"blindheit" in unserem alltag?

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11 Antworten

Hallo Ran97,

Du hast den Sinn der Aufgabenstellung schon vollkommen richtig erfasst, es sollen Beispiele für Blindheit im übertragenen Sinn oder für geistige Blindheit gefunden und erläutert werden.

  • Dein eigenes Beispiel, "blind vor Liebe" sieht man oft bei frisch verliebten, aber auch bei Müttern gegenüber ihren Kindern. In beiden Fällen ist man blind für charakterliche Mängel, die der Partner oder das eigene Kind zeigt, und man scheut vor Konsequenzen zurück. Ein solches Beispiel war der Hohe Priester Eli gegenüber seinen bösartigen Söhnen (2.Sam 2:12-36).
  • Oft ist man auch blind gegenüber eigenen Mängeln, man verdrängt oder bagatellisiert sie, man unternimmt nichts um sie zu beseitigen. Die Fehler anderer dagegen sieht man übergroß.

Mat 7:3-5

3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Jakobus 1:22,23

22 Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst. 23 Wer das Wort nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet: 24 Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah.

  • Mancher stellt sich auch blind, damit er nicht helfen muss, das Elend und die Not seines Mitmenschen zu lindern.

Lukas 10:30-33

30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halb tot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. 32 Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. 33 Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,7 34 ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie.

  • Blinde Leiter sind z. B. Theologen, die durch Bibelkritik und Philosophieren das Wort Gottes entwerten und trotzdem meinen, sie hätten einen Autoritätsanspruch.

Damit habt ihr Gottes Wort um eurer Überlieferung willen außer Kraft gesetzt.3 7 Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte Recht, als er über euch sagte: 8 Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. 9 Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. ....14 Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.

Ähnliche Beispiele findest Du auch in Deinem Alltag.

Vielleicht Blindheit gegenüber dem, wie gut es uns eigentlich geht?

Z. B. ein Jugendlicher kriegt kein iPhone oder so, regt sich darüber schrecklich auf, ist wütend auf seine Eltern, und übersieht dabei, dass es ihm eigentlich total gut geht. Viele Freunde, die Eltern eigentlich ziemlich cool etc. Hat zu Hause Internet, bekommt Markenklamotten usw., was bei Klassenkameraden vielleicht ganz anders ausieht, Eltern arbeitslos, krank, evtl. sogar ein Elternteil tot.

Die "Blindheit" des Jugendlichen wird z. B. dadurch "geheilt", dass sein Vater schwer verunglückt und nicht klar ist ob er überlebt oder schwere Schäden behält und der Jugendliche "sieht" dadurch wie reich er, auch im übertragenen Sinne, bis dahin eigentlich war.

Blindheit steht auch symbolisch für Verblendung.

Und die Werbung, die uns täglich im TV, auf Plakaten und wo auch immer begegnet, verblendet ganz gezielt unseren Sinn für das, was wir wirklich benötigen. So zum Beispiel gibt es tonnenweise "Anti-Aging-Produkte" auch schon für Teenager... Damit sie jünger aussehen. Am Ende sind sie dann nur "strahlend" (???????) schön blöd...

Wer sich aber auf die echten Bedürfnisse besinnt, fällt darauf nicht mehr so einfach rein. ;)

warehouse14

Ich will bei dieser Gelegenheit noch einen anderen Aspekt beleuchten. Ist es heutzutage geradezu en vogue mit " einem Begriff " viele unterschiedliche Vorgänge erklären zu wollen.

Das mag wohl einfach sein, man braucht nicht so viel zu überlegen, im Endergebnis ist es aber unbefriedigend, weil es doch nichts erklären kann.

So auch bei dieser Frage.Die erwähnte Blindheit in der Bibel und deren Heilung ist als geistig / religiöse Blindheit zu verstehen, als Mangel an Glauben.

Will man nun diesen Begriff in unsere postmoderne Zeit übertragen, sollte man auch auf der selben Ebene bleiben. Die von manchen Kommentatoren angeführten Beispiele sind m.E. auf andere, konkrete oder psychologische Gründe zurückzuführen. Und nicht auf Mangel an Glauben.

