Bist Du für oder gegen die Widerspruchslösung bei Organspenden?

Das Ergebnis basiert auf 47 Abstimmungen

Ich bin dafür, weil.. 53%
Ich bin dagegen, weil.. 47%

31 Antworten

Ich bin dagegen, weil..

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wenn meine Organe dem Staat gehören, gehöre ich ihm auch.

Auch für Menschen, die immer ein Leben zweiter Klasse hatten, wäre es ein Hohn, wenn sie beispielsweise nicht einmal anständigen Zahnersatz vom Staat bekamen, der aber vorab ihr Herz beschlagnahmt.

Lösungsvorschlag könnte ein Konzept sein, dass eine Honorierung für die Spende (durch Krankenkassen oder Extra-Steuer für Pharmaunternehmen) vorsieht, an die Angehörigen beispielsweise. Das ist moralisch aus vielen Gründen auch bedenklich, würde die Sache aber attraktiver machen und also dem Problem auf, wie ich finde, etwas unbedenklichere Weise beikommen.

Wird deiner Würde geschadet, wenn du 2 Minuten deiner Zeit aufbringen musst um ggf. anderen Menschen das Leben zu retten?

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@emesvau

Was bezweckst du mit einer geistig derart unscharfen Fragestellung? Vorzugeben alles wäre ganz einfach und es gehe bloß um zwei Minuten Zeit ist keine Lösung und wenig überzeugend.

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@JustinKoma75

Wie willst du die Fragestellung denn bitte noch schärfer stellen? ^^

Es ist einfach. Such doch nicht nach Ausreden um dein Gewissen zu erleichtern.

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@emesvau

Jetzt gehst du ad hominem und greifst argumentationslos auf persönlicher Ebene an. Ich muss sagen, dass es mich verwundert, wie du eine solche Frage hier reinstellst, dann aber alle Argumente Andersdenkender ignorierst. Machst du das immer so? Jedenfalls macht es da wenig Sinn, in ein Gespräch einzutreten. Deswegen nur als sachliche Entgegnung auf deine erste Frage: Selbstverständlich wird meiner Würde geschadet, wenn mein Körper dem Staat gehört, so lange ich nicht widerspreche. Das erinnert dann eher an Sparta und an die 30er/40er-Jahre als an eine lupenreine Demokratie.

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@JustinKoma75

Dann nenne mir doch besagte Argumente, welche ich nicht beachte.

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@emesvau

Die sind für jeden Willigen leicht ersichtlich, mein Lieber, sowohl in meinem Text wie auch in den anderen. Um nur das letzte meiner Argumente noch einmal in der offenbar nötigen Deutlichkeit herauszuarbeiten: Deutschland hat ein dunkles Kapitel seiner Geschichte, in dem der einzelne Mensch, dem Staat "gehörte", sich ihm aufzuopfern hatte und in dem jeder, der hier Widerstand leiste wollte, als Vaterlandsverräter galt. Diese Geschichte allein ist ein Grund, jedem Staatsbürger die Freiheit über seinen Körper zu lassen. Und ja: Es ist ein Unterschied, ob der Körper von vorne herein dem Staat gehört, bis man Widerspruch einlegt oder ob er einem selbst gehört, bis man spendet. Habe ich das verständlich genug ausgedrückt?

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Ich bin dagegen, weil..

Hallo emesvau,

weil es ein eingriff in die Menschenrechte ist und das ist nur ein Teil des Problems.

  • Es werden immer wieder Menschen fälschlich für Tod erklärt, weil man die Untersuchungen nicht ordentlich macht (man spart)
  • es werden immer wieder Menschen welche Spender sind, vorschnell für Tod erklärt. Ich kenne in der Bekanntschaft eine Frau deren Kunde ging es so.
  • Das löst das eigentliche Problem nicht sondern verbessert nur die Symptome, denn es muss dafür gesorgt werden das es weniger neue Menschen gibt welche ein Organ brauchen.
  • Nicht jeder der ein Organ laut Liste braucht bleibt dort, auch wenn er nicht stirbt, denn manche Organe erholen sich wenn sie von Maschinen Unterstützt werden, wenig aber passiert auch.
  • Es wird zu gern verschwiegen das gerade mal 50% der Transplantierten länger als ein paar Jahre überleben, wirklich gerettet werden die wenigsten, wenn ich mich recht erinnere. Ein Spender wird dafür vielleicht vorschnell für Tod erklärrt und so ermordet.

