Was versteht man unter "Beamter auf Lebenszeit"?

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7 Antworten

Baeamter auf Lebenszeit bedeutet - wie der Name schon vermuten lässt - dass man Beamter ist, solange man lebt. Ist man tot, ist man kein Beamter mehr. Ist man Beamter auf Lebenszeit, kann einem nicht gekündigt werden, und man kann selber nicht kündigen, da man nicht in einem "normalen" Arbeitsverhältnis steht. Man kann aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden (z.B. nach einem Disziplinarverfahren oder bei Dienstunfähigkeit) oder um Entlassung bitten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beamter_%28Deutschland%29#Beamter_auf_Lebenszeit

Selber kündigen kann und muss man sogar, wenn man ein politisches Amt übernehmen will. Das darf man nur, wenn man per Antrag auf seinen Beamtenstatus verzichtet.

Gruß S.

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@Sirius66

Bei einem Beamten heißt es aber nicht "kündigen". Man kann seinen Arbeitsvertrag kündigen, ein Beamter kann nicht kündigen. Man kann auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis bitten, aber nicht kündigen.

Wenn man ein politisches Amt übernimmt, ruht das Beamtenverhältnis in der Regel.

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@Spezialmann

Einfach mal zugeben, anstatt pfennigfuchsig zu werden. Kündigen, um Entlassung bitten, den Austritt beantragen, eine Auflösung verlangen - es bleibt doch das gleiche.

Es geht mir darum, daß du sagst, es geht NICHT von seiten des Beamten. Das stimmt natürlich NICHT.

Jede Dienststelle wird der "Bitte" nachkommen. Warum jemanden behalten, der nicht bleiben will. Reine Formsache. Wer gehen WILL, KANN auch gehen.

Gruß S.

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@Sirius66

Was hast du denn für ein Problem, dass du so einen Ton anschlägst? Hat dir irgendwer etwas getan?

Einfach mal zugeben, anstatt pfennigfuchsig zu werden. Kündigen, um Entlassung bitten, den Austritt beantragen, eine Auflösung verlangen - es bleibt doch das gleiche.

Das hat nix mit pfennigfuchsig zu tun. Wenn man über den Beamtenstatus tut, sollte man das auch richtig tun. Man kann einen Arbeitsvertrag kündigen - Beamte haben aber keinen Arbeitsvertrag, deswegen können sie auch nicht kündigen, und ihnen kann auch nicht gekündigt werden. Sie befinden sich in einem Beamtenverhältnis, aus dem sie entlassen werden können - auch auf eigene Bitte hin.

Es geht mir darum, daß du sagst, es geht NICHT von seiten des Beamten. Das stimmt natürlich NICHT.

WO habe ich das gesagt? Ich habe geschrieben, dass ein Beamter nicht kündigen kann, was vollkommen korrekt ist. "Kündigung" im Zusammenhang mit einem Beamten ist nicht "anders ausgedrückt", es ist schlichtweg falsch. Stattdessen habe ich oben geschrieben:

"Man kann auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis bitten, aber nicht kündigen."

was vollkommen korrekt ist. Ein Beamter kann nicht kündigen, denn eine Kündigung im Zusammenhang mit einem Beamtenverhältnis gibt es nicht. Weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Er kann um Entlassung bitten, was "von seiten des Beamten" ausgeht. Natürlich wird in der Regel der Bitte des Beamten auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis entsprochen, aber das war überhaupt nicht das Thema. Es ging einzig und allein darum, dass "kündigen" hier falsch ist. 

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Man kann aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden (z.B. nach einem Disziplinarverfahren oder bei Dienstunfähigkeit) oder um Entlassung bitten.

Korrekt, die Dienststelle kann auch das Beamtenverhältnis widerrufen, dies ist zum Beispiel möglich wenn der Beamte zum Eintritt in das Beamtenverhältnis in rechten Gruppen (im Prinzip alle Gruppen, die gegen die freie und demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes arbeiten, gegen den Staat sind oder sowas), ala Reichsbürger oder so was, war oder ist.

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Man bleibt eben während der gesamten Dauer seines physischen Lebens Beamter. Das Ende dieses Verhältnisses ist der Tod des Beamten.

Es kann aber auch durch Freiheitsstrafen bis 12 Monate, Verlust der Staatsangehörigkeit, Unvereinbarkeit (z.B. durch politische Ämter), schwerwiegender Verfehlungen (Disziplinarverfahren) der Beamtenstatus entzogen werden.

So gesehen ist man nicht unbedingt unkündbar. Es ist eine Garantie auf Rente.  Andere Arbeitnehmer verwirken sie ja GAR NICHT - insofern ist es nicht unbedingt ganz das Pralle, was alle vermuten.

Gruß S.

