Hattet ihr eine strenge Kindheit?

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Meine Eltern waren überhaupt nicht streng und stattdessen sehr liberal und locker. 

Ich (w/28) bin gut behütet, und doch völlig frei und ohne Einschränkungen aufwachsen. Verbote, Hausarrest, etc. und erst recht Gewalt gab es nie. 

Obwohl meine Zeugung zeitlich eher ungeplant war, hatte ich nie das Gefühl, nicht gewollt zu sein oder nicht geliebt zu werden. Ich hatte eine ganz wundervolle Kindheit.

Meine Eltern haben meine Privatsphäre und mein Eigentum respektiert, genau wie mein Vermögen. Ich konnte und durfte mir alles kaufen, was ich wollte, und war meinen Eltern keine Rechenschaft schuldig. 

Egal ob meine Zimmertür offen oder zu war, sie haben immer angeklopft und auf meine Antwort gewartet, die sie dann auch respektiert hatten.

Auch in Bezug auf schulische Leistungen haben sie mir überhaupt kein Druck gemacht. Sie haben mich einfach Kind bzw. Teenager sein lassen. Und dennoch war ich auch ohne großen Aufwand eine gute Schülerin.

Meine schlechteste Note jemals war in der siebten Klasse eine 3 in Kunst, ansonsten hatte ich nur einsen und zweien auf dem Zeugnis. 

Wegen der 3 sind meine Eltern mit mir als Trost Schnitzel essen gegangen und ich durfte unser nächstes Urlaubsziel aussuchen.

Ich habe ein richtig gutes Verhältnis zu meinen Eltern und bin ihnen für alles dankbar, was sie für mich gemacht haben, sowohl meiner Mutter, die weder ihr Rechtspflegerstudium noch mich vernachlässigte, als auch meinem Vater, der nach insg. 10 Dienstjahren beim Auswärtigen Amt (inkl. Ausbildung) zu einer Bezirksregierung in Heimatnähe gewechselt ist, nur um meine Teenagerzeit voll miterleben zu können, obwohl das niemand von ihm verlangt hatte.

Obwohl meine Eltern streng katholisch sind, und ich selbst katholisch getauft bin, meine Kommunion und Firmung hatte, spielte Religion in der Erziehung überhaupt keine Rolle. Dass ich mich am Morgen nach meinem 12. Geburtstag vor ihnen als lesbisch geoutet habe, haben meine Eltern akzeptiert, als sei es das normalste der Welt. 

Auch für finanzielle Stabilität wurde gesorgt, so dass ich mir alle meine Träume erfüllen könnte.

Egal um was ging, ich hatte und habe immer die volle Unterstützung meiner Eltern.

Weder wurde auf meine Berufswahl Einfluss genommen noch wurden mir bestimmte Hobbys untersagt. Seit ich 13 war, jogge ich 2x täglich - morgens und abends - und auch das wurde nicht eingeschränkt.

Lediglich was Augangszeiten betraf, gab es so etwas wie Regeln und ich durfte von meinen Eltern aus, egal ob Schule war oder nicht,

  • unter 12: grds. bis 18 Uhr (ab 10 in Einzelfällen auch länger)
  • ab 12: grds. bis 20 Uhr (in Einzelfällen auch länger)
  • ab 14: grds. bis 22 Uhr (in Einzelfällen auch länger), und
  • ab 16: so lange, ich wollte, draußen bleiben.

Und bereits mit meinem Schulwechsel aufs Gymnasium mit noch 9 Jahren (kurz vor meinem 10. Geburtstag) haben meine Eltern mich meine Schlafenszeit eigenverantwortlich bestimmen lassen.

Mein erstes Handy habe ich ebenfalls mit noch 9 Jahren in den Sommerferien zu meinem Schulwechsel bekommen. Sowas wie Handyzeit gab es nicht, und meine Eltern haben mein Handy nie kontrolliert.

Meine Eltern haben mir alle Wünsche erfüllt. Sogar ein iPhone 5 wollten sie mir damals kaufen und ich musste sie überzeugen, dass ich (damals 15) es selbst bezahle mit Geld, das ich durch einen Nebenjob verdient hatte.

