Bilder-Ikonen-Heiligenverehrung,wieso erlaubt?

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17 Antworten

Hallo paschogr,

die Gebote sind eindeutig.

5.Mose 5:8,9

8 Du wirst dir kein Götterbild machen, kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer! 9 Wirf dich niemals vor ihnen nieder und verehre sie auf keinen Fall!

2.Mose 20:4,5

4 Du wirst dir kein Götterbild machen, kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer! 5 Wirf dich niemals vor ihnen nieder und verehre sie auf keinen Fall!

Es wird nicht das Anfertigen von Bildern verboten, sondern das Anbeten solcher Bilder, was beispielsweise auch durch Niederwerfen oder Küssen geschehen kann. Das Gebot gegen Götzendienst und Anbetung von Idolen wird im christlichen Gesetz bestätigt.

Was die Religionen daraus gemacht haben, findest Du bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverehrung

Es folgen einige Auszüge:

Papst Gregor I. begründete um 600 die Bilderverehrung so: Die Bilder seien die Bücher der Armen, aus welchen sie, die nicht lesen können, die Kenntnis der heiligen Geschichte schöpfen. Längst hatte sich die Ikonodulie im Orient und im Mittelmeerraum durchgesetzt.

Im Verlauf des 6. Jahrhunderts wurde es herrschende und kirchlich gebilligte Sitte, sich vor den Bildern und (im Westen) auch Statuen niederzuwerfen, sie durch Niederknien, Küssen, Anzünden von Kerzen und von Weihrauch, Bekleidung mit kostbaren Gewändern und Verzierung mit Geschmeiden zu ehren.

Man fing an, zu besonders berühmten Bildern zu wallfahrten, sie zu preisen und zu beschenken;

Der außerhalb des Reiches lebende Johannes von Damaskus und die Kaiserinnen Irene und Theodora setzten sich allerdings dafür ein, dass die Bischöfe auf den Konzilien von Nicäa (787) und Konstantinopel (842) den Beschluss fassten, dass die Bilder Christi, der Jungfrau Maria, der Engel und Heiligen zu verehren seien, Anbetung jedoch nur der Dreifaltigkeit geschuldet sei. Die Dargestellten sollten auch stets durch Aufschriften identifiziert werden.

Der Sinn dieses auf dem siebten Ökumenischen Konzil festgelegten Dogmas ist, dass die christliche Verehrung der Ikonen keine Anbetung des materiellen Bildnisses ist, sondern sich darauf bezieht, was auf der Ikone dargestellt ist – also auf das Urbild des Dargestellten. Indem die Gläubigen die auf den Ikonentafeln dargestellten Heiligen (und nicht die Tafeln selbst) verehren, ehren sie letztendlich den einen Gott, ohne den es kein Phänomen der Heiligkeit gegeben hätte. Also ist die Ehrung einer Darstellung eines von Gott geehrten Heiligen in ihrem Wesen eben die Verehrung der vorsehenden Wirkung Gottes in der Welt, aber keine Idolatrie.[2]

Damit ist die Ikonenverehrung eines der Dogmata der orthodoxen Kirchen. Die Lateinische Kirche schloss sich dieser Position trotz des Widerstandes, welchen die fränkische Kirche unter Karl dem Großen leistete, an. Schließlich wurde vor allem im katholischen Westen unter bestimmten Umständen auch die Darstellung Gottes, des Vaters, als legitim erachtet; in den Ostkirchen finden sich solche Bilder fast nur unter westkirchlichem Einfluss etwa vom 17. bis 19. Jahrhundert, seit dem 20. Jahrhundert praktisch nicht mehr.

In der christlichen Ikonographie hat fast kein Künstler auf Darstellungen Gottes verzichtet. Ein Sonderstellung nehmen in diesem Kontext reformierte, baptistische, mennonitische und einige weitere evangelische Kirchen ein. Sie begründen ihre Haltung mit dem zweiten Gebot, 2.Mose (Exodus) 20,4-6: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist“ (Luther84-Übersetzung).

Demgegenüber kennen die römisch-katholische Kirche und Martin Luther dieses Gebot nicht, da sie sich an der Wiederholung des Dekalogs,[3] wo das „Bildergebot“ als Untergedanke innerhalb des ersten Gebotes erscheint[4], orientieren. Mitbestimmend für die Entscheidung von Martin Luther, diesen Teil der Zehn Gebote in seinem kleinen Katechismus ganz fortzulassen, war Karlstadts Bildersturm (1522), der für ihn in seiner gesellschaftlichen Verheerung erschreckend war.

Als stärkstes theologisches Argument wird seit Johannes von Damaskus zur Geltung gebracht, dass Gott selbst in der sicht- und greifbaren Menschwerdung Christi das alttestamentliche Abbildungsverbot – das ja im Alten Testament ausdrücklich mit der Unsichtbarkeit Gottes begründet wird – aufgehoben oder zumindest radikal relativiert habe.

Es empfiehlt sich, hier noch einmal den Wortlaut der Gebote in Erinnerung zu rufen:

5.Mose 5:8,9

8 Du wirst dir kein Götterbild machen, kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer! 9 Wirf dich niemals vor ihnen nieder und verehre sie auf keinen Fall!

  1. Mose 20:4,5

4 Du wirst dir kein Götterbild machen, kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer! 5 Wirf dich niemals vor ihnen nieder und verehre sie auf keinen Fall!

kdd1945 18.10.2013, 21:14

Der letzte Text ist aus 2.Mose 20:4,5: alle Zitate aus Neue evangelistische Übersetzung.

4

Hallo paschogr,

zwischen Heiligenverehrung und Bilderverehrung/ Ikonenverehrung ist ein großer Unterschied. Zur Ikonenverehrung siehe die anderen Beiträge.

