Beste Freundin will Kind zur Adoption freigegeben?

5 Antworten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Am schnellsten, aber auch schwersten fürs Kind wäre die Babyklappe. Einfach reinlegen, fertig. Wenn man mag noch einen Brief mit dem Namen vom Kind oder ein paar mehr Daten (z.B. medizinische eurer Familie, was zur Mutter z.B. warum sie es weggibt - geht auch ihen Namen zu nennen, ...), schnell und einfach aber für das Kind ohne Chance je zu wissen, wo es herkam - außer das gibt man mit Brief mit. Diese Möglichkeit ist an sich komplett anonym, außer man gibt selbst Daten über einen Brief mit.

Nach der Geburt kann man es auch direkt dem Krankenhaus übergeben, also da lassen und Papiere ausfüllen. Am besten wenn man zur Geburt kommt sagen, dass man es direkt danach zur Adoption geben will, damit sie direkt das Jugendamt informieren und die auf Abruf sind, um dann schnell zu kommen, sobald Kind da. Es ist auch eine anonyme Geburt im Krankenhaus möglich, Infos dazu kann man googeln. Manche entscheiden sich, wenn sie das Kind sehen, noch mal um, andere bleiben dabei und wollen es oft auch nicht mal auf den Arm nehmen, aus Sorge sonst doch eine Bindung aufzubauen.

Ansonsten wendet man sich ans Jungendamt, die kommen und holen das Kind ab oder man bringt es hin. Egal ob direkt nach Geburt oder Wochen, Monate oder Jahre später.

Bei der Adoption gibt es zwei Wege. Die normale geschlossene, Kind weg ohne Kontakt (sofern bekannt, kann das Kind mit 18 den Namen der Eltern erfahren), aber auch die offene, wo man in geringem Maße Kontakt halten kann z.B. Geburtstagskarten schreiben und hin und wieder mal ein Foto vom Kind bekommt. Manche finden letzteres einfacher, weil keine quälende Ungewissheit was mit dem Kind ist, andere finden es schwerer, weil sie nicht abschließen können. Falls man die offene nimmt, darf man jederzeit den Kontakt einstellen, man ist nicht gezwungen (außer durch eigene Gefühle) aktiv zu bleiben, sondern hat lediglich die Möglichkeit es zu tun.

Da es hier ja um den hypothetischen Fall meiner besten Freundin geht, würde ich für jede der genannten Optionen genauer recherchieren wie es geht und sie unterstützen. Ebenso mit ihr darüber reden, wie sie es machen möchte, ob anonym, offiziell und mit oder ohne Kontaktmöglichkeit. Und einfach für sie da sein, egal welchen Weg sie wählt.


Elli113  24.09.2025, 11:09

Die Babyklappe ist allerdings kein "Adoptionsautomat". Sie ist lediglich gedacht für Mütter, die ihr Kind bei einer unbegleiteten Alleingeburt geboren haben.

Das Kind aus der Frage ist aber offensichtlich bereits geboren und wenn das in einem Krankenhaus geschehen ist, bleibt der Freundin nur der offizielle Weg, weil die Geburt dem Standesamt bereits mitgeteilt wurde.

Sie kann es ganz offiziell über eine Adoptionsvermittlungsstelle machen oder das Kind in eine Babyklappe legen oder dem Jugendamt überlassen.

Wenn man sich an die Adoptionsvermittlungsstelle wendet, muss man acht Wochen warten, bis man das Kind abgeben darf. In der Zeit kann man sich beraten lassen und es sich überlegen, denn danach ist es unumkehrbar.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Bi yourself 🏳️‍🌈
Deswegen war sie erst am Ende der Schwangerschaft sicher dass sie es nicht will, nicht kann, usw.

Zu spät.

Wie geht das?

Nennt sich Verantwortungslosigkeit.

Ja, das geht.

Ja, es ist nicht schwer.

Das geht über Ämter. Kompliziert ist es nun nicht, aber etwas aufwändiger.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Ich bin ein Mensch, der zu Gefühlen fähig ist.