Die eigentlichen Probleme sind die Ärzte und Medikamente. Zu oft gibt es keine Untersuchungen vor Diagnosen und viele falsche diagnosen, die Medikamente welche dann gegeben werden tun ihr übriges weil deren nebenwirkungen nicht selten auch Organe angreifen. Dank der Mangelnden Diagnostik können Krankheiten sich unbemerkt so verschlimmern das sie Organe zerstören und so erst bedarf schaffen. Es gibt noch mehr Ursachen und Probleme das ist nur ein Teil dessen.

Wichtiger wäre das gesundheitssystem zu verbessern, so das keine Transplantationen nötig werden, oder nur so wenig das es mit denen die es machen abgedeckt ist.

MfG PlueschTiger

Wieso ist es ein Eingriff in die Menschenrechte? Ich habe doch sowohl das Recht mich für eine Organspende zu entscheiden, als auch dagegen. Beides kostet mich doch nur eine Unterschrift und macht keine große Mühe.

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@nosy24

Was denkst du wieso es Verbraucherschutz gibt? Aus dem selben Grund ist es unmenschlich die Widerspruchslösung einzuführen. Menschen werden vom Handel oft genug betrogen indem man Klauseln in den AGB, Verträge versteckt welche bisweilen sogar verboten sind. Der Mensch kann sich nicht um alles kümmern auch wenn es verlangt wird und es gibt oft genug Probleme das man sich nicht damit befassen kann ob einer die Organe bekommt. Viele wissen nicht mal das sie mit einem Ausweis beides beglaubigen können, sowohl den Willen als auch das Ablehnen. Das Unwissen der Menschen würde ausgenutzt werden.

Die anderen probleme Bezüglich Transplantation sind da noch nicht mal bedacht, wie falsche Informationen, einseitige Informationen, schlechtes Gesundheitssystem und so weiter.

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Ich bin dagegen, weil..

Ich bin dagegen, weil viel Menschen schlichtweg nicht richtig informiert sind.

!!!Organe eines toten kann man nicht verwenden!!!

Sprich man wird unter der "Hirntot" Diagnose halb-lebendig ausgeschlachtet und diese Diagnose ist sowieso von den Organspende- Befürwortung erschaffen wurden, als Rechtfertigung zum Ausschlachten.

Das Wort tot ist in dieser Diagnose sowieso komplett fehl am Platz, tot ist für mich etwas absolut unumkehrbares, nichts worauf noch Chance auf Heilung besteht.

Es sollte also maximal von einer schweren Schädigung des Gehirns gesprochen werden und keinesfalls von einem tot.

Bei Menschen wo der Verdacht auf Hirntot besteht und die einen Spenderausweis haben, beginnt die Ausschlachtung erstmal damit, das man dem zur Ausschlachtung vorgesehenen Klienten.

Schmerzen zufügt, die Atemgeräte kurz abstellt und diverse Reaktionen überprüft, die letztendlich nicht viel mehr "bringen" als das Gehirn noch weiter zu schädigen und im Zweifel Schmerzen zu verursachen.

Hat das Opfer also nun die erste Folter-Phase überstanden und ist "durchgefallen", wird er dann schlussendlich in den OP gefahren und dann bei halb-lebendigem Leibe ausgeschlachtet und niemand kann mir garantieren, das ich nichts mehr Spüre, weil keiner weiß wie geschädigt man Gehirn denn wirklich ist, wenn überhaupt Schmerzen zu 100% über das Gehirn "geleitet" werden.

