Cavaletti Arbeit mit Gamaschen oder Bandagen?

9 Antworten

Jeder vermeintliche Beinschutz erhitzt die Pferdebeine, damit die Sehnen. Sehnen bestehen aus Eiweiß. Eiweiß löst sich bei ca 40°C auf. Die Sehnen werden labberig und verkleben. Und das bekommt man nie wieder gelöst.

Pferdebeine sind übrigens gar nicht empfindlich. Ausgehend vom gesunden Pferd! Gute Beine sind hart und stark.

Wo ein Beinschutz Sinn macht, ist bei höherem Springen, Geländehindernissen, Extreme Trail (hier aber auch nur am Anfang, später braucht man keinen mehr), eben im wirklich gefährlichen Bereich.

Bei Cavalettiarbeit und Trabstangen passiert genau was? Das Pferd tritt mit dem Huf dagegen. Buh. Ja, jetzt können einige kommen mit bösen Unfällen, aber vom Prinzip her passiert da nichts.

In der Dressurarbeit sollte kein Pferd Beinschutz benötigen. Tritt es sich rein oder streift, sollte man das Pferd korrekt Geraderichten und versammeln.

Übrigens gehört Cavalettiarbeit zum Springen und dabei sind Bandagen extrem gefährlich. Wenn die aufgehen und sich in die Stangen wickeln... ein absolutes NoGo! Generell Stangenarbeit niemals mit Bandagen, genauso wenig wie Ausreiten. Die Gefahr, dass die plötzlich aufgehen ist viel zu hoch! Wenn Gamaschen aufgehen, sind die halt ab, ziehen aber keine 3m hinter sich her.

Warum darf das Pferd denn nicht spüren, dass es streift oder an die Stange kam? Selbst Springgamaschen sind deshalb vorne offen!

Hat es so enorme Fehlstellungen, dass es nicht anders kann?

Selbst mein Quarter, Cutting gezogen mit enormen Bewegungen, hatte nur Gamaschen drauf, als er die ersten Male 4x beschlagen war. Da war er noch recht übermütig. Inzwischen, dank guter Dressurarbeit und besserer Stellung, geht es auch ohne die Dinger inzwischen.

Die meisten Pferde Latschen total auf der Vorhand rum. Pferd tritt sich rein, weil das Hinterbein weiter ausgreifen soll. Das Pferd wird aber null versammelt und kommt mit der Schulter bzw den Vorderbeinen nicht schnell genug weg. Reiterfehler.

Pferd streift sich hinten, wahlweise auch vorne, weil es die Beine anhebt, seitlich ausweicht anstatt Last aufzunehmen und dann wieder absetzt. Reiterfehler.

Cavalettiarbeit, mit Reiter, Pferd berührt die Stange ständig. In 99% der Fälle hat der Reiter das Pferd blockiert oder die Schulter kann nicht weg. Hin und wieder mal eine Erkrankung wie Spat, Kissing Spines o.ä. was ist nun schlimm, wenn es die Stange berührt? Nix. Es merkt selbst, dass das weh tut. Darf es auch. Aus Fehlern lernt man, nur die Menschheit lernt nicht daraus.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und 2 eigene Pferde

Genau, niemals Bandagen mit Stangen! Ich bin vor Ewigkeiten mal an einem Sportstall in einer relativ vollen Halle geritten und bei einem Pferd hat sich eine Bandage gelöst und flatterte. Ohne Spünge, nur Pferde mit Reitern. Glücklicherweise ist damals nichts passiert, aber mehrere Reiter sprangen sofort von den Pferden, jeder hatte die Luft angehalten und die Anspannung in dem Schockmoment konnte man bei allen quasi fühlen. So etwas ist brandgefährlich, auch ohne Stangen oder Sprünge. Das will man wirklich nicht erleben...

4

Das waren nämlich auch meine Bedenken

0

Entschuldige, wenn ich das jetzt mal sage - aber du hast ein PFERD u. kein Püppchen!!!! Behandle es doch einfach mal so - ach, nee halt. Könnte ja sein, dass es sich dann auch wie eines benimmt....