Zur Heiligenverehrung speziell:

Heiligenverehrung

Wieso verehrt die Katholische Kirche Heilige, wieso lehnt die evangelische Kirche die Heiligenverehrung ab? Zunächst einige normale menschliche Verhaltensweisen: Ich verehre viele Leute. Das können engere oder weitere Bekannte oder auch weltbekannte Personen sein, Lebende und Tote. Ich verehre Herbert Wehner, Mutter Teresa, Papst Johannes XXIII., Martin Luther, Uwe Seeler, Martin Luther King, die beste Sportlerin aus unserem Verein, Lukas Podolski, meinen Bruder usw. – Ich stelle mir von manchem sogar ein Bild hin. Ich besuche auch ein Grab. Ich kann auch meinen Bruder fragen, ob er mal meinem Vater sagt, was ich mir wünsche. Und ein vernünftiger Vater, der sowieso weiß, was er tut, wird das als gutes Verhältnis unter Geschwistern werten. – Und das tun viele, und das schließt auch nicht aus, bei 8 Milliarden Menschen, dass die Form der Verehrung sehr absurd werden kann

Was ist jetzt mit Heiligen? Bei dieser Überlegung kann ich mich nur an jemanden wenden, der an einen dreifaltigen Gott glaubt, an Jesus Christus, an ein ewiges Leben bei Gott nach dem Tod.

Wer nicht auf dieser Linie liegt, muss selbstverständlich alles, was jetzt folgt, restlos ablehnen. (Für eine sachliche Diskussion ist natürlich immer Raum, aber nicht für unsachliche Wertungen aus blanker Unkenntnis der Sachlage.)

Für den Christen sind, Gott, Christus, das ewige Leben Voraussetzungen seiner Denkweise und Lebende wie Verstorbene sind für ihn gleiche Realität.

Was sind Heilige im christlichen Verständnis?

So wie Paulus sich ausdrückt, sind Heilige zunächst einmal alle Getauften. Das umfasst die Lebenden und die Toten, die in Verbindung mit Christus stehen. Da aber keiner weiß, wie sich ein Mensch noch verändert, wurde der Begriff „Heilige“ eingeschränkt auf alle, die nach dem Tod in der Ewigkeit bei Gott sind. In diesem Sinn ist mein verstorbener Großvater genau so heilig wie der Bischof Martin (11. Nov.).

Diese Menschen kann ich verehren, auch aufgrund ihrer Lebenshaltung und ihrer Lebensleistung. Im katholischen Verständnis kann ich auch zu ihnen beten, - aber nicht anbeten(!) - das heißt, sie ansprechen und bitten, sich bei Gott für mich zu verwenden. Hier schränke ich Gott auch nicht in der Verehrung ein. Es ist eben so, als wenn ein Bruder einen anderen bittet, beim Vater für ihn zu sprechen – aber kein Katholik muss das! Das bleibt jedem selbst überlassen.

Verständlich ist genauso, dass sich bei 1,2 Milliarden Katholiken dabei Formen entwickeln, die ich als absurd betrachten muss.

Was ist mit Seligsprechung und Heiligsprechung? Gibt es hier eine Abstufung der Heiligkeit? Als heilig wird, wie gesagt, jeder betrachtet, der bei Gott ist. Selig gesprochen wird jemand, wenn die Kirche dem zustimmt, dass er in einem bestimmten Bereich verehrt werden kann. Heilig gesprochen bedeutet, dass die Kirche einverstanden ist, dass er weltweit unter den Katholiken verehrt werden kann. Bei meinem Vater, den nur wenige kennen, wird sie das natürlich nicht tun. Als heilig kann ich ihn trotzdem betrachten.

Was ist nun der Grund, dass sich das bei Katholiken und Protestanten (und viele sind stolz auf diese Bezeichnung, wie mir ein ev. Pfarrer sagte) seit der Reformation auseinanderdividiert hat?

Das hat seinen Grund in der sog. Rechtfertigungslehre und der klassischen Erbsündenlehre. Die katholische Lehre sagte aus, dass nach dem Sündenfall Adams (die Atheisten hören mal weg, da sie sowieso damit nichts zu tun haben!) die menschliche Natur geschwächt und erlösungsbedürftig ist, aber im Prinzip fähig ist, objektiv Gutes zu tun. Wegen dieser Verhaltensmöglichkeit des Menschen kann man auch gute Taten werten und Menschen dafür ehren und verehren. Vorwurf der Reformatoren: Die kath. Kirche vertritt eine reine Werkgerechtigkeit und glaubt, mit guten Werken die Seligkeit erkaufen zu können. Lehre der Kath. Kirche ist, dass der Mensch nicht mit Gott eine Rechnung aufmachen kann, dass er aber mit Hilfe der Gnade zu Gutem aus seiner eigenen Natur heraus fähig ist. Bei Gebeten finden sich dann die entsprechenden Formulierungen wie „.. Gott hat sich in euch verherrlicht…“, „.. sie haben den Verheißungen des Herrn geglaubt …“ , „Wir preisen Gott in den Heiligen der Nächstenliebe ..“, „Wir gedenken der vielen heiligen Menschen, deren Namen niemand weiß ….“.

Zur evangelischen Ansicht gleich Weiteres .....

paschogr 21.10.2013, 15:23

Alles schön und gut, so wie ich das sehe,rechtfertigt es die Kirche mit Menschlichen Philosophien und Überlegungen-in deinem ganzen Text über das Thema,hast du nicht 1 Bibeltext geschrieben aus dem man ableiten könnte das solche Sachen erlaubt sind-ganz im Gegenteil dazu,könnte ich mehrere Bibelstellen nennen die es verbieten.. Dein Anschauungs Bsp.von wegen den Bruder bitten ein gutes Wort beim Vater einzulegen ist Biblisch nicht vertretbar-oder hat irgendjemand in der Bibel jemals zu jemand anderen gebetet als zum Vater?? Und wenn es schon ein Mittler beim Beten geben muss(was nicht der Fall ist),dann wäre es Jesus, und nicht irgendein von Menschen Heiliggesprochener!Wie willst du dir ein Persönliches Verhältnis zum Vater aufbauen, wenn du immer deinen Bruder lossschickst?

