Was Kritisiert Karl Marx an Feuerbachs Religionskritik?

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2 Antworten

Nun, die Erklärung Marx' erschließt sich doch aus dem, was Feuerbach schreibt.Indem Marx kritisiert, das Feuerbach GOTT auf den Menschen projiziert und damit eigentlich sagt, GOTT ist ein idealisierter MENSCH.

Diese Projektion verklärt oder verstellt jedoch den Blick auf den realen Menschen - und damit auch auf dessen reale Probleme, ökonomisch wie sozial. Schlimmer, das Ideal (etwas abstrakt, dieses Gattung zu nennen, aber wissenschaftlich evtl. korrekt!) ist so weit weg von der Realität, dass es niemals real werden kann.Damit weist Marx daraufhin, dass so eine GATTUNG davon ablenkt, die Realität zu sehen und deren Veränderung zu versuchen. 

Dies meint er, wenn er von einer trügerischen Abstraktion spricht - trügerisch, weil diese "vortäuscht" es gäbe ein erreichbares Ideal, das man anstreben könne.Sieht man diese Kritik vor allem im Kontext zu- der Zeit in der erlebte,- den Religionen, die damals von Menschen gelebt wurden,- die ökonomischen Trends zum Nachteil der Mehrheit der einfachen Menschen,dann werden Gründe dafür erkennbar, warum Marx gegen Religion war.

Philosophen wie Feuerbach waren für die "Befreiung von der Knechtschaft der Religion " eben auch nicht wirklich hilfreich, weil diese wohl deren Entstehung erklärten, damit aber auch Gründe dafür lieferten, warum diese weiter existieren.

Offenbar wäre es Marx lieber gewesen, auch Feuerbach hätte sich vollends von GOTT und Religion gelöst. Letztlich sagt Marx, vielleicht hat Feuerbach versucht, GOTT als Fiktion zu entlarven, aber in dem er GOTT auf den Menschen projiziert, ist GOTT ja immer noch existent! 

Zitat aus Kober.de, Religionskritik:

"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an sie zu verändern." Karl Marx (1818-83) entwickelt in seinem berühmten Text nicht nur die These von der Religion als Opium des Volkes. Für ihn ist die Religion Ausdruck des gesellschaftlichen Elends und zugleich auch Protest gegen dieses Elend. Marx bezieht sich in seinen Ausführungen auf den Philosophen Feuerbach, der Gott und die Religion als Werk des Menschen herausgestellt hatte.

So weit, so gut:

Meine Meinung hingegen ist, dass sowohl Marx als auch Feuerbach im Kontext ihrer Zeit und Zeitgenossen verstanden werden müssen. Mit einem GOTT, der existiert, hat dies nichts zu tun. 

Da das, was GOTTES EXISTENZ beweist, offensichtlich ist. Und wenn man die Realität betrachtet und Leiden/Problem der Menschen sieht, dann ist DAS eine ganz andere Fragestellung. Die Verantwortung für eine unvollkommene Realität liegt nämlich in direkter Linie bei den Menschen selbst.

GOTT ist als schlechtes Gewissen für unsere eigene Unfähigkeit nicht geeignet - ich denke, dies könnten Marx und auch Feuerbach gemeint haben, allerdings haben diese es leider nicht so gesagt!

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Während bei allen Religionen der eigene Gott im Mittelpunkt steht, sieht Feuerbach den Menschen als Dreh- und Angelpunkt im System. Der Mensch ist laut Feuerbach der Anfang, der Mittelpunkt und das Ende der Religion.Gott selbst ist für Ludwig Feuerbach lediglich ein projiziertes Spiegelbild der menschlichen Natur. Gott ist also das, was der Mensch gern sein würde, aber nicht ist. Gott ist damit ein überhöhter Mensch, eine Macht, die scheinbar nicht greifbar ist.

Mit einfachen Worten: GOTT als eigenes Wesen/eigene Person existiert in Feuerbachs Augen garnicht!!!!

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Kommentar von Arucu
17.12.2015, 20:15

Danke aufjedenfall für dein Kommentar, aber meine Frage war jetzt was Marx jetzt sagt und nicht mehr was Feuerbach sieht, denkt, oder was in seinen Augen ist. 

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