Bleiben wir bei diesen Begriff. so fällt mir eigentlich etwas anderes ein. Mir fällt dazu ein , wie unsere christlichen Kirchenleute, die Verantwortrung tragen, r-katholische oder evangelische, egal, von religiöser Blindheit gegenüber der islamischen Ideologie geschlagen sind. Sprechen sie doch vom christlichen Gott und Allah als den ein und denselben Gott. Das wird entgegen besseren Wissen stur und steif behauptet, obwohl es nicht stimmt, wenn man nur ein bißchen nachdenkt.

Christlicher Gott ist ein trinitarischer Gott, der sich gegenüber allen Menschen barmherzig verhält und zur Nächstenliebe aufruft.

Allah ist ein streng monotheistischer Gott, der sich nur gegenüber seinen Muslimen erbarmt und und barmherzig ist. Juden und Christen werden dagegen als irregeleitete Menschen betrachtet.

Das ist für mich persönlich die größte geistige und religiöse Blindheit unsere Zeit und nicht die Kinkerlitzchen in der Familie oder in der sogenannten Natur und Umwelt.

Ob nicht du selbst auf dieser Ebene der bist, der mit Blindheit geschlagen ist?

Was du über den Islam schreibst, trifft ebenso auf Christentum und Judentum zu. Juden bezeichnen sich als das auserwählte Volk und Christen gestehen Erlösung nur denen zu, die an Christus als Gott glauben. Alle anderen sind aus deren Sicht ebenso irregeleitet, wie du das für Moslems beschreibst.

Könntest du sehen, wüsstest du, dass alle Lebenswege das selbe Ziel vor sich haben und dass kein Lebensweg geradlinig dort hin führt. Irrwege sind des Menschen Schule...

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Es gibt drei Möglichkeiten: a) Blind für Gottes wirken. b) Blind im körperlichen Sinne ( unwahrschienlich) c) Blind in geselscahftlicher Hinsicht ( Blind vor Liebe, Blind für das eigene Glück Unglück, Blind für die Schwachen etc.)

Ich denke C ist gemeint. Dazu kann man am meisten Schreiben.

zu c): Blind für: soziale Probleme in der Nachbarschaft, blind für Friedensangebote nach einem Streit, blind für Ungerechtigkeiten, blind für eigene Verantwortung, blind für eigene Fehler, blind für Kinderwünsche, ......

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Ja sowas ist damit gemeint. Mögliche Beispiele:

eine Mutter, die nicht sieht, dass ihr Teenager eigentlich ein Kleinkrimineller ist

ein Mädchen, dass ständig Diät macht und sich mit jede Menge Schminke übermalt, weil sie so unsicher, obwohl sie eigentlich bildschön ist

... wenn du jetzt auf der richtigen Spur bist, fallen dir sicher noch weitere Beispiele ein

Vielleicht St damit gemeint das wir nicht sehen was um uns herum passiert und wir uns nur mit unseren eigenen Problemen beschäftigen.

Du erklärst, dass die Menschen heutzutage blind für gottes Wirken sind, machst dabei große Augen, und und erklärst mit schmerzverzerrtem Gesicht, wie schlimm das doch ist....

Dann fügst du hinzu, dass die Blindheit so weit geht, dass viele Menschen den richtigen Glauben nicht erkennen können. dabei musst du beim Wort "richtigen" mit dem Fuß aufstampfen, und ein entschlossenes Gesicht machen...

1! Garantiert!

Jupp, und dann sagst du noch, dass die Kirche auch heute noch Wunder vollbringt, indem sie Blinde heilt (blind im Sinne blind für die Liebe Gottes, für die Wunder der Schöpfung, für den Heil- und Erlösungsplan Gottes ...). Dann bekommst du sicherlich eine gute Zensur.

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Da hat man euch aber keine leichte Aufgabe gestellt, denn nur der Sehende kann erkennen, was anderen verborgen ist. - In deinem vermuteten "jugendlichen Alter" ist man jedoch selbst noch auf vielen Gebieten "blind", weil man im Leben noch keine Erfahrungen gesammelt hat und nicht unterscheiden kann.

