Geht das Sprachniveau immer weiter zurück?

Das Ergebnis basiert auf 62 Abstimmungen

Ja, ich erkenne eine Verschlechterung des Sprachniveaus! 73%
Nein, das Sprachniveau bleibt in etwa konstant! 21%
Nein, ich erkenne sogar eher eine Steigerung des Sprachniveaus! 6%

21 Antworten

Ja, ich erkenne eine Verschlechterung des Sprachniveaus!

Eine Veränderung sehe ich auf jeden Fall, ich merke sie auch bei mir selber.
Ob das nun unbedingt immer eine Verschlechterung oder eine normale Entwicklung darstellt, darüber kann man streiten.
Ja manche Dinge wie "Ich bin Toilette" sind schon gruselig, aber ich ertappe mich selber dabei wie ich das auch mal bei Whatsapp benutze.

Nein, das Sprachniveau bleibt in etwa konstant!

Also erstmal ist dein eigenes Sprachniveau auch eher durchschnittlich. Zum Beispiel:

Gleich im ersten Satz verwendest du Konjunktiv I (hinunterginge), müsstest aber Konjunktiv II (hinuntergehe) verwenden weil du über das Gesagte von anderen berichtest (indirekte Rede). Im weiteren Verlauf machst du es aber richtig. "Dass" am Satzanfang zu verwenden ist stilistisch mindestens ungewöhnlich. Gilt aber vor allem als als unsauber. Es wird hier aber sogar zweimal verwendet, was es stilistisch noch weiter verschlechtert. Du solltest lieber ein Komma und vor dein zweites "Dass" ein "und" setzen. So wirkt es unnötig gekünstelt und unpräzise.

Aber was deine Frage betrifft: Nein, davon gehe ich nicht aus. Zumindest nicht in dem Sinne, den du hier meinst. Sprache ist immer im Wandel. Das gilt für die Grammatik ebenso wie für die verwendeten Wörter. Beispielsweise wird heute statt "genossen" meistens "geniest" (Perfekt von niesen) verwendet und anerkannt. Es gibt im eigentlichen Sinne also keine richtige Sprache. Ja, es gibt kodifizierte Regeln, diese sollte man aber nicht als Regeln im Sinne von Gesetzen verstehen. Ältere Leute, die oft noch alte Sprachgepflogenheiten kennen, nehmen genau das aber schon seit Jahrhunderten als Zumutung wahr. Heute würde aber niemand mehr verlangen, dass wir uns im Stile der Goldenen Bulle verständigen.

Was die Präzission von Sprache angeht würde ich sogar von einer Steigerung sprechen. Unnötiges wird immer öfter weggelassen, was womöglich weniger ästhetisch, aber nützlich ist. Man kann heutzutage außerdem von einer zunehmenden Spezifizierung von Sprache sprechen. Und schließlich ist ein weiterer Steigerungsfaktor natürlich das zunehmende Wegfallen von Dialekten, sodass Kinder direkt mit Hochdeutsch sozialisiert werden.

Ich rate zu mehr Entspanntheit mit dem Thema. Gerade die Wandlung von Sprache empfinde zumindest ich als sehr spannend und interessant. Denn Sprache und vor allem Sprachgepflogenheiten sagen immer etwas über die Gesellschaft aus, welche die Sprache verwendet. Das Sprachniveau hat sich im Verlaufe der Menschheitsgeschichte also niemals verschlechtert oder verbessert, sondern nur verändert.

Was die Präzission von Sprache angeht würde ich sogar von einer Steigerung sprechen.

Wer so genau kritisieren kann, sollte aber doch wissen, wie man "Präzision" schreibt. Außerdem fehlt hier ein Komma!

Interessieren würde mich auch, wo "geniest" als Perfekt von "genießen" verwendet und anerkannt wird. Es wird vielfach falsch verwendet, das stimmt, jedoch wird es an guten Schulen nach wie vor als schwerer Fehler angerechnet. Von Anerkennung kann also keine Rede sein.