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Nadelwald75 23.10.2013, 13:02
@paschogr

Hallo, paschogr,

zunächst einmal: gut überlegte Gedanken!

Es gibt auch keinen Bibeltext, aus dem sich die Heiligenverehrung ableiten lässt. Da hast du Recht. Die Ableitung ist auch gar nicht möglich, da sich die Heiligenverehrung erst später in der Kirche entwickelt hat. Auch mein Anschauungsbeispiel ist biblisch nicht belegbar. Es wird auch in der Bibel immer nur zum Vater gebetet. Jesus ist der Mittler! Ich kann natürlich auch kein Verhältnis (mein Beispiel) zum Vater aufbauen, wenn ich immer nur den Bruder einschalte – klar! Aber das tut sowieso keiner.

Wo ich präzisieren möchte:

  • Es kam mir darauf an, dass eine Heiligenverehrung mit der Vernunft einmal überhaupt vereinbar ist.

  • .Ein Heiliggesprochener ist nicht dadurch heilig, dass die Menschen (die Kirche) ihn heilig sprechen, sondern: Wenn ein Mensch sowieso schon weltweit verehrt wird, dann stimmt die Kirche dem zu – in der Regel nach einem ausführlichen Verfahren.

  • Kein Katholik ist verpflichtet, einen Heiligen anzurufen oder zu verehren. Es gibt dazu keine Anweisungen, keine Dogmen. Ich persönlich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass ich Heilige verehrt oder angerufen hätte, begrenzt vielleicht Maria, die Mutter Jesu.

.Wenn du mir Bibelstellen nennen kannst, die eine Heiligenverehrung verbieten, dann wohl Stellen, dass nur Gott angebetet werden darf. Aber: a) Heilige werden überhaupt nicht angebetet. b) Heiligenverehrung kann schwerlich ausdrücklich in der Bibel verboten worden sein, wenn es den Begriff erst in der Zeit nach Jesus gab.

Wieso aber überhaupt Heiligenverehrung, wenn sie sich nicht durch die Bibel belegen lässt? Das kommt aus dem Verständnis der Katholiken von Kirche und Schrift überhaupt. Das möchte in Kurzfassung erläutern, eine möglicherweise für andere Konfessionen provokante These:

Die Kirche gründet nicht auf dem Neuen Testament, sondern die Kirche ist der Verfasser des Neuen Testamentes. Sie verwaltet die Schrift und legt sie legitimiert aus. Gott hat sich in Jesus geoffenbart, und die Schrift selbst ist nicht die Offenbarung, sondern dokumentiert diese.

Das Heilswirken Jesu beschränkt sich nach katholischer Auffassung nicht auf seine Zeit bis zur Kreuzigung und Auferstehung, sondern Jesus ist für die Kirche eine gegenwärtige, höchst wirksame, im Gebet angerufene und in der Eucharistie gegenwärtige Persönlichkeit. So wirkt Christus durch den Heiligen Geist kontinuierlich in der Kirche weiter.

Kirche (im Sinne von kyriaké = zum Herrn Christus gehörig) bestand bereits vor der Verfassung des Neuen Testamentes, und dieses ist erst in der Kirche entstanden.

Daher haben sich in der Kirche auch Dinge entwickelt, die aus der Bibel nicht abgelesen werden können. Einige Beispiele: Kirchliche Hierarchie, der Grossteil der Sakramente in der kath. Kirche, Aussagen Jesu im Neuen Testament, die die Urkirche Jesus aus ihrem Verständnis heraus zugeschrieben hat und die der historische Jesus nie gesagt haben kann, die gesamte dogmatische Entwicklung der Dreifaltigkeitslehre und andere Dogmen.

Die Apostelgeschichte, alle Briefe der Apostel und die Apokalypse setzen die Existenz einer Kirche bereits voraus, sonst könnte ja ein Paulus auch nicht an Gemeinden schreiben. Zunächst besteht die Botschaft Jesu – dann wird eine Lehre verkündet – dann entsteht eine Schrift in der Kirche.

Wie dies die Schriften des Neuen Testamentes selbst sehen, dazu nur zwei Stellen:

aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus Mein Sohn! Bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst. (Wobei hier mit „Schriften“ das AT gemeint ist.)

Anfang desLukasevangeliums: Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.

Es ist mir völlig klar, dass nur mit diesem Kirchenverständnis sich das oben Gesagte ergibt. Entweder glaube ich den Menschen, die in der Nachfolge der Apostel Jesu die Lehre verkünden und weiterentwickeln, im Vertrauen auf den Heiligen Geist, oder ich glaube ihnen nicht, dann muss ich selbstverständlich konsequent alles ablehnen.

Das ist nicht meine persönliche Stellungnahme, sondern ich versuche, die Auffassung der Kirche darzustellen, wie sie sich auch ggf. durch Quellen (Symbolik, Konzilstexte, Dogmatiker) belegen lassen.

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Hallo paschogr,

hier weiteres zur Heiligenverehrung und zur Begründung der evangelischen Ansicht:

Luther hatte das Ziel, die Erlösung als eine vom Menschen unverdiente große Tat Gottes darzustellen. Je tiefer der Mensch steht, als desto größer kann man das Erlösungswerk betrachten. Luther betrachtete daher die menschliche Natur nach dem Sündenfall Adams als völlig verderbt und aus sich heraus zu keiner guten Tat mehr fähig. Alles, was der Mensch an scheinbar Gutem tut, ist Tat der Gnade Gottes. Dem Menschen kommt hier keinerlei Verdienst zu. Er beruft sich dabei auf die entsprechenden Texte des Apostels Paulus, der sagt, dass der Mensch nur durch den Glauben an Christus gerechtfertigt ist.