Die Ärzte scheinen sich was Schmerzen angeht anscheinend überhaupt nicht sicher zu sein, weshalb es in einigen Ländern nicht unüblich ist vor der Entnahme mit Schmerzmitteln vollgepumpt und an die OP-Liege fixiert zu werden, bevor der Arzt einem dann ein Organ nach dem anderen und schlussendlich das schlagende Herz aus der Brust schneidet.

Tut mir Leid aber das zur Pflicht zu machen und Menschen die sich schlichtweg nicht richtig damit beschäftigt haben einer solchen Gefahr auszusetzen empfinde ich als großes Verbrechen.

Selbst wenn wir jetzt die Überlebenswahrscheinlichkeiten vergleichen, hat ein Arzt schlichtweg nicht das Recht einen noch lebenden als "tot" zu deklarieren und Ihn zu töten, einfach auch weil die Überlebenswahrscheinlichkeit mit einem Spenderorgan auch nicht sonderlich hoch ist.

Von daher, dagegen.

Ich bin dafür, weil..

...diese Entscheidung so auch für jeden frei bleibt, keiner gezwungen wird. Aber die, die heute bisher einfach keinen Bock hatten, sich um einen Ausweis zu kümmern oder denen es schlicht egal ist oder die, die das "schon immer mal" machen wollten, aber "nie dazu gekommen sind" - die sind dann "mit dabei".

Und den Angehörigen wird in so einer schweren Stunde nicht auch noch diese Entscheidung aufgebürdet.

Ich bin dagegen, weil..

ich sie für einen verfassungswidrigen Eingriff in meine persönliche Handlungsfreiheit halte und der Staat sich anmßt, ohne meine ausdrückliche Zustimmung mich zu einem organischen Ersatzteillager zu machen.

Wie die diversen Organspendenskandale zeigen, gibt es keinen Schutz vor Missbräuchen. Die Horrorszenarien für kriminelles Verhalten auf der Basis der Widerspruchslösung möchte ich mir erst gar nicht ausmalen.

Ansonsten bin ich nicht dafür verantwortlich, ob z.B. eine Neonazi nur deshalb sterben muss, weil er nicht eines meiner Organe bekommen kann!!!

Die Handlungsfreiheit bleibt bestehen. Widerspruch kannst du immer noch einbringen.

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@emesvau

Nein. Die wäre mir und jedem anderen genommen worden. Der Staat hätte für mich über meinen Körper verfügt - und das steht ihm schlicht nicht zu.

Das ist genauso dämlich, wie von einem Online-Händler Ware zugeschickt zu bekommen, die man kaufen MUSS, wenn man sie nicht zurückschickt.

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Übertreibs nicht - gibt genug Länder wo das seit Jahrzehnten praktiziert wird. Und wo es wegen deiner "Befürchtungen" absolut keine Probleme gibt. Und auch ein Neonazi ist ein Mensch. Du hast nicht über Leben und Tod zu entscheiden.

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@Kitharea

Ein Neonazi ist fraglos auch ein Mensch - aber keinr, dem ich ein Organ SPENDEN würde! Ich möchte auch nicht über Leben und Tod entscheiden, aber keiner maßt sich an, für mich über meinen Körper zu entscheiden. Auch nicht post mortem.

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@atzef

Dann widersprichst du wenn sich das System ändert einfach und gut. Verstehe die ganze Aufregung hier nicht.

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@Kitharea

Ich rege mich doch gar nicht auf. :-) Worüber? Der Bundestag hat doch in meinem Sinne beschlossen und eine verfassungskonforme Entscheidung getroffen.

Ich muss folglich nicht widerprechen, sondern weiterhin aktiv meinen Willen erklären. :-)

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@atzef

Ah yeah - dann darf man jetzt wohl zum Schwarzmarkt gratulieren.

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@Kitharea

Als ob es bei der Widerspruchslösung keine Missbrauchsmöglichkeit gäbe...:-)

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@atzef

Sicher - aber die Wahrscheinlichkeit ist viel geringer weil es keinen "Materialmangel" gibt.

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