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@Tanzistleben

Ich habe extra dahinter geschrieben, dass es sich hier um das Perfekt von niesen handelt. Ansonsten sind das natürlich Rechtschreibfehler und dein Hinweis ist legitim. Da hast du mich erwischt. An meinen Argumenten ändert das aber nichts.

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@Aequitas49

Auf deine Argumente bin ich auch nicht weiter eingegangen, da es müßig ist, hier darüber diskutieren zu wollen. Du siehst aber richtig, dass ich deine Meinung zwar selbstverständlich respektiere, allerdings großteils nicht teile. Sich in einem anderen Rahmen darüber auszutauschen, wäre bestimmt interessant. Liebe Grüße.

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Nein, das Sprachniveau bleibt in etwa konstant!

Die Sprache verändert sich halt. Wie schon immer. Wenn genug Leute etwas „falsch“ sagen, ist es ab jetzt richtig. Es gibt keine starren Regeln der Grammatik sich nicht verändern können.

Viele ältere Leute die anderes gewöhnt sind, sehen das halt als falsch an. Aber das ist schon immer so gewesen.

Nein, das Sprachniveau bleibt in etwa konstant!
Dass zum einen der Wortschatz abnehme

Es verschwinden immer wieder altmodische Begriffe und Redewendungen aus dem Alltag (teils auch aus dem Duden), es kommen aber auch neue hinzu

  • Im Neologismenwörterbuch gibt es Listen, dort stehen für die jüngsten Jahre u.a. folgende Wörter drin: Ghosting, Flugscham, Intervallfasten, Menstruationstasse, parshippen, Videoassistent
  • Was mir noch einfällt: Twerken, Fakenews, Clickbait, Memes, ...

Die neuen Begriffe sind unter anderem auf Digitalisierung zurückzuführen, andererseits aber auch auf kulturelle Veränderungen neue Verfahren, teils auch in der Wissenschaft.

Meine Einschätzung ist daher: Der Wortschatz bleibt ungefähr gleich.

die Komplexität der Sätze verringere

Das sicherlich, muss aber nicht unbedingt schlecht sein. Manchmal ist weniger mehr und niemand mag Bandwurmsätze, die mehrmals gelesen werden. Weniger Komplexität bedeutet also auch meist eine bessere Verständlichkeit. Verständlichkeit kann auch ein Teilaspekt von niveauvoller Sprache sein.

Auch würden die Regeln der Grammatik immer seltener eingehalten.

Dies mag bei der Alltagssprache (und in Chaträumen) zutreffen, in Wissenschaft, bei journalistischen Texten oder Büchern tut dies aber meiner Erfahrung nach nicht. Die meisten "ernsthaften" Texte befolgen die deutsche Grammatik (auch wenn es zB Futur II immer seltener gibt und das Präteritum oft durch Perfekt ersetzt wird).

Außerdem wird durch Redewendungen, Abkürzungen, Emojis, ... (Chatroom-Sprache und Jugendsprache) teils neue Grammatik erzeugt (Bsp.: "Tu mal ... machen"), ob das jetzt den Regeln der deutschen Grammatik entspricht, sei mal dahin gestellt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Informatik-Studium

Neologismen ...wie "Fakenews" kenne ich leider. Auch in Französich hat das Wort eingedrungen. Davon halte ich, das ist kein Wortschatz. "Dank" solchem Schund wird die Semantik kaputt!

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Ja, ich erkenne eine Verschlechterung des Sprachniveaus!

Das ist natürlich Ansichtssache, aber wie die Leute heute reden ... die verschlucken alles Mögliche, z.B wird aus eigentlich "einklich" - und dass nach einem "weil" einen Nebensatz kommt, weiß wohl auch niemand mehr ...

Das ist jetzt so meine Interpretation. Natürlich gibt es da auch andere Meinungen ...

LG Tiikeri

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