Aus diesem Verständnis heraus wäre eine Heiligenverehrung ein totaler Widerspruch. Weiterhin bedeutet das auch ein ganz anderes Amtsverständnis. Die herausgehobene Stellung des Papstes entfällt damit fast automatisch.

Heute gibt es keine Differenzen mehr bezüglich der Rechtfertigungs- und Erbsündenlehre, bestenfalls andere Schwerpunkte. Geblieben sind die traditionellen Unterschiede bezüglich der Heiligenverehrung. (Weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten wären ein anderes Thema.)

Soweit meine Kenntnisse. Ich hätte dazu, ob ich hier richtig liege, eigentlich ganz gern mal, da ich kein Theologe bin, einen evangelischen Fachtheologen gehört.

Hallo, paschogr,

die Antwort von kdd1945 liefert dir ausführliches Material zum Bilderverbot. und zur Ikonenverehrung.

Zur Ergänzung: Der Dekalog beginnt so:

Dann sprach Gott alle diese Worte: 2Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. 3Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. 4Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. 5Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen.

Etwa gleichlautend in Deuteronomium.

Der Text "Bilderverbot" ist also eingepackt in die beiden Sätze, die ich fett gedruckt habe. Zur Bedeutung zitiere ich also noch einmal kdd1945:

Es wird nicht das Anfertigen von Bildern verboten, sondern das Anbeten solcher Bilder, was beispielsweise auch durch Niederwerfen oder Küssen geschehen kann. Das Gebot gegen Götzendienst und Anbetung von Idolen wird im christlichen Gesetz bestätigt.

Bilder, Statuen von Maria, Heiligen und Christus wurden seit dem 5. Jahrhundert durch niederwerfen, küssen verehrt. So wie man es einst im Heidentum gehalten hatte. Die Verfälschung des Christentums hatte sich so nach und nach in die Kirche eingeschlichen. Es endete damit , das sich die Menschen von der Anbetung Gottes, zur Anbetung der geschaffenen Dinge hinwandten

Von der Bibel her ist so ein Bilderkult nicht zu rechtfertigen. Das beginnt bereits bei den 10 Geboten (2Mo 20) und zieht sich durch die ganze Bibel durch.

Wie bei vielen anderen Dingen in den traditionsorientierten Kirchen, sind heidnisch-gnostische Elemente eingeflossen, obwohl man sie ursprünglich bekämpft hatte.

Um das zu verstehen muss man begreifen, dass ab etwa dem 3. Jahrhundert vom Christentum innerhalb der Kirchen nicht mehr viel übrig war. Sie wurden von Machtkämpfen erschüttert, die auch bewaffnet ausgetragen wurden. Der Staat musste da einfach einschreiten und das wurde ihm später als Christenverfolgung ausgelegt. Geschichte wird halt immer von den Siegern geschrieben.

Die Anbetung von Bildern und heiligen kam erst 100 Jahre nach Jesus tot.Das hat was mit den Eingeflossenen heidnischen Glaubensrichtungen zu tun.Diese Menschen brauchten Götter zum anfassen, sie kannten keinen Gott der unsichtbar war,So etwas bekommt man nur sehr langsam aus den Menschen heraus, wenn man es denn überhaupt will. denn das ist heute wie anno Dazumal immer noch ein lukratives Geschäft !

Hast du schon mal die Absurditäten im Levitikus gelesen? Was da so alles geregelt und vorgeschrieben wird. Natürlich muss da ein gewisses "cherry-picking" betrieben werden um wenigstens irgendwie mit dem Zeitgeist mitgehen zu können. Das war vor 800 Jahren so und das ist Heute so.

Nö, aber die Kirchen beugen sich gerne den heidnischen Massen und erlauben und fördern diese Götzenanbeterei um so ihre Schäfchen an sich zu binden und neue zu finden. Wie sagt man so schön "Der Zweck heiligt die Mittel"

Und warum steht zu Weihnachten ein Nadelbaum in der Kirche? Und ganzjährig vor der Kirche eine riesige Linde? Was hat es mit dem Osterhasen und den Eiern auf sich?

Das alles sind Zugeständnisse an die "Heiden", die sich sonst erheblich vehementer gegen das sich ausbreitende Christentum gewehrt hätten.

So durften sie ihre Bräuche unter anderem Namen weiterführen, war halb so schlimm. Aber wenn die Kirchenbauer die alte Linde umgesägt hätten... uiuiui, die hätte man hoch gehängt. ;-))

Ich finde ehrlich gesagt nicht schlimmes an diesen Bräuchen. Aber man muss sich eben darüber im Klaren sein, dass das keine christlichen Ursprünge hat.

languagewizard 18.10.2013, 18:39

Genau. Aber wie bist du denn auf diesen Nick gekommen . . .

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ArchEnema 18.10.2013, 18:47
@languagewizard

So wie Stoffspürhund Lumpi zu seinem Job: Mit ganz vielen Mehrdeutigkeiten. ;-)))

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Du betest ja nicht dass Holz oder den Stein an, sondern du bist geistig bei Gott. Man denkt bei der Gabenbereitung ja auch nicht daran das Brot zu verehren sondern den heiligen Geist der in dieser Zeremonie gestallt annimmt. Das ist im Grunde das selbe.

Kungfukuh 18.10.2013, 21:37

Warum wendet man sich dann aber einem Stück holz zu, wenn man geistig bei Gott ist? Das erschließt sich mir ehrlich gesagt auch nicht.

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Wuerzburg1996 19.10.2013, 09:12
@Kungfukuh

Um sich besser konzentrieren zu können. Ich sag dir mal was ich bete am tag 2-3 mal, da kann der Liebe Gott drüber hinwegsehen dass ich mich währenddessen vor einem Figürchen niederknie. Es gibt wichtigere Gebote. Mir und den meisten fällt dass so eben einfacher. Und solange mann an Gott denkt geht dass schon in Ordnug.

