Gibt es einen Fachausdruck?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo liebes Beutelkind,

das ist eine sehr interessante Frage. Speziell weil ich einst in der dritten Klasse immer noch nicht lesen konnte, was erst der neuen Klasslehrerin aufgefallen ist. Warum? Das Erste Lesebuch konnte ich auswendig und an jeder Stelle einsetzen wenn ich daraus vorlesen sollte.

Inzwischen ist diese Methode mit welcher ich dann selbständig doch Lesen lernte eine Schulmethode Erstklässlern das Lesen visuell näher zu bringen:

http://www.kinder-lernen-lesen.de/index.html

Dasselbe (Buchstaben als ein Bild merken, Worte ergeben Bilder) wirkt, wenn ich ein normal dickes Buch (Joy Fielding Thriller) in ca 5 Stunden ausgelesen habe.

Genau dieser Mechanismus, des visuellen Lesens wirkt, wenn eigentlch Buchstabenzusammenstellungen gelesen werden können und einen sinnbildlichen Text ergeben. Jedes dieser Wörter ergibt ein Bild. Diese Bilder sind im Gehirn abgespeichert und müssen nur abgerufen werden....

Visuelles Lesen ermöglicht es ganz lange Artikel lesend zu "überfliegen" und dennoch eine zutreffende Inhaltsangabe abgeben zu können.

An manchen Schulen werden heute noch Kinder zum Buchstaben lernen gezwungen. Manche, welche eher ein visuelles Gedächtnis haben bleiben bei derartigem Lernweg auf der Strecke....

Visuelles Lernen, bedeutet auch sich Lerninhalte mitzuschreiben, weil dieses dann besser im Gedächtnis verankert ist.

Schick dir noch ein paar Links zum Thema

http://www.geo.de/GEOlino/mensch/lernen-welcher-lerntyp-bist-du-62778.html?p=2

Auch beim Auto fahren in mir noch unbekannten Grosstädten wird das visuelle Lernen genutzt. Ich orientiere mich an markanten Punkten. Zum Beispiel das Tempo - Haus in Nürnberg usw. usf. jede Stadt hat ihre Bilder, so dass man sich zurecht findet. Orientierung ist eine visuelle Lernleistung.

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Das nennt man auch Sichtwortschatz.

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@LolleFee

Und aus diesem Grund verteufele ich auch die Pädagogik, die falsch geschriebene Wörter unkorrigiert stehen lässt.

Es geht nicht darum, Kindern Fehler unter die Nase zu reiben, sondern darum, dass sie sehen, wie es richtig geschrieben wird, ohne dass sie darauf extra hingewiesen werden.
Es gibt nicht nur einen Sichtwortschatz, sondern auch ein motorisches Gedächtnis - wenn ich ein Wort nur oft genug falsch schreibe, schreibe ich es immer wieder falsch: Wenn ich meinen Namen auf der Tastatur schreibe, vertausche ich immer zwei Buchstaben (obwohl ich natürlich weiß, wie mein Name richtig geschrieben wird und aussieht). Das macht meine Motorik falsch.

Beim cfb (corrective feedback) im Zuge des Spracherwerbs sagt kein Mensch mehr etwas - die Eltern machen das sogar oft instinktiv. Warum geht das nicht auch beim Schriftspracherwerb?

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@LolleFee

Richtig geschriebene Wörter ergeben Bilder, welche bei korrekter Schreibweise harmonisch sind.

Lesen - bildet. Das funktioniert. Nicht mehr lesen, ......

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@YarlungTsangpo

Wenn ich mir so manches Wort nach der Rechtschreibreform angucke, fühle ich mich richtig harmoniebedürftig...

Es stellt sich die Frage, warum sie harmonisch aussehen - "rennt" sieht für mich auch harmonischer aus als "rent".
Ist das harmonische Bild nicht vielmehr das gewohnte Bild?
Oder ist es harmonisch, weil es mit anderen nicht-visuellen Aspekten harmonisiert (hier bspw. Doppelkonsonanz nach kurzem Vokal und Auslaut-t, weil die "Verlängerung" das "t" bestätigt)?
Oder würde ich "rent" als harmonisches Bild abspeichern, wenn ich es zwei Jahre lang so geschrieben habe und keiner mein Schriftbild korrigiert hat?

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@LolleFee

Hallo LolleFee,

DH, mit dieser unsäglichen Schreibreform wird unseren Kindern und Kindeskindern die Fähigkeit nach Gehör eine korrekte Schreibweise zu überprüfen leider genommen. Völlig unverständlich verstümmelte Schreibsprache!

"Rennt" - das schreibt man genauso wie es auch ausgesprochen wird = die Eselsbrücke für alle Diktate - laut vorsprechen und Du hörst wie es geschrieben wird.

"Rent" a car.... Was hat das mit rennen zu tun? - Nichts - Eben!

Du wirst niemals "rent" als irgendwie harmonisch empfinden weil es mit unserer Sprache nicht mehr übereinstimmend ist.

Über das horrende Geschreibsel von Jugendlichen braucht sich niemand mehr wundern = spätrömische Dekadenz eines Bildungssystemes.

@ Danke liebes Beutelkind für deine tolle Frage und deine Anerkennung mit dem "Sternderl"

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Hallo, Beutelkind.

Ja, mein Freund, gibt es: kognitive Fähigkeit heißt er. Unter k. F. fällt auch das sogenannte Querlesen bzw. die Fähigkeit, den Salat richtig zu entschlüsseln, denn Hirn liest nicht alle Buchstaben eines Textes sondern rast quasi per Auge quer drüber, interpretiert etliches, extrapoliert aus Erfahrungswerten, lG :- )

"Kognitive Fähigkeit" ist in diesem Zusammenhang genauso präzise wie die Antwort "Nebensatz" auf die Frage, um welche Satzart es sich bei "Das Haus, das meine Nachbarn bewohnen, ist schon uralt." handelt.

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@ilknau

Nein, Kritik an Deiner Antwort.

Die Mengenerkennung ist auch eine kognitive Fähigkeit. Bilder in die richtige Reihenfolge legen auch.
Die Kognition ist ein ganzer Kompetenzbereich.

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Ich kenne keins, aber Entschlüsselung, wie bei einem Code, könnte es treffen.

Ups... der Fachausdruck wurde gesucht = Ich kenne keinen...

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Ganz einfach:

  • Entschlüsselung: hierbei ist der "Schlüssel" im Besitz der Person, der den Buchstabensalat sortiert
  • Entzifferung: hierbei wird der Buchstabensalat "durch Unbefugte geknackt"

Diese beiden Begriffe sind auch in der Krypt(o)analyse üblich.

Wichtig ist bei dem Phänomen, das Du in Deiner Fragestellung beschreibst, der Kontext. Allein aus ORT lässt sich auch ROT und TOR machen - was genau gemeint ist, erschließt sich dann aus dem Kontext.

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