Ich habe auf eigenen Wunsch mit 13 angefangen zu arbeiten, weil ich selbst Geld verdienen wollte und nicht immer alles von meinen Eltern bezahlt bekommen wollte. Über meine Mutter habe ich dann bei einem befreundeten Gerichtsvollzieher einen Nebenjob bekommen, bei dem ich monatlich 400 Euro fix verdient hatte - unabhängig davon, wie viel ich tatsächlich gearbeitet habe. Natürlich alles im Rahmen des JArbSchG.

Im Haushalt musste ich nie helfen. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte ich auch nie etwas im Haushalt gemacht. Ich musste richtig Überzeugungsarbeit leisten, dass ich zumindest kleinere Einkäufe erledigen oder die Spülmaschine ausräumen durfte.

Auch das Postgeheimnis haben meine Eltern sehr ernst genommen. Meine Post haben sie nur geöffnet, als ich mit 16 für ein halbes Jahr in Kanada war. Da hat mich meine Mutter aber auch für jeden Brief um Erlaubnis gefragt, und ich war über Skype zugeschaltet.

Am Anfang hatte ich ncoh ein gutes Verhältnis mit meiner Mutter, aber im laufe der Zeit habe ich mich immer mehr ungeliebter von ihr gefühlt. Meine Tante, die meine Mutter sehr gut kannte und mit ihr auch befreundet war, hatte mir versichert, dass meine Mutter mich wirklich liebte. Ich vermute, dass sie das alles nur vorgespielt hat, wenn andere anwesend waren. Im Zeitraum von 2016 bis zu ihrem Tod (2020) gab es immer mehr Streitigkeiten wegen kleiner Sachen, wenn ich z.B. aus Versehen einen Stuhl zerkratzt habe oder ich einen Witz gesagt habe, den sie eigentlich mit Humor verstehen sollte. Einmal ging sie sogar so weit, dass sie mich mit ihrer flachen Hand eine in mein Gesicht geballert hat.

Dazu muss ich auch noch erwähnen, dass bei mir zwischen 2007 und 2008 bei mir Autistmus festgestellt wurde. Daher wollte meine Mutter es nicht akzeptieren oder wahr haben, dass ich Autist bin. "Also war ihre ganze aggressive Handlung nur deswegen, weil ich Autist bin?", eine Frage, die ich mir manchmal hin und wieder selbst stelle.

Jetzt im nachhinein betrachtet, finde ich es nicht mehr so schlimm, dass sie nicht mehr unter uns ist. Zum einen kann ich meine Mutter nicht hassen, auf der anderen Seite jedoch schon ein wenig. Es schwingt halt mal hin und her.

Streng ist relativ.

Ich bin behütet aufgewachsen.

Wenn wir uns nicht benommen haben konnten meine Eltern ziemlich streng werden. Mein Vater war der strengere Part. Es gab auch mal ein paar hinter die Löffel. Teilweise auch mit Blessuren (wobei das eher versehentlicher Natur war).

Im Kindesalter waren meine Eltern deutlich strenger. Als Teenager habe ich mir nicht mehr viel sagen lassen und war gelinde gesagt anstrengend.

Meine Eltern haben viel Wert auf schulische Leistungen gelegt und bei einer schlechten Note gab es eine Standpauke. Aber ich hatte nie Angst nach Hause zu kommen, egal welche Note.

Um mir in Mathe zu helfen hat mein Vater sogar den Gartentisch bekritzelt.

Die Erziehung hat nicht geschadet. Im Gegenteil.

Meine Mutter bekommt inzwischen von Bekannten zu hören welchen freundlichen und zuvorkommenden Sohn sie hat. Beide sind stolz auf ihre Kinder.

Noch heute habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern.

Ich hatte eine schöne Kindheit mit "Zucht und Ordnung"

Meine Eltern haben mir so ziemlich alles ermöglicht, aber haben auch immer sehr viel Wert auf Schulische Leistungen, Benehmen und Höflichkeit gelegt.

Ich wurde belohnt wenn ich was gut gemacht habe, aber auch bestraft wenn ich scheiße gekocht hab.

Würde es bei meinen Kindern genauso machen

Aufgewachsen im Dorf mit viel Landwirtschaft, in den 1960ern, ohne viel Technik wie heute, da gab es sehr viel Arbeit. Das von klein auf.

Streng würde ich nicht sagen, denn man wurde ja bei der Arbeit gebraucht.

Hausarrest gab es da nie, das wäre eine Belohnung gewesen.