@Sirius66,

angenommen, ein Beamter ist verheiratet.

Angenommen, im Falle seines Todes wird ihm der Beamtenstatus aberkannt. Wieso bekommt seine Witwe dann eine Witwenpension?

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@Delveng

Ich verstehe deine Frage nicht ganz. Das Beamtenverhältnis endet mit dem Tod. Was soll die Witwenpension damit zu tun haben? Verstehe ich nicht... In der gesetzlichen Rentenversicherung wird an die Witwe eines verstorbenen Versicherten / Rentners ja auch eine Witwenrente gezahlt.

Die Hinterbliebenenversorgung hat zum Ziel, die Unterhaltsleistung des Verstorbenen zu ersetzen.

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@Delveng

Eine Witwenpension oder Witwenrente bekommt JEDE Witwe (anteilig), warum nicht die des Polizisten? Sind zwei völlig  unterschiedliche Dinge. Es ist ja nicht so, daß sie seine vollen Penion erhalten würde, oder? Sie bekommt das, was allen Hinterbliebenen an eben dieser Hinterbliebenenrente zusteht.

Gruß S.

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@Delveng

Wenn der Beamte verstirbt, tritt automatisch seine Witwe in den Beihilfestatus eines Beamten ein.

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@Apolon

Wollen wir uns weiter im Kreis drehen?

Das ist eine Hinterbliebenenregelung, die grundsätzlich für alle gilt. Da ihr Mann Beamter war, kommt für sie kein klassisches AN-Rentenkonzept infrage. Außer eben ihr eigenes oder ein zusätzliches Privates, was aber - wie bei ALLEN anderen - außen vor bleibt. Sie bekommt nichts, was eine Nicht-Beamten-Witwe nicht auch bekommt.

Gruß S.

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@Koelner71090,

ein Beamter auf Lebenszeit ist ein Beamter mit der Berechtigung auf eine Pension.

Das heißt: sicherer Arbeitsplatz, unkündbar, privat krankenversichert und eine Pension die ein normaler Arbeitnehmer nie erreicht.

@Jewiberg,

es stimmt nicht, dass ein Beamter Privat Krankenversichert ist. Für Beamte werden vom Dienstherren Krankenversicherungen bereitgestellt, dabei handelt es sich aber keineswegs um eine Private Krankenversicherung.

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@Delveng

Das ist auch nicht richtig. Der Dienstherr übernimmt einen Teil der Krankheitskosten (50-100%), den Rest muss man zusätzlich selbst versichern.

Bei mir übernimmt das Land z.B. 50% meiner Krankheitskosten, die restlichen 50% decke ich über eine private Krankenversicherung ab.

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@grubenschmalz

@grubenschmalz,

ich nicht.

Ich bin krankenversichert in einer Krankenkasse, die mein Dienstherr bereitstellt. Für diese Versicherung bezahle ich einen monatlichen Beitrag. Die Rechnungen der Ärzte bekomme ich. Die Rechnungen reiche ich bei der Krankenversicherung zur Erstattung ein. Die Krankenversicherung bezahlt 30 Prozent. Da ich Beihilfeberechtigt bin, bezahlt die 70 Prozent. In der Regel bleibt mir ein Selbstbehalt, den ich aus eigener Tasche bezahle.

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@Delveng

Im Ernst? Ich bin Landesbeamter in NRW, ich konnte mir meine PKV aussuchen. 

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@Delveng

Das ist auch falsch. In wenigen BL gibt es noch die Freie Heilfürsorge. Die meisten haben eine Beihilfe von 50%. Der Rest muss PRIVAT versichert werden.

Gruß S.

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@Delveng

Polizei ist und bleibt eben Ländersache. Auch NDS macht 50/50. Die PKV bezahlt alles und immer, die Beihilfe nur bis zu den Höchstsätzen.

Angenommen, man braucht Physiotherapie. Der Therapeut macht seine Privatsätze selbst. Einige gleichen es bei Beamten der Beihilfe an, müssen sie aber nicht.

Die Beihilfe trägt 50% eine Krankengymnastik. Höchstsatz zur Berechnung sind derzeit 19,50€. Sie übernehmen also 9,75€. Berechnet der Therapeut nun aber 25€ für seine Behandlung, zahlt die PKV 12,50€, die Beihilfe nur ihre 9,75€. So bleibt der privat versicherte Polizist - wenn er nicht aufpasst - auf 27,50€ (bei 10x KG) sitzen.

Daran denkt oft niemand .... und darum ist auch privat versichert sein nicht so geil, wie manche denken ...

Gruß S.

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@Delveng

@delveng,

Ich bin krankenversichert in einer Krankenkasse, die mein Dienstherr bereitstellt

Dann gehörst du zu den Beamten der Bundespost oder Bundesbahn, die durch die Postbeamtenkrankenkasse oder KVB eine verminderte Absicherung erhalten konnten umd damit einige Euros zu sparen.

