es gut, wenn du dir vorher schon überlegst, wie du was sagen wirst, wenn eine ähnliche Situation eintritt.
Aber wenn du sie schon so gut kennst, dass du Ursachen für ihr Verhalten auch in ihrer Kindheit siehst, kannst du ihr dann nicht mit Liebe und Humor begegnen?
Ja, letzteres wünsche ich mir. Aber ihr Tonfall ist manchmal zu verletzend... das bin ich nicht gewohnt. Da muss ich gucken, ob und wie ich damit umgehen kann.
Damit umzugehen ist nicht leicht und die eigene Verletztheit zu überwinden, quasi zu ignorien, auch nicht. Zieh dir einen seelischen Regenmantel an, wo das Wasser der bösen Blicke und Worte einfach so abprallt. 💦
Ja, das werde ich üben. Sie ist selbst so dermaßen verletzt worden, warum sie es heute wohl nicht anders kann...
Bislang vielleicht nicht anders kann. Liebevoll Grenze setzen kann auch ihr helfen.
Das Verhalten deiner Mitbewohnerin ist ziemlich unverschämt und zeugt auch nicht gerade von einem guten Charakter.
Ich würde sie knallhart abblitzen lassen. Ihr sagen, dass sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern soll und nicht darum, wie du dich bewegst, welche Aura du hast usw.
Frage sie doch auch mal, wie sie überhaupt darauf kommt, dass du ihr gefallen willst und sage ihr, dass es dir vollkommen egal ist, was sie von dir denkt. Einem Menschen mit so einem miesen Charakter muss man wirklich nicht gefallen wollen.
Ansonsten keinerlei Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen von deiner Seite. Wofür denn auch? Ganz klar sagen, dass ihr Verhalten unverschämt ist und du das auch nicht weiter diskutierst.
Daran musst du dich dann aber auch unbedingt halten. Warum solltest du dich auch rechtfertigen müssen.
Konfrontieren. Wo kommen wir denn dahin nur dass du dich für sie verbiegst? Das ist doch kein Leben. Sei du selbst und wenn sie damit nicht klar kommt, dann seid ihr wohl zum zusammen wohnen ungeeignet. Aber bitte verbiege dich bloß nicht, sei du selbst. Alles andere macht null Sinn und du wirst nur unglücklich
Ja, das ist nur schwer für mich, weil ich es mein Leben lang gewohnt war mich anderen anzupassen. Aber bei ihr kann ich das nicht, weil ich nicht so sein will wie sie (anschweigen, aggressiv sein, sich aus dem Weg gehen).
Aber es fühlt sich furchtbar an, sich dauernd so zurück zu nehmen. Du hast recht, es ist kein Leben...
Ja du siehst es ja selber. Stelle dir die Frage: was will ich? Bleibe ich auf Dauer so glücklich? Wenn nicht, dann ändere deine Situation
Ja, das stimmt. Ist wohl dauerhaft sonst nur belastend für beide Seiten.