Weder Gamaschen noch Bandagen sind hierfür nötig! Ein Pferd kann seine Beine sehr gut selbst koordinieren - u. empfindlich ist hier relativ! Komischerweise interessiert es den (über)besorgten Besitzer meist nicht, dass der “Schlagschutz“ nichts bringt (lies die Studien hierzu) u. man mit jedem mal Sehnenüberwärmen u. Füße müde machen, dem Sehenschaden wieder ein Stück näher kommt. Oder ist es egal, wie das Pferd in 10 J. da steht?

Ebenso spielt es keine Rolle, wie belastend das lange Stehen in der Box für die Beine ist - aber bei 1/2h Arbeit über ein paar Stangen/Cavaletti müssen die Beine auf einmal geschützt werden u. sind empfindlich. Ja klar.

Gamaschen kommen aus der Vielseitigkeit. Dort sind die auch sinnvoll. Ebenso im Springen ab einer gewissen Höhe. Aber das sind dann auch wirklich durchdachte, belüftete Systeme, die auch tatsächlich den ein o. anderen Schlag abfangen. Die kosten entsprechend, die wenigsten Freizeitreiter nehmen soviel Geld in die Hand. Ausserdem kommen die nach dem Reiten sofort ab u. dann werden die Beine gekühlt. Das macht Frezeitreiter idR auch nicht, höchstens im Sommer.

Als Berufsreiter, zwar nicht mehr aktiv auf Turnieren aber als Trainer viel unterwegs sind mir da mittlerweile zu viele Pferde untergekommen, die bleibenden Schaden von Gamaschen u.Bandagen genommen haben. Im Gegenteil ist mir tatsächlich in über 20 J. noch kein einziges begegnet, wo dies aufgrund der Fall von Stangen- oder Cavalettiarbeit der Fall war.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Du hast ja schon recht aber ich wasche Dusche auch im Winter jedesmal die Beine ab und habe gamaschen von veredus die eben sehr gut belüftet sind.

1
@Sunny2Punkt0

Jedes Bein ca. 10-20 Minuten? Oder nur kurz drauf? Zwischen Kühlen und Abduschen ist ein großer Unterschied...

3
@Sunny2Punkt0

Muss ja jeder selber wissen. Nur - auch wenn sich das Pferd da mal anschlägt, passiert nicht viel. Und wenn es sich richtig weh tut, dann helfen auch keine Gamaschen. Wie gesagt - habe in über 20 J. noch kein Pferd mit bleibendem Schaden durch Stangen- oder Cavalettiarbeit erlebt. Wohl aber einige mit Schäden durch unsinnigen und unsachgemäßen Einsatz von Bandagen/Gamaschen.

Pferdebeine sind ein echtes Wunderwerk der Natur - was die alles leisten mit dem Gewicht des im Verhältnis großen Körpers. Und wie schnell und sicher ein Pferd damit laufen kann. Sogar mit Reiter.

Doch dann kommt der Mensch - nagelt Eisen drauf, was schon mal einen Großteil der natürlichen Funktion beeinträchtigt (heißt jetzt nicht, dass ich per se gegen Eisen bin - hier überwiegt in einigen Fällen dann doch der Nutzen). Dann wird das Pferdebein auch noch umwickelt, somit die Blutzirkulation gestört, der Lymphfluss beeinträchtigt und es überhitzt. Die Fühligkeit und die Koordination leiden erheblich. Diese Dinge sich bitte bewusst machen. Wenn man sich trotzdem dafür entscheidet, obwohl es eigentlich nicht nötig ist (wann ist es das beim Freizeitreiter schon...) ok. Dann aber auch die Konsequenzen in Kauf nehmen.

3
@Hjalti

Leider nimmt die Konsequenzen das Pferd auf sich und nicht der Halter... :( Schön wär´s wenn man das dann tauschen könnte, ich wünsche es manchen aus ganzem Herzen.

2

Empfindliche Beine.... wenn ich das schon lese geht mir das Messer in der Hosentasche auf.

Ich glaube vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass es auch Pferde in freier Wildbahn gibt, die nicht rund um die Uhr wegen jedem Sche**dreck bandagiert rumlaufen. Und denen fallen deshalb nicht die Beine ab.

Wenn da mal ein Kratzer am Pferd ist, dann ist das doch nicht so schlimm. Jedes Pferd kann normalerweise auf seine Beine aufpassen ganz ohne dass man sie einwickeln muss.

