Feuerbachs Religionskritik.Gibt es einen Gott?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Wenn Gott eine menschliche Projektion ist, dann ist er natürlich nicht existent.

Der Mensch sehnt sich nach Vollkommenheit und Glückseligkeit. Gleichzeitig ist er sich aber (normalerweise) seiner Begrenztheit, Schwäche gegenüber dem Schicksal und seiner Abhängigkeit von allem möglichen bewusst. Er fürchte sich vor vielen Dingen, Tod, Krankheit, Leid, Naturkatastrophen etc...

Nun passiert folgendes. Der Mensch teilt sich quasi auf in ein Mangelwesen, das ängstlich, schutzbedürftig und sündhaft ist und erklärt diese schwache Hälfte zum ganzen Menschen und alle heren Eigenschaften, die der Mensch auch hat, werden in eine Gottesprojektion ausgelagert und zwar in sehr übertriebener Weise. Es entsteht ein Idealbild aller menschlichen Sehnsüchte, vollkommen, ewig, allmächtig und das nennt der Mensch dann Gott. Diese Projektion wird in der Religion mit all ihren Riten verehrt und gilt als Gesetzgeber und Moralapostel und eine Botschaft dieses Gottes an seine Schäfchen lautet dann u.a.: "Liebe deinen Nächsten".

Feuerbach hält diesen Umweg für absolut überflüssig. Er sagt, der Mensch soll sich direkt mit dem Menschen befassen. Aus Theologie muss Anthropologie werden. Wir brauchen die Liebe zu den Menschen, nicht die Liebe zu einer Projektion.

Homo homini deus est (Der Mensch ist der menschliche Gott) Feuerbach

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RobinsonCruesoe
11.11.2015, 18:45

Aus Theologie muss Anthropologie werden.

Sehr richtig. Aber dazu muss man erst mal wissen, was Theologie sagt. Im Übrigen finde ich die Projektionsnummer zu einfach. Monotheistische Religionen zeichnen sich gerade durch ein negatives Gottesbild aus. "Gott" wird also gerade nicht durch simple Projektion fehlender Eigenschaften erzeugt, das wäre auch zu einfach.

1

Zu Feuerbachs Religionskritik habe ich und andere Co-Kemmentatoren ziemlich oft Stellung genommen.

Ein kurzer Rekurs. F. Religionskritk ergibt sich aus seiner Kritik an Hegels Philosophie.und Feuerbachs Schrift " Das Wesen der Religion " und  " Das Wesen des Christentums" , Kapitel 20/ Der wesentliche Standpunkt der Religion .

Weltliches Unglück wird auf Gott zurückgeführt. " ....... Im Unglück wird Gott als Bedürfnis des Menschen empfunden ". Hier wird vom Bedürfnis .nicht von Projektion oder Wunschvorstellung gesprochen.Feuerbach kommt immer wieder auf dieses Bedürfnis zurück. Siehe letztere Absatz.

" Gott ist nur ein Gegenstand der Religion, des Gemüts und der Herzensnot ".Daher ist Gott  nicht Gegenstand der Philosophie, des Verstandes und der Gedankenfreiheit.

Feuerbach leugnet nur die abgetrennte Existenz Gottes vom Menschen.

" Gott ist sein anderes ICH ( d.h. des Menschen ), seine andere verlernte Hälfte: in Gott ergänzt er sich, in Gott ist er erst vollkommener Mensch".

" Gott ist ihm ( d.h. dem Menschen ) ein Bedürfnis, es fehlt ihm ETWAS, ohne zu wissen, was ihm fehlt - Gott ist dieses fehlende ETWAS, Gott ist ihm unentbehrlich, Gott gehört zu seinem Wesen ( d.h. zum Wesen des Menschen ).Feuerbach verlegt Gott auf die Welt, in den Menschen.Die Wohnung Gottes, sein Heimstatt ist der Mensch.

Man muß also unterscheiden zwischen seiner Schrift " Das Wesen der Religion " und " Das Wesen des Christentums".

Bezüglich der vorchristlichen und heidnischen Naturreligionen in " Das Wesen der Religion " sagt er folgendes:

" Was er ( d.h. der Mensch) selbst nicht ist, aber zu sein wünscht, das stellt er sich in seinen Göttern als seiend vor; die Götter sind die als wirklich gedachten Wünsche der Menschen, ein Gott ist der in der Phantasie befriedigte Glückseligkeitstrieb des Menchen ".


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von arevo
11.11.2015, 16:21

KORREKTUR

vierter Absatz ....seine Heimstatt ist .....

0

Da hat sicher jeder ne andre meinung also wieso sollte gerade seine stimmen Es ist wissenschaftlich bewiesen das es Jesus gab und ich hab am anfang auch nicht an ihn geglaubt Bis dann in meiner Familie einige dinge passiert sind Denn wenn man Gott wirklich sucht, dann findet man ihn weil er das will Ich hab auch die bibel gelesen und ich find sie ist einfach nen wunder wie ein Buch eine kernaussage hat und kein bisschen widersprüchlich ist und wie klug Jesus war bzw ist und die bibel über 4000 Jahre oder so zusammengetragen wurde Im internet gibt es auch so viele Leute die nahtoderfahrungen oder erlebnisse mit Gott haben oder auch die ganzen spirituellen (!!!vorsicht!!!) und des ist alles so kompliziert ich hab des alles auf meiner website erklärt kannst ja mal schaun vllt kann ich Dir ja helfen ;) InfinitelyFaith27.simplesite.com

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Meatwad
11.11.2015, 15:42

Die Existenz Jesu als Mensch ist wissenschaftlich definitiv nicht bewiesen (von der ganzen "Sohn Gottes"-Geschichte muss man gar nich reden). Ich habe auch gerade wieder "Der Herr der Ringe" gelesen. Auch da ist alles ein absolutes Wunder. Diese Kernaussage, die sich kein bisschen widerspricht, wie klug Gandalf war usw.

1

Feuerbach hat lediglich eine philosophische These gegen eine religöse These gestellt. Am Ende der Tage sehen wir dann welche These die bessere war.

Was Feuerbach so umtreibt...keine Ahnung. Zumindest hat er Geld damit verdient, und unter den Atheisten eine Vergrößerung seiner Fan-Gemeinde gefunden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?