Allerdings hätte es auch die Möglichkeit gegeben, dass du dich über die Bundesbeihilfe mit beihilfekonformen Beihilfetarife bei jeder PKV mit besseren Leistungen versichert hättest.

Aber manchen Beamten sind die Moneten wichtiger, als eine bessere Absicherung im Krankheitsfall.

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@Sirius66

Polizei ist und bleibt eben Ländersache.

Nein - man sollte nicht die Bundespolizei, bzw. das BKA vergessen.

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@Apolon

Bleib doch mal sachlich und im Kontext. HIER - worauf sich MEINE Antwort bezieht, geht es um NRW.

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@Sirius66

So bleibt der privat versicherte Polizist - wenn er nicht aufpasst - auf 27,50€ (bei 10x KG) sitzen.

Dafür gibt es aber bei der PKV einen sogenannten "Beihilfe-Ergänzungstarif", der eben auch den Teil der Rechnung übernimmt, den die Beihilfestelle nicht zahlt.

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@Jewiberg,

die hochgelobte Pension eines Beamten wurde den "normalen" Renten längst angeglichen.

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eine Pension die ein normaler Arbeitnehmer nie erreicht.


Du kannst hier nicht die Durchschnittspension mit Durchschnittsrenten vergleichen. Beamte sind im Vergleich überdurchschnittlich gut ausgebildet, haben also entsprechend auch einen höheren Verdienst. Zudem haben viele Arbeitnehmer noch betriebliche Rentenversicherungen, die habe ich als Beamter nicht.

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Das heißt: sicherer Arbeitsplatz, unkündbar, privat krankenversichert
und eine Pension die ein normaler Arbeitnehmer nie erreicht.

Das stimmt so nicht ganz. Sicherer Arbeitsplatz - ja. Einem Beamten auf Lebenszeit kann nicht gekündigt werden, im Gegenzug kann er auch nicht kündigen. Man kann um Entlassung aus dem Dienstverhältnis bitten, oder aus dem Dienstverhältnis entlassen werden. Zweiteres aber nur unter bestimmten Voraussetzungen - z.B. Diesziplinarverfahren, Dienstunfähigkeit.

Privat krankenversichert - nicht immer. Warst du vor der Ernennung in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, kannst du nach der Ernennung als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kasse bleiben. Ansonsten hast du als Beamter in der Regel Anspruch auf "Beihilfe", es werden 50% - 80% der Kosten - je nach Familienstand und Bundesland - von der Beihilfestelle übernommen. Welche Kosten in welcher Höhe die Beihilfestelle übernimmt, orientiert sich an der gesetzlichen Krankenversicherung. Für den Rest - also 20% - 50% - versicherst du dich dann privat. Die private Krankenversicherung übernimmt dann - je nach Tarif - auch die Kosten, die die Beihilfestelle nicht übernimmt.

Hohe Pension - hier musst du differentieren. Natürlich wird die Pension eines Beamten im höheren Dienst später höher sein als die Rente eines Maurers. Andererseits bekommt ein Ingenieur später eine höhere Rente als ein Beamter im mittleren Dienst. Mehr als 75% der Beamten sind im gehobenen oder höheren Dienst, was Hochschul- oder Fachhochschulabschluss bedeutet. Diese Quote wird bei Angestellten und erst recht bei Arbeitern nicht erreicht, daher liegen die höheren Pensionen zum Teil auch an der höheren Qualifikation der Beamten. Dazu kommt dann noch, dass eine Pension in viller Höhe versteuert werden muss, während eine Rente (derzeit) nur zu 70% versteuert werden muss.


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Nun, aus dem Begriff geht es doch schon hervor.

Das man Lebenslang Beamter ist und dies nicht mehr rückgänig gemacht werden kann außer bei Ausnahmen wie schweren Staftaten

Das sind z.b. die meisten Lehrer

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@Feuerwehrmann2

Ich glaube eher, dass die meisten Lehrer Angestellte sind und nicht verbeamtet.

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@Delveng

Das kommt auf das Bundesland an. In NRW sind so gut wie alle Lehrer verbeamtet, in Berlin so gut wie keiner. 

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@Delveng

Ich glaube eher, dass die meisten Lehrer Angestellte sind und nicht verbeamtet.

Falsch - in den meisten Bundesländern, werden Lehrer wieder in den Beamtenstatus übernommen.

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unkündbar und sicheres gehalt

Nein, ein Beamter ist nicht wirklich unkündbar.

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solange man sich halbwegs ordentlich benimmt und nicht mit dem gesetzt in konflikt kommt sollte es auch keine probleme bekommen

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