Echte Beispiele für Alltagsblindheit aus der Sicht eines Erwachsenen könnten da sein:

Der endlose weltweite Verbrauch von Natur und Landschaft nur dem Profit zuliebe - als ob unsere Ressourcen endlos wären.

Der Massenverkehr auf unseren Straßen, obwohl in den meisten PKW nur eine Person transportiert wird, wobei die Person aus X in Y arbeitet und die Person aus Y in X - und die langfristigen Folgen von diesem Handeln.

Nach dem Prinzip "geiz ist geil" beim gerade günstigsten (weil marktstärksten) Anbieter zu kaufen und nicht zu erkennen, dass darüber die Individualität der Anbieter zugrunde geht und die Abhängigkeit von wenigen, dann marktbeherrschenden Anbietern entsteht.

Das sind nur 3 Momenteinfälle. Ich könnte die Kette der Beispiele noch lange fortsetzen, will aber dir und anderen Usern nicht vorweggreifen für die eigenen Überlegungen und Einfälle. LG homme

Möglicherweise gehts um Menschen die nicht sehen können?

Die Blindheit an Wunder zu glauben ohne mit Verstand und Vernuft zu hinterfragen, was es denn damit auf sich hat.

Blindheit für Meinungen von Menschen, die an Wunder glauben, nachdem sie mit Verstand und Vernunft hinterfragt haben, was es denn damit auf sich hat.

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@LSdiethylamid

Wer mit Verstand und Vernunft hinterfragt, kommt zum Schluss, dass es keine übernatürlichen (Wunder) gibt, selbst als Gläubiger mit dem Argument: Es wäre ein seltsamer Gott, der seine eigenen Naturgesetze nicht beachtet

  • oder er kommt zu dem Schluss: Ich schließe keinen Bereich der Möglichkeiten aus, und warum soll Gott nicht fähig sein, an der Überschreitung der Naturgesetze, deren Herr er ist, bestimmte Dinge aufzuzeigen.

Beides ist von der Vernunft her denkbar, und ich würde da jedem die Freiheit lassen.

Als Nichtgläubiger komme ich natürlich auf andere Schlüsse.

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@Nadelwald75

Beides ist von der Vernunft her denkbar, und ich würde da jedem die Freiheit lassen.

Man kann glauben was man will, aber solch ein Glauben ist in erster Instanz schon unvernünftig.

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@LSdiethylamid

Das ist eine Sache der Logik. Wenn ich von einer Voraussetzung ausgehe, kann ich folgern:

  • Voraussetzung: Es gibt einen allmächtigen Gott, der Schöpfer der Naturgesetze ist. - Folgerung: Es gibt keine Wunder, da Gott sich widersprechen würde, wenn er seine eigenen Gesetze aufhebt.

  • Voraussetzung: Es gibt einen allmächtigen Gott, der Schöpfer und Herr der Naturgesetze ist. - Folgerung: Er kann auch außerhalb der Naturgesetze wirken.

  • Voraussetzung: Es gibt keinen Gott. Die Naturgesetze existieren. - Folgerung: Es gibt keine Wunder. Alle Vorgänge, die als Wunder betrachtet werden, entsprechen den Naturgesetzen und werden erklärbar sein, wenn nicht jetzt, dann später. Ein Gott als Variable für Unerklärbares ist Fiktion.

Die Voraussetzungen, also die erste Instanz, sind insofern "unvernünftig", als sie nicht beweisbar sind - und zwar alle drei (!) nicht. Die Folgerungen sind aber alle vernünftig.

Hier besteht eben auch eine Form der Blindheit, um beim Thema zu bleiben.

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@Nadelwald75

Die Voraussetzungen, also die erste Instanz, sind insofern "unvernünftig", als sie nicht beweisbar sind - und zwar alle drei (!) nicht.

Es ist unvernünftig etwas als real anzusehen ohne einen Beweis dafür zu haben (z.B. Glauben an Gott) und daraus Schlussfolgerungen abzuleiten.