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paschogr 21.10.2013, 15:31
@Wuerzburg1996

Ob etwas in Ordnung geht, das entscheidest nicht du, sondern Gott!! In seinem Wort sagt er uns Ausdrücklich das wir uns vor solchen Dingen Distanzieren sollen! Aber wenn du es besser weisst,dann sag uns doch bitte woher!?

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Wuerzburg1996 22.10.2013, 10:22
@paschogr

Ja ich weiß es besser und werde es auch weiterhin so machen wehrend du versuchst jeden Scheiß zu befolgen.

Denn manchmal steht in dem Buch der größte Dreck drin.

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An sich leitet es sich nicht aus der Bibel ab; ob es durch die Bibel verboten wird, hängt von der Interpretation ab.

Der historische Grund für die Heiligenverehrung ist allerdings ganz einfach: Es handelt sich um eine Anbiederung an den Polytheismus der"Heiden", um diese besser missionieren zu können.

Hallo Paschogr,

Sowas und Kdd haben schon gute Antworten gegeben! Hier ein kurze Ergänzung:

Die Kirchen berufen sich offiziell auf den sogenannten "Traditionsbeweis"!

Siehe z.B. Duden: Beweis eines Dogmas o. Ä. durch die Tradition

http://www.duden.de/rechtschreibung/Traditionsbeweis

Darüber gibt es sogar Bücher zu kaufen. Lohnt das Lesen nicht, da die Bibel klare Aussagen dagegen macht, was dies anbelangt.

Mit anderen Worten: "Wurde etwas seit langem ausgeübt ( ist also „Tradition“) wird es automatisch als richtig eingestuft.

Warum? Weil "Gott" es duldet?

Vorsicht: Wer beherrscht die Welt?

2 Kor 4:4 denn der Gott dieser Weltzeit hat das Denken der Ungläubigen verblendet. So strahlt ihnen der Glanz der Heilsbotschaft nicht auf, der Botschaft von der Herrlichkeit Christi, der Gottes Ebenbild ist.

Blanker Unsinn, das Tradition ein Beweis der Richtigkeit ist!

Weiteres siehe auch z.B. U.S. Catholic, März 1981, S. 7.

ABER: Gab es alles schon einmal, nichts neues under der Sonne;

Matthäus 15:3 . . .Als Antwort sagte er zu ihnen: „Wie kommt es, daß auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen übertretet?

LG

JensPeter

JensPeter 20.10.2013, 15:56

Kaum zu glauben, aber nochmal:

Wenn etwas lange genug getan wurde, ist es richtig.

Könnte da der benannte "Gott dieser Weltzeit" dahinter stecken?

Wäre dem so bräuchte es kein "Weltgericht"

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JensPeter 20.10.2013, 15:59
@JensPeter

Berichtigung zuvor: Wenn der Traditionsbeweis zuträfe, bräuchte es ja kein Weltgericht. (Bezieht sich nicht auf den Gott dieser Weltzeit).

  1. Petrus 4:17 Denn es ist die bestimmte Zeit, daß das Gericht beim Hause Gottes anfange. Wenn es nun zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen? 
4

paschogr, dein Instinkt leitet dich völlig richtig. Die Bibel verbietet es sogar, Bildnisse als sogenannte religiöse Hilfsmittel zur Anbetung zu verwenden. Ikonen sind heidnische, durch nichts zu rechtfertigende Götzen. Klingt hart, ist aber so, wenn man die Lehren der Bibel zugrunde legt.

paschogr 18.10.2013, 15:44

Genau das lese ich auch in der Bibel--aber wie rechtfertigt es die Kirche und was vieleicht noch wichtiger ist, wieso machen es über 1 Milliarde Menschen,obwohl es doch offensichtlich Biblisch falsch ist? Ist es vieleicht wie die Bibel sagt? Blinde werden Blinde führen? Denn genau danach sieht es aus!

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Juliansan 18.10.2013, 15:50
@paschogr

Also die "geistlichen" sind nicht dazu in der Lage die Bibel vernünftig auszulegen und das echte wissen weiter zu geben. Wenn man die Pfarrer oder Priester auf Fehler anspricht kommt meistens sowas "Gottes Gedanken sind höher als unsere" oder "Gottes Wege sind für uns sterblichen Menschen nicht zu verstehen". Das sagen sie, um auszuweichen. Denn eine echte Antwort von ihnen bekommst du nicht, denn damit würde ein "Geistlicher" der Kirche eine gewaltigen strich durch die Rechnung ziehen.

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pRiot 18.10.2013, 16:07
@paschogr

wieso machen es über 1 Milliarde Menschen,obwohl es doch offensichtlich Biblisch falsch ist?

Das ist ein absurdes Argument. Zum einen sind selbst Religionen keine "Felsen in der Brandung" und verändern sich mit den Menschen die dieser Religion angehören und sie somit am Leben erhalten, zum anderen, wenn du, wie schon geschrieben, tatsächlich dieses bronzezeitliches Moralwerk wörtlich nimmst, erhälst du eben auch bronzezeitliche Moral als Ergebnis. Falls du also die Bibel etwas kennst, weißt du, was da für unheimliche Dinger drin stehen die niemand der bei klarem Verstand und mit ein wenig Empathie ausgestattet ist, so wortwörtlich übernehmen will.

Falls du allerdings doch zu jemandem gehörst, der alles in diesem Buch 1:1 übernehmen will, dann habe ich ein paar Folgefragen an dich, die du dir anhand von ausgesuchten Bibelstellen sicher denken kannst, falls, wie gesagt, du das Ding durchgelesen hast.

Und wehe ich lese dann irgendwas was in Richtung Exegese geht ;)

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firstflash 18.10.2013, 16:17
@Juliansan

Juliansan, das hast du sehr schön gesagt. Du hast des Pudels Kern exakt beschrieben, DH dafür!