Ich bin nicht partout gegen Gamaschen oder Bandagen - bei manchen Pferden bzw. bei gewissen Reitweisen macht es vielleicht sogar Sinn welche zu nutzen (VS, Springen, Fahren..). Ich gebe zu, dass ich auch gerne mal bandagiere, aber hauptsächlich wenn ich mal Bilder machen möchte. Hufglocken nutze ich hin und wieder mal und Gamaschen habe ich bisher nur zum Springen genutzt. Da ich aber zur Zeit gar keine passenden Gamaschen habe, springe ich auch ohne.

Gegen die richtig schlimmen Verletzungen können auch Gamaschen und Bandagen nichts. Und mal im Ernst, was soll an ein bisschen Stangenarbeit so gefährlich sein? Wenn das Pferd schon bei sowas Probleme hat und seine Beine nicht im Griff hat, dann sollte man lieber das Problem beseitigen und nicht einfach irgendwas drumschnallen.

Was du dann letztendlich tust ist dir überlassen. Zwingen kann man dich zu nichts. Wirklich was ändern kann man nur, wenn man selbst einsieht, dass etwas anderes mehr Sinn macht ;-)

Pferde in freier Wildbahn kannst du doch überhaupt nicht mit unseren „hauspferden“ vergleichen die immer blütiger werden und zart gezogen sind. Manche bekommen noch nicht einmal mehr vernünftiges Winterfell...

0
@Sunny2Punkt0

Und deshalb muss man sie ständig in Watte packen? Damit das Pferd gar nicht in der Lage ist, seine Gließmaßen zu koordinieren und auf sich selbst aufzupassen? Das bekommen die auch hin, wenn sie "zart gezogen" sind.

Mein Blüter wurde auch nicht eingepackt. Und glaub mir, der hatte seine Beine sehr gut im Griff, auch wenn er Vollblut war und das ganz ohne Gamaschen ;-)

1
@Sunny2Punkt0

Pferde in freier Wildbahn stammen von domestizierten Hauspferden ab. Auf dem amerikanischen Kontinent war das Urpferd schon längst ausgestorben, als die Spanier ihre Pferde nach Amerika brachten und bei dem Mustang handelt es um verwilderte Hauspferde, ähnlich dem australischen Wildpferd.

Bei dem Przykiwalsky Pferd handelt es sich um eine Rückzüchtung, weil das mongolische Pferd ausgestorben war und über ein großangelegtes Züchtungsprojekt, verschiedener zoologischer Gärten wieder in der mongolischen Steppe angesiedelt wurde.

Das Dülmener Wildpferd ist eine Kaltblutrasse und mit dem Dartmoor-Pony verwandt.

0

Man muss es aber nicht extra provozieren finde ich. Im Alltag benutze ich höchstens mal für die Optik Bandagen und gamaschen eben nur wenn ich mit cavaletti arbeite oder springe.

0
@Sunny2Punkt0

Und jetzt trägt er auf einmal zur Dressurarbeit keine Gamaschen mehr?

Man provoziert Verletzungen durch das Einpacken des Beins.. Dadurch wird es schwach.

1
@Sunny2Punkt0

Spielt gar keine Rolle. Das Hauspferd kann genauso gut auf seine Beine aufpassen wie ein Wildpferd. Mit Bandagen machst du diese "empfindlichen Beine" noch viel mehr kaputt als ohne.

Es bekommt übrigens jedes gesunde Hauspferd richtiges Winterfell, wenn man es artgerecht im Offenstall hält und nicht in der Box und nicht dran rum schnibbelt oder es in Decken packt.

2

Kannst du ja gerne mal dem Fuchs bei uns erzählen der selbst jetzt noch aussieht wie geschoren ;-)

0

Bei Cavalettiarbeit ziehe ich meinem Pferd ganz normale Schalengamaschen an, bei höheren Sprüngen oder Geländehindernissen Gamaschen, die die Beine komplett umschließen. Hufglocken schützen nur vor Ballentritt und sind nicht als Schutz vor den Stangen gedacht ;)

Wenn überhaupt, dann gut durchlüftete Gamaschen, aber auch nur dann, wenn das Pferd extrem baselig ist. Normalerweise ist ein Beinschutz bei Cavalettiarbeit nicht unbedingt notwendig.

Was möchtest Du wissen?