Anzunehmen, dass es 100% keinen Gott gibt und daraus Dinge abzuleiten ist ebenso unvernünftig, aber davon rede ich nicht da man beide Aussagen nicht belegen kann. Es gibt einfach keine Beweise für einen Gott oder allgemein für übernatürliche Dinge. Etwas also als Wunder (übernatürlich) anzusehen ist unvernünftig.

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@LSdiethylamid

Darin sind wir uns schon einig: Beweisbar ist es nicht. Und dennoch halte ich es für nicht der Vernunft widersprechend, an die Existenz Gottes zu glauben.

Wie gesagt: Hier besteht eben auch eine Form der Blindheit, um beim Thema zu bleiben. ("ho gegrapha, gegrapha!")

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@Nadelwald75

Es gibt keinen handfesten Beweis für etwas übernatürliches. Somit ist es keine Blindheit anzunehmen es gibt nichts übernatürliches.

Ohne Beweise an etwas zu glauben und seine Weltanschauung darauf aufzubauen ist unvernüftig und leichtgläbige Einstellung.

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@LSdiethylamid

Hallo, LSdiethylamid!

Du schreibst: Es gibt keinen handfesten Beweis für etwas übernatürliches. Somit ist es keine Blindheit anzunehmen es gibt nichts übernatürliches.

Damit stimme ich überein.

Worin ich die Blindheit sehe:

Menschen glauben und hoffen auf etwas, was sie nicht beweisen können, und bauen darauf ihr Leben auf. Und das tun sie vielfach in voller Überlegung und in Übereinstimmung mit der Vernunft. Ich würde Leute wie Augustinus, Thomas von Aquin, Kardinal Ratzinger, Hildegard von Bingen, Mutter Theresa, Kardinal von Galen, Kardinal Lehmann, Eugen Drewermann nicht als unvernünftig oder leichtgläubig bezeichnen. Ebenso nicht Leute, die über den Glauben reflektieren bis hin zum Studium in Theologie.

Die Blindheit sehe ich in dem Moment, wo man versucht, solche Menschen abzuqualifizieren und lächerlich zu machen. Vor allem zielt das auch auf Menschen, die geistig, theoretisch und von der Vernunft her vielfach denen weit voraus sind, die hier im Netz mit abfälligen Bemerkungen agieren.

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@Nadelwald75

Die Blindheit sehe ich in dem Moment, wo man versucht, solche Menschen abzuqualifizieren und lächerlich zu machen.

Ich denke es ist in deinen Augen nur nicht unvernüftig oder leichtgläubig weil wir nicht von Feen, Trollen, Geister oder dem FSM reden sondern von einem Gott an den Millionen Menschen glauben. Das macht den Glaubensgegenstand nicht weniger absurd.

Was würdest du zu jemanden sagen, der jeden Abend mit einer Fee redet und behauptet wir stammen von dieser Fee ab, sie hat das Universum hergezaubert etc?

Wäre dieser jemand in deinen Augen nicht auch unvernüftig und leichtgläubig?

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@LSdiethylamid

Leute wie Leute wie Augustinus, Thomas von Aquin, Kardinal Ratzinger, Hildegard von Bingen, Mutter Theresa, Kardinal von Galen, Kardinal Lehmann, Eugen Drewermann...würden das für unvernünftig halten. Es besteht nämlich kein Anlass dazu, so etwas zu glauben.

Glauben entwickelt sich ja nicht einfach so, sondern man hat Vertrauen zu den Aussagen einer Botschaft, oder man vertraut einer Person und/oder einer Gemeinschaft, die sich als glaubwürdig gezeigt hat.

Natürlich kann das niemand nachvollziehen, der nie in diesem Bereich Glaubwürdiges erlebt hat. Der muss dafür blind bleiben.

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@Nadelwald75

Ich rede von dem Glauben an Wunder. Egal welche Person an soetwas glaubt ist in diesem Fall unvernüftig und leichtgläubig (mag in anderen Lebenssituationen anders sein).

Und ja, auch ich glaube an viele Dinge ohne einen Beweis zu haben, aber dies sind weniger außergewöhnliche Dinge als Wunder, Götter, Elfen etc., bei denen es im Prinzip egal ist ob sie wahr oder falsch sind und auf der keine Weltanschauung ruht.

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