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paschogr 18.10.2013, 16:42
@pRiot

Mit den unheimlichen Dingern meinste bestimmt Passagen aus dem Alten Testament und den Mosaischem Gesetz--sind wirklich paar Sachen drin die wahrscheinlich aus heutiger Sicht sogar Barbarisch zu sehen sind--Meine Antwort darauf ist, das es vieleicht vor ca.4000 so sein musste,damit Gottes auserwähltes Volk Rein bleiben und den Messias hervorbringen konnte.

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pRiot 18.10.2013, 17:38
@paschogr

Damit Gottes Volk vor 4000 Jahren rein bleiben konnte, mussten die Väter ihre Töchter mit ihrem Vergewaltiger verheiraten?

Damit Gottes Volk vor 4000 Jahren rein bleiben konnte, durften Sklavenhalter nicht bestraft werden, wenn der Sklave erst einige Tage nach einer Prügelstrafe daran gestorben ist, weil es sein eigener finanzieller Schaden war? (2. Mose 21,20-21)

Ist das tatsächlich deine Meinung zu solchen Moralvorschriften?

Und noch ein Gedanken: Wenn du solche Passagen "aus heutiger Sicht" anders beurteilst, was tust du anderes, als die Gläubigen, die Passagen über Ikonenbildnisse tun, wenn sie entsprechende Passagen der Bibel "aus heutiger Sicht" anders beurteilen? Aus meiner Sicht, verhaltet ihr euch gleich. Jeder (oder jede Gruppe) legt manche Stellen so aus, manche so, je nach dem, was demjenigen, bzw denjenigen in das eigene Weltbild passt.

Was diesen Aspekt angeht, bevorzuge ich sogar diejenigen, die die Bibel komplett wörtlich nehmen, ohne Kompromisse. Die haben zwar eine wirklich gruselige Moralvorstellung, aber sie heucheln auch nicht bezüglich ihrer auslegung und bewerten verschiedene Passagen je nach eigenem Geschmack ohne es zu bemerken.

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kdd1945 19.10.2013, 04:24
@pRiot

Durch das Gesetz, das Gott den Israeliten über Moses gegeben hatte, war mit allen seinen Bestimmungen ein Fortschritt gegenüber dem vorherigen Stand der Israeliten ohne Gesetz erreichbar, und auch gegenüber den Nationen, die weiter ohne Gesetz waren.

So werden unter dem Link:

http://www.theologische-links.de/downloads/archaeologie/codex_hammurabi.html

babylonische mit biblischen Gesetzen verglichen und folgendes festgestellt:

In den babylonischen Gesetzen sind Vermögen und Besitz ebenso wichtig wie die Menschen. Für Verbrechen an Personen und Sachen gelten dieselben Strafen.

In den biblischen Gesetzen dagegen ahndet man nur Verbrechen gegen die Person mit körperlichen Strafen. Verstöße gegen den Besitz werden durch Geld oder Güter abgegolten.

Das Schicksal eines Diebes, der den angerichteten Schaden nicht wiedergutmachen kann, ist nach Hammurabis Gesetz (Nr. 8) der Tod, während

  1. Mose 22,2 verlangt, daß er als Sklave verkauft wird. Das hebräische Gesetz mißt dem Menschen einen höheren Wert zu als das babylonische.

Außerdem sollten Jesu Worte aus Matthäus 19:3-8 als beispielhaft auch für andere Gesetzesbestimmungen gesehen werden:

3 Da kamen einige Pharisäer zu ihm und versuchten, ihm eine Falle zu stellen. Sie fragten ihn: »Ist es erlaubt, dass ein Mann seine Frau aus jedem beliebigen Grund wegschickt?« 4 Jesus antwortete: »Habt ihr nicht gelesen, was in den Heiligen Schriften steht? Dort heißt es, dass Gott am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. 5 Und er hat gesagt: ›Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.‹ 6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Und was Gott zusammengefügt hat, sollen Menschen nicht scheiden.« 7 Die Pharisäer fragten: »Wie kann Mose dann vorschreiben: Der Mann soll der Frau eine Scheidungsurkunde ausstellen und sie wegschicken?« 8 Jesus antwortete: »Mose hat euch die Ehescheidung nur zugestanden, weil ihr euer Herz gegen Gott verhärtet habt – und damit eure Hartherzigkeit ans Licht kommt.2 Aber das war ursprünglich nicht so.

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pRiot 19.10.2013, 09:30
@kdd1945

Ich nehme mal der Einfachheit halber an, das es stimmt, was du schreibst, dass diese Form der Gesetzesgebung zu der Zeit seines Erscheinens tatsächlich etwas "humaner" war, als eine vergleichbare Gesetzesgebung.

Das beantwortet aber nicht meine Frage, das relativiert nur mehr Schlecht als Recht die Grausamkeiten der biblischen Moralvorschriften.

Die Frage bleibt simpel:

Soll die Bibel komplett wörtlich genommen werden, oder muss doch eine Art "Auslese", "cherry-picking" oder auch eine "moderne Leseart" auf die Bibel angewandt werden?

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kdd1945 19.10.2013, 11:38
@pRiot

Gott ändert seine Gesetze, wenn er es für richtig hält. So galten im Garten Eden nur die Gebote:

27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. 29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. 30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung.

15 Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte. 16 Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

Matthäus 19:4,5; hier zitiert Jesus aus 1.Mose 2:24

3 Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?1 4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat2 5 und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?

Zur Zeit Noahs fügte Gott hinzu:

3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen. 4 Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen. 5 Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. 6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen.

Abraham wurde die Beschneidung auferlegt

9 Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation. 10 Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. 11 Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. .

Den Israeliten wurde der Gesetzesbund gegeben, etwa 600 Gebote, Gesetze, Vorschriften, die von dem Bundesvolk unbedingt, bei Androhung von Strafe einzuhalten war. Wie ernst die Gebote zu nehmen waren, zeigt 4,Mose 15:

32 Als die Israeliten in der Wüste waren, entdeckten sie einmal, dass einer am Sabbat Holz sammelte. 33 Die Leute, die ihn beim Holz Sammeln angetroffen hatten, brachten ihn vor Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde. 34 Man sperrte ihn ein, weil noch nicht entschieden war, was mit ihm geschehen sollte. 35 Der Herr sprach zu Mose: Der Mann ist mit dem Tod zu bestrafen.

Dieser Gesetzesbund, an dem Du ja wohl hauptsächlich Anstoß nimmst, galt für Dich zu keiner Zeit. Er galt für die Israeliten/Juden und sollte sie zu Christus hinführen. So sagt Galater 3:24,25 (NeÜ):

Gal 3,24 So führte das Gesetz uns wie ein streng ermahnender Erzieher zu Christus, damit wir durch den Glauben von Gott als gerecht anerkannt würden. Gal 3,25 Nachdem nun der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter einem Erzieher.

Seit dem Opfertod und der Auferstehung Jesu Christi sind nun alle Erdenbürger aufgerufen, sich an das Gesetz Christi zu halten. Jesus, der Mittler des neuen Bundes, hinterließ seinen Nachfolgern keine eigene schriftliche Gesetzessammlung. Er prägte seinen Jüngern durch das, was er sagte und tat, das Gesetz Jehovas in Herz und Sinn ein. Dieses Gesetz wird „das Gesetz des Christus“ genannt.

Im Gegensatz zu den Israeliten, die durch Geburt an das mosaische Gesetz gebunden waren, erwählen es sich Christen, unter dem Gesetz des Christus zu stehen. Faktoren wie Abstammung und Geburtsort spielen dabei keine Rolle. Christen lernen Gott und seine Wege kennen und wünschen sich sehnlichst, seinen Willen zu tun. Da Christen Gottes Gesetz ‘in ihrem Inneren’ haben, es sozusagen „in ihr Herz“ geschrieben ist, gehorchen sie Gott weder aus bloßer Angst vor Strafe noch allein aus Pflichtgefühl. Ihr Gehorsam beruht auf einer grundlegenderen und weit stärkeren Triebkraft.

Wenn Du in Übereinstimmung mit Gott und seinrm Christus leben willst, halte Dich an das Gesetz des Christus. Es stehen Dir großer Nutzen schon heute, und ewige Segnungen in der Zukunft in Aussicht.

Johannes 3:16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.4

36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

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pRiot 20.10.2013, 17:13
@kdd1945

Also, kurzgefasst, das AT gilt nicht mehr? Und nur was Jesus sagt zählt?

Warum ist dann Homophobie ein Thema? Dabei zB beziehen sich christliche Denker gerne auf Levitikus. Jesus hingegen hat sich zu dem Thema nie direkt geäußert.

Ich kann die Lage nicht anders betrachten, als mit der Annahme, dass die Bibel in ihrer gesamtheit von niemandem völlig ernst genommen wird. Schon gar nicht von jemandem der das Buch komplett gelesen hat. Und wer wie du, sagt, Jesus hätte die Bibel "geupdated", der tut in meinen Augen das selbe: er streicht einige "unmoderne" passagen aus dem AT, hält aber weiterhin an den Teilen fest, die in sein Weltbild passen. Und dieser Vorgang, dieses "heraussuchen" ist eben der Akt, dem keine "göttliche Kontrolle" vorangeht. Dieser Akt ist menschlich und das macht die Interpretationen der Bibel menschlich. Das ist allemal besser, als die Bronzezet-Moral direkt zu übernehmen, aber es ist auch unaufrichtig, weil der Schein der "göttlich-überlieferten Moral" erhalten werden soll.

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paschogr 22.10.2013, 11:24
@pRiot

Das AT gilt auch für Christen,nur stehen Christen nicht unter dem Mosaischem Gesetz- Aus dem AT können wir uns Beispiele nehmen wie sich Gottesfürchtige Menschen in verschiedenen Situationen verhalten haben-unzählige Prophezeiungen über den Messias und manche sogar bis in unserer Zeit,machen das AT auch für Christen Gültig!

Nach dem Kommen des Messias hat sich die Lage geändert-es waren keine Opfergaben mehr nötig,da Jesus sich ein für allemal für die Menschen geopfert hat.Das Mosaische Gesetz hat seine Gültigkeit verloren-- was nicht heisst das wir jetzt stehlen,töten oder rumhuren dürfen,geschweige denn das es jetzt erlaubt ist sich Bilder zu machen und anstatt zu Gott zu Beten sich an tote Menschen zu richten!

Was Homosexualität angeht,es wird auch im NT angesprochen als etwas Anstössiges für Gott-ist natürlich für jemanden dieser Neigung grausam,aber um Gott zu gefallen müsste er enthaltsam Leben!

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Die Frage, warum das in so vielen Kirchen erlaubt ist, ist einfach beantwortet. Für die meisten Kirchen ist die Tradition und die Philosophie das wichtigste. Daher haben sie die Bibel aus ihren Lehren ausgeschlossen. Nicht um sonst haben die Kirchen lange versucht die Bibel für die einfachen Menschen zu verschlissen.Wie viele Menschen wurden Gefoltert und Verbrannt, nur weil sie die Bibel liebten, und wollten das jeder jeder sie lesen kann. Ich wünsche dir noch viel Freude beim Lesen der Bibel.

Wuerzburg1996 18.10.2013, 20:44

Niemand wurde gefoltert weil er die Bibel gelesen hatte. Du leugnest die lehren der heiligen Mutter Kirche die Stellvertreterin Gottes ist. Man braucht einfach eine Organisation des Glaubens, damit dieser in Allen Altagssituationen Fuß fassen kann.

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earnest 18.10.2013, 21:11
@Wuerzburg1996

Für eine "Stellvertreterin Gottes" hat sich die "heilige Mutter Kirche" aber recht oft beim Boss blamiert.

Von den Verbrennungen der so genannten "Ketzer" durch die heilige Mutter Kirche, die in Wirklichkeit eine unheilige Mutterkirche war, hast du noch nicht gehört?

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JensPeter 20.10.2013, 16:16
@JensPeter

Auszug aus o.a. Link

„[…] dass niemand künftig von sich aus irgendeinen Text der Heiligen Schrift in die englische Sprache übersetze oder in irgendeine andere, als Buch, Schrift oder Traktat, noch dass ein solches Buch, Schrift oder Traktat gelesen werde, ob es neu in der Zeit des besagten John Wyclif verfasst wurde oder in Zukunft erst geschrieben werden soll, ob in Teilen oder als ganzes, öffentlich oder verborgen. Dies steht so lange unter der Strafe des großen Kirchenbanns, bis der Bischof des Ortes oder, falls nötig, ein Provinzialkonzil die besagte Übersetzung approbiert habe. Wer aber dagegen handelt, der soll wie ein Häretiker und Irrlehrer bestraft werden.“


„Alle Bibeln in der Volkssprache, in deutscher, französischer, italienischer, englischer oder flandrischer Sprache u.s.w. dürfen nicht gedruckt, gelesen oder behalten werden ohne (schriftliche) Erlaubnis des heiligen Officiums der Römischen und allgemeinen Inquisition. […]

Alle Neuen Testamente in der Volkssprache, in deutscher, französischer, italienischer, englischer oder flandrischer Sprache u.s.w. dürfen nicht gedruckt, gelesen oder behalten werden ohne (schriftliche) Erlaubnis des heiligen Officiums der Römischen und allgemeinen Inquisition.“

1

Leckst du auch den Bildschirm ab, wenn grade Eiscreme-Werbung kommt?

Das hast du schon einmal gefragt und auch beantwortet bekommen.
Wie ich deine Bibelkenntnis anhand deiner Antworten einschätze, kennst du die Antwort zu obiger "Frage" auch ganz genau.

Wie schon in deiner vorigen "Frage" möchtest du vermutlich sanft darauf hinweisen, daß es auch Glaubensgemeinschaften gibt, die keine Heiligenverehrung betreiben.

Meine Antwort auf deine Frage: Nein, meines Wissens übersiehst du da nichts.

pRiot 18.10.2013, 16:02

ach, ist der Fragesteller etwa ein ZJ oder Ähnliches und missioniert hier ein klein bisschen rum?

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paschogr 18.10.2013, 16:18
@pRiot

Leider falsch.. bin einfach Christ,gehöre keiner Religionsgemeinschaft an--ich glaube einzig und allein was die Bibel lehrt-und wenn du das als Missionieren siehst, dann umso besser..habe kein Problem für Gott zu Missionieren

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pRiot 18.10.2013, 16:28
@paschogr

nicht zwangsläufig. Das ich meine vermutung in Frageform geschrieben habe, hatte einen Sinn.

ich würde gerne mehr über deinen Glauben erfahren. leider habe ich auf meine Nachfragen bisher keine Antwort erhalten, bzw jetzt schon, vermute ich: Du bist für die wortwörtliche auslegung der Bibel, habe ich das so richtig verstanden?

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paschogr 18.10.2013, 16:10

Habe diese Frage schonmal ähnlich reingestellt,wurde aber leider gelöscht- Bibelkenntnis habe ich ein wenig, nur habe ich keine grosse Kenntniss darüber wie es die besagten Kirchen sehen..Also die Biblische Antwort kenne ich, die Kirchliche leider nicht-- Ich möchte eigentlich auf garkeine Glauensgemeinschaft hinweisen,für mich sind alle Christen richtig, die sich an die Bibel halten..

3
pRiot 18.10.2013, 16:13
@paschogr

um da noch einmal nach zu haken: Was bedeutet für dich "sich an die Bibel halten".

bedeutet dies aus deiner Sicht die Bibel als ganzes wortwörtlich zu verstehen und danach zu leben?

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paschogr 18.10.2013, 17:16
@pRiot

Die Bibel ist nicht generell Wortwörtlich zu verstehen-- es gibt auch eine Symbolische Sprache,es gibt vieles was man Interpretieren kann,aber natürlich spricht sie auch Wortwörtlich! Wenn zB steht -du darfst dir kein Bildniss schaffen über das was im Himmel ist,was auf der Erde,was auf dem Meer ist etc. Wie kann ich das denn ausser Wortwörtlich verstehen? Ich Glaube daran das die Bibel Gottinspiert ist, und das Jesus unser Erlöser ist-- und ja ich glaube das man sich an Jesu Gebote halten sollte um gerettet zu werden-

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Abahatchi 19.10.2013, 01:14

Denn egal wie sehr ich auch in der Bibel suche, kann ich nichts finden was diesen Heiligen-bzw.Bilderkult rechtfertigt! Überseh ich da etwas??

&

Meine Antwort auf deine Frage: Nein, meines Wissens übersiehst du da nichts.

nun, in der Bibel steht auch nicht, daß wir Auto fahren dürfen. Trotzdem driften wir mit den Kisten über den Asphalt.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem darin, daß Leute überhaupt die Bibel als eine Art Legitimation ansehen. Würde man sie wie ein Buch über Sichtweisen von Menschen aus der Vormittelalterzeit verstehen, würde man sich auch nicht so viele Fragen darüber einfallen lassen.

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paschogr 21.10.2013, 17:55
@Abahatchi

Das Problem liegt darin,das in der Bibel genau so ein verbot steht was bilder usw angeht-- wenn also in der Bibel stehen würde-du darfst kein Auto fahren, würdest du es dann irgendwie